Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Kraken Erfahrungen: Gebühren, MiCA-Zulassung und Auszahlung in Euro

Ein Kauf über die Standard-Oberfläche von Kraken kostet 1 Prozent plus Spread, über Kraken Pro sind es 0,40 bis 0,80 Prozent. Was Einzahlung, Handel, Auszahlung und Steuerunterlagen bei der Krypto-Börse wirklich kosten, mit Zahlen aus dem offiziellen Gebührenverzeichnis.

Massive Münze mit eingeprägtem Bitcoin-Symbol fällt durch einen Messingtrichter, an dessen Auslauf feine Metallspäne liegen
17 Min. Lesezeit
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Ein Kauf über die Standard-Oberfläche von Kraken kostet 1 Prozent Handelsgebühr plus einen Spread, der im angezeigten Preis steckt. Derselbe Kauf über die Handelsoberfläche Kraken Pro kostet in der untersten Stufe 0,40 Prozent als Maker und 0,80 Prozent als Taker. Euro einzahlen ist per SEPA-Überweisung kostenlos, die Auszahlung kostet 1 Euro. Das sind die Zahlen, um die es bei der Frage nach Kraken Erfahrungen und Gebühren am Ende geht, und so stehen sie am 20. September 2026 im offiziellen Gebührenverzeichnis der Börse.

Dieser Text rechnet die Kosten an einem Beispiel durch, ordnet die MiCA-Lizenz ein, die Kraken seit Juni 2025 aus Irland hält, und geht den Weg des Geldes zu Ende: Einzahlung, Kauf, Auszahlung, Steuerunterlagen. Kein Kursziel, keine Empfehlung. Wer Kryptowährungen kauft, kann sein eingesetztes Geld vollständig verlieren, und daran ändert die Wahl der Plattform nichts.

Was kostet ein Bitcoin-Kauf bei Kraken? Die Rechnung an einem Beispiel

Nimm 500 Euro und einen Bitcoin-Kauf. Über die einfache Kaufmaske, die Kraken „Instant Buy" nennt, fallen 1 Prozent an, also 5 Euro. Dazu kommt der Spread, den die Börse in den angezeigten Preis einrechnet und nicht als eigene Position ausweist. Gibst du denselben Bitcoin-Kauf stattdessen auf Kraken Pro als Limit-Order auf, die im Orderbuch liegen bleibt, zahlst du in der Einstiegsstufe 0,40 Prozent, also 2 Euro. Greifst du dort sofort zum Marktpreis zu, sind es 0,80 Prozent und damit 4 Euro.

Der Unterschied zwischen 2 und 5 Euro klingt klein. Bei einem monatlichen Kauf über ein Jahr sind es 36 Euro Differenz, und der Spread ist in dieser Rechnung noch gar nicht enthalten. Wer wissen will, was ein Kauf wirklich kostet, muss also zwei Dinge auseinanderhalten: die ausgewiesene Handelsgebühr und den Teil, der im Preis verschwindet.

Handelsgebühr heißt der Prozentsatz, den die Börse auf das Volumen einer Order berechnet und getrennt ausweist. Spread heißt die Spanne zwischen dem Marktpreis und dem Preis, zu dem du tatsächlich abschließt. Beides sind Handelskosten, nur steht das eine auf der Abrechnung und das andere nicht.

Instant Buy oder Kraken Pro: Warum dieselbe Börse zwei Preise hat

Kraken betreibt zwei Zugänge zum selben Markt. Die Kauf-Maske in der App und auf der Website richtet sich an Anleger, die einen Betrag eingeben und fertig sein wollen. Kraken Pro ist die Handelsoberfläche mit Orderbuch, Charts und Ordertypen. Beide greifen auf dieselbe Liquidität zu, aber das Gebührenmodell unterscheidet sich deutlich.

Im offiziellen Gebührenverzeichnis steht für die einfache Variante: 1 Prozent auf sofortige und wiederkehrende Käufe, 1,5 Prozent auf sogenannte Custom Orders. Für sehr kleine Restbestände, die unter der Mindestordergröße liegen, gilt über die Funktion „Convert Small Balances" ein fester Satz von 3 Prozent. Wer stattdessen über die Kartenzahlung einsteigt, zahlt zusätzlich das Zahlungsentgelt, zu dem gleich mehr kommt.

Diese Zweiteilung ist kein Kraken-Sonderweg, sondern bei fast allen großen Kryptobörsen der Standard. Wie stark die Spanne zwischen bequemem und günstigem Weg bei anderen Anbietern ausfällt, zeigt unser Vergleich der Krypto-Börsen, der die Gebührenmodelle nebeneinanderstellt.

Maker und Taker: Wie die Gebührenstufen im Spot-Handel funktionieren

Maker heißt eine Order, die Liquidität ins Orderbuch legt, also eine Limit-Order, die nicht sofort ausgeführt wird. Taker heißt eine Order, die vorhandene Liquidität abräumt, typischerweise eine Market-Order. Kraken staffelt beide über zwölf Stufen plus fünf Profi-Stufen, und der Abstand ist erheblich.

In Stufe 1, also ab einem Handelsvolumen von null, liegen die Maker-Gebühren bei 0,40 Prozent und die Taker-Gebühren bei 0,80 Prozent. Ab 2.500 US-Dollar Volumen in 30 Tagen sinkt es auf 0,30 und 0,60 Prozent, ab 10.000 US-Dollar auf 0,22 und 0,38 Prozent. Erst ab 10 Millionen US-Dollar fällt die Maker-Gebühr auf null.

Für den durchschnittlichen deutschen Anleger heißt das: Die Werbung mit „Gebühren ab 0 Prozent" beschreibt eine Stufe, die er nie erreichen wird. Realistisch sind die ersten drei Stufen. Zum Einordnen: Bei Coinbase haben wir am 20. September 2026 dasselbe Muster beschrieben, eine bequeme Oberfläche mit hohem Aufschlag und eine Pro-Oberfläche mit gestaffelten Sätzen.

Assets on Platform: Seit wann dein Guthaben die Handelsgebühr senkt

Eine Änderung, die im deutschsprachigen Raum bisher kaum beschrieben ist: Kraken hat die Gebührenstufen auf ein System umgestellt, das die Börse „Cross-platform Fee Tiers" nennt. Früher richtete sich deine Stufe allein nach dem Handelsvolumen im jeweiligen Produkt. Jetzt zählt der bessere von zwei Werten, nämlich dein Spot-Handelsvolumen der vergangenen 30 Tage oder dein auf der Plattform liegendes Guthaben, im Gebührenverzeichnis als „Assets on Platform" abgekürzt AoP geführt.

Konkret: Ab 20.000 US-Dollar Guthaben auf dem Konto erreichst du Stufe 3 mit 0,22 Prozent Maker und 0,38 Prozent Taker, auch wenn du in dreißig Tagen keinen einzigen Trade gemacht hast. Ab 100.000 US-Dollar Guthaben greift Stufe 5 mit 0,15 und 0,30 Prozent.

Das senkt die Handelskosten für Anleger, die größere Bestände ohnehin auf der Börse liegen lassen. Es setzt zugleich einen Anreiz, genau das zu tun, und steht damit quer zur Faustregel, Bestände auf eine eigene Wallet abzuziehen. Wer diesen Rabatt mitnimmt, bezahlt ihn mit Verwahrungsrisiko. Das ist eine Abwägung, keine Rechenaufgabe.

Zwei Metallbahnen nebeneinander auf einer Werkbank, links eine kurze glatte Rutsche mit einer kleinen Münze, rechts ein längerer Kanal mit Zahnrädern und einer deutlich größeren Münze
Der kurze, bequeme Weg und der längere über das Orderbuch führen zum selben Markt, lassen aber unterschiedlich viel übrig.

Der Spread ist der Teil der Kosten, der auf keiner Abrechnung auftaucht

Kraken beschreibt den Spread im eigenen Gebührenverzeichnis offen als die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Preis, den du erhältst, und hält fest, dass die Börse einen Überschuss aus dieser Spanne einbehalten kann. Die Größe schwankt nach Marktlage, Anlageklasse, Ordergröße, Ordertyp und Kontoaktivität. Eine feste Zahl nennt die Börse nicht, und deshalb steht hier auch keine.

Das ist der eigentliche Grund, warum sich Gebührenvergleiche zwischen Handelsplattformen so schwer führen lassen. Zwei Anbieter können beide 1 Prozent ausweisen und sich in den tatsächlichen Kosten trotzdem um ein Vielfaches unterscheiden. Nachprüfen lässt sich das nur auf eine Weise: den Marktpreis in einem zweiten Fenster ablesen, den angebotenen Preis danebenlegen und die Differenz ausrechnen, bevor du den Kauf bestätigst.

Auf Kraken Pro entfällt dieser Posten weitgehend, weil du dort direkt im Orderbuch handelst und den Preis selbst setzt. Das ist der zweite, weniger sichtbare Grund, weshalb die Pro-Oberfläche für regelmäßige Käufe günstiger ist als die Kaufmaske.

Hat Kraken eine MiCA-Lizenz? Was die Zulassung aus Irland bedeutet

Ja. Kraken hat im Juni 2025 eine Zulassung nach der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte von der irischen Zentralbank erhalten. Die Börse selbst beschreibt den Schritt in der Ankündigung damit, dass er es ermögliche, „regulierte Dienstleistungen anzubieten und Kunden in allen 30 EWR-Mitgliedstaaten direkt zu betreuen". Träger der Zulassung ist die europäische Gesellschaft der Gruppe; das US-Mutterhaus sitzt in San Francisco.

Für dich als deutschen Kunden hat das drei greifbare Folgen. Erstens fällt Kraken damit unter die Aufsicht einer EU-Behörde und nicht mehr allein unter nationale Übergangsregister. Zweitens gelten die Informations-, Beschwerde- und Verwahrungspflichten der MiCA-Verordnung. Drittens darf die Börse ihre Dienstleistungen über den EU-Pass in Deutschland anbieten, ohne eine eigene BaFin-Erlaubnis zu benötigen. Welche Pflichten aus der Regulierung im Einzelnen folgen und bis wann Anbieter sie erfüllen müssen, haben wir auf unserer Übersicht zu den MiCA-Pflichten zusammengestellt.

Eine MiCA-Lizenz ist damit ein belastbares Unterscheidungsmerkmal gegenüber Plattformen ohne Zulassung. Zum Absolutum taugt sie nicht, und der nächste Abschnitt sagt, warum.

Was die MiCA-Lizenz nicht abdeckt: Einlagensicherung und Eigenverwahrung

Die gesetzliche Einlagensicherung über 100.000 Euro, die du von deinem Girokonto kennst, gilt für Bankeinlagen. Kryptowerte auf einem Börsenkonto fallen nicht darunter, und auch das dort geparkte Euro-Guthaben ist rechtlich anders behandelt als ein Kontoguthaben bei deiner Hausbank. Die Regulierung verlangt Trennung von Kunden- und Eigenvermögen sowie Vorgaben zur Verwahrung. Ein Ausfall der Plattform wird dadurch unwahrscheinlicher, aber er wird nicht ausgeschlossen und schon gar nicht ersetzt.

Kraken verwahrt den Großteil der Kundenbestände nach eigenen Angaben in Cold Storage, also auf Systemen ohne Netzverbindung, und setzt bei der Sicherheit auf Zwei-Faktor-Authentifizierung, einen konfigurierbaren globalen Kontosperrmodus und Adressfreigaben für Auszahlungen. Diese Sicherheitsstandards greifen aber erst, wenn du sie einschaltest. Der praktisch wichtigste Hebel liegt bei dir: Ein aktivierter zweiter Faktor, der nicht per SMS läuft, schützt gegen den häufigsten Angriffsweg auf Börsenkonten.

Wer größere Beträge langfristig hält, verlagert sie üblicherweise auf eine eigene Hardware-Wallet und lässt auf der Börse nur, was er bewegen will. Wenn dir die Zulassung als Auswahlkriterium besonders wichtig ist, hilft die Übersicht der regulierten Kryptobörsen beim Abgleich.

Euro einzahlen: SEPA kostenlos, Kartenzahlung mit 3,75 Prozent

Bei der Einzahlung wird der Kostenunterschied am deutlichsten. Über eine SEPA-Überweisung oder SEPA Instant nimmt Kraken bei einem Mindestbetrag von 1 Euro keine Gebühr; je nach Zahlungsdienstleister dauert es zwischen wenigen Sekunden und drei Bankarbeitstagen. Eine Kartenzahlung im Euroraum kostet dagegen 0,25 Euro plus 3,75 Prozent bei einem Mindestbetrag von 10 Euro. Eine SWIFT-Einzahlung schlägt mit 3 Euro zu Buche, bei PayPal fallen die Entgelte des Zahlungsdienstes an.

Rechne das gegen: Bei 500 Euro kostet die Karte 19 Euro, die SEPA-Überweisung nichts. Hinzu kommt noch die Handelsgebühr für den eigentlichen Kauf. Damit ist die Kartenzahlung bei Kraken die mit Abstand teuerste Art, Geld auf das Konto zu bekommen, und sie ist zugleich die, die in der Oberfläche am schnellsten zur Hand ist.

Ein praktischer Hinweis zur Einzahlung: Kraken verlangt bei einigen Zahlungswegen, dass die Überweisung deine Konto-Kennung als Verwendungszweck trägt. Fehlt sie, kann die Gutschrift hängen bleiben. Und Einzahlungen über bestimmte Wege lösen eine befristete Auszahlungssperre aus, bei Kartenkäufen typischerweise 72 Stunden.

Euro auszahlen: Was die SEPA-Überweisung von Kraken kostet

Die Auszahlung ist der Punkt, an dem viele Erfahrungsberichte auseinandergehen, weil der Preis vom Zahlungsdienstleister abhängt, über den dein Konto geführt wird. Nach der Hilfeseite „Cash withdrawal options" der Börse, Stand 20. September 2026, gilt für Euro: eine normale SEPA-Auszahlung kostet 1 Euro bei einem Mindestbetrag von 2 Euro und dauert bis zu fünf Bankarbeitstage. Eine Instant-SEPA-Auszahlung über einen der Anbieter kostet 0,90 Euro bei einem Mindestbetrag von 3 Euro und ist üblicherweise binnen Minuten da. Eine Auszahlung per SWIFT kostet 5 Euro und setzt mindestens 100 Euro voraus.

Zwei Fallstricke stehen im Kleingedruckten. Erstens kann eine Überweisung als SWIFT abgewickelt werden, wenn deine IBAN nicht über SEPA erreichbar ist, und dann greifen die höheren Sätze. Zweitens hängen die Entgelte am Land, mit dem dein Konto registriert ist. Prüfe die Anzeige im Auszahlungsdialog, bevor du bestätigst; dort steht der Betrag, der tatsächlich abgezogen wird.

Dunkelrotes Wachssiegel auf unbeschriebenem Pergament, davor eine aufrecht stehende Münze mit Bitcoin-Symbol, dahinter eine Messing-Siegelpresse
Die Zulassung besiegelt den Betrieb der Börse. Über das, was auf deinem Konto liegt, sagt das Siegel nichts.

Krypto auf die eigene Wallet abziehen: Netzwerkgebühr statt Handelsgebühr

Ziehst du Coins statt Euro ab, greift ein anderes Preisschild. Die Börse berechnet je Kryptowährung einen festen Satz, der die Kosten der Überweisung im jeweiligen Netz abdeckt, und setzt eine Mindestauszahlungsmenge. Beides ändert sich, weil die Netzgebühren schwanken; verbindlich ist der Wert, der im Bestätigungsdialog steht.

Entscheidend für die Höhe ist das Netz, nicht der Betrag. Eine Überweisung über eine teure Basisschicht kostet denselben festen Satz, ob du 50 oder 5.000 Euro bewegst. Bei kleinen Beträgen frisst das schnell mehrere Prozent. Wie sich Börsen- und Netzgebühr bei einer Auszahlung zusammensetzen und wo die Stellschrauben liegen, haben wir in unserem Beitrag zu Auszahlungsgebühren und Netzwerkgebühr auseinandergenommen.

Die praktische Folge für Sparer: Sammle auf der Börse, bis der Betrag die Auszahlungsgebühr in ein vernünftiges Verhältnis setzt, statt jeden Monatskauf einzeln abzuziehen. Wer das umdreht, zahlt zwölf Auszahlungen statt einer.

Krypto-Sparplan und Kraken+: Wann sich das Abonnement rechnet

Ein Krypto-Sparplan läuft bei Kraken über die wiederkehrenden Käufe, und dafür gilt derselbe Satz von 1 Prozent wie für den sofortigen Kauf. Daneben bietet die Börse ein kostenpflichtiges Abonnement namens Kraken+ an, das auf die Handelsgebühr verzichtet, und zwar auf ein monatliches Handelsvolumen von bis zu 10.000 US-Dollar oder dem Gegenwert in Euro. Der Verzicht gilt ausdrücklich nur für Käufe, Verkäufe und Umtausche über die einfache Oberfläche, nicht für den Spot-Handel auf Kraken Pro, nicht für den Futures-Handel und nicht für Geschäfte über die Programmierschnittstelle.

Wichtig an dieser Stelle, weil es leicht überlesen wird: Der Spread bleibt auch im Abonnement bestehen, und Kartenentgelte ebenfalls. Der Nachlass betrifft nur den Teil der Kosten, der ausgewiesen wird. Ob sich das rechnet, hängt deshalb daran, wie groß der Spread bei deinen Käufen ausfällt, und genau diese Zahl kennst du vorher nicht.

Für einen Sparplan mit 100 Euro im Monat liegt die eingesparte Handelsgebühr bei 1 Euro. Ein Abonnement, das mehr kostet als das, trägt sich über diesen Weg allein nicht. Rechne mit deinem tatsächlichen Volumen, nicht mit dem, das du dir für nächstes Jahr vornimmst.

Staking bei Kraken: 20 Prozent Kommission auf die Rewards

Staking heißt, Coins eines Proof-of-Stake-Netzes zur Absicherung des Netzwerks zu hinterlegen und dafür Erträge zu bekommen. Kraken erhebt dafür keine eigene Transaktionsgebühr, zieht aber eine Kommission von den erwirtschafteten Erträgen ab. Für flexibles Staking bei Anlagen mit Entsperrfrist im Netz und für die Werte im Rewards-Programm nennt das Gebührenverzeichnis 20 Prozent. Bei gebundenem Staking und bei Anlagen ohne Entsperrfrist im Netz richtet sich die Kommission nach dem hinterlegten Bestand je Anlage.

Steuerlich ist Staking in Deutschland ein eigenes Kapitel: Die laufenden Erträge gelten regelmäßig als sonstige Einkünfte und sind im Zuflussjahr zu erfassen, unabhängig von der Haltefrist der zugrunde liegenden Coins. Wer Staking nutzt, sollte die Erträge fortlaufend dokumentieren, weil sie sich rückwirkend schwer rekonstruieren lassen.

Ob Staking auf deinem Konto überhaupt angeboten wird, hängt vom Wohnsitzland und von der jeweiligen Kryptowährung ab. Das Angebot ist in der EU seit den Regulierungsschritten der vergangenen Jahre enger geworden als in den Werbetexten mancher Vergleichsseiten.

Margin, Futures und Perps: Das Angebot jenseits vom Spot-Handel

Neben dem Spot-Handel führt Kraken Margin Trading, den Futures-Handel und unbefristete Terminkontrakte, im Markt als Perps bekannt. Für diese Kontrakte weist das Gebührenverzeichnis 0,25 Prozent auf den Nominalwert beim Öffnen und noch einmal 0,25 Prozent beim Schließen der Position aus. Beim Margin-Handel kommen Eröffnungsgebühr und laufende Finanzierungskosten hinzu.

Diese Produkte sind für erfahrene Trader gedacht und in Deutschland nicht für jeden zugänglich; die Verfügbarkeit hängt am Wohnsitzland und an der Kontostufe. Der entscheidende Punkt ist ein anderer: Beim Handel mit Hebel kann der Verlust den Einsatz übersteigen, und eine Liquidation läuft ohne Rückfrage. Das ist eine andere Risikoklasse als ein Kauf auf dem Spot-Markt, auch wenn beides in derselben Oberfläche liegt.

Steuer: Haltefrist, Freigrenze und was du aus dem Konto exportierst

Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen fallen in Deutschland unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Einkommensteuergesetz. Beträgt der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerpflichtig und wird mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz belegt. Nach Ablauf eines Jahres ist der Verkauf steuerfrei. Dazu kommt eine Freigrenze: Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro beträgt. Eine Freigrenze ist kein Freibetrag. Liegst du bei 1.000 Euro, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.

Für die Steuererklärung brauchst du aus dem Konto den vollständigen Transaktionsverlauf, und zwar mit Zeitstempel, Menge, Gegenwert und Gebühr je Vorgang. Kraken stellt dafür Export-Dateien im Kontobereich bereit. Zieh sie regelmäßig, am besten zum Jahreswechsel: Bei einer Kontoschließung oder einem Delisting sind ältere Daten unter Umständen nicht mehr greifbar, und das Finanzamt fragt nach Belegen, nicht nach Bildschirmfotos.

Die Gebühren selbst sind dabei nicht bloß ein Ärgernis. Anschaffungsnebenkosten erhöhen die Anschaffungskosten und mindern damit den steuerpflichtigen Gewinn. Wer seine Gebührenzeilen nicht exportiert, verschenkt an dieser Stelle Geld.

Ab 2026 meldet die Börse selbst: Das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz

Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen neue Melde- und Sorgfaltspflichten. Grundlage ist das Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz, kurz KStTG, mit dem Deutschland die europäische Amtshilferichtlinie DAC8 umgesetzt hat. Nach § 9 KStTG haben Anbieter die meldepflichtigen Angaben jährlich spätestens zum 31. Juli für den jeweils vorangegangenen Meldezeitraum an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden; § 10 legt als Meldezeitraum das Kalenderjahr fest.

Für dich heißt das in der Praxis: Das erste vollständige Jahr, über das gemeldet wird, ist 2026, und die Meldung erfolgt bis Ende Juli 2027. Die Vorstellung, Krypto-Gewinne blieben unentdeckt, solange man sie nicht angibt, ist damit für regulierte Plattformen erledigt. Kraken fällt als zugelassener Anbieter unter diese Pflichten.

Wer in zurückliegenden Jahren Gewinne nicht erklärt hat, sollte das vor dem ersten Datenabgleich mit steuerlicher Beratung klären. Dieser Text ersetzt keine solche Beratung, und die Einschätzung des Einzelfalls gehört in die Hand einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters.

Welche Nachteile hat Kraken? Drei Punkte, die deutsche Nutzer treffen

Erstens der Einstiegspreis. Wer die App nutzt und nicht auf Kraken Pro wechselt, zahlt mit 1 Prozent plus Spread deutlich mehr als nötig. Die günstige Seite der Börse liegt hinter einem Oberflächenwechsel, den viele Nutzer nie vollziehen.

Zweitens die Produktlage. Das Krypto-Angebot ist breit, aber nicht stabil: Kraken hat im September 2026 den Handel für 21 Token eingestellt, und solche Schritte treffen Anleger, die kleinere Coins gerade dort halten. Wer in Nischenwerten investiert, sollte die Ankündigungen der Börse verfolgen, weil nach einem Handelsstopp nur ein begrenztes Auszahlungsfenster bleibt.

Drittens die Benutzerfreundlichkeit für Einsteiger. Die Standard-Oberfläche ist schlank, die Pro-Oberfläche verlangt Einarbeitung, und der Kundendienst läuft überwiegend schriftlich. Wer im Krypto-Markt zum ersten Mal unterwegs ist, braucht dafür Zeit.

Ist Kraken seriös? Was die Zulassung belegt und was Betrüger mit dem Namen machen

Die Frage taucht in den Suchergebnissen regelmäßig auf, deshalb die nüchterne Antwort: Kraken ist seit 2011 am Markt, hält eine MiCA-Zulassung aus Irland und ist damit ein aufsichtsrechtlich erfasster Anbieter. Anhaltspunkte für einen Betrug am eigenen Geschäftsmodell gibt es nicht, und wer etwas anderes behauptet, sollte es belegen können.

Gleichzeitig wird der Name bekannter Kryptobörsen von Dritten für Betrugsversuche benutzt. Gefälschte Mails im Namen einer Börse, nachgebaute Anmeldeseiten und angebliche Support-Mitarbeiter, die nach dem zweiten Faktor fragen, treffen die Kunden großer Plattformen als Erste. Kraken fragt weder per Mail noch am Telefon nach deinem Passwort, deinem zweiten Faktor oder einer Wiederherstellungsphrase. Jede Nachricht, die das tut, ist ein Angriff, unabhängig davon, wie echt der Absender wirkt.

Die zweite Gruppe von Beschwerden betrifft gesperrte Konten. Sperren nach Auffälligkeiten sind bei regulierten Anbietern ein vorgeschriebener Vorgang und keine Willkür, sie treffen aber Nutzer, die davon nichts ahnen, und die Klärung dauert. Wer das vermeiden will, hält seine Angaben aktuell und meidet ungewöhnliche Ein- und Auszahlungsmuster über Dritte.

Kraken im Vergleich: Für wen die Börse passt und für wen nicht

Für regelmäßige Käufe mittlerer Größe über die Pro-Oberfläche ist Kraken preislich konkurrenzfähig, besonders wenn du mit Limit-Orders arbeitest und die Maker-Gebühren nutzt. Für Anleger, die einmal im Monat einen kleinen Betrag kaufen und die Oberfläche nicht wechseln wollen, ist der Weg über die Kaufmaske teuer im Verhältnis zum Ergebnis. Für den reinen Kartenkauf ist die Börse die falsche Adresse.

Wer eine kurze Faustregel will: Der Aufwand, sich einmal in die Pro-Oberfläche einzuarbeiten, amortisiert sich bei einem Kaufvolumen von einigen hundert Euro im Jahr. Darunter entscheidet nicht die Gebührentabelle, sondern ob du die Plattform bedienen magst.

Kraken: Was du daraus mitnimmst

  1. Prüfe, über welche Oberfläche du kaufst, bevor du den nächsten Betrag überweist. Der Unterschied zwischen 1 Prozent und 0,40 Prozent ist der größte Hebel in dieser ganzen Rechnung, und er kostet dich nichts außer einmal Einarbeitung. Wie andere Anbieter dabei abschneiden, steht im Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Entscheide bewusst, was auf der Börse liegen bleibt. Der Gebührenrabatt über das Guthaben auf der Plattform ist ein echter Vorteil und zugleich ein Anreiz, Verwahrungsrisiko einzugehen. Für langfristige Bestände führt der Weg zur Eigenverwahrung über den Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Zieh deine Transaktionsdaten jetzt, nicht im nächsten Frühjahr. Ab dem Meldezeitraum 2026 gleicht die Finanzverwaltung Daten der Anbieter ab, und dein eigener Nachweis über Anschaffungskosten und Gebühren entscheidet über die Höhe des steuerpflichtigen Gewinns. Werkzeuge dafür findest du unter den Krypto-Steuer-Tools.

Die Gebührenangaben in diesem Text stammen aus dem offiziellen Gebührenverzeichnis von Kraken und den Hilfeseiten zu Ein- und Auszahlungen, abgerufen am 20. September 2026. Die Zulassung ist in der Ankündigung der Börse zur MiCA-Lizenz der irischen Zentralbank dokumentiert.

(Stand: 20. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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