Airdrops erhalten: Diese Daten sofort speichern
Airdrop erhalten? Speichere Zeitpunkt, Token-Menge, Marktwert, Bedingungen, Wallet und Transaktionsdaten für deine spätere Steuererklärung.

Airdrops erhalten: Welche Daten du sofort speichern solltest
Ein neuer Token taucht plötzlich in deiner Wallet auf. Vielleicht hast du zuvor ein Protokoll genutzt, ein Formular ausgefüllt oder ein Projekt in sozialen Netzwerken erwähnt. Manchmal erfolgt die Zuteilung auch ohne erkennbares Zutun. Was wie ein kostenloses Geschenk wirkt, kann später steuerliche Fragen auslösen.
Das größte Problem entsteht häufig erst Monate danach: Die Airdrop-Seite ist nicht mehr erreichbar, Teilnahmebedingungen wurden geändert und der damalige Token-Wert lässt sich kaum noch nachvollziehen. Deshalb solltest du die wichtigsten Informationen unmittelbar nach der Zuteilung sichern.

Nicht jeder Airdrop wird gleich behandelt
Airdrops werden meist als Marketingmaßnahme eingesetzt, können aber sehr unterschiedlich funktionieren. Manche Projekte verlangen aktive Werbung, das Hochladen von Inhalten oder die Überlassung persönlicher Daten. Andere verteilen Token ohne eine konkrete Gegenleistung des Empfängers.
Diese Unterscheidung kann steuerlich entscheidend sein. Erhältst du die Token als Gegenleistung für eine Tätigkeit, können sonstige Einkünfte nach § 22 Nummer 3 EStG vorliegen. Erfolgt die Zuteilung dagegen ohne wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer eigenen Leistung, kann nach Auffassung der Finanzverwaltung eine Schenkung zu prüfen sein.
Deshalb reicht es nicht, nur den Eingang der Token zu dokumentieren. Du musst später auch erklären können, warum du sie erhalten hast.
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Zeitpunkt und Menge sofort festhalten
Notiere zunächst Datum und möglichst auch die genaue Uhrzeit, zu der du über die Token verfügen konntest. Dieser Zeitpunkt ist wichtig, um den damaligen Marktwert zu bestimmen und eine spätere Veräußerung nachvollziehbar zu berechnen.
Speichern solltest du:
- vollständigen Namen und Symbol des Tokens
- erhaltene Menge
- Datum und Uhrzeit der Zuteilung
- verwendete Blockchain
- eigene Wallet-Adresse
- Transaktions-Hash
- Smart-Contract-Adresse des Tokens
Die Contract-Adresse verhindert Verwechslungen mit nachgeahmten Token, die denselben oder einen ähnlichen Namen tragen.

Teilnahmebedingungen als Beleg sichern
Besonders wichtig sind die ursprünglichen Bedingungen des Airdrops. Mache Screenshots oder speichere die entsprechende Webseite als PDF. Auch Bestätigungs-E-Mails und Ankündigungen des Projekts können später nützlich sein.
Dokumentiere, ob du:
- Beiträge in sozialen Netzwerken veröffentlicht hast
- Freunde oder andere Nutzer geworben hast
- Bilder, Videos oder andere Inhalte bereitgestellt hast
- Fragebögen oder umfangreiche Formulare ausgefüllt hast
- personenbezogene Daten übermittelt hast
- lediglich eine Wallet-Adresse angegeben hast
- einen bestimmten Token gehalten oder ein Protokoll genutzt hast
Aktive Werbung, bereitgestellte Inhalte oder persönliche Daten können nach den Vorgaben des Bundesfinanzministeriums als Leistung gelten. Die bloße Angabe einer öffentlichen Wallet-Adresse, die für die technische Zuteilung erforderlich ist, reicht dagegen nicht automatisch aus.
Marktwert und Kursquelle dokumentieren
Hatte der Token bei der Zuteilung bereits einen Marktpreis, solltest du den Euro-Wert und die verwendete Kursquelle festhalten. Möglich sind beispielsweise der Kurs einer Handelsplattform oder einer webbasierten Kursübersicht. Wichtig ist, dass die Bewertung nachvollziehbar und einheitlich erfolgt.
Ein Beispiel: Du erhältst 500 Token. Zum Zeitpunkt der Zuteilung beträgt ihr Marktwert zusammen 300 Euro. Wird der Airdrop als Gegenleistung für eine von dir erbrachte Leistung eingeordnet, können die 300 Euro zunächst als sonstige Einkünfte relevant sein.
Existiert zum Erwerbszeitpunkt noch kein ermittelbarer Marktkurs, beanstandet die Finanzverwaltung grundsätzlich nicht, wenn die erhaltenen Token mit null Euro angesetzt werden. Dass kein Kurs vorhanden war, solltest du jedoch ebenfalls mit Screenshots oder anderen Unterlagen belegen.
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Gebühren beim Claiming nicht vergessen
Bei manchen Airdrops musst du die Token aktiv abrufen. Dabei können Netzwerk- oder Claiming-Gebühren anfallen.
Sichere deshalb:
- Höhe der Gebühr
- verwendete Kryptowährung
- damaligen Euro-Wert
- Datum und Uhrzeit
- zugehörige Transaktionskennung
Ob und wie die Kosten steuerlich berücksichtigt werden können, hängt vom konkreten Zusammenhang ab. Für eine spätere Prüfung sollten sie aber eindeutig dem Airdrop zugeordnet werden können.

Auch der spätere Verkauf muss dokumentiert werden
Der Erhalt und der spätere Verkauf sind zwei getrennte Vorgänge. Wurde der Airdrop aufgrund einer Leistung gewährt, nimmt das BMF grundsätzlich eine Anschaffung an. Der damalige Wert kann dadurch zur Grundlage für die späteren Anschaffungskosten werden. Ein anschließender Verkauf oder Tausch kann dann als privates Veräußerungsgeschäft relevant sein.
Verkaufst du die zuvor mit 300 Euro bewerteten Token später für 500 Euro, ergibt sich vereinfacht ein möglicher zusätzlicher Gewinn von 200 Euro:
500 Euro Verkaufserlös – 300 Euro Anschaffungskosten = 200 Euro Gewinn
Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro beträgt. Die Grenze gilt nicht für jeden Airdrop einzeln.
Werden die erhaltenen Token als Gegenleistung für eine sonstige Leistung eingeordnet, gilt für diese Einkünfte eine separate Freigrenze von weniger als 256 Euro im Kalenderjahr. Auch sie gilt nicht pro Token oder Airdrop, sondern für die zusammenzurechnenden entsprechenden Einkünfte.
Fazit
Bei einem Airdrop solltest du nicht nur den Token-Eingang speichern. Entscheidend sind die Bedingungen der Zuteilung, eine mögliche Gegenleistung, der Marktwert, die Kursquelle und sämtliche Gebühren.
Je früher du diese Informationen sicherst, desto leichter kannst du später erklären, warum du die Token erhalten hast und wie ein Verkauf steuerlich zu berechnen ist. Eine Wallet-Transaktion allein beantwortet diese Fragen meist nicht.Zeitpunkt und Menge sofort festhalten
Notiere zunächst Datum und möglichst auch die genaue Uhrzeit, zu der du über die Token verfügen konntest. Dieser Zeitpunkt ist wichtig, um den damaligen Marktwert zu bestimmen und eine spätere Veräußerung nachvollziehbar zu berechnen.
Speichern solltest du:
- vollständigen Namen und Symbol des Tokens
- erhaltene Menge
- Datum und Uhrzeit der Zuteilung
- verwendete Blockchain
- eigene Wallet-Adresse
- Transaktions-Hash
- Smart-Contract-Adresse des Tokens
Die Contract-Adresse verhindert Verwechslungen mit nachgeahmten Token, die denselben oder einen ähnlichen Namen tragen.



























