Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Kurs 78.443 Dollar: BlackRock gegen Fidelity in der Oktober-Bilanz

Einordnung: Die US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten den Oktober mit 515,0 Millionen Dollar Netto-Abfluss, obwohl der Monat vor dem letzten Handelstag noch im Plus lag. Hinter der Summe steckt eine Umschichtung zwischen den Anbietern, und für deutsche Anleger hängt daran eine Steuerfrage.

Nachtdunkle Verteilerstation mit zwei Stahltanks, der linke prall gefüllt, der rechte leer, dazwischen ein gusseisernes Absperrrad, im Betonsockel das Bitcoin-Zeichen als tiefe Gravur
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Belegt ist: Die US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten den Oktober mit einem Netto-Abfluss von 515,0 Millionen Dollar, obwohl der Monat vor seinem letzten Handelstag noch 128,3 Millionen Dollar im Plus lag. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die Monatszahl beschreibt eine Umschichtung zwischen den Anbietern, keine Flucht aus der Anlageklasse.

Der Bitcoin notiert am Montagmorgen bei 78.443 Dollar. Das sind 0,91 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor, gemessen am Montag, 2. November, um 05:52 Uhr bei CoinGecko. Die Spanne der vergangenen 24 Stunden reicht von 77.616 bis 78.733 Dollar, der Umsatz liegt bei 78,1 Milliarden Dollar.

So steht der Bitcoin-Kurs am Montagmorgen

Heute ist der erste Handelstag im November. Die US-Fonds, über die der größte Teil des institutionellen Geldes in Bitcoin fließt, waren seit Freitagabend geschlossen. Was in dieser Pause an Nachrichten auflief, wird erst mit der Eröffnung an der Nasdaq in Anteilen abgebildet.

Der Kurs selbst hat sich über das Wochenende kaum bewegt. Am Freitag, dem 30. Oktober, schloss Bitcoin bei 77.839 Dollar, am Samstag stand er bei 77.223, am Sonntag bei 77.474 Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt 1,577 Billionen Dollar. Auffällig ist eher der Umsatz: Mit 78,1 Milliarden Dollar liegt er deutlich über den 43,6 Milliarden des Sonntags.

Die 78.000er Marke hat dabei eine kurze Geschichte. Am 31. Oktober rutschte der Kurs darunter, inzwischen notiert er 443 Dollar darüber. Zum Monatshoch vom 22. Oktober bei 84.082 Dollar fehlen 6,7 Prozent.

Die ETF-Bilanz des Oktobers: 515 Millionen Dollar Abfluss in 22 Handelstagen

Ein Spot-Bitcoin-ETF ist ein Fonds, der echte Bitcoin verwahrt und dessen Anteile an einer Börse gehandelt werden. Kauft ein Anleger einen Anteil, muss der Fonds Bitcoin nachkaufen; verkauft er ihn, gibt der Fonds Bitcoin ab. Deshalb sind die täglichen Netto-Ströme dieser Fonds eine der wenigen Zahlen, an denen sich Nachfrage direkt ablesen lässt.

Über den Oktober hinweg kamen nach den Daten von Farside Investors, aufbereitet von TFTC, 515,0 Millionen Dollar netto heraus, und zwar auf der Abflussseite. Verteilt waren sie auf 22 Handelstage, von denen 13 einen Zufluss und 9 einen Abfluss brachten. Die Mehrheit der Tage war also positiv.

Das ist der erste Punkt, an dem die Monatszahl in die Irre führt. Wer nur die 515 Millionen liest, stellt sich einen Monat mit stetigem Verkaufsdruck vor. Gezählt wurde das Gegenteil: An zwei von drei Handelstagen floss Geld zu.

Ein Handelstag drehte den ganzen Monat

Bis zum 29. Oktober lag der Oktober bei 128,3 Millionen Dollar Netto-Zufluss. Die letzten vier Tage davor waren durchweg positiv: 110,3 Millionen am 26. Oktober, 176,0 Millionen am 27., 137,3 Millionen am 28. und noch 17,1 Millionen am 29. Oktober.

Dann kam Freitag, der 30. Oktober, mit 643,3 Millionen Dollar Abfluss an einem einzigen Tag. Diese Summe allein war größer als alles, was der Monat bis dahin eingesammelt hatte. Aus einem Plus von 128,3 Millionen wurde dadurch ein Minus von 515,0 Millionen.

Werkbank in dunkler Halle mit zwei ungleich hohen Stapeln geprägter Metallplatten und einem flachen Transportwagen, in der Bankplatte das Bitcoin-Zeichen als Gravur
Der eine Stapel wächst, der andere schrumpft, die Summe der Bitcoin in den Fonds bleibt fast gleich.

Dass ein Monatsschluss solche Bewegungen trägt, ist nicht ungewöhnlich. Der 30. Oktober war ein Freitag und zugleich der letzte Handelstag des Monats, an dem Fonds ihre Bücher für den Monatsbericht schließen und Positionen nachziehen. Der Umsatz am Bitcoin-Kassamarkt lag am 31. Oktober bei 201,3 Milliarden Dollar, dem Vierfachen des Tagesdurchschnitts der Vorwoche.

BlackRock sammelt ein, Fidelity und ARK geben ab

Die zweite Zahlenreihe erklärt mehr als die Monatssumme. Aufgeschlüsselt nach Anbietern sah der Oktober so aus: BlackRock nahm mit seinem Fonds IBIT 931,8 Millionen Dollar auf. Morgan Stanley kam auf 34,6 Millionen, Franklin Templeton auf 12,0 Millionen, CoinShares auf 1,5 Millionen.

Auf der anderen Seite stand Fidelity mit 754,6 Millionen Dollar Abfluss aus dem FBTC, ARK Invest und 21Shares mit 444,1 Millionen aus dem ARKB, Grayscale mit 184,1 Millionen aus dem GBTC und 11,2 Millionen aus dem kleineren Schwesterfonds, dazu Bitwise mit 84,0 Millionen, Invesco mit 8,3 Millionen, VanEck mit 4,8 Millionen und WisdomTree mit 3,8 Millionen.

Addiert man nur die Zuflussseite, kommen 979,9 Millionen Dollar zusammen. Der Marktführer hat im Oktober also fast eine Milliarde Dollar aufgenommen, während die Verfolger zusammen rund 1,5 Milliarden abgaben. Für den Bitcoin-Preis zählt die Differenz, für das Bild vom Markt zählt die Richtung der beiden Ströme.

Wie ein ETF-Abfluss überhaupt auf den Kurs wirkt

Ein Abfluss bedeutet nicht, dass der Fonds am selben Tag Bitcoin verkauft. Anteile werden zunächst zwischen Anlegern gehandelt. Erst wenn der Kurs des Anteils dauerhaft unter dem Wert der dahinterliegenden Bitcoin liegt, lohnt es sich für einen zugelassenen Händler, Anteile einzusammeln und beim Fonds gegen Bitcoin zurückzugeben. Dieser Mechanismus heißt Rücknahme, und erst an dieser Stelle verlassen Bitcoin den Fonds.

Wandert Geld von einem Fonds in einen anderen, geschieht beides zugleich: Der eine gibt Bitcoin ab, der andere nimmt sie auf. Am Angebot im Markt ändert das wenig, weil derselbe Bestand nur den Verwahrer wechselt. Genau dieses Muster trug der Oktober. Die Summe aller Bitcoin in den US-Spot-ETFs veränderte sich um einen Bruchteil dessen, was die Bruttoströme der einzelnen Anbieter vermuten lassen.

Praktisch heißt das: Eine Monatszahl von 515 Millionen Dollar ist gegenüber einem Marktwert von 1,577 Billionen Dollar ein Anteil von 0,03 Prozent. Als Erklärung für eine Kursbewegung taugt sie allein nicht.

Was sich seit dem Kursartikel vom 1. November geändert hat

Am Sonntagmorgen stand hier, dass Bitcoin bei 77.725 Dollar lag und der Markt so still war wie zuletzt am 17. Oktober, nachzulesen in der Auswertung der engsten Tagesspanne. Seitdem sind 718 Dollar oder 0,92 Prozent hinzugekommen.

Die Stille ist vorbei. Die Tagesspanne von 77.616 bis 78.733 Dollar beträgt 1.117 Dollar oder 1,4 Prozent und ist damit mehr als doppelt so weit wie die des Vortags. Der Umsatz hat sich von 43,6 auf 78,1 Milliarden Dollar erhöht. Die Stimmung bleibt dennoch gedrückt: Der Fear-and-Greed-Index von alternative.me steht am 2. November bei 37 Punkten und damit im Bereich Angst, nach 34 am 1. November und 30 am 31. Oktober. Die Richtung zeigt nach oben, das Niveau bleibt niedrig.

Warum deutsche Anleger diese Fonds nicht kaufen können

An dieser Stelle trennen sich Marktbeobachtung und eigenes Depot. Die oben genannten Fonds sind in den USA zugelassen. Für Privatanleger in der EU sind sie in der Regel nicht erwerbbar, weil ihnen das Basisinformationsblatt nach der europäischen PRIIPs-Verordnung fehlt. Ohne dieses Dokument darf ein Broker das Produkt an Privatkunden nicht verkaufen.

Wer in Deutschland auf Bitcoin setzen will, hat damit zwei Wege. Der erste ist der direkte Kauf der Kryptowährung über eine Handelsplattform, bei der die Coins anschließend entweder auf der Plattform oder in einer eigenen Wallet liegen. Welche Anbieter dafür in Deutschland zugelassen sind und was sie kosten, steht im Vergleich der Krypto-Börsen. Der zweite Weg führt über börsengehandelte Schuldverschreibungen, die den Bitcoin-Kurs nachbilden und im normalen Wertpapierdepot liegen.

Zwei Messingglocken verschiedener Größe an einem Eichenbalken in einer nachtdunklen Halle, die kleinere vorn im Licht, am Balkenfuß das Bitcoin-Zeichen als Gravur im Stein
Zwei Termine prägen diese Woche, der nähere liegt schon am Dienstag.

Haltefrist oder Verlusttopf: Der steuerliche Unterschied

Zwischen diesen beiden Wegen liegt steuerlich eine Grenze, und sie ist für die Rendite oft wichtiger als eine Gebührendifferenz. Beim direkten Kauf gilt Bitcoin als anderes Wirtschaftsgut nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes. Wer mindestens ein Jahr hält, zahlt auf den Gewinn keine Steuer. Wer früher verkauft, versteuert ihn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, wobei eine Freigrenze greift.

Ob diese Jahresfrist bleibt, ist offen. Die geplante Reform liegt beim Kabinett, ohne dass ein Beschluss vorliegt; den jeweils aktuellen Stand führen wir auf der Seite zur Krypto-Haltefrist und ihrer Reform nach.

Bei einer Schuldverschreibung auf Bitcoin greift stattdessen die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, und zwar unabhängig von der Haltedauer. Dafür laufen Gewinne und Verluste über den Verlusttopf des Depots und lassen sich mit anderen Kapitalerträgen verrechnen. Was dabei beim Wechsel der Bank passiert, haben wir im Text zum Depotübertrag mit Krypto-ETN aufgeschrieben. Wer beide Wege parallel nutzt, braucht eine Aufstellung, die Haltefristen und Anschaffungskosten je Tranche führt; Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Steuer-Tools.

Diese Marken zählen nach oben und unten

Nach unten ist das Tagestief von 77.616 Dollar die erste Begründung, nach ihm der Samstagsschluss von 77.223 Dollar. Darunter liegt die 77.370-Dollar-Marke, an der sich am 1. November die Frage nach der Prämie am Terminmarkt entschied.

Nach oben begrenzt zunächst das Tageshoch von 78.733 Dollar. Die nächste begründete Hürde ist der 80.000er Bereich, in dem Bitcoin vom 25. bis 29. Oktober vier Tagesschlusskurse hinterlassen hat, zwischen 80.029 und 80.811 Dollar. Erst darüber kommt das Monatshoch von 84.082 Dollar in Reichweite.

Zwei Termine bestimmen die Woche

Am Dienstag, dem 3. November, wählen die USA ihren Kongress neu. Die Zusammensetzung beider Kammern entscheidet darüber, welche Krypto-Gesetzesvorhaben in der zweiten Hälfte der Amtszeit überhaupt eine Mehrheit finden können.

Der zweite Termin ist Dienstag, der 10. November, mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank und neuen Inflationsdaten. Für Bitcoin zählt dieser Termin über den Umweg der Realzinsen: Je länger das Geld teuer bleibt, desto teurer wird das Halten einer Anlage ohne laufenden Ertrag.

Unsere Einschätzung zur ETF-Bilanz

Aus Sicht der Redaktion taugt die Oktoberbilanz nicht als Beleg dafür, dass institutionelles Geld Bitcoin verlässt. Dafür sprechen drei Zahlen aus diesem Text: 13 von 22 Handelstagen waren positiv, der Monat lag bis zum 29. Oktober mit 128,3 Millionen Dollar im Plus, und der Marktführer nahm 931,8 Millionen Dollar auf, während die Verfolger abgaben. Das Muster ist eine Verschiebung von Anteilen zwischen Anbietern.

Dagegen spricht, dass ein einzelner Tag mit 643,3 Millionen Dollar Abfluss zeigt, wie schnell diese Fonds Druck erzeugen können, wenn sich mehrere große Adressen gleichzeitig bewegen. Und die Umschichtung erklärt nicht, warum der Kurs 6,7 Prozent unter seinem Monatshoch steht. Wer die ETF-Ströme als Frühindikator nutzen will, muss sie nach Anbietern lesen und nicht als eine Summe. Ein Totalverlust bleibt bei Kryptowährungen möglich.

ETF-Bilanz des Oktobers: Die 643-Millionen-Nachprobe am Montag entscheidet

Ob der 30. Oktober ein Monatsschluss-Effekt war oder der Beginn einer Reihe, zeigt der heutige Handelstag. Drei Schritte sind dafür sinnvoll:

  1. Die Tagesströme der US-Fonds ab heute einzeln nach Anbieter verfolgen, nicht als Summe. Wiederholt sich das Muster aus dem Oktober, nimmt BlackRock auf, während Fidelity und ARK abgeben.
  2. Den eigenen Zugangsweg festlegen, bevor der Kurs zur Eile drängt. Der direkte Kauf und die Schuldverschreibung unterscheiden sich steuerlich deutlich; die zugelassenen Plattformen stehen im Börsenvergleich, ein regelmäßiger Kauf lässt sich über einen Bitcoin-Sparplan abbilden.
  3. Die eigenen Haltefristen je Tranche dokumentieren, solange die Jahresfrist nach Paragraf 23 EStG gilt. Eine Aufstellung dafür liefern die Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur ETF-Bilanz von Bitcoin

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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