Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: 12,2 Milliarden Dollar Optionen verfallen am 30. Oktober, was du jetzt tun kannst

Am 30. Oktober laufen an der Optionsbörse Deribit 149.686 Bitcoin-Kontrakte im Nennwert von 12,2 Milliarden Dollar ab, zwei Drittel davon Calls. Weil die größten Wetten auf 95.000 und 100.000 Dollar liegen, der Markt aber nur 6 Prozent Schwankung einpreist, entscheidet nicht der Verfallstag, sondern die Marke bei 79.000 Dollar.

Nächtliches Frachtterminal im Scheinwerferlicht, ein Kranarm hebt einen Frachtcontainer, in dessen Stirnwand das Bitcoin-Zeichen tief eingeprägt ist
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Kategorien: Bitcoin

Am 30. Oktober um 09:00 Uhr deutscher Zeit laufen an der Optionsbörse Deribit 149.686 Bitcoin-Kontrakte ab. Beim Kurs von 81.420 Dollar am Samstagmittag entspricht das einem Nennwert von 12,2 Milliarden Dollar. Es ist der mit Abstand größte Termin der kommenden Wochen: Der Verfall am 23. Oktober trägt 14.759 Kontrakte, der Novembertermin am 27. des Monats 26.779. Der Monatsverfall ist damit zehnmal so groß wie der nächste Wochentermin.

Zwei Drittel dieser Kontrakte sind Calls, also Wetten auf steigende Kurse. Die Verteilung über die Basispreise verrät mehr über die Stimmung am Terminmarkt als jede Umfrage, und sie zeigt eine Schieflage, die in den kommenden dreizehn Tagen Druck auf den Kurs ausüben kann. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein.

Der Verfallstermin am 30. Oktober, 09:00 Uhr deutscher Zeit

Eine Option ist das Recht, Bitcoin zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der Käufer eines Calls auf 95.000 Dollar darf am Verfallstag zu diesem Preis zugreifen, egal wo der Kurs steht. Liegt Bitcoin darunter, verfällt das Recht wertlos. Der Verkäufer der Option, im Fachjargon der Stillhalter, behält dann die Prämie.

An der Deribit-Börse werden diese Kontrakte in Bitcoin gerechnet, nicht in Dollar. 149.686 offene Kontrakte heißen also 149.686 Bitcoin an Basiswert. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Tag wechseln am Spotmarkt Bitcoin im Wert von rund 22 Milliarden Dollar den Besitzer. Ein Verfall dieser Größe bewegt den Markt also nicht durch die schiere Menge, sondern über die Absicherungsgeschäfte, die daran hängen.

Der 30. Oktober ist der letzte Freitag im Monat und damit der Monatsverfall. Diese Termine sind traditionell die größten, weil institutionelle Anleger ihre Positionen in Monatsschritten rollen. Nach der Zeitumstellung am 25. Oktober fällt der Verfall auf 09:00 Uhr deutscher Zeit statt wie bisher auf 10:00 Uhr.

Balkendiagramm der offenen Bitcoin-Optionskontrakte je Basispreis zum Verfall am 30. Oktober 2026, Calls in Blau, Puts in Rot, dazu die Kurslinie und die Max-Pain-Marke
Die Call-Nester liegen bei 90.000, 95.000 und 100.000 Dollar, die Puts drängen sich dicht unter dem Kurs.

98.552 Calls gegen 51.134 Puts: so ist der Verfall besetzt

Die Auswertung der offenen Kontrakte je Basispreis zeigt drei Ballungen auf der Call-Seite, und alle drei liegen weit über dem aktuellen Kurs. Auf 95.000 Dollar stehen 25.570 Kontrakte, auf 90.000 Dollar 15.254, auf 100.000 Dollar 14.330. Zusammen mit den kleineren Positionen dazwischen summieren sich die Calls auf 98.552 Kontrakte.

Auf der Put-Seite sieht das Bild anders aus. Die größte Einzelposition liegt bei 70.000 Dollar mit 4.142 Kontrakten, danach folgen 75.000 Dollar mit 3.034 und 72.000 Dollar mit 3.084. Die Puts verteilen sich also dicht unter dem Kurs, während die Calls in weiter Ferne sitzen. In Summe stehen 51.134 Puts gegen 98.552 Calls, ein Verhältnis von 0,52.

Besonders aufschlussreich ist das oberste Band: 19.485 Kontrakte stehen auf 100.000 Dollar und darüber. Das sind 13 Prozent aller offenen Kontrakte, im Nennwert 1,6 Milliarden Dollar. Damit diese Positionen am 30. Oktober einen Cent wert sind, müsste Bitcoin in dreizehn Tagen um 23 Prozent steigen.

Der Max Pain liegt bei 79.000 Dollar, 2.420 Dollar unter dem Kurs

Aus der Verteilung lässt sich ein Punkt berechnen, an dem die Summe aller werthaltigen Optionen am kleinsten ist. Dieser Punkt heißt Max Pain, weil dort die Käufer der Optionen zusammengenommen am wenigsten herausbekommen. Für den 30. Oktober liegt er nach unserer Auswertung bei 79.000 Dollar, also 2.420 Dollar oder knapp 3 Prozent unter dem Kurs vom Samstagmittag.

Der Max Pain ist keine Vorhersage und auch kein Kursziel. Er beschreibt eine Rechengröße, kein Versprechen, und akademische Untersuchungen zur sogenannten Max-Pain-Theorie an Aktienmärkten kommen zu gemischten Ergebnissen. Nützlich ist er als Orientierung: Er zeigt, wo die aufgebauten Positionen am wenigsten Auszahlungen erzwingen, und er liegt derzeit unter dem Kurs, nicht darüber.

Wichtiger als der Punkt selbst ist seine Lage relativ zum Markt. Ein Max Pain unter dem Kurs bedeutet, dass die Put-Seite dichter am Geschehen sitzt als die Call-Seite. Die Call-Käufer haben ihre Einsätze auf Niveaus gelegt, die der Markt in dreizehn Tagen nur mit einem kräftigen Sprung erreicht.

So wirkt die Absicherung der Stillhalter auf den Kurs

Hinter jedem Call steht ein Verkäufer, der liefern müsste, wenn die Option im Geld endet. Diese Stillhalter sichern sich am Spotmarkt ab: Steigt der Kurs in Richtung eines großen Basispreises, kaufen sie Bitcoin dazu, fällt er, verkaufen sie wieder. Diese laufende Anpassung heißt Delta-Hedging und erzeugt Handelsvolumen, das nichts mit einer Meinung über Bitcoin zu tun hat.

Je näher der Verfall rückt, desto heftiger fällt diese Anpassung um die großen Basispreise aus. Rund um 90.000 und 95.000 Dollar liegen zusammen 40.824 Kontrakte, und ein Kurs, der sich diesen Marken nähert, zwingt die Stillhalter zu Käufen. Umgekehrt wirkt die Mechanik bremsend, solange der Kurs weit darunter bleibt: Die Absicherung für Optionen, die ihr Ziel kaum erreichen, wird nach und nach abgebaut, und das heißt Verkäufe im Spot.

Genau in dieser Lage steckt der Markt derzeit. Bei 81.420 Dollar und einer eingepreisten Schwankung, die dazu passt, sind die 95.000er Calls rechnerisch fast aus dem Rennen. Die Absicherung dafür schmilzt mit jedem Tag, und was dabei abgebaut wird, landet als Angebot am Markt.

Eisenbahnweiche aus schwerem Stahl in einem nächtlichen Rangierbahnhof, zwei Gleisstränge laufen auseinander, ein Stellhebel steht im Vordergrund
Am Verfallstag steht fest, in welche Richtung die Stillhalter ihre Absicherung drehen müssen.

Die Prognose vom Freitag im Rückblick: 79.806 Dollar haben gehalten

Am Freitag stand an dieser Stelle die Bitcoin Prognose zum Sprung der Mining-Difficulty, mit den Marken 79.806 Dollar nach unten und 82.508 Dollar nach oben. Beide haben gehalten: Das Tief der vergangenen 24 Stunden lag bei 80.761 Dollar, das Hoch bei 82.385 Dollar. Der Kurs ist seit Freitagabend um 0,9 Prozent zurückgekommen, auf Wochensicht um 1,8 Prozent.

Seitdem hat sich zweierlei geändert. Die Rechenlast im Netzwerk, am Freitag noch der Anlass, ist nach dem Sprung wieder leicht gefallen: Im Dreitagesmittel ging die Hashrate von 1,084 auf 1,010 Trillionen Hashes je Sekunde zurück, die nächste Anpassung der Difficulty wird derzeit auf plus 2,0 Prozent geschätzt statt der knapp 6 Prozent vom Freitag. Und die Stimmung hat gedreht: Der Fear-and-Greed-Index steht bei 55 Punkten, am 12. Oktober waren es noch 69.

Die eingepreiste Spanne bis zum 30. Oktober: 76.500 bis 86.300 Dollar

Der Optionsmarkt sagt nicht nur, worauf gewettet wird, sondern auch, wie stark der Markt schwanken soll. Die von Deribit veröffentlichte Volatilitätskennzahl für Bitcoin steht bei 32,2 Prozent auf Jahressicht. Umgerechnet auf die verbleibenden 12,8 Tage bis zum Verfall ergibt das eine erwartete Schwankung von gut 6 Prozent nach oben wie nach unten.

In Zahlen heißt das: Der Markt preist für den 30. Oktober eine Spanne von rund 76.500 bis 86.300 Dollar ein. Die 90.000er Calls bräuchten 10,5 Prozent, die auf 95.000 Dollar 16,7 Prozent, die auf 100.000 Dollar 22,8 Prozent. Alle drei liegen außerhalb dessen, was der Terminmarkt selbst für wahrscheinlich hält.

Nach unten begrenzt dieselbe Rechnung das Risiko. 76.500 Dollar als unteres Ende der eingepreisten Spanne liegt gut 5 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 72.419 Dollar. Die 50-Tage-Linie verläuft derzeit bei 81.326 Dollar, also 97 Dollar unter dem Kurs: Der Markt sitzt praktisch genau auf ihr, und sie ist die erste Marke, an der sich in den kommenden Tagen ablesen lässt, ob die Richtung hält.

Aus Sicht der Redaktion: Der Verfall allein dreht den Kurs nicht

Unsere Einschätzung: Der Monatsverfall taugt als Erklärung für Bewegungen rund um den 30. Oktober, nicht als Richtungssignal für die Wochen davor. Dafür sprechen drei Belege aus den Zahlen oben. Erstens liegt der Max Pain mit 79.000 Dollar nur knapp 3 Prozent unter dem Kurs, der rechnerische Sog ist also schwach. Zweitens wiegen 149.686 Kontrakte gegen ein tägliches Spotvolumen von 22 Milliarden Dollar wenig. Drittens ist die eingepreiste Schwankung mit 32,2 Prozent niedrig, und niedrige Volatilität heißt kleinere Absicherungsgeschäfte.

Dagegen spricht die Konzentration. Fällt der Kurs unter 79.000 Dollar, kommen die Puts bei 75.000 und 72.000 Dollar ins Spiel, und dann verstärkt die Absicherung die Bewegung, statt sie zu dämpfen. Wer die kommenden zwei Wochen einordnen will, schaut deshalb nicht auf den Verfallstag, sondern auf die 79.000er Marke davor.

Hebelprodukte, Haltefrist und Steuer: der Rahmen in Deutschland

Für Anleger in Deutschland ist beim Thema Optionen vor allem der steuerliche Unterschied wichtig, und er ist größer, als viele erwarten. Wer Bitcoin direkt hält, fällt unter § 23 Einkommensteuergesetz: Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei. Wie es mit dieser Regel weitergeht, steht im aktuellen Stand zur Krypto-Haltefrist, zu dem sich das Bundesfinanzministerium am 16. Oktober nicht festlegen wollte.

Derivate folgen anderen Regeln. Optionen, Knock-outs, Zertifikate und CFDs auf Bitcoin gelten als Termingeschäfte oder Kapitalforderungen und werden nach § 20 Einkommensteuergesetz mit der Abgeltungsteuer belegt. Eine Haltefrist gibt es dort nicht, und eine Steuerfreiheit nach einem Jahr ebenso wenig. Zwei Wege zum selben Basiswert, zwei völlig verschiedene Steuerfolgen.

Praktisch heißt das: Wer auf den Verfallstermin setzen will, findet in Deutschland Hebelprodukte bei Brokern, die solche Papiere führen; ein Blick in den Vergleich der Krypto-Broker zeigt, welche Anbieter welche Produkte anbieten und was sie kosten. Wer dagegen nur den Spotbestand sortieren möchte, hat gerade ein günstiges Fenster: Die Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk stehen am Samstagmittag auf allen Stufen bei einem Satoshi je virtuellem Byte, dem Minimum. Eine normale Überweisung mit einem Eingang und zwei Ausgängen wiegt rund 141 virtuelle Byte und kostet damit etwa zehn Cent. Ein Umzug von der Börse in die eigene Verwahrung ist kein Verkauf und unterbricht die Haltefrist nicht; die Auszahlungspauschale der Börse kommt allerdings obendrauf und liegt oft deutlich über der Netzgebühr.

Verfall am 30. Oktober: 19.485 Calls brauchen 23 Prozent in 13 Tagen

Die Lage am Terminmarkt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Wetten auf steigende Kurse sind zahlreich, aber sie liegen zu hoch. 19.485 Kontrakte auf 100.000 Dollar und darüber brauchen einen Sprung von 23 Prozent in dreizehn Tagen, während der Optionsmarkt selbst nur 6 Prozent Schwankung einpreist. Diese Lücke schließt sich bis zum 30. Oktober in aller Regel nicht durch einen Kurssprung, sondern dadurch, dass die Positionen wertlos auslaufen.

Drei Zahlen lohnen den Blick in den kommenden Tagen: die 50-Tage-Linie bei 81.326 Dollar als nächste Marke unter dem Kurs, der Max Pain bei 79.000 Dollar als Schwelle, unter der die Put-Seite Gewicht bekommt, und das obere Ende der eingepreisten Spanne bei 86.300 Dollar. Solange der Kurs zwischen diesen Punkten bleibt, ist der Verfall ein Termin im Kalender und kein Ereignis.

Krypto-Anlagen sind hoch spekulativ und schwanken stark. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Häufige Fragen zu Bitcoin-Optionen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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