Krypto-Optionen in Deutschland: Das prüfst du vor der Freischaltung bei Kraken
Kraken hat am 26. Oktober Optionen auf Bitcoin und Ether für Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum freigeschaltet, und der Zugang hängt an einem Derivate-Konto und einer bestandenen Angemessenheitsprüfung. Steuerlich greift dabei nicht die Haltefrist, sondern § 20 EStG mit 25 Prozent ab dem ersten Euro.

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Krypto-Optionen darfst du in Deutschland handeln, aber nur über einen Anbieter mit MiFID-Zulassung und erst nach einer bestandenen Angemessenheitsprüfung. Seit dem 26. Oktober 2026 gehört Kraken Pro dazu: Die Börse hat europäisch ausgestaltete Optionen auf Bitcoin und Ether für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum geöffnet. Was dir dabei an Zugang, Abrechnung und Steuer entgegenkommt, steht in deutscher Sprache bisher nirgends zusammen. Dieser Artikel schließt die Lücke.
Zwei Dinge sind wichtig, bevor es ins Detail geht. Erstens: Eine Option ist kein Coin. Du kaufst kein Bitcoin, du kaufst ein Recht auf einen Geldbetrag, der sich aus dem Bitcoin-Kurs ergibt. Zweitens: Käufer einer Option können den vollen Einsatz verlieren, Verkäufer nach Krakens eigener Risikoangabe deutlich mehr als die gestellte Margin, im Extremfall unbegrenzt. Beides entscheidet darüber, ob dieses Produkt überhaupt zu dir passt.
Wo kann ich in Deutschland Krypto-Optionen handeln?
Für Privatanleger mit Wohnsitz in Deutschland gibt es im November 2026 im Wesentlichen zwei Wege zu Optionen auf Kryptowährungen. Der erste läuft über klassische Terminbörsen: An der Chicago Mercantile Exchange notieren Optionen auf Bitcoin- und Ether-Futures, zugänglich über Online-Broker mit Terminmarkt-Anbindung und entsprechender Handelsberechtigung. Der zweite Weg ist neu und läuft über eine Krypto-Börse mit europäischer Wertpapierlizenz. Genau diesen Weg hat Kraken jetzt geöffnet. Der Unterschied ist bedeutsam: Die meisten Krypto-Börsen und Krypto-Anbieter führen nur den Handel mit Kryptowährungen am Kassamarkt, also den Kauf und Verkauf der Coins selbst. Für Optionen braucht ein Anbieter zusätzlich eine Erlaubnis als Wertpapierfirma, und deshalb fehlt dieses Produkt in jedem gewöhnlichen Krypto-Börsen-Vergleich.
Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei Produkten, die oft im selben Satz auftauchen. Krypto-ETPs, also börsengehandelte Schuldverschreibungen auf einen Coin, sind keine Optionen und folgen eigenen Regeln; die Optionen auf Krypto-ETFs in den USA sind ein eigenes Produkt mit eigenen Regeln. Und CFDs auf Bitcoin, wie sie manche Broker anbieten, sind Differenzkontrakte ohne Verfallstag und ohne Optionscharakter. Eine Option hat immer drei feste Größen: einen Basispreis, einen Verfallstag und eine Prämie.
Krypto-Optionen handeln in Deutschland: Was Kraken am 26. Oktober freigeschaltet hat
Handelbar sind auf der Handelsplattform Kraken Pro zwei Märkte: Optionen auf Bitcoin unter dem Kürzel XBT/USD und Optionen auf Ethereum unter ETH/USD, also genau die zwei Basiswerte BTC und ETH. Die Verfallstermine reichen von wöchentlich über monatlich und quartalsweise bis halbjährlich. Abgerechnet wird linear in US-Dollar, also fließen Prämie, Gewinn, Verlust und Schlussabrechnung alle in Dollar. Als Sicherheit akzeptiert Kraken nach eigenen Angaben über 30 Assets, jeweils mit einem Abschlag für deren Schwankung, sodass vorhandene Bestände an Bitcoin, Ether oder USDC als Deckung dienen können.
Der Zugang läuft über das bestehende Derivate-Konto. Wer bei Kraken schon Futures handelt, braucht kein zweites Konto und keine zweite Wallet; die Option erscheint im selben Bereich wie die Terminkontrakte. Wer noch kein Derivate-Konto hat, muss es freischalten, und dafür gilt die Länderliste der Börse. Die Sperrliste der Börse nennt 15 Regionen, unter anderem Kanada, Australien, Neuseeland, Russland, Belarus und das Vereinigte Königreich. Deutschland steht nicht auf dieser Liste. Die deutsche Produktseite der Börse wirbt umgekehrt ausdrücklich mit Terminkontrakten „für aktive Trader in Deutschland" und nennt bis zu zehnfachen Hebel für Kunden aus der EU.
Eine Unstimmigkeit solltest du kennen, weil sie beim Nachlesen Verwirrung stiftet. Die internationale Produktseite von Kraken trägt über dem Optionsangebot den Satz, der Optionshandel sei für Ansässige in den USA, in der EU und in einzelnen gesperrten Gebieten nicht verfügbar. Dieselbe Börse führt für die EU jedoch eine eigene Adresse, eu.kraken.com, und dort heißt die Optionsseite „Start trading options in the EU". Die internationale Seite verweist EU-Kunden also an die europäische Gesellschaft weiter, statt sie auszuschließen. Verbindlich ist für dich die europäische Fassung und das, was dein Konto nach der Prüfung tatsächlich freischaltet.
Europäische Ausübung und Barausgleich: So wird am Verfallstag abgerechnet
Die Optionen sind europäisch ausgestaltet. Europäische Ausübung heißt: Eine Ausübung ist nur am Verfallstag möglich, nicht an einem beliebigen Tag davor. Amerikanisch ausgestaltete Optionen erlauben das jederzeit, und genau dieser Unterschied nimmt dir eine Entscheidung ab, die viele Einsteiger falsch treffen. Willst du einen Gewinn früher mitnehmen, verkaufst du die Position weiter, statt sie auszuüben.
Barausgleich heißt: Du bekommst am Ende den Gegenwert in Dollar, geliefert wird kein Bitcoin. Als Schlusskurs dient eine eigene Referenz, bei Bitcoin unter dem Kürzel BTCOPTRR und bei Ether unter ETHOPTRR, gebildet als Dreißig-Minuten-Durchschnitt, der um 08:00 UTC am Verfallstag endet. Ein Durchschnitt über eine halbe Stunde ist bewusst gewählt: Er lässt sich mit einer einzelnen großen Order kaum verschieben. Beim Schlussabrechnungsgeschäft fällt eine Taker-Gebühr an, begrenzt auf 12,5 Prozent des Marktwerts der Option. Diese Obergrenze ist der Teil der Kosten, der sich vorab rechnen lässt; die übrigen Gebühren hängen wie beim Krypto-Handel am Ordervolumen und an der Gebührenstufe deines Kontos.
Diese Referenzpreise sind auch der Grund, warum ein Blick auf den reinen Spot-Kurs am Verfallstag irreführend sein kann. Entscheidend ist der Durchschnitt im Fenster vor 08:00 UTC, nicht der Kurs, den du am Abend in der App siehst.

Die Angemessenheitsprüfung nach MiFID II ist die eigentliche Hürde
Optionen gelten im europäischen Wertpapierrecht als komplexe Finanzinstrumente. Für sie schreibt MiFID II eine Angemessenheitsprüfung vor, im englischen Original „appropriateness assessment". Die Prüfung ist ein Fragebogen zu deinen Kenntnissen und deinen Erfahrungen mit Derivaten, und sie ist keine Formalie, die man wegklickt: Fällt sie negativ aus, muss der Anbieter dich warnen, und im Ergebnis bleibt die Funktion gesperrt. Kraken formuliert es in der eigenen Risikoangabe knapp: Vor dem Optionshandel ist diese Prüfung abzuschließen.
Praktisch heißt das für dich: Rechne damit, Angaben zu Berufserfahrung, Ausbildung, Anlagehistorie und zur Zahl deiner Geschäfte mit gehebelten Produkten machen zu müssen. Wer noch nie einen Terminkontrakt gehandelt hat, scheitert hier häufiger als am Konto. Das ist die Absicht des Gesetzgebers und kein Fehler der Plattform. Ein Einstieg über Bitcoin-Futures ist deshalb für viele der realistischere erste Schritt, weil dort dieselbe Kontomechanik greift, der Preis aber nur von einer Größe abhängt.
Noch ein Punkt, der in keiner Pressemeldung steht: Die Angemessenheitsprüfung ist etwas anderes als die Geeignetheitsprüfung. Geeignetheit prüft ein Anbieter nur, wenn er dich berät oder dein Vermögen verwaltet. Kraken führt aus und berät dabei nicht. Die Verantwortung für die Auswahl bleibt bei dir, und wer einen regulierten Zugang sucht, vergleicht die Konditionen am besten vorab in unserer Übersicht der regulierten Krypto-Broker.
CySEC-Lizenz 342/17: Wer bei Krypto-Optionen dein Vertragspartner ist
Bei Krypto-Optionen von Kraken hast du es mit zwei Gesellschaften zu tun, und das ist für die Haftung bedeutsam. Die Wertpapierdienstleistungen rund um die Optionen erbringt die zyprische Payward Europe Digital Solutions (CY) Limited, früher I.F. Greenfields Wealth Ltd, zugelassen und beaufsichtigt von der Cyprus Securities and Exchange Commission unter der Lizenznummer 342/17, eingetragen in Nikosia. Die Kryptowerte selbst verwahrt die irische Payward Europe Solutions Limited als Verwahrer nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA.
Kraken schreibt dazu einen Satz, den man nicht überlesen sollte: Jede Gesellschaft handelt ausschließlich im Rahmen ihrer eigenen Erlaubnis, eine gemeinsame Dienstleistung oder eine Haftung über die Gesellschaftsgrenze hinweg ist nicht gemeint. Für dich heißt das: Die Aufsicht über das Wertpapiergeschäft liegt in Zypern, nicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die BaFin ist über die europäische Zusammenarbeit eingebunden, deine Beschwerde über ein Optionsgeschäft läuft aber bei der zyprischen Behörde auf. Welche Pflichten die europäische Kryptoregulierung Anbietern auferlegt, steht gebündelt in unserer Übersicht zur MiCA-Lizenz und den Pflichten dahinter; die Verwahrung der Coins bleibt davon unberührt und liegt bei der irischen Gesellschaft.
Portfolio-Margin statt Prämie im Voraus: Warum Stillhalter mehr als ihre Margin verlieren können
Hier liegt der größte Unterschied zu dem, was du von anderen Handelsplätzen kennst. Bei den meisten Anbietern zahlst du beim Kauf einer Option die Prämie sofort und in voller Höhe. Auf Kraken Pro wird die Position wie ein Terminkontrakt mit Margin geführt: Die Prämie wandert nicht im Voraus ab, Gewinne und Verluste werden laufend gegen deine Sicherheiten abgerechnet. Das hält Kapital für andere Geschäfte frei und verändert gleichzeitig dein Risikobild, weil ein Verlust nicht erst am Verfallstag sichtbar wird.
Portfolio-Margin ist von Anfang an aktiv und lässt sich nicht abwählen. Gemeint ist: Positionen, die sich gegenseitig absichern, etwa ein gekaufter Call gegen einen verkauften Terminkontrakt, binden zusammen weniger Sicherheit als jede für sich. Abgesicherte Aufbauten brauchen damit weniger Kapital. Eine Finanzierungsrate wie bei Perpetual-Kontrakten fällt bei Optionen nicht an; liegen im selben Konto zusätzlich Perpetuals, laufen deren Finanzierungszahlungen weiter.
Gerät ein Depot in Schieflage, greift bei Kraken eine verdeckte Angebotsauktion an der Stelle der Zwangsliquidation über das Orderbuch. Der Mechanismus soll verhindern, dass eine Notverwertung den Preis zusätzlich gegen den Kunden treibt. Trotzdem bleibt die harte Regel, die Kraken selbst betont: Margin-Anforderungen können sich jederzeit ändern, und Positionen werden geschlossen, wenn das Konto die Anforderung unterschreitet. Wer Optionen verkauft, also Stillhalter ist, haftet über die gestellte Margin hinaus.
Request for Quote ohne Orderbuch: Wie ein Trade bei Kraken Pro zustande kommt
In der ersten Phase gibt es kein öffentliches Orderbuch für Optionen. Gehandelt wird über ein Anfrageverfahren, Request for Quote oder kurz RFQ: Du stellst im Baukasten das gewünschte Geschäft zusammen, bis zu fünf Teilstücke in einer Anfrage, schickst es ab und erhältst innerhalb von Sekunden befristete Kurse zurück. Ein Angebot kannst du annehmen oder verfallen lassen; nimmst du an, ist das Geschäft bindend. Ein zentrales Orderbuch steht laut Kraken auf der Entwicklungsliste.
Der praktische Vorteil liegt bei mehrteiligen Geschäften. Ein Straddle aus Call und Put wird als ein Paket bepreist und gemeinsam ausgeführt, statt dass du zwei Einzelgeschäfte nacheinander platzierst und beim zweiten einen anderen Kurs bekommst. Der Nachteil ist die fehlende Vorschau: Ohne Orderbuch siehst du vorab keine Tiefe und keinen Spread, sondern nur den Kurs, den du auf Anfrage erhältst. Vergleiche deshalb mehrere Anfragen, bevor du annimmst.

Krypto-Optionen sind Termingeschäfte: 25 Prozent Abgeltungsteuer ohne Haltefrist
Für deutsche Anleger ist das der Teil mit den größten Folgen, und er wird am häufigsten falsch erzählt. Eine bar abgerechnete Option auf Bitcoin ist steuerlich ein Termingeschäft. Nach § 20 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes gehört der Gewinn aus Termingeschäften, bei denen du einen Differenzausgleich oder einen vom Wert einer veränderlichen Bezugsgröße bestimmten Geldbetrag erhältst, zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Der gesonderte Tarif dafür beträgt nach § 32d Absatz 1 EStG 25 Prozent, dazu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Die einjährige Haltefrist, die viele vom Coin-Kauf kennen, greift hier nicht. Diese Frist steht in § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG und gilt für private Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, zu denen der Verkauf der Coins selbst zählt. Ein Termingeschäft fällt nicht darunter. Es gibt bei Optionen also keinen steuerfreien Gewinn nach zwölf Monaten Haltedauer, auch nicht bei einer halbjährlichen Laufzeit. Abziehbar bleibt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro, aus § 20 Absatz 9 EStG. Tatsächliche Werbungskosten sind daneben ausgeschlossen.
Weil die Abrechnung in Dollar läuft, kommt ein Schritt hinzu, den der Spot-Handel in Euro nicht kennt: Jeder Gewinn und jeder Verlust ist für die Steuererklärung in Euro umzurechnen. Dieselbe Logik haben wir für Terminkontrakte in der Steuerregel für Krypto-Futures und Perpetuals ausführlich hergeleitet; für Optionen gilt die Einordnung als Termingeschäft genauso. Welche Programme die Geschäfte sauber in eine Jahresaufstellung bringen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
Die 20.000-Euro-Grenze für Verluste aus Termingeschäften ist seit Dezember 2024 weg
Dieser Punkt hat den höchsten praktischen Wert, und er steht in fast allen älteren deutschen Ratgebern noch falsch. Jahrelang durften Verluste aus Termingeschäften nur mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden, und nur bis 20.000 Euro im Jahr. Wer in einem Jahr 60.000 Euro Verlust und 60.000 Euro Gewinn hatte, zahlte trotzdem Steuer auf 40.000 Euro. Diese Sonderregel ist gestrichen.
Der heutige § 20 Absatz 6 EStG kennt genau zwei Einschränkungen: einen eigenen Verrechnungskreis für Verluste aus dem Verkauf von Aktien, und das Erfordernis einer Verlustbescheinigung, wenn die Verluste dem Kapitalertragsteuerabzug unterlagen. Ein eigener Topf für Termingeschäfte steht dort nicht mehr. Gestrichen wurde er mit dem Jahressteuergesetz 2024, das der Bundesrat am 22. November 2024 gebilligt hat und das Anfang Dezember 2024 in Kraft trat; die Aufhebung wirkt für alle noch offenen Fälle. Verluste aus Krypto-Optionen mindern damit deine Einkünfte aus Kapitalvermögen insgesamt, Zinsen und sonstige Kapitalerträge eingeschlossen, und ein verbleibender Verlust wird in die Folgejahre vorgetragen.
Verrechnen lässt sich allerdings nur innerhalb der Einkünfte aus Kapitalvermögen. Mit deinem Arbeitslohn oder mit Mieteinnahmen kannst du einen Optionsverlust nicht ausgleichen, und ein Abzug nach § 10d EStG ist ausgeschlossen. Das steht unverändert in Satz 1 derselben Vorschrift.
Anlage KAP: Warum das Finanzamt die Gewinne nur über deine Erklärung sieht
Ein deutsches Depot führt die Abgeltungsteuer automatisch ab. Ein zyprischer Broker tut das nicht: Payward Europe Digital Solutions ist keine deutsche Zahlstelle und behält keine deutsche Kapitalertragsteuer ein. Damit greift § 32d Absatz 3 EStG. Nach dieser Vorschrift musst du steuerpflichtige Kapitalerträge, die keinem Kapitalertragsteuerabzug unterlagen, in der Einkommensteuererklärung angeben, und das Finanzamt führt in diesem Fall eine Veranlagung durch, auch wenn du sonst keine Erklärung abgeben müsstest.
Praktisch heißt das Folgendes. Du brauchst eine eigene Aufstellung aller Geschäfte mit Datum, Prämie, Abrechnungsbetrag und Dollarkurs. Du trägst das Ergebnis in der Anlage KAP ein, in der Zeile für Kapitalerträge ohne Steuerabzug. Und du behältst die Belege, denn niemand stellt dir am Jahresende eine deutsche Steuerbescheinigung aus. Wer das erst im Mai des Folgejahres bemerkt, rekonstruiert ein Jahr Handel aus Kontoauszügen in einer Fremdwährung. Steuerliche Einzelfragen, etwa zur Behandlung verfallener Optionen oder zur Zuordnung bei gewerblichem Umfang, gehören in die Hand einer Steuerberatung; dieser Artikel ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Beratung.
Optionen, Futures und Spot-Kauf: Welcher Weg welches Risiko trägt
Drei Wege führen zu einer Position in Bitcoin, und sie unterscheiden sich in dem, was schlimmstenfalls passiert. Beim Spot-Kauf hältst du den Coin, dein Verlust ist auf den Kaufpreis begrenzt, und nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn nach § 23 EStG steuerfrei. Beim Terminkontrakt hältst du eine gehebelte Position, der Verlust kann deine Einlage übersteigen, steuerlich greifen 25 Prozent ab dem ersten Euro. Bei der gekauften Option ist der maximale Verlust von vornherein bekannt, nämlich die Prämie, während der Gewinn offen bleibt; bei der verkauften Option ist es umgekehrt.
Chancen und Nachteile verteilen sich damit ungleich, und daraus ergibt sich eine nüchterne Zuordnung. Für langfristige Bestände bleibt der Spot-Kauf der einfachste und steuerlich günstigste Weg. Für kurzfristige Richtungswetten mit festem Verlustdeckel ist die gekaufte Option das präzisere Werkzeug, weil Zeit und Schwankungsbreite mitbepreist werden. Das Verkaufen von Optionen gehört nicht in ein Einsteigerdepot: Der Ertrag ist auf die Prämie begrenzt, das Risiko nach oben nicht. Kraken selbst weist in der Risikoangabe genau darauf hin.
Ein letzter Hinweis zur Schwankungsbreite, der oft fehlt. Der Preis einer Option hängt auch von der erwarteten Schwankung ab, der impliziten Volatilität. Diese Erwartung steigt vor bekannten Terminen und fällt danach oft schnell. Eine Option kann deshalb an Wert verlieren, obwohl sich der Kurs in die von dir erwartete Richtung bewegt hat, einfach weil der Markt nach dem Termin mit weniger Bewegung rechnet. Wer das nicht einkalkuliert, hält den Verlust für einen Fehler der Plattform.
Krypto-Optionen: Ohne Derivate-Konto und Fragebogen geht nichts
Die Freischaltung vom 26. Oktober öffnet deutschen Anlegern einen regulierten Zugang zu Optionen auf Bitcoin und Ether, aber sie öffnet ihn nicht automatisch. Drei Schritte stehen zwischen dir und dem ersten Geschäft.
- Handelsplatz und Aufsicht klären. Stelle fest, welche Gesellschaft dein Vertragspartner ist und welche Behörde sie beaufsichtigt, denn davon hängt ab, wohin eine Beschwerde geht. Die Lizenzlage der großen Handelsplätze steht in unserem Vergleich regulierter Krypto-Börsen.
- Derivate-Konto und Angemessenheitsprüfung angehen. Ohne freigeschaltetes Derivate-Konto und ohne bestandenen Fragebogen bleibt der Optionsbereich gesperrt. Wer dafür zu wenig Erfahrung mit gehebelten Produkten vorweisen kann, sammelt sie besser zuerst an einem einfacheren Produkt; die Konditionen dafür vergleichst du bei den Krypto-Brokern.
- Aufzeichnung für die Steuer von Tag eins anlegen. Da kein deutscher Steuerabzug erfolgt, trägst du die Erfassung selbst. Lege die Aufstellung mit dem ersten Geschäft an, nicht am Jahresende; passende Programme stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
Die Primärquellen zum Nachlesen: Krakens eigene Mitteilung zum Optionsstart im EWR und der Gesetzestext zu § 20 des Einkommensteuergesetzes.
(Stand: 1. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Häufige Fragen zu Krypto-Optionen
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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