Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin ETF Abflüsse: Über 1 Milliarde Dollar im Oktober weg, verkauft die Wall Street jetzt?

Bitcoin- und Ethereum-ETFs verlieren im Oktober über 1 Milliarde Dollar. Wer verkauft, wer kauft noch und was das für deine Coins bedeutet.

Krypto news
4 Min. Lesezeit
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Kategorien: Crypto News

Das Geld, das Bitcoin auf sein Allzeithoch getragen hat, sucht gerade den Ausgang. Die US-Spot-ETFs auf $Bitcoin und $Ethereum haben im Oktober bis Donnerstag netto 986,3 Millionen Dollar verloren, so die Daten von Farside Investors. Mit den Zahlen vom Freitag liegt der Monat jetzt über der Marke von 1 Milliarde Dollar. Nimmt man alle Krypto-ETFs zusammen, also auch $Solana, $Zcash und $Hyperliquid, flossen allein in dieser Woche 1,29 Milliarden Dollar ab.

Das ist die größte Verkaufswelle seit Juni. Was steckt dahinter, und musst du dir Sorgen machen?

Warum ziehen Anleger gerade Geld aus Bitcoin ETFs ab?

Zwischen Montag und Freitag verloren die Bitcoin-ETFs 678,9 Millionen Dollar. Eine Woche zuvor waren noch 241,1 Millionen Dollar hereingekommen. Allein am Mittwoch gingen 484,9 Millionen Dollar raus, der höchste Tagesabfluss seit dem 25. Juni. Am Donnerstag folgten weitere 244,1 Millionen Dollar.

Die Verkäufe verteilten sich dabei sehr ungleich. Fidelitys FBTC verlor 380,3 Millionen Dollar, ARKB von ARK 21Shares 207,2 Millionen Dollar. Diese beiden Fonds trugen den Großteil der Last. BlackRocks IBIT, der größte Bitcoin-Fonds der Welt, beendete die Woche mit einem minimalen Zufluss von 1,1 Millionen Dollar. Ein Abfluss von 207,7 Millionen Dollar am Mittwoch hatte zwei starke Kauftage zuvor komplett ausradiert.

Entscheidend ist das Timing. Der Bitcoin Kurs rutschte am Donnerstag bis auf 80.427 Dollar ab, bevor er sich wieder über 82.000 Dollar erholte. Die ETF-Verkäufe fielen genau in diese Schwächephase. Wenn institutionelle Anleger in fallende Kurse hinein verkaufen, reduzieren sie in der Regel Risiko. Sie schichten nicht um.

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BTC/USD-Diagramm

Welcher Ethereum ETF steckt hinter den Abflüssen?

Während Bitcoin-ETFs eine schlechte Woche hatten, haben Ethereum-ETFs einen schlechten Monat. Die Ether-Fonds verzeichnen inzwischen neun Handelstage in Folge Nettoabflüsse. Die Serie begann am 29. September und hat seitdem rund 700 Millionen Dollar aus den Produkten gezogen. Mehr als eine halbe Milliarde Dollar davon entfällt allein auf den Oktober.

Ein Fonds dominiert die Geschichte: BlackRocks ETHA. Von den 542,2 Millionen Dollar, die diese Woche aus Ethereum-ETFs abflossen, gingen 477,1 Millionen Dollar auf sein Konto, rund 88 Prozent. Am Dienstag entsprach der ETHA-Abfluss von 201,9 Millionen Dollar exakt dem Verlust der gesamten Kategorie. Einzig der neue Fonds MSSE von Morgan Stanley beendete die Woche mit einem Plus, bescheidene 1,3 Millionen Dollar.

Zur Einordnung: Ethereum-ETFs verwalten derzeit rund 15,6 Milliarden Dollar, Bitcoin-Fonds etwa 105 Milliarden Dollar. Ein Wochenabfluss von 542 Millionen Dollar reißt bei ETH ein deutlich größeres Loch als dieselbe Summe bei BTC.

Bluten auch Solana, Zcash und Hyperliquid ETFs?

Ja, und genau das macht diese Woche besonders. Solana-ETFs verloren an fünf negativen Handelstagen 25 Millionen Dollar, das meiste davon aus Bitwises BSOL. Der Zcash-Fonds ZCSH gab 30,8 Millionen Dollar ab, nach 77,6 Millionen Dollar in der Vorwoche. Macht 108,4 Millionen Dollar in zwei Wochen. Hyperliquid-Produkte verloren 9,4 Millionen Dollar.

Für sich genommen ist keine dieser Zahlen dramatisch. Zusammen zeigen sie aber: Jede einzelne Krypto-ETF-Kategorie stand gleichzeitig im Minus. Das gab es zuletzt im Sommer.

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Was bedeuten die ETF-Abflüsse für den Bitcoin Kurs?

ETF-Flüsse sind nicht der einzige Kurstreiber, aber der sichtbarste. Das On-Chain-Analysehaus Glassnode schrieb diese Woche, der jüngste Ausbruch bei Bitcoin brauche mehr Spot-Volumen und neue ETF-Käufe, um sich als tragfähig zu erweisen. Aktuell bekommt er weder das eine noch das andere.

Der Lichtblick ist der Freitag. Die Bitcoin-ETFs kehrten mit 21,1 Millionen Dollar zu einem kleinen Nettozufluss zurück, angeführt von IBIT. Ein grüner Tag beendet keinen Trend, deutet aber darauf hin, dass sich die Panikverkäufe vorerst erschöpft haben. Die Marktstimmung inklusive Liquidationen und Fear-and-Greed-Index findest du auf der CryptoTicker Charts-Seite.

Ist das eine Kaufchance oder ein Warnsignal?

Das hängt von deinem Zeithorizont ab. Kurzfristig lässt sich eine Serie von neun Abflusstagen bei Ethereum und die größte Bitcoin-ETF-Rücknahme seit Juni schwer als bullisch verkaufen. Mittelfristig haben sich ETF-Abflüsse in der Vergangenheit oft rund um lokale Tiefs gehäuft, und die Fonds halten weiterhin deutlich über 120 Milliarden Dollar an Krypto-Vermögen. Die Wall Street ist nicht gegangen. Sie ist kurz vor die Tür.

Die Zahl, auf die es nächste Woche ankommt, ist simpel: Hört ETHA auf zu bluten? Solange BlackRocks Ethereum-Anleger weiter auf Verkaufen drücken, wird der Gesamtmarkt kaum einen Boden finden.

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