Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Behandlung einzelner Gebühren hängt vom konkreten Vorgang, der verwendeten Kryptowährung und der Art der Transaktion ab. Bei hohen Beträgen, zahlreichen Trades oder unklaren Transfergebühren sollte fachkundiger steuerlicher Rat eingeholt werden.

Krypto-Gebühren richtig erfassen: Kauf, Verkauf, Transfer

So erfassen Sie Krypto-Gebühren bei Kauf, Verkauf, Swap und Wallet-Transfer korrekt und vermeiden falsche Anschaffungskosten und Gewinne.

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Krypto-Gebühren richtig erfassen: Kauf, Verkauf und Transfer

Beim Handel mit Kryptowährungen zählt nicht nur der Kursgewinn. Auch Gebühren können die steuerliche Berechnung beeinflussen. Kaufkosten erhöhen unter Umständen die Anschaffungskosten, Verkaufsgebühren reduzieren den Veräußerungsgewinn und Netzwerkgebühren bei Wallet-Transfers benötigen eine gesonderte Betrachtung.

In der Praxis entstehen Fehler häufig nicht wegen komplizierter Berechnungen, sondern weil Gebühren fehlen, doppelt eingetragen oder dem falschen Vorgang zugeordnet werden. Gerade bei mehreren Börsen und Wallets können daraus falsche Anschaffungskosten und Gewinne entstehen.

Kaufgebühren erhöhen die Anschaffungskosten

Wer Kryptowährungen kauft, zahlt häufig eine Handelsgebühr. Diese kann in Euro, einer Kryptowährung oder durch eine geringere Auszahlung der gekauften Coins abgerechnet werden.

Gebühren, die unmittelbar mit dem Kauf zusammenhängen, gehören grundsätzlich zu den Anschaffungsnebenkosten. Sie erhöhen damit die Anschaffungskosten der erworbenen Kryptowährung. Das Bundesfinanzministerium nennt Transaktionsgebühren ausdrücklich als mögliches Beispiel für solche Kosten. 

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Ein Beispiel: Ein Anleger kauft Bitcoin für 5.000 Euro und zahlt dafür 50 Euro Handelsgebühr. Seine gesamten Anschaffungskosten betragen damit grundsätzlich 5.050 Euro.

Verkauft er die Bitcoin später für 6.000 Euro, wird der Gewinn nicht anhand von 5.000 Euro, sondern auf Basis der gesamten Anschaffungskosten berechnet:

6.000 Euro Verkaufserlös - 5.050 Euro Anschaffungskosten = 950 Euro Gewinn

Ohne die Erfassung der Kaufgebühr würde der Gewinn fälschlicherweise um 50 Euro zu hoch ausfallen.

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Verkaufsgebühren reduzieren den Gewinn

Auch beim Verkauf können Gebühren entstehen. Sie werden häufig direkt vom Verkaufserlös abgezogen. Für die steuerliche Berechnung sollten Verkaufspreis und Gebühr trotzdem getrennt erfasst werden.

Das BMF sieht Transaktionsgebühren, die im Zusammenhang mit einer Veräußerung entstehen, grundsätzlich als Werbungskosten an. Der Gewinn ergibt sich aus dem Verkaufserlös abzüglich der Anschaffungs- und Werbungskosten. 

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Ein Anleger verkauft eine Krypto-Position für 8.000 Euro. Seine ursprünglichen Anschaffungskosten lagen bei 6.000 Euro. Die Plattform berechnet eine Verkaufsgebühr von 80 Euro.

Die vereinfachte Berechnung lautet:

8.000 Euro - 6.000 Euro - 80 Euro = 1.920 Euro Gewinn

Wird in der Abrechnung lediglich ein Nettoerlös von 7.920 Euro angezeigt, sollte geprüft werden, ob die Gebühr dort bereits enthalten ist. Andernfalls besteht das Risiko, dass sie doppelt abgezogen wird.

Auch ein Coin-Tausch kann Gebühren verursachen

Gebühren entstehen nicht nur bei Käufen und Verkäufen gegen Euro. Auch der Tausch von Bitcoin in Ethereum, von Ethereum in einen Stablecoin oder zwischen anderen Kryptowerten kann kostenpflichtig sein.

Steuerlich kann ein solcher Tausch gleichzeitig zwei Vorgänge auslösen: Der abgegebene Coin wird veräußert, der erhaltene Coin neu angeschafft. Der Marktwert der hingegebenen Kryptowerte zuzüglich möglicher Anschaffungsnebenkosten bildet grundsätzlich die Anschaffungskosten der erhaltenen Kryptowerte. Gebühren der Veräußerungsseite können wiederum als Werbungskosten relevant sein.

Deshalb sollte bei einem Swap dokumentiert werden:

  • welcher Coin abgegeben wurde,
  • welcher Coin eingegangen ist,
  • welcher Euro-Wert im Tauschzeitpunkt galt,
  • in welcher Währung die Gebühr berechnet wurde,
  • welchem Teil des Vorgangs die Gebühr zugeordnet wurde.

Eine einzige Zeile mit dem Hinweis „Swap“ reicht für eine spätere Kontrolle häufig nicht aus.

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Transfergebühren sind ein Sonderfall

Wer Coins von einer eigenen Börse auf eine eigene Wallet überträgt, führt grundsätzlich keinen Verkauf an einen Dritten durch. Trotzdem fällt häufig eine Netzwerkgebühr an. Dadurch verlässt beispielsweise ein Bitcoin-Betrag von 0,05 BTC die Ausgangsadresse, während auf der Ziel-Wallet nur 0,0499 BTC ankommen.

Diese Differenz darf nicht einfach verschwinden. Dokumentiert werden sollten die versendete Menge, die empfangene Menge, die Gebühr in Coins und ihr damaliger Euro-Wert.

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Anders als bei Kauf- und Verkaufsgebühren ist die steuerliche Behandlung reiner Transfergebühren nicht in jedem Fall eindeutig. Sie sollten daher nicht automatisch als Verkaufsgebühr abgezogen oder den Anschaffungskosten zugerechnet werden. Entscheidend ist der konkrete Zusammenhang des Transfers.

Für die Transaktionshistorie bleibt besonders wichtig, Ausgang und Eingang als Eigenübertrag miteinander zu verbinden. Die ursprünglichen Anschaffungskosten und das ursprüngliche Kaufdatum der übertragenen Coins bleiben dadurch grundsätzlich erhalten.

Gebühren in Kryptowährung separat erfassen

Viele Plattformen ziehen Gebühren nicht in Euro, sondern direkt in Kryptowährung ab. Das kann dazu führen, dass Anleger nur den verbleibenden Nettobetrag sehen.

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Beispiel: Ein Anleger kauft 1.000 Einheiten eines Tokens, erhält nach Abzug der Gebühr aber nur 995 Einheiten. Für die Steuerberechnung sollte klar sein, ob die fünf Einheiten als Kaufgebühr einbehalten wurden oder ob eine gesonderte Abbuchung aus einem bereits vorhandenen Bestand erfolgte.

Das ist besonders wichtig, wenn die Gebühr in einer anderen Kryptowährung bezahlt wird. Dann muss nachvollziehbar bleiben:

  • aus welchem Bestand die Gebühr stammt,
  • wie viele Coins verwendet wurden,
  • welchen Euro-Wert sie hatten,
  • zu welcher Transaktion sie gehörten.
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Gebühren nicht schätzen oder zusammenfassen

Eine monatliche Gesamtsumme aller Gebühren ist für die Kontrolle nur begrenzt hilfreich. Besser ist die Zuordnung zu jeder einzelnen Transaktion.

Die Finanzverwaltung kann unter anderem Angaben zu Anschaffungsnebenkosten, Veräußerungskosten, Coin-Mengen, Zeitpunkten und Euro-Werten verlangen. Auch die verwendete Kursquelle sollte nachvollziehbar sein. 

Für jede Gebühr sollten daher mindestens gespeichert werden:

  • Datum und Uhrzeit,
  • Art des Vorgangs,
  • Gebührenhöhe,
  • Gebührenwährung,
  • Euro-Wert,
  • betroffene Börse oder Wallet,
  • zugehörige Transaktionskennung.

Fazit: Kleine Gebühren können große Abweichungen verursachen

Krypto-Gebühren wirken einzeln oft unbedeutend. Bei vielen Transaktionen können sie den berechneten Gewinn jedoch deutlich verändern.

Kaufgebühren erhöhen grundsätzlich die Anschaffungskosten. Gebühren beim Verkauf oder Tausch können den steuerlich relevanten Gewinn reduzieren. Reine Netzwerkgebühren bei Eigenüberträgen sollten separat dokumentiert und nicht ohne Prüfung wie Kauf- oder Verkaufsgebühren behandelt werden.

Entscheidend ist eine klare Zuordnung. Wer nur Nettozahlen übernimmt oder sämtliche Kosten pauschal zusammenfasst, riskiert doppelte Abzüge, fehlende Anschaffungskosten und falsche Gewinne.

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