Bitcoin Prognose: 140.844 BTC verfallen am 30. Oktober, die 80.000er Marke entscheidet jetzt
Am 30. Oktober laufen 140.844 Bitcoin-Kontrakte im Wert von 11,69 Milliarden Dollar aus, zwei Drittel davon sind Wetten auf steigende Kurse. Die größte Absicherung liegt an beiden Verfallterminen bei 80.000 Dollar.

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Am 30. Oktober laufen an der Optionsbörse Deribit 140.844 Bitcoin-Kontrakte aus. Zum Kurs von 82.977 Dollar am Samstagnachmittag sind das 11,69 Milliarden Dollar Gegenwert, und zwei Drittel davon sind Wetten auf steigende Kurse. Die größte davon liegt bei 95.000 Dollar, also gut 14 Prozent über dem heutigen Stand. Rechnerisch billiger wäre für die Gegenseite ein Verfall bei 78.000 Dollar. Zwischen diesen beiden Zahlen spielt sich der Rest des Monats ab, und die Marke, an der sich die Richtung entscheidet, liegt bei 80.000 Dollar.
Ein Optionsverfall ist kein Ereignis, das den Bitcoin Kurs von selbst bewegt. Er verändert aber, wie teuer Absicherung ist und wie viele Kontrakte die Stillhalter noch im Buch haben, wenn der Termin näher rückt. Wer in den kommenden drei Wochen kauft, verkauft oder absichert, trifft auf einen Markt, dessen Positionierung heute schon sichtbar ist. Dieser Artikel liest sie aus den offenen Kontrakten ab, statt sie zu schätzen.
140.844 Bitcoin-Optionen laufen am 30. Oktober aus, 11,69 Milliarden Dollar Gegenwert
Deribit wickelt den Großteil des weltweiten Handels mit Bitcoin-Optionen ab. Die Börse weist in ihrer öffentlichen Statistik für jeden Verfalltermin aus, wie viele Kontrakte noch offen sind. Der Stand vom 10. Oktober, nachmittags abgefragt: 140.844 Kontrakte zum 30. Oktober, davon 95.165 Calls und 45.680 Puts.
Ein Call gibt seinem Halter das Recht, Bitcoin zu einem festen Preis zu kaufen. Er gewinnt an Wert, wenn der Kurs steigt. Ein Put ist das Gegenstück und gewinnt, wenn der Kurs fällt. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt für diesen Termin bei 0,48. Auf jeden Dollar, der auf fallende Kurse gesetzt ist, kommen also gut zwei Dollar, die auf steigende setzen.
Zum Vergleich: Der monatliche Verfall ist mit 140.844 Kontrakten 9,4 mal so groß wie der nächste Wöchentliche am 16. Oktober, der auf 15.037 Kontrakte kommt. Die großen Adressen positionieren sich auf Monatsfrist, nicht auf Wochenfrist. Für die Kursbildung hat der 30. Oktober deshalb mehr Gewicht als jeder Termin davor.
Warum die größte Call-Mauer bei 95.000 Dollar steht und der Kurs bei 82.977
Die Verteilung über die Basispreise ist aussagekräftiger als die Summe. Drei Basispreise tragen allein 54.750 der 95.165 offenen Calls:
- 95.000 Dollar: 25.031 Kontrakte, 14,5 Prozent über dem aktuellen Kurs
- 90.000 Dollar: 15.158 Kontrakte, 8,5 Prozent darüber
- 100.000 Dollar: 14.562 Kontrakte, 20,5 Prozent darüber
Bei den Puts sieht das Bild anders aus. Dort ist der größte Einzelposten der Basispreis 70.000 Dollar mit 3.212 Kontrakten, gefolgt von 80.000 Dollar mit 2.791 und 72.000 Dollar mit 2.531. Die Absicherungen liegen also deutlich näher beieinander und weiter unten, während sich die Call-Wetten in einem schmalen Band weit oberhalb ballen.

Dieses Muster hat eine schlichte Erklärung, und sie hat wenig mit Überzeugung zu tun. Ein Call weit aus dem Geld kostet wenig. Wer ein großes Portfolio hält und die Aufwärtsbewegung nicht verpassen will, kauft lieber eine billige Option bei 95.000 Dollar als Bitcoin zum vollen Preis. Die Höhe der Call-Mauer misst deshalb, wie viel Geld bereitliegt, nicht wie viele Marktteilnehmer tatsächlich mit 95.000 Dollar rechnen.
Max Pain bei 78.000 Dollar, und was diese Zahl nicht leistet
Aus derselben Verteilung lässt sich der Punkt berechnen, an dem die Summe aller Auszahlungen an die Optionskäufer am kleinsten wäre. Dieser Punkt heißt Max Pain und liegt für den 30. Oktober bei 78.000 Dollar, also 6 Prozent unter dem heutigen Kurs. Würde Bitcoin dort verfallen, verfällt der größte Teil der offenen Kontrakte wertlos, und die Stillhalter behalten die eingenommenen Prämien.
Hier ist Vorsicht angebracht. Max Pain ist eine Buchhaltungsgröße aus der heutigen Positionierung, keine Prognose und kein Kursziel. Die Zahl ändert sich mit jedem neu eröffneten Kontrakt, und sie setzt voraus, dass die Stillhalter ihre Bücher unverändert lassen. Studien zur Max-Pain-Theorie an Aktienoptionen zeigen keinen verlässlichen Zusammenhang zum tatsächlichen Verfallskurs. Was die Zahl leistet, ist eine Gewichtung: Der Wert zeigt, wo im Kursraum die meisten Kontrakte liegen.
Praktisch bedeutsamer ist die Absicherung der Stillhalter. Wer Optionen verkauft hat, hält dagegen eine Position im Kassamarkt, die er laufend anpasst. Nähert sich der Kurs einem Basispreis mit vielen offenen Kontrakten, wird diese Anpassung größer. In den letzten Handelstagen vor einem Verfall kann das Kursbewegungen dämpfen, solange der Kurs in der Zone mit vielen Kontrakten bleibt, und verstärken, sobald er sie verlässt. Die dichteste Zone liegt derzeit zwischen 78.000 und 80.000 Dollar, wo zusammen 5.262 Put-Kontrakte offen sind.
Der Wochenverfall am 16. Oktober dreht das Verhältnis um
Der nächste Termin ist deutlich kleiner, aber er erzählt das Gegenteil. Zum 16. Oktober sind 15.037 Kontrakte offen, davon 9.025 Puts und 6.012 Calls. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt bei 1,50 statt bei 0,48. Der größte Einzelposten ist dort ein Put auf 80.000 Dollar mit 2.262 Kontrakten.
Dieselbe Marke taucht damit an beiden Terminen als größte Absicherung unter dem Kurs auf. Auf kurze Sicht sichern sich Anleger gegen einen Rutsch unter 80.000 Dollar ab, auf Monatssicht setzen sie auf 95.000 Dollar und darüber. Das ist kein Widerspruch, sondern die übliche Arbeitsteilung zwischen Versicherung und Wette: Die nächsten zwei Wochen will niemand ungeschoren überstehen, der Monat soll trotzdem nach oben laufen.
Was sich seit der Prognose vom 9. Oktober bewegt hat
Am 9. Oktober stand an dieser Stelle die Einschätzung der Großbank Standard Chartered, die ihr Ziel von 100.000 Dollar zum Jahresende bekräftigt hatte, während aus den Spot-ETFs in zwei Tagen 729 Millionen Dollar abflossen. Seither hat sich der Kurs von 81.686 Dollar am Donnerstag auf 82.977 Dollar erholt, ein Plus von 1,58 Prozent. Die Marke bei 80.000 Dollar wurde in diesem Zeitraum nicht getestet.
Neu ist die Terminmarkt-Sicht auf dasselbe Ziel. Die 100.000 Dollar, die Standard Chartered nennt, sind am Optionsmarkt mit 14.562 Kontrakten zum 30. Oktober belegt, die 95.000 Dollar mit 25.031. Das Analystenziel steht also nicht allein im Raum: Am Terminmarkt liegt mehr Geld eine Stufe darunter als auf der runden Zahl selbst. Wer die Prognose der Bank gegen die Positionierung hält, sieht denselben Optimismus, nur mit einem etwas näheren Ziel.
Die Tagesspanne bleibt dabei eng. Zwischen 82.229 und 82.987 Dollar lagen in den vergangenen 24 Stunden nur 758 Dollar, das sind 0,9 Prozent. Über 30 Tage reicht die Spanne von 75.590 bis 86.597 Dollar, der aktuelle Kurs liegt 1,07 Prozent über dem Monatsmittel von 82.097 Dollar und 4,2 Prozent unter dem Monatshoch.
Funding bei 0,00595 Prozent: Der Dauerkontrakt zeigt keine Gier
Neben den Optionen gibt es den zweiten Terminmarkt, die Dauerkontrakte. Diese Kontrakte laufen nie aus und halten sich über eine Ausgleichszahlung am Kassakurs, die Finanzierungsrate. Steht sie hoch, zahlen die Long-Positionen an die Short-Positionen, und der Markt ist nach oben überfrachtet.
Auf Deribit liegt diese Rate für den Bitcoin-Dauerkontrakt bei 0,00595 Prozent je acht Stunden, also 0,0179 Prozent am Tag und rund 6,5 Prozent im Jahr. Das ist ein unauffälliger Wert. Bei einem zehnfachen Hebel kostet allein das Halten der Position 0,18 Prozent des Einsatzes pro Tag, über die 20 Handelstage bis zum Verfall also 3,6 Prozent, bevor sich der Kurs überhaupt bewegt hat. Das offene Interesse im Dauerkontrakt beträgt dort 829,2 Millionen Dollar.
Die Lesart daraus: Die Optionsseite ist optimistisch positioniert, die Hebelseite ist es nicht. Eine überhitzte Finanzierungsrate wäre das Warnsignal für eine Liquidationswelle. Bei 6,5 Prozent im Jahr fehlt dieses Signal.

Die Difficulty steigt um 3,03 Prozent, ausgerechnet am 16. Oktober
Ein dritter Blickwinkel kommt aus der Kette selbst. Alle 2.016 Blöcke passt das Bitcoin-Netz seine Schwierigkeit so an, dass im Schnitt wieder alle zehn Minuten ein Block gefunden wird. Nach den Daten von mempool.space fehlen noch 920 Blöcke bis zur nächsten Anpassung, und sie fällt mit 3,03 Prozent nach oben aus. Erwartet wird sie um den 16. Oktober, also am Tag des Wöchentlichen Verfalls.
Die Rechenleistung im Netz liegt bei rund 1,0 Zettahash je Sekunde, die aktuelle Schwierigkeit bei 132,72 Billionen. Eine steigende Schwierigkeit heißt, dass Miner trotz des Kursrückgangs der vergangenen Wochen Leistung zugebaut haben statt abgeschaltet. Für die Kursrichtung ist das kein Signal, für die Einordnung schon: Die Produktionskosten je Bitcoin steigen mit der Schwierigkeit, und Miner, die verkaufen müssen, um ihre Stromrechnung zu zahlen, verkaufen dann eher mehr als weniger.
So prüfst du deine Position vor dem Verfall
Für Anleger in Deutschland hängt an der Frage, über welches Instrument du Bitcoin hältst, mehr als nur die Rendite. Direkt gehaltene Coins fallen unter die private Veräußerung nach § 23 Einkommensteuergesetz, mit der bekannten Jahresfrist. Optionen, Futures und Dauerkontrakte sind Termingeschäfte und werden als Kapitalertrag nach § 20 Einkommensteuergesetz behandelt. Die Jahresfrist greift dort nicht, und Gewinne sind ab dem ersten Euro über dem Sparerpauschbetrag steuerpflichtig.
Das hat eine praktische Folge, die vor einem Verfallstermin gern untergeht: Wer seine Coins mit einem Put absichert, verliert dadurch nicht die Jahresfrist auf die Coins selbst, weil Absicherung und Bestand zwei getrennte Geschäfte sind. Wer dagegen seine Coins verkauft und später per Dauerkontrakt wieder einsteigt, hat den Bestand veräußert und fängt die Frist bei null an. Welche Variante steuerlich günstiger ist, hängt vom Anschaffungsdatum ab, und das steht in deinen eigenen Belegen. Ein Steuer-Tool mit Portfolio-Tracker rechnet dir beide Fälle durch, bevor du handelst.
Drei Punkte lassen sich heute prüfen, ohne eine Richtung vorwegzunehmen. Erstens dein Einstiegsdatum: Liegt es länger als zwölf Monate zurück, wäre ein Verkauf steuerfrei, und ein Verkauf kurz vor Ablauf der Frist ist selten die bessere Wahl. Zweitens deine Finanzierungskosten, falls du gehebelt bist: 0,18 Prozent am Tag bei zehnfachem Hebel summieren sich bis zum 30. Oktober auf 3,6 Prozent. Drittens dein Handelsplatz. Ein Anbieter für Dauerkontrakte weist Finanzierungsrate und Liquidationspreis unterschiedlich aus, und die Unterschiede werden genau dann teuer, wenn es schnell gehen muss.
Aus Sicht der Redaktion: Das Call-Übergewicht ist noch kein Kurssignal
Unsere Einschätzung zu dieser Datenlage: Das Verhältnis von 0,48 Puts je Call wird häufig als Zuversicht gelesen, und genau das halten wir für zu kurz gegriffen. Die Belege dafür stehen in der Verteilung. 54.750 der 95.165 Calls liegen bei 90.000 Dollar und darüber, also an Basispreisen, die heute wenig kosten und nur bei einer Bewegung von mehr als 8 Prozent in drei Wochen etwas wert werden. Solche Positionen sind billige Lotterielose und taugen schlecht als Stimmungsmesser.
Was dagegen spricht, diese Lesart gegen die Zuversicht zu wenden: Die Finanzierungsrate von 6,5 Prozent im Jahr zeigt keinen überhitzten Hebel, und der Kurs hat sich seit dem 9. Oktober um 1,58 Prozent erholt, ohne die 80.000er Marke zu testen. Ein Markt, der die wichtigste Absicherungszone nicht ansteuert, ist nicht in Panik. Unsere Lesart ist deshalb die nüchterne: Die Positionierung ist freundlich, aber dünn, und die belastbare Information steckt nicht in der Richtung, sondern in der Marke bei 80.000 Dollar, an der beide Verfalltermine ihre größte Absicherung haben. Eine Kursvorhersage leiten wir daraus nicht ab.
Verfall am 30. Oktober: Unter 80.000 Dollar verliert das Call-Lager
Die Lage in drei Schritten, mit denen du weiterarbeiten kannst:
- Die 80.000er Marke notieren. Dort liegen am 16. Oktober 2.262 und am 30. Oktober 2.791 Put-Kontrakte, in beiden Fällen die größte Absicherung unter dem Kurs. Fällt der Kurs darunter, verliert die Call-Seite ihren Puffer, und die Absicherungsgeschäfte der Stillhalter wirken verstärkend statt dämpfend. Wo du Bitcoin kaufst oder verkaufst, vergleichst du im Börsenvergleich, bevor es so weit ist.
- Die Finanzierungsrate im Auge behalten. Steigt sie von heute 0,00595 Prozent je acht Stunden deutlich an, wächst das Risiko einer Liquidationswelle vor dem Verfall. Die aktuellen Werte je Handelsplatz stehen beim Vergleich der Perp-Anbieter.
- Dein Anschaffungsdatum heraussuchen. Von ihm hängt ab, ob ein Verkauf vor dem 30. Oktober steuerfrei wäre oder nicht. Ein Portfolio-Tracker mit Steuerfunktion zieht dir die Fristen aus den Transaktionen.
(Stand: 10. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Der Handel mit Kryptowerten und erst recht mit gehebelten Termingeschäften kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.)
Häufige Fragen zum Bitcoin-Optionsverfall
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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