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Bitcoin Prognose: ETF-Jahressaldo kippt mit 430 Millionen Dollar Abfluss ins Minus, droht der nächste Rückschlag?

Analyse: Die US-Bitcoin-ETFs haben in vier Handelstagen 869,8 Millionen Dollar verloren, der Saldo für 2026 liegt wieder unter null. Was die Abflüsse über den Kurs bei 75.800 Dollar verraten, welche Marken bis Ende November zählen und was Anleger in Deutschland daraus machen können.

Klassizistisches Säulenportal eines Fondshauses bei Nacht im Regen, die Flügeltüren stehen offen, darüber leuchtet das Bitcoin-Zeichen orange
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Kategorien: Bitcoin

Die US-Bitcoin-ETFs stehen für 2026 wieder im Minus. Am Donnerstag zogen Anleger 430,2 Millionen Dollar aus den Spot-Fonds ab, seit Montag sind es 869,8 Millionen Dollar, wie der ETF-Tracker von TFTC auf Basis von SoSoValue-Daten ausweist. Bitcoin notiert am Freitagabend bei rund 75.800 Dollar, 0,4 Prozent unter dem Vortag und gut 9 Prozent unter dem Stand von vor einem Monat. Belegt ist: Die Fonds verkaufen, und der Kurs liegt zwischen zwei wichtigen Durchschnittslinien. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die Abflüsse sind eher Folge als Ursache der Schwäche, eine Entwarnung sind sie trotzdem nicht.

Für die nächsten Wochen heißt das: Bitcoin braucht neue Käufer, die das Fondsgeschäft gerade nicht liefert. Wo die Spanne für den Kurs auf Sicht von Monaten liegt, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein. Hier geht es um die kurze Frist, also um die Marken, an denen sich bis Ende November entscheidet, ob der Rücksetzer weiterläuft.

Bitcoin-ETFs: Vier Handelstage, 869,8 Millionen Dollar Abfluss

Die Woche begann mit einem kräftigen Minus. Am Montag, 2. November, verloren die Spot-Fonds zusammen 398,6 Millionen Dollar. Getrieben war das allein von BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) mit 405,3 Millionen Dollar Abfluss, ein kleiner Zufluss bei Fidelity glich etwas aus. Am Dienstag kamen weitere 115,6 Millionen Dollar Abfluss hinzu. Der Mittwoch brachte mit 74,6 Millionen Dollar Zufluss die einzige Gegenbewegung, an dem Tag schloss Bitcoin laut Referenzkurs des Trackers bei 80.052 Dollar. Am Donnerstag folgte mit 430,2 Millionen Dollar der größte Tagesabfluss der Woche, der Referenzkurs fiel auf 76.101 Dollar.

Ein Spot-ETF hält echte Bitcoin. Ziehen Anleger Geld ab, gibt der Fonds Anteile zurück und verringert seinen Bestand; die abgegebenen Coins landen über die Handelspartner des Fonds am Markt. Rechnet man den Donnerstag zum Referenzkurs um, verließen rund 5.650 BTC die Fonds an einem einzigen Tag. Zum Vergleich: Seit dem Halving im April 2024 entstehen durch Mining 3,125 BTC je Block, bei rund 144 Blöcken am Tag also etwa 450 neue Bitcoin. Der Abfluss vom Donnerstag entspricht damit dem Neuangebot von gut zwölf Tagen.

Das Gesamtvermögen der US-Bitcoin-ETFs lag am 5. November bei 96,65 Milliarden Dollar. Ende 2025 waren es laut SoSoValue noch 113,29 Milliarden Dollar. Der Rückgang hat zwei Ursachen, die sich überlagern: den niedrigeren Bitcoin-Kurs und die Abflüsse selbst.

Fidelity statt BlackRock: Wer am 5. November verkaufte

Am Donnerstag verschob sich das Bild. Der größte Einzelabfluss kam nicht von BlackRock, sondern vom Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC) mit 199,9 Millionen Dollar. IBIT verlor 105,0 Millionen Dollar, der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) 49,9 Millionen, Franklin (EZBC) 32,9 Millionen, VanEck (HODL) 23,6 Millionen und ARK 21Shares (ARKB) 18,9 Millionen Dollar. Kein Fonds meldete an dem Tag einen Zufluss.

Über die vier Tage gerechnet trägt IBIT mit 806,5 Millionen Dollar fast den gesamten Abfluss. Fidelity liegt seit Montag dagegen mit 50,3 Millionen Dollar im Plus, weil der Fonds am Mittwoch 236,7 Millionen Dollar einsammelte. Bitwise (BITB) kommt auf 37,1 Millionen Dollar Zufluss. Die Verteilung spricht gegen einen geordneten Rückzug einer einzelnen Anlegergruppe. Eher drehen große Adressen ihre Position im Tagesrhythmus, je nachdem, wie die Technologiewerte an der Nasdaq laufen.

Das passt zum Umfeld. Am Donnerstag rutschte der Nasdaq nach einem Ausverkauf bei Chip- und KI-Werten ab, und Bitcoin fiel mit. Laut CoinDesk eroberte die Kryptowährung am Freitag die Marke von 76.000 Dollar zurück, obwohl die Fonds am Vortag die 430 Millionen Dollar verloren hatten.

ETF-Jahressaldo 2026: Vom Plus im Oktober zurück unter null

Zählt man alle Tagesströme seit dem 1. Januar zusammen, stehen die US-Bitcoin-ETFs nun im Minus. Der Tracker von TFTC kommt auf minus 431 Millionen Dollar, die von BeInCrypto zitierte SoSoValue-Auswertung auf minus 502 Millionen Dollar. Die Spanne entsteht, weil beide Quellen einzelne Tage leicht unterschiedlich erfassen. Die Richtung ist in beiden Datenreihen dieselbe.

Der Verlauf des Jahres zeigt, wie schnell sich der Saldo dreht. Anfang Mai stand ein Plus von 3,20 Milliarden Dollar, bis zum 13. Juli folgte der Absturz auf minus 5,69 Milliarden Dollar. Mit der Erholung im August und September kamen die Fonds Ende September zurück über null, am 21. Oktober lag der Saldo bei plus 1,41 Milliarden Dollar. Der Oktober endete mit 515 Millionen Dollar Abfluss, und die erste Novemberwoche hat den Rest aufgezehrt.

Zum Vergleich mit den Vorjahren: 2024 flossen netto 35,2 Milliarden Dollar in die Fonds, 2025 waren es 21,4 Milliarden Dollar. Damit die Bilanz für 2026 noch positiv endet, braucht es in den verbleibenden acht Wochen mehr als eine halbe Milliarde Dollar an Zuflüssen.

Liniendiagramm: kumulierter Nettozufluss der US-Spot-Bitcoin-ETFs 2026 mit Jahreshoch im Mai, Tief im Juli und Rutsch unter null im November
Der Jahressaldo der US-Bitcoin-ETFs schwankt 2026 zwischen plus 3,2 und minus 5,7 Milliarden Dollar und liegt nun knapp unter null. Quelle: TFTC, Daten SoSoValue, eigene Darstellung.

Bitcoin seit dem Optionsverfall: Von 80.000 auf 75.800 Dollar

Am Donnerstagmorgen hatte unsere Prognose zum Optionsverfall die Lage vor dem Freitagstermin beschrieben. Bitcoin hatte am Mittwoch bei gut 80.400 Dollar geschlossen und stand noch um 80.000 Dollar. Seitdem hat sich die Lage in drei Punkten geändert. Erstens ist die Zone um 80.000 Dollar gerissen, das Tageshoch vom Donnerstag bei rund 80.800 Dollar blieb das letzte Mal über dieser Marke. Zweitens hat der Kurs die 100-Tage-Linie unterschritten, die am Mittwoch noch klar darunter lag. Drittens ist der Verfall vorbei, der Terminmarkt bremst den Kurs also nicht mehr über offene Positionen am Freitag. Neu hinzugekommen sind die ETF-Abflüsse vom Donnerstag, die am Morgen noch nicht veröffentlicht waren.

Unterm Strich hat Bitcoin seit dem letzten Prognose-Artikel gut 5 Prozent verloren. Das Tagestief vom Freitag lag an der Börse Kraken bei 74.790 Dollar, die Gegenbewegung führte bis in den Abend auf 75.800 Dollar zurück.

Bitcoin zwischen 100- und 200-Tage-Linie: Die Marken bei 76.943 und 73.192 Dollar

Eine gleitende Durchschnittslinie ist der Mittelwert der Schlusskurse über eine feste Zahl von Tagen. Die Linie glättet Ausschläge und zeigt, ob der Kurs über oder unter seinem eigenen Trend handelt. Auf Basis der Tagesschlusskurse von Kraken liegt die 100-Tage-Linie am Freitag bei 76.943 Dollar, die 200-Tage-Linie bei 73.192 Dollar. Die 50-Tage-Linie verläuft deutlich höher bei 81.989 Dollar.

Bitcoin steht damit in einem Korridor von rund 3.750 Dollar zwischen den beiden längeren Linien. Die 100-Tage-Linie ist von unten zur Hürde geworden. Solange kein Tagesschluss darüber gelingt, gilt sie als erster Widerstand. Die 200-Tage-Linie ist die Marke, an der langfristig orientierte Anleger die Grundrichtung messen. Bitcoin war erst im August über sie gestiegen und hat sie seitdem nicht mehr unterschritten.

Unterhalb der 200-Tage-Linie folgt das Tief vom 21. August bei rund 73.000 Dollar. Darunter beginnt die Spanne des Sommers, in der Bitcoin bis Mitte August zwischen 62.500 und 66.500 Dollar pendelte. Nach oben liegt die nächste Marke bei 80.000 Dollar, wo der Kurs am Mittwoch zuletzt schloss.

Liniendiagramm: Bitcoin-Tagesschluss der letzten 120 Tage mit 100-Tage-Linie bei 76.943 und 200-Tage-Linie bei 73.192 Dollar
Bitcoin hat die 100-Tage-Linie unterschritten, die 200-Tage-Linie liegt knapp 2.600 Dollar tiefer. Quelle: Kraken, eigene Berechnung.

Stimmung bei 28 Punkten: Der Fear-and-Greed-Index fällt in die Angst

Der Fear-and-Greed-Index von alternative.me fasst Volatilität, Handelsvolumen, Stimmung in sozialen Netzwerken und die Dominanz von Bitcoin zu einem Wert zwischen 0 und 100 zusammen. Am Freitag steht er bei 28 Punkten und damit im Bereich „Angst“. Am Donnerstag lag er noch bei 50, also neutral. Ein Sprung um 22 Punkte an einem Tag zeigt, wie stark der Ausverkauf an der Nasdaq auf die Stimmung im Kryptomarkt durchgeschlagen hat.

Ein niedriger Wert ist kein Kaufsignal. Er zeigt nur, dass viele Marktteilnehmer vorsichtig geworden sind. Historisch fielen Tiefpunkte zwar oft in Phasen großer Angst, aber nicht jede Angstphase markierte ein Tief.

Szenarien bis Ende November: Rückeroberung oder Test der 200-Tage-Linie

Für die kommenden drei Wochen lassen sich zwei Wege aus den Marken ableiten.

Erholung: Tagesschluss über 76.943 Dollar

Gelingt ein Tagesschluss über der 100-Tage-Linie und drehen die ETF-Ströme an mehreren Tagen ins Plus, öffnet sich der Weg zurück an die Zone um 80.000 Dollar. Dort lag der Schluss vom Mittwoch, und dort brach der Kurs am Donnerstag ein. Ein Durchbruch darüber würde den Rutsch dieser Woche vollständig aufheben. Voraussetzung ist eine Beruhigung an den Technologiebörsen, denn Bitcoin lief in dieser Woche eng mit dem Nasdaq.

Rückschlag: Tagesschluss unter 74.790 Dollar

Fällt Bitcoin unter das Freitagstief von 74.790 Dollar, rückt die 200-Tage-Linie bei 73.192 Dollar in den Fokus. Ein Tagesschluss darunter wäre der erste seit August und würde die Erholung des Spätsommers in Frage stellen. Halten weitere ETF-Abflüsse in Größenordnungen von mehreren hundert Millionen Dollar am Tag an, wird dieses Szenario wahrscheinlicher, weil dem Markt dann regelmäßig Bitcoin aus den Fonds zufließen.

Ein Kursziel nennen wir nicht. Beide Szenarien hängen an Bedingungen, die sich täglich prüfen lassen: am Tagesschluss gegenüber den beiden Linien und an den ETF-Strömen, die der Tracker nach dem US-Handelsschluss nachträgt.

ETF-Abflüsse und Kurs: Die Ströme folgen dem Preis

Unsere Einschätzung: Die Abflüsse dieser Woche sind vor allem eine Reaktion auf fallende Kurse und schwache Technologiewerte, kein eigenständiger Auslöser. Dafür sprechen drei Beobachtungen aus den Daten. Am einzigen Zuflusstag, dem Mittwoch, stieg Bitcoin auf über 80.000 Dollar. Die großen Abflüsse fielen auf Montag und Donnerstag, beides Tage mit deutlichem Kursrückgang. Und die Fonds wechseln sich ab: Fidelity sammelte am Mittwoch Geld ein, das am Donnerstag wieder abfloss.

Dagegen spricht, dass der Jahressaldo trotz der Erholung im Spätsommer wieder kippt. Wer im Oktober über ETFs eingestiegen ist, liegt beim heutigen Kurs im Minus und könnte bei weiterer Schwäche verkaufen. Das kann die Bewegung verstärken. Wir werten die Lage deshalb als angespannt, aber nicht als Trendbruch, solange die 200-Tage-Linie hält.

US-ETFs aus Deutschland: Welche Wege Anleger tatsächlich haben

Privatanleger in Deutschland können die US-Spot-Fonds wie IBIT oder FBTC in der Regel nicht kaufen. Für sie fehlt das nach EU-Recht vorgeschriebene Basisinformationsblatt, deshalb sperren Banken und Broker den Kauf. Wer Bitcoin über ein Wertpapier halten will, greift auf börsengehandelte Produkte wie ETNs zurück, die an Xetra oder anderen deutschen Handelsplätzen notieren. Viele davon sind mit Bitcoin besichert. Einen Überblick über Produkte und Kosten gibt unser Ratgeber zum Krypto-ETF in Deutschland.

Die zweite Möglichkeit ist der Direktkauf über eine Kryptobörse oder einen Broker mit Zulassung nach MiCA, der EU-Verordnung für Kryptowerte. Dort gehören die Bitcoin dir selbst, und du kannst sie auf eine eigene Wallet übertragen. Welche Plattformen in Deutschland zugelassen sind und was sie kosten, zeigt der Vergleich der Krypto-Börsen.

Haltefrist und ETN: Der steuerliche Unterschied beim Verkauf im Minus

Für Anleger in Deutschland zählt in einem schwachen Markt vor allem die Steuer. Direkt gehaltene Bitcoin fallen unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Einkommensteuergesetz. Verkaufst du sie nach mehr als einem Jahr Haltedauer, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr. Wie es um die diskutierte Reform der Haltefrist steht, fasst unsere Übersicht zur Krypto-Haltefrist zusammen.

Bei einem Verkauf im Minus ist der Zeitpunkt entscheidend. Ein Verlust innerhalb der Jahresfrist lässt sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen. Nach Ablauf der Frist ist er steuerlich ohne Wirkung. Wer im Oktober 2025 nahe dem Allzeithoch von 126.080 Dollar gekauft hat, liegt heute rund 40 Prozent im Minus und hat die Jahresfrist bereits hinter sich. Ein Verkauf würde den Verlust zwar realisieren, steuerlich bringt er dann aber nichts mehr.

Bei ETNs behandeln Banken Gewinne in der Regel als Kapitalerträge und behalten die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag direkt ein. Die Jahresfrist greift dort nach gängiger Praxis nicht, Verluste wandern in den Verlustverrechnungstopf der Bank. Welcher Weg günstiger ist, hängt von deiner Haltedauer und deinem Steuersatz ab.

Bitcoin bei 75.800 Dollar: Unter 74.790 droht der Test bei 73.192

  1. Marken festlegen: Notiere dir die 100-Tage-Linie bei 76.943 Dollar und das Freitagstief bei 74.790 Dollar. Ein Limit- oder Stop-Auftrag an einer dieser Marken nimmt die Entscheidung im hektischen Moment vorweg. Börsen mit günstigen Ordergebühren findest du im Börsenvergleich.
  2. Kaufdaten prüfen: Geh deine Käufe nach Datum durch und markiere, welche Bitcoin schon länger als ein Jahr in deinem Bestand sind. Nur so weißt du, ob ein Verkauf steuerfrei bleibt oder einen verrechenbaren Verlust bringt. Dabei helfen die Krypto-Steuer-Tools.
  3. Weg wählen: Entscheide, ob du Bitcoin direkt oder über ein ETN halten willst, und vergleiche die laufenden Kosten. Die Angebote für den Wertpapierweg zeigt unser Vergleich der Krypto-Broker.

(Stand: 6. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Bitcoin Prognose und zu den ETF-Abflüssen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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