Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Prognose: 68.199 Verkaufsrechte im Geld vor dem Verfall um 9 Uhr

Analyse: Um 9 Uhr deutscher Zeit rechnet die Terminbörse Deribit 333.649 Ethereum-Optionen ab, ein Fünftel des gesamten offenen Bestands. Im Geld stehen 68.199 Verkaufsrechte gegen 8.611 Kaufrechte, und der Kurs liegt 157 Dollar unter dem Punkt, an dem die Börse rechnerisch am wenigsten auszahlt.

Große messingfarbene Sanduhr auf einem dunklen Stahltisch, der obere Glaskolben ist fast leer, in die Messingfassung ist das Ethereum-Zeichen eingelassen
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Belegt ist: Am Freitag, 30. Oktober, laufen um 08:00 Uhr UTC, also 9 Uhr deutscher Zeit, 333.649 Ethereum-Optionen auf Deribit aus. Das sind 20,3 Prozent aller offenen Kontrakte und beim Indexstand von 2.242,52 Dollar rund 748 Millionen Dollar Nennwert. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Termin erklärt die Richtung des Kurses nicht, er erklärt nur, warum so wenig Gegenwehr kommt.

Ethereum notiert am Freitagmorgen bei 2.243 Dollar. In der Nacht fiel der Kurs bis auf 2.170 Dollar, das Tageshoch lag bisher bei 2.254 Dollar (Kraken, Stand 30. Oktober, kurz vor 7 Uhr UTC). Seit dem 1. Oktober, als der Monat bei 2.684 Dollar begann, fehlen 16,4 Prozent. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein.

333.649 Kontrakte laufen um 9 Uhr aus, ein Fünftel des offenen Bestands

Wir haben das Optionsbuch am Freitagmorgen gegen 6:45 Uhr UTC über die öffentliche Optionsstatistik von Deribit abgerufen und selbst ausgezählt. Der offene Bestand über alle Ethereum-Verfallstermine beträgt 1.645.955 Kontrakte. Davon laufen heute 333.649 aus, also 20,3 Prozent. Ein Kontrakt steht für ein Ether.

Zur Einordnung der Größe: Bitcoin rechnet am selben Termin 134.238 Kontrakte ab, die wegen des höheren Stückpreises auf 10,52 Milliarden Dollar kommen. In Dollar gemessen ist der Bitcoin-Verfall also rund vierzehnmal so groß wie der von Ethereum. In Anteilen am eigenen Markt sind beide Termine vergleichbar schwer.

Der Monatsverfall am letzten Freitag ist der größte regelmäßige Termin außerhalb des Quartalsendes. Der Termin am Samstag, dem 31. Oktober, trägt dagegen nur 39.055 Kontrakte und fällt kaum ins Gewicht.

68.199 Verkaufsrechte im Geld stehen 8.611 Kaufrechten gegenüber

Eine Option ist im Geld, wenn sie bei der Abrechnung einen Wert hat. Ein Verkaufsrecht, im Fachjargon Put, ist das bei einem Basispreis oberhalb des Kurses; ein Kaufrecht, ein Call, bei einem Basispreis darunter. Bei 2.242,52 Dollar sieht die Verteilung so aus: 68.199 Verkaufsrechte sind im Geld und 8.611 Kaufrechte. Das Verhältnis beträgt fast acht zu eins.

Über alle Basispreise hinweg liegt das Buch anders herum. Offen sind 199.995 Kaufrechte und 133.654 Verkaufsrechte, das Put-Call-Verhältnis beträgt 0,668. Die Kaufrechte sind also in der Mehrzahl, nur stehen sie fast alle zu weit oben, um noch etwas wert zu sein.

Der größte einzelne Posten des Termins ist das Kaufrecht auf 2.600 Dollar mit 37.506 Kontrakten, 18,8 Prozent aller Kaufrechte dieses Verfalls. Es verfällt heute wertlos, solange Ethereum nicht in zwei Stunden um 16 Prozent steigt. Wer es im September gekauft hat, verliert die Prämie vollständig.

Warum 77 Prozent aller Kontrakte heute wertlos auslaufen

Von den 333.649 Kontrakten dieses Termins enden 256.839 ohne Wert, das sind 77,0 Prozent. Bei den Kaufrechten liegt der Anteil bei 95,7 Prozent, bei den Verkaufsrechten bei 49,0 Prozent. Die 68.199 Verkaufsrechte im Geld haben zusammen einen Nennwert von 153 Millionen Dollar.

Für den Kurs hat das eine Folge, die der Blick auf die Schlagzeile verdeckt: Wer ein Verkaufsrecht im Geld hält, hat seine Absicherung bereits. Er muss am Markt nichts verkaufen, er bekommt den Differenzbetrag in Bar abgerechnet. Verkaufsdruck entsteht an einem Verfallstag nicht durch die Optionen selbst, sondern durch das Auflösen der Gegenpositionen, die die Händler zur Absicherung im Spotmarkt halten.

Zwei ungleich hohe Stapel schwerer Metallplättchen nebeneinander auf einer dunklen Werkbank, der linke Stapel ist um ein Vielfaches höher als der rechte
Im Geld stehen 68.199 Verkaufsrechte gegen 8.611 Kaufrechte, ein Verhältnis von fast acht zu eins.

Bitcoin schließt auf seinem Rechenpunkt, Ethereum 157 Dollar darunter

Der Max Pain, auf Deutsch der Punkt des größten Schmerzes, ist der Basispreis, bei dem die Summe aller Auszahlungen an die Optionskäufer am kleinsten ist. Wir haben ihn für beide Bücher aus denselben Rohdaten gerechnet: Für jeden Basispreis die Auszahlung aller Kontrakte aufsummiert, dann das Minimum gesucht.

Für Ethereum liegt er bei 2.400 Dollar. Der Kurs steht bei 2.242,52 Dollar und damit 157,48 Dollar oder 6,6 Prozent darunter. Für Bitcoin liegt er bei 78.000 Dollar, der Index bei 78.346 Dollar, also 0,44 Prozent darüber. Bitcoin läuft praktisch auf seinem Rechenpunkt in die Abrechnung, Ethereum deutlich daneben.

Das ist kein Naturgesetz, sondern eine Beobachtung mit bekannter Schwäche: Der Max Pain zieht Kurse nur dann an, wenn die Händler ihre Gegenpositionen aktiv nachjustieren, und das tun sie bei dünnen Büchern kaum. Bei 748 Millionen Dollar Nennwert gegen 10,5 Milliarden auf der Bitcoin-Seite ist das Ethereum-Buch an diesem Termin das dünnere.

165 Dollar tiefer als bei unserer Vorschau vom 23. Oktober

Am 23. Oktober haben wir diesen Termin schon einmal vorgerechnet. Damals standen 322.586 Kontrakte offen, der Max Pain lag bei 2.500 Dollar und Ethereum bei 2.407,76 Dollar. Unsere Vorschau endete mit der Zeile, dass unter 2.400 Dollar das Bild kippt. Genau das ist eingetreten.

Drei Zahlen haben sich seitdem verschoben. Der offene Bestand für heute stieg um 11.063 Kontrakte auf 333.649. Der Max Pain rutschte um 100 Dollar auf 2.400. Und der Kurs verlor 165,24 Dollar oder 6,9 Prozent. Die Einzelheiten der damaligen Rechnung stehen in unserer Vorschau auf den Verfallstermin vom 23. Oktober.

Der Bruch kam am Donnerstagabend. Nach dem Angriff auf eine Hot Wallet von Binance fiel Ethereum vom Tageshoch bei 2.376,99 Dollar bis auf 2.230,19 Dollar und schloss bei 2.249,01 Dollar (Kraken, Tageskerze 29. Oktober). Binance beziffert den Schaden inzwischen selbst und hat Auszahlungen für einzelne Netzwerke vorsorglich angehalten, für Ethereum laufen sie nach Angaben der Börse weiter. Unsere laufende Berichterstattung dazu steht in unserer Übersicht zu den pausierten Auszahlungen vom 29. Oktober.

Der Stimmungsindex fällt binnen eines Tages von 51 auf 30

Der Fear and Greed Index von Alternative.me steht am 30. Oktober bei 30 Punkten und damit im Bereich Angst. Am 28. und 29. Oktober lag er noch bei 51 Punkten, also neutral. Ein Sprung um 21 Punkte an einem Tag ist selten und misst vor allem die Volatilität und das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden, nicht eine Umfrage unter Anlegern. Die Methodik steht auf der Seite des Index.

Für den Verfallstag heißt das vor allem eines: Die implizite Schwankungsbreite, die in den Optionspreisen steckt, ist zuletzt gestiegen. Teurere Absicherung ist der Grund, warum das Verhältnis der Verkaufsrechte im Geld so deutlich ausfällt.

Nach der Abrechnung bleibt bis Ende November wenig am Terminmarkt

Nach dem heutigen Termin verteilt sich der Rest des Bestands so: 39.055 Kontrakte am 31. Oktober, 44.767 am 6. November, 46.236 am 13. November und 180.986 am 27. November, dem nächsten Monatsverfall. Der größte Einzeltermin des Jahres bleibt der 25. Dezember mit 612.234 Kontrakten, 37,2 Prozent des gesamten Bestands.

Zwischen heute 9 Uhr und dem 27. November liegen also vier Wochen, in denen am Terminmarkt kein Termin von Gewicht ansteht. Wer die Bewegungen der vergangenen Tage auf den Verfall geschoben hat, bekommt ab Montag eine saubere Gegenprobe.

Verlassener Handelssaal mit leeren Stühlen vor abgeschalteten dunklen Bildschirmwänden, nur eine Deckenleuchte brennt noch
Nach der Abrechnung fällt der Verfallstermin als Ankerpunkt weg, der nächste große folgt erst am 27. November.

Die Spanne des Tages liegt zwischen 2.170 und 2.254 Dollar

Nach unten ist das Nachttief bei 2.170 Dollar die erste belegte Marke. Darunter folgt mit 2.000 Dollar der Basispreis mit dem höchsten offenen Bestand unter den Verkaufsrechten des nächsten Termins, 6.223 Kontrakte zum 31. Oktober. Nach oben begrenzt das Tageshoch bei 2.254 Dollar, danach der Max Pain bei 2.400 Dollar.

Alle drei Marken sind Rechengrößen aus dem Markt, keine Vorhersage. Zum Einordnen einer eigenen Position taugen sie, zum Ableiten einer Richtung nicht.

Haltefrist und Verlustverrechnung: der Stand für deutsche Anleger

Private Verkäufe von Kryptowerten fallen in Deutschland unter Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes. Nach einem Jahr Haltedauer bleibt der Gewinn steuerfrei, darunter gilt die Freigrenze von 1.000 Euro je Jahr. Wer am 30. Oktober 2025 gekauft hat, zahlte 3.802,67 Dollar je Ether (Kraken, Tagesschluss). Diese Position ist seit heute ein Jahr alt und fällt bei einem Verkauf nicht mehr unter die Steuerpflicht, sie steht aber auch 41 Prozent im Minus.

Umgekehrt gilt: Verluste aus Verkäufen innerhalb der Jahresfrist lassen sich nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, nicht mit Lohn oder Kapitalerträgen. Wer in diesem Jahr Gewinne aus kurzfristigen Verkäufen realisiert hat, kann bis zum 31. Dezember gegenrechnen. Welche Werkzeuge die Haltefristen je Kauf sauber mitführen, zeigt unser Hub zu den Steuer-Tools und Portfolio-Trackern.

Zum politischen Stand der Jahresfrist, die seit Monaten zur Disposition steht, führen wir eine eigene Seite: Krypto-Haltefrist, Reform und aktueller Stand. Solange dort nichts Neues steht, gilt die Frist unverändert.

Ein Hinweis zum Terminmarkt selbst: Deribit ist für Privatanleger aus Deutschland kein regulärer Weg, die Börse nimmt keine Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum ohne weiteres an. Die Zahlen dieses Artikels sind als Marktinformation zu lesen, nicht als Anleitung zum Optionshandel. Wer gehebelte Positionen in Europa halten will, findet die regulierten Anbieter im Hub zu den Perpetual-Börsen weiter unten.

Aus Sicht der Redaktion: Der Verfall erklärt den Rutsch nicht

Unsere Einschätzung: Der heutige Termin ist ein Nebenschauplatz, und die Zahlen sagen das selbst. Dafür sprechen drei Belege. Erstens ist das Ethereum-Buch mit 748 Millionen Dollar klein gegen die 10,5 Milliarden auf der Bitcoin-Seite. Zweitens sind 77,0 Prozent der Kontrakte bereits aus dem Geld, ihre Absicherungen sind längst abgebaut. Drittens liegt der Kurs 6,6 Prozent unter dem Max Pain, und eine Anziehungskraft hat sich in den vergangenen beiden Handelstagen nirgends gezeigt.

Dagegen spricht ein Punkt, der ernst zu nehmen ist: Die 68.199 Verkaufsrechte im Geld sind zu großen Teilen in den vergangenen 48 Stunden entstanden, als die Absicherung teuer wurde. Wer sie verkauft hat, hält die Gegenposition im Spotmarkt und löst sie nach 9 Uhr auf. Das kann kurzfristig in beide Richtungen wirken. Belastbar vorhersagen lässt es sich nicht, und wir behaupten es deshalb auch nicht.

Was der Rutsch stattdessen erklärt, steht eine Etage höher: ein Sicherheitsvorfall bei der größten Börse, ein Stimmungsindex, der an einem Tag 21 Punkte verliert, und ein Monat, der Ethereum 16,4 Prozent gekostet hat. Wie sich das Verhältnis zu Bitcoin dabei entwickelt hat, haben wir am 29. Oktober in der Rechnung zum ETH/BTC-Verhältnis aufgeschrieben.

Monatsverfall am 30. Oktober: Ohne Anker entscheidet die 2.170er Marke

Drei Schritte bis zum Wochenschluss:

  1. Die eigene Haltedauer nachsehen. Jeder Kauf vor dem 30. Oktober 2025 ist aus der Jahresfrist heraus. Welche Werkzeuge das je Position mitführen, steht im Hub zu den Steuer-Tools und Portfolio-Trackern.
  2. Gehebelte Positionen gegen 2.170 Dollar rechnen. Das Nachttief ist die nächste belegte Marke nach unten. Wo der eigene Liquidationspreis dazu steht, zeigt die Positionsübersicht der jeweiligen Börse; die regulierten Anbieter stehen im Hub zu den Perpetual-Börsen.
  3. Den Verwahrort prüfen. Wer Ether auf einer Börse liegen hat, sollte wissen, welche Ein- und Auszahlungswege dort gerade offen sind. Der Vergleich der Handelsplätze steht im Hub zu den Krypto-Börsen.

(Stand: 30. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Der Handel mit Kryptowerten kann zum Totalverlust führen.)

Häufige Fragen zum Ethereum-Optionsverfall

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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