Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Kurs 79.568 Dollar: Welche Marken vor dem Optionsverfall zählen

Analyse: Am Freitagmorgen laufen auf Deribit 135.545 Bitcoin-Optionen aus, rund 10,8 Milliarden Dollar. Der Kurs steht am Dienstagmorgen bei 79.568 Dollar, der rechnerische Schwerpunkt des Verfalls liegt darunter.

Schwere messingfarbene Sanduhr auf dunklem Stein, der obere Kolben fast leer, im Sockel eine runde Plakette mit dem Bitcoin-Zeichen
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Kategorien: Bitcoin

Belegt ist: Der Bitcoin-Kurs notiert am Dienstagmorgen bei 79.568 Dollar, gemessen um 05:41 Uhr deutscher Zeit bei CoinGecko, und am Freitag um 9 Uhr laufen auf der Optionsbörse Deribit 135.545 Kontrakte auf Bitcoin aus. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Verfall erklärt, warum sich der Kurs seit Tagen in einer engen Spanne bewegt, er sagt aber nichts über die Richtung danach.

Für dich als Halter ist das keine akademische Frage. Ein Verfallstag dieser Größe bindet bis Freitagmorgen Kapital, das danach frei wird, und er fällt diesmal mit dem letzten Handelstag des Monats zusammen. Wer in dieser Woche verkaufen oder nachkaufen will, trifft auf einen Markt, dessen Spanne künstlich eng gehalten wird.

Die Nacht blieb eng, 79.421 Dollar war der tiefste Punkt

In den vergangenen 24 Stunden lag der Bitcoin-Kurs zwischen 79.421 und 80.680 Dollar. Das sind 1.259 Dollar Abstand oder 1,6 Prozent, gemessen am Tief. Zum Vergleich: In der Woche davor lagen zwischen Tageshoch und Tagestief regelmäßig mehr als 3.000 Dollar. Der Markt hat sich also nicht beruhigt, weil es nichts zu handeln gäbe, sondern weil die Hand, die sonst zugreift, gerade gebunden ist.

Gegenüber dem Stand von gestern Morgen hat sich wenig verschoben. Damals notierte Bitcoin bei 79.978 Dollar, heute bei 79.568 Dollar. Das sind 410 Dollar weniger oder 0,5 Prozent. Die 80.000er Marke, über die der Kurs im Laufe des Montags noch einmal kurz zurückkehrte, hat am Abend wieder nicht gehalten.

Der größere Bogen ist deutlicher. Die Tagesschlusskurse der vergangenen sechs Tage lauten 84.082, 81.328, 81.102, 80.811, 80.049 und 80.029 Dollar. Sechs Tage in Folge abwärts, insgesamt 5,4 Prozent. Vom Monatshoch am 5. Oktober bei 86.490 Dollar trennen den Kurs heute 8,0 Prozent. Das ist ein Rücksetzer, aber noch keine Korrektur im Sinne der üblichen Zehn-Prozent-Schwelle.

Am Freitag um 9 Uhr laufen 135.545 Bitcoin-Optionen aus

Der Termin steht fest. Deribit, die größte Börse für Krypto-Optionen, rechnet seine Monatskontrakte am letzten Freitag des Monats ab, diesmal am 30. Oktober um 08:00 Uhr UTC. In deutscher Zeit ist das seit der Umstellung auf Winterzeit 9 Uhr morgens. Offen sind nach den Zahlen der Deribit-Schnittstelle vom Dienstagmorgen 135.545 Kontrakte. Jeder Kontrakt steht für einen Bitcoin, beim aktuellen Kurs also rund 10,8 Milliarden Dollar.

Kein anderer Termin im Kalender trägt derzeit mehr. Der nächste Wochenverfall am 6. November trägt 13.285 Kontrakte, der Monatsverfall im November 39.492. Erst der Jahresverfall am 25. Dezember kommt mit 135.192 Kontrakten wieder in dieselbe Größenordnung.

Die Aufteilung ist einseitig. Auf Kaufoptionen entfallen 87.393 Kontrakte, auf Verkaufsoptionen 48.152. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt bei 0,55, die Mehrheit der Positionen setzt also auf steigende Kurse. Nur passt diese Mehrheit nicht mehr zum Kurs.

Geoeffnetes Schuetz einer Staumauer, ein gebuendelter Wasserstrahl schiesst im Gegenlicht in die Tiefe, dahinter die ruhige Flaeche des Stausees
Ein Verfallstag löst angestautes Volumen auf einen Schlag, danach fließt der Markt anders weiter.

Warum die Strikes bei 95.000 Dollar leer ausgehen

Von den 87.393 offenen Kaufoptionen haben 76.112 einen Basispreis oberhalb des aktuellen Kurses. Das sind 87,1 Prozent. Der mit Abstand dickste Block liegt bei 95.000 Dollar mit 19.951 Kontrakten, dahinter folgen 100.000 Dollar mit 11.284 und 90.000 Dollar mit 10.710. Damit diese Positionen am Freitag etwas wert wären, müsste Bitcoin binnen drei Tagen um 19 Prozent steigen.

Auf der anderen Seite sieht es gespiegelt aus. Von den 48.152 Verkaufsoptionen liegen 39.436 unter dem aktuellen Kurs, also 81,9 Prozent. Der größte Block sitzt bei 70.000 Dollar mit 4.352 Kontrakten, der zweitgrößte bei 75.000 Dollar mit 2.993. Nur 8.715 Verkaufsoptionen stehen heute im Geld.

Unterm Strich verfällt der weit überwiegende Teil beider Seiten wertlos. Das ist kein Unfall, sondern der Normalfall an einem Verfallstag, und es ist der Grund, warum die Prämien, die seit Wochen für Kursziele jenseits der 90.000 Dollar bezahlt wurden, am Freitag vollständig bei den Verkäufern dieser Optionen landen.

Wie ein Verfallstag auf den Kurs wirkt

Der Mechanismus ist weniger geheimnisvoll, als er klingt. Wer eine Kaufoption verkauft, trägt das Risiko steigender Kurse und sichert sich dagegen ab, indem er einen Teil der zugrunde liegenden Menge tatsächlich hält. Steigt der Kurs in Richtung des Basispreises, muss er nachkaufen, fällt er, verkauft er wieder. Diese laufende Absicherung erzeugt Käufe und Verkäufe, die nichts mit einer Meinung über Bitcoin zu tun haben.

Je näher der Verfall rückt und je weiter die großen Blöcke aus dem Geld liegen, desto kleiner wird diese Absicherung. Bei 95.000 Dollar und einem Kurs von 79.568 Dollar ist sie faktisch bei null. Was bleibt, ist ein schmaler Bereich um den aktuellen Kurs, in dem die Absicherung noch reagiert, und genau dort bewegt sich der Markt seit Tagen. Nach Freitagmorgen fällt diese Klammer weg.

Die zweite Kennzahl, die an solchen Tagen gern zitiert wird, ist der rechnerische Schwerpunkt, im Markt Max Pain genannt. Er beschreibt den Kurs, bei dem alle offenen Optionen zusammen die geringste Auszahlung bringen, bei dem also die Käufer der Optionen in Summe am meisten verlieren. Für den Freitagsverfall liegt dieser Punkt bei 78.000 Dollar, rund 2 Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Wichtig ist, was diese Zahl nicht ist. Ein Kursziel, das irgendjemand ansteuert, ist der Schwerpunkt nämlich nicht. Er ergibt sich aus einer Rechnung über die heute offenen Positionen und verschiebt sich mit jedem neu eröffneten Kontrakt. Wer sie als Kursziel liest, verwechselt eine Momentaufnahme mit einer Absicht.

Der Monatsschluss fällt auf denselben Tag

Dazu kommt ein zweiter Termin. Der 31. Oktober ist ein Samstag, der letzte Handelstag des Monats an den regulierten Märkten ist damit Freitag, der 30. Oktober. Fondsgesellschaften, die ihre Bestände zum Monatsende bewerten und ausrichten, handeln an diesem Tag. Der Optionsverfall um 9 Uhr und der Monatsschluss am Abend liegen also in einem Handelstag.

Davor steht noch die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch und Donnerstag. Drei Termine in drei Tagen, von denen zwei auf denselben Freitag fallen: Das erklärt die Zurückhaltung im Markt besser als jede Kurslinie.

Schmaler Felsgrat aus dunklem Gestein im harten Seitenlicht, der Pfad verengt sich, die Flanken fallen beidseits in Wolken ab
Zwischen Verfallstermin, Notenbanksitzung und Monatsschluss bleibt dem Kurs in dieser Woche wenig Spielraum.

So prüfst du deine Haltefrist selbst

Für Anleger in Deutschland hängt am Verkaufszeitpunkt mehr als der Kurs. Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten zählen zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Entscheidend ist, wie lange der verkaufte Bestand gehalten wurde, und maßgeblich ist dabei das Anschaffungsdatum der jeweiligen Einheit, nicht der Zeitpunkt, an dem das Depot angelegt wurde.

Drei Punkte zählen jetzt. Erstens: Zieh dir aus deiner Börse oder deiner Wallet-Software die Liste deiner Käufe mit Datum und Menge. Zweitens: Ordne jedem geplanten Verkauf die Einheiten zu, die tatsächlich abgehen, denn die Reihenfolge entscheidet darüber, welches Anschaffungsdatum gilt. Drittens: Rechne durch, ob ein Verkauf in dieser Woche wirklich nötig ist oder ob ein späterer Termin steuerlich günstiger liegt. Den aktuellen Stand der Regeln und der laufenden Reformdebatte führen wir auf der Seite zur Krypto-Haltefrist fortlaufend nach.

Wer am Freitag kauft und verkauft, um die Bewegung des Verfallstags mitzunehmen, sollte zusätzlich wissen, dass jeder Rückkauf die Uhr für diesen Bestand neu startet. Ein Tagesgewinn von 2 Prozent kann sich damit teurer stellen als ein ruhiges Halten.

Wenn du über Hebelprodukte in den Verfall hineingehst, ist der Prüfpunkt ein anderer: Hier entscheidet nicht das Anschaffungsdatum, sondern dein Liquidationskurs. Welche Plattformen welche Gebühren und welche Nachschusspflichten haben, steht in unserem Vergleich der Perp-DEX-Börsen.

Unsere Einschätzung: Der Verfall erklärt die Spanne, nicht die Richtung

Aus Sicht der Redaktion ist die enge Handelsspanne der vergangenen Tage gut erklärbar, und zwar ohne jede Dramatik. Dafür sprechen drei Belege: die Tagesspanne von 1,6 Prozent gegenüber mehr als 3.000 Dollar in der Vorwoche, 135.545 offene Kontrakte mit Verfall am Freitag und ein rechnerischer Schwerpunkt bei 78.000 Dollar, also dicht am aktuellen Kurs.

Dagegen spricht, dass sich daraus keine Richtung ableiten lässt. Die Positionierung zeigt, wo in den vergangenen Wochen Geld gesetzt wurde, nämlich auf 95.000 und 100.000 Dollar, und genau diese Wetten gehen am Freitag leer aus. Eine gescheiterte Wette sagt nichts darüber, was die nächste sein wird. Hinzu tritt die Notenbanksitzung am Mittwoch, deren Ergebnis die Lage bis Freitag vollständig verschieben kann.

Was wir daraus schließen: Die Ruhe dieser Woche ist eine Folge des Kalenders, keine Aussage über den Wert von Bitcoin. Wer eine Entscheidung ohnehin plant, hat bis Freitagmorgen einen Markt mit kleinen Spannen und entsprechend überschaubaren Ausführungskosten. Wer auf einen Ausbruch wartet, wartet bis nach dem Verfall. Eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf ist das ausdrücklich nicht.

Optionsverfall Freitag: 78.000 Dollar ist für Halter der teuerste Kurs

Zusammengefasst: Der Bitcoin-Kurs steht am Dienstagmorgen bei 79.568 Dollar, nach sechs fallenden Tagesschlusskursen und 8,0 Prozent unter dem Monatshoch. Am Freitag um 9 Uhr laufen 135.545 Kontrakte aus, 87,1 Prozent der Kaufoptionen liegen dabei aussichtslos weit über dem Markt. Der rechnerische Schwerpunkt bei 78.000 Dollar markiert den Kurs, bei dem die Käufer dieser Optionen in Summe am schlechtesten aussteigen, und er liegt knapp unter dem heutigen Stand. Die eigentliche Bewegung beginnt danach.

Alle Kurse in diesem Artikel beziehen sich auf den Dienstagmorgen, die Zahlen zu den offenen Kontrakten auf den Stand derselben Stunde. Kryptowerte schwanken stark, ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zum Bitcoin-Optionsverfall

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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