Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

MiCA hat 92 % der Krypto-Unternehmen in Europa ausgelöscht – das sind die Gewinner und Verlierer

Die Frist am 1. Juli hat aus über 3.000 EU-Krypto-Firmen ein paar Hundert gemacht. Binance ist raus, Tether verschwunden – und wenige Gewinner kassieren jetzt ab.

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Kategorien: Crypto News

Die MiCA-Übergangsfrist ist am 1. Juli 2026 abgelaufen – und der Schaden lässt sich jetzt beziffern. Das war kein sanfter Regulierungsanstoß, sondern ein Massensterben, das die gesamte europäische Krypto-Landkarte an einem einzigen Tag neu gezeichnet hat. Während der Markt auf die Kurscharts starrte, spielte sich die weit wichtigere Geschichte im Hintergrund ab: Wer darf in Europa überhaupt noch legal operieren – und wer ist einfach sang- und klanglos verschwunden?

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Wie viele Krypto-Unternehmen haben MiCA überlebt?

Die Zahlen sind gnadenlos. Öffentliche Spiegel des EU-Registers zählten nach Ablauf der Frist 244 lizenzierte CASPs in 25 Rechtsräumen. Vor MiCA hielten rund 3.167 Firmen nationale Krypto-Registrierungen in Europa. Gemessen an dieser Ausgangsbasis hat es fast 92 % des Marktes nicht geschafft.

Bezogen auf den alten Bestand an Legacy-Firmen sieht es kaum besser aus: Nur 210 von über 1.200 EU-Krypto-Unternehmen haben die Umstellung auf eine MiCA-Zulassung geschafft. Die übrigen 83 % verstoßen damit jetzt gegen EU-Recht. Wie man es auch dreht – der Großteil des alten Marktes ist weg. Und es gibt keine zweite Chance: Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat bestätigt, dass es keine Verlängerungen und keine Übergangsfristen mehr gibt.

Wer sind die größten Verlierer?

Zwei Namen dominieren die Verliererliste – und beide sind Schwergewichte. Die beiden größten Verluste sind private Firmen: Binance, die größte Börse der Welt, zog ihren Lizenzantrag in Griechenland wenige Tage vor der Frist zurück und schränkte ihre Dienste in mehreren EU-Ländern ein. Tether, der größte Stablecoin-Emittent, entschied sich bewusst gegen eine Umstellung seiner Reserven auf den MiCA-Standard.

Bei Tether war der Ausstieg eine strategische Entscheidung, kein Scheitern an den Anforderungen. CEO Paolo Ardoino nannte die MiCA-Reserveanforderungen für Stablecoins "sehr gefährlich" – konkret die Regel, dass Emittenten 60 % ihrer Reserven bei EU-Banken halten müssen, was aus Tethers Sicht ein systemisches Bankenrisiko schafft. Das praktische Ergebnis ist eindeutig: $USDT, der meistgehandelte Stablecoin der Welt, wurde von sämtlichen EU-lizenzierten Handelsplätzen entfernt.

Für Binance muss aber nicht das letzte Wort gesprochen sein. Binance verfolgt jetzt eine französische MiCA-Lizenz. Wird sie erteilt, erlauben die Passporting-Regeln einen Wiedereinstieg in die EU. Die Frist am 1. Juli hat die Dienste ausgesetzt – nicht aber das Recht, einen neuen Antrag zu stellen, dauerhaft entzogen.

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Warum ist das für die Überlebenden so entscheidend?

Weil jeder verdrängte Euro an Handelsvolumen irgendwohin muss – und zwar legal. Genau das ist der Punkt: MiCA entfernt die stärkste Konkurrenz aus der regulierten Arena. Jeder Euro EU-Volumen, der Binance oder USDT rechtlich nicht mehr berühren darf, muss sich ein lizenziertes Zuhause suchen.

Der Markt hat sich bereits klar in Richtung des regulierten Perimeters verschoben. Rund 70 % aller EU-Krypto-Transaktionen finden inzwischen auf MiCA-konformen Börsen statt – ein Anteil, der mit dem Rückzug der unlizenzierten Plattformen nur weiter steigen kann.

Welche Börsen sind die Gewinner?

Die Liste der Überlebenden ist kurz und zunehmend mächtig. Große Börsen haben Lizenzen gesichert. Die strategische Waffe hier ist das Passporting: Coinbase hat die Vorbereitungen getroffen, um eine MiCA-Lizenz zu sichern und ein Zentrum in Luxemburg zu eröffnen, um regulierte Dienstleistungen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten anzubieten. Eine Lizenz deckt jetzt einen Markt von 450 Millionen Menschen ab, eine Hürde, die kleinere, unlizenzierte Konkurrenten nicht überwinden können.

Auf der Seite der Stablecoins ist der Gewinner noch klarer. Circle ist der einzige Emittent unter den zehn größten Stablecoins, der die MiCA-Autorisierung sowohl für seinen Dollar-Token, $USDC, als auch für seinen Euro-Token, EURC, erhalten hat. Mit $USDT, das ausgeschlossen ist, laufen die regulierten Euro-Rails jetzt größtenteils über Circle.

Ist der europäische Markt gesünder oder einfach nur kleiner?

Das ist die offene Frage. Der Markt, der Ende 2026 entsteht, wird kleiner, konzentrierter und von einem einzigen Regelwerk geregelt sein. Ob das ein Merkmal oder ein Mangel ist, hängt davon ab, wer noch steht. Für Händler ist der Vorteil real: weniger, besser regulierte Handelsplätze mit klareren rechtlichen Schutzmaßnahmen. Der Nachteil ist reduzierte Konkurrenz und die Schwierigkeiten, sich von vertrauten USDT-Paaren zu entfernen.

Was sollten EU-Händler jetzt tun?

Wenn Ihre Gelder noch auf einer unlizenzierte Plattform liegen, ist die Zeit bereits abgelaufen – bewegen Sie sie zu einer MiCA-autorisierten Börse. Sie können die vollständig regulierten Überlebenden in unserem Broker-Vergleich nebeneinander vergleichen.

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