Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Krypto-News heute: Restriktive Fed, 70-Mio.-Hack und ein schwacher Bitcoin-Start in den August

Krypto-News heute: Die Fed stimmte 9 zu 3, ein Coldcard-Fehler kostete 70 Mio. $ in BTC, die ETFs drehten ins Minus. Die Woche im Überblick.

Featured image of Krypto-News heute: Restriktive Fed, 70-Mio.-Hack und ein schwacher Bitcoin-Start in den August
10 Min. Lesezeit
Teilen:
Kategorien: Crypto News

Die Woche vom 27. Juli bis zum 2. August brachte eine ungewöhnliche Häufung von Kurstreibern: eine Zinspause der Fed mit deutlich restriktivem Unterton, den größten Ausfall eines Hardware-Wallets in der Geschichte von Bitcoin, eine Abflusswelle bei den ETFs zum Monatsende sowie ein Regulierungspaket, dem im US-Senat die Zeit ausgeht.

$Bitcoin hat all das verkraftet und schließt die Woche mit einem Minus von rund 2 % bei 63.152,94 $ (Stand: Sonntagmittag). Genau diese verhaltene Reaktion ist der aussagekräftigste Datenpunkt der Woche. Sie deutet auf einen Markt hin, der einen erheblichen Teil der schlechten Nachrichten bereits eingepreist hat.

Im Folgenden: was den Markt bewegt hat, warum es relevant ist und welche Termine in der kommenden Woche für Bewegung sorgen dürften.

Was waren die wichtigsten Krypto-News dieser Woche?

Vier Entwicklungen hatten spürbares Gewicht:

  1. Die Fed ließ die Zinsen unverändert, doch drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung. Die Wahrscheinlichkeit einer Straffung im September liegt nun über 60 %.
  2. Ein Firmware-Fehler in Coldcard-Hardware-Wallets steht in Verbindung mit rund 70 Mio. $ gestohlener Bitcoin.
  3. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs beendeten die Woche im Minus, nach einem schweren Abflusstag zum Monatsultimo.
  4. Der CLARITY Act erreicht die Sommerpause des Senats ohne angesetzte Abstimmung.

Alles Weitere, darunter der Quartalsgewinn von Tether und die Handelsvolumina tokenisierter Aktien auf Solana, rangiert bei der Marktwirkung deutlich dahinter.

Warum war die Zinspause der Fed für Krypto trotzdem restriktiv?

Am 29. Juli beließ der FOMC den Leitzins in der Spanne von 3,50 % bis 3,75 %. Die Entscheidung selbst war erwartet worden, das Abstimmungsverhalten nicht. Das Gremium spaltete sich 9 zu 3, wobei drei Regionalpräsidenten für eine Anhebung um 25 Basispunkte votierten: Beth Hammack (Cleveland), Neel Kashkari (Minneapolis) und Lorie Logan (Dallas). Eine derart deutliche Spaltung gab es zuletzt im September 2016.

Fed-Chef Kevin Warsh verstärkte den restriktiven Ton auf der Pressekonferenz. Sinngemäß: Ein weiches Inflationsziel, ob offen oder implizit, gebe es unter diesem Gremium nicht.

Die Märkte reagierten unmittelbar. Das CME FedWatch Tool preist eine Anhebung um 25 Basispunkte im September inzwischen mit 61,4 % ein, nach 50,6 % vor einem Monat. Die Wahrscheinlichkeit eines Schrittes um 50 Basispunkte ist auf null gefallen, eine Zinssenkung wird überhaupt nicht mehr gehandelt. Die Prognosemärkte sehen es ähnlich, wenn auch verhaltener: Kalshi bepreist eine Anhebung mit 53 % gegenüber 44 % für unveränderte Zinsen, Polymarket mit 52 % zu 46 %.

Für digitale Vermögenswerte ist die Folge eindeutig. Ein ab September wieder anziehender Zinszyklus bedeutet höhere Realrenditen, einen festeren Dollar und weniger Bereitschaft, langfristiges Risiko zu tragen. Bemerkenswert ist allerdings die Reaktion am Entscheidungstag: Bitcoin hielt sich bei rund 64.000 $, während der S&P 500 etwa 1,5 % verlor, der Nasdaq 1,7 % und der Dow Jones 2,19 %. Krypto schlug sich damit besser als die Aktienmärkte, was untypisch ist und Beachtung verdient.

Wie verschwanden 70 Mio. $ in Bitcoin, ohne dass jemand ein Gerät berührte?

Am 30. Juli räumte ein Angreifer 1.196 Bitcoin-Adressen innerhalb von 41 Minuten leer und erbeutete 1.082,65 BTC im Gegenwert von rund 70,2 Mio. $. Galaxy Research führt den Vorgang auf einen Firmware-Fehler bei Coldcard zurück, dem auf Bitcoin spezialisierten Hardware-Wallet des kanadischen Herstellers Coinkite.

Der Mechanismus unterscheidet diesen Fall von einem gewöhnlichen Angriff. Ein Integrationsfehler in der Firmware aus dem März 2021 leitete die Seed-Erzeugung auf einen deterministischen Pseudozufallszahlengenerator in Software um, statt den Hardware-Zufallszahlengenerator des STM32 zu nutzen. Wer die Geräte-UID, den Timer-Zustand und die vorangegangenen Aufrufe des Generators hinreichend eingrenzen konnte, war damit in der Lage, mögliche Seeds offline zu rekonstruieren, ganz ohne Zugriff auf das Gerät. Die so gewonnenen Schlüssel wurden anschließend gegen öffentliche Blockchain-Daten geprüft und aus der Ferne abgeräumt.

Die Transaktionen trugen einheitliche Gebühren von 30 sat/vB, wiesen keine Wechselgeld-Ausgänge auf und ballten sich in den Blöcken 960.183 bis 960.191. Das spricht für einen vollständig automatisierten Ablauf. Die Beute liegt derzeit auf vier Adressen und wurde bislang nicht bewegt.

Coinkite hat das Versagen eingeräumt. Geschäftsführer Rodolfo Novak entschuldigte sich und übernahm die volle Verantwortung für den Firmware-Fehler. Das eigene Prüfverfahren habe ihn nicht erkannt. Für sämtliche betroffenen Modelle liegen inzwischen Notfall-Updates vor: Version 4.2.0 oder höher für den Mk3, 5.6.0 oder höher für Mk4 und Mk5 sowie 1.5.0Q oder höher für den Coldcard Q.

Ein Punkt ist für Betroffene entscheidend: Das Firmware-Update allein schützt die Bestände nicht. Die privaten Schlüssel, die aus einem kompromittierten Seed abgeleitet wurden, bleiben unverändert. Wer betroffen ist, muss auf der korrigierten Firmware eine vollständig neue Wiederherstellungsphrase erzeugen und die eigenen Bitcoin dorthin übertragen. Galaxy warnt zudem, dass weitere Angriffe auf jede über Coldcard erzeugte Adresse möglich bleiben, und zwar auch dann, wenn sie dem Muster vom 30. Juli nicht entsprechen.

Der Vorfall trifft auf ein ohnehin schwieriges Sicherheitsjahr. Nach Angaben des Blockchain-Sicherheitsunternehmens Blockaid verloren Krypto-Projekte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 1 Mrd. $ durch Hacks.

Größere Bestände auf nur einem Gerät? Verschaff dir einen Überblick, bevor du deinen Seed migrierst. 👉 Zum Hardware-Wallet-Vergleich

Was sagen die ETF-Ströme über die institutionelle Nachfrage?

Das Bild bleibt gemischt, mit wachsender Neigung zu Ethereum.

In der Woche zum 31. Juli verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 61,53 Mio. $, während die Ethereum-Pendants 27,42 Mio. $ einsammelten und Solana-ETFs rund 2,82 Mio. $. Aus HYPE-Produkten flossen etwa 14,75 Mio. $ ab, was zum Wochenminus des Tokens von 11 % passt.

Der Schaden bei Bitcoin konzentrierte sich auf eine einzige Sitzung. Am 31. Juli zogen Anleger 265,4 Mio. $ ab und drehten damit die Zuflüsse von 233,1 Mio. $ des Vortages ins Gegenteil. Auf BlackRocks IBIT entfielen davon 122,7 Mio. $, auf Fidelitys FBTC 54,8 Mio. $ und auf Grayscales GBTC 52,6 Mio. $.

Auf Monatssicht fällt die Bilanz freundlicher aus. Der Juli schloss bei den Bitcoin-ETFs mit Nettozuflüssen von 172,4 Mio. $ und beendete damit zwei Monate in Folge mit Abflüssen. Im Mai und Juni hatten knapp 7 Mrd. $ die Produktkategorie verlassen, allein der Juni war mit rund 4,5 Mrd. $ der schwächste Monat des Jahres 2026.

Die Ethereum-Produkte verbuchten die vierte Woche in Folge mit Zuflüssen und beendeten den Juli bei 365,2 Mio. $, dem zweiten positiven Monat des Jahres. Für 2026 insgesamt stehen sie weiterhin bei rund 1,1 Mrd. $ Nettoabfluss. Das ordnet die Bewegung als Erholung ein, nicht als Trendwende.

Das Gesamtbild: Institutionelle Anleger haben den Verkaufsdruck weitgehend eingestellt, kaufen aber noch nicht mit Überzeugung nach.

Wo stehen Bitcoin und die großen Coins aktuell?

Kurse am Sonntagmittag, dem 2. August, ohne Stablecoins:

CoinKurs24 Std.7 TageSeit Jahresbeginn
Bitcoin ($BTC)63.152,94 $+0,13 %-1,98 %-27,84 %
Ethereum ($ETH)1.867,56 $+0,03 %-0,70 %-37,06 %
$BNB583,35 $-0,43 %+2,16 %-32,42 %
$XRP1,07 $+1,68 %-1,74 %-41,34 %
Solana ($SOL)73,18 $+0,30 %-2,35 %-41,21 %
TRON ($TRX)0,3272 $-0,07 %-1,05 %+15,11 %
Hyperliquid ($HYPE)52,03 $-0,59 %-11,02 %+104,60 %
Dogecoin ($DOGE)0,0700 $+0,26 %-4,59 %-40,31 %
Zcash ($ZEC)473,79 $+1,62 %-3,64 %-7,55 %
Cardano ($ADA)0,1853 $+7,31 %+12,36 %-44,31 %
Monero ($XMR)360,45 $-1,16 %-0,35 %-16,80 %

Cardano ist mit 12,36 % der klare Wochengewinner, und das Tagesplus von 7,31 % deutet darauf hin, dass die Bewegung noch läuft. Neben ADA schafft es nur BNB auf Wochensicht ins Plus. Größter Verlierer ist Hyperliquid mit einem Minus von 11,02 %, wobei der Token seit Jahresbeginn immer noch 104,60 % im Plus liegt. Neben HYPE ist TRON der einzige große Coin mit positiver Jahresbilanz.

Aussagekräftiger als die Wochenwerte ist ohnehin die Jahresspalte. Bitcoin liegt 2026 bislang 27,84 % im Minus und notiert weit unter den Höchstständen von über 126.000 $ aus dem ersten Halbjahr. Die meisten großen Altcoins stehen 32 % bis 44 % tiefer.

Charttechnisch handelt Bitcoin aktuell knapp unter der 200-Wochen-Linie bei rund 63.300 $, die Analysten von Marex als Dreh- und Angelpunkt der laufenden Spanne bezeichnen. Ein nachhaltiges Unterschreiten von 62.500 $ öffnet den Weg in Richtung 60.000 $. Nach oben bilden die 20-Tage-EMA bei etwa 64.288 $ und die 50-Tage-EMA bei rund 64.891 $ den unmittelbaren Widerstandsbereich. Die 100-Tage-Linie bei 67.481 $ und die 200-Tage-Linie bei 73.133 $ halten den mittelfristigen Trend weiter im Korrekturmodus.

BTCUSD_2026-08-02_12-03-49.png

Seitwärtsmarkt statt Trend? Dann entscheiden Gebühren und Spreads über dein Ergebnis. 👉 Zum Krypto-Börsen-Vergleich

Ist der CLARITY Act für 2026 gescheitert?

Formal nicht, zeitlich beinahe. Der Digital Asset Market Clarity Act hat Ende Juli das Repräsentantenhaus und den Bankenausschuss des Senats passiert. Es gibt jedoch weder eine Abstimmung im Plenum noch einen Verfahrensantrag zur Beendigung der Debatte noch einen Termin im Kalender. Der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, rechnet nicht damit, dass die Vorlage vor Beginn der Sommerpause um den 7. August ins Plenum kommt. Vorrang haben zunächst Personalien und anschließend ein Sanktionsgesetz gegen Russland.

Die Analysten von Marex werten die Verzögerung als Wegfall der einzigen kryptospezifischen Stütze des Marktes: Der Katalysator, der institutionelles Kapital freisetzen sollte, liege vorerst auf Eis. Die Prognosemärkte teilen diese Einschätzung. Bei Polymarket fiel die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung im Jahr 2026 von über 80 % im Februar auf ein Rekordtief von knapp 24 % Mitte Juli und pendelte sich danach bei rund 35 % ein, als sich der Streit um die Ethikregeln verhärtete.

Die gesetzgeberische Grundlage steht. Das Repräsentantenhaus verabschiedete seine Fassung am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen, der Bankenausschuss des Senats stimmte am 14. Mai 2026 mit 15 zu 9 zu. Verstreicht das Zeitfenster vor der Sommerpause, gilt Anfang August den meisten Beobachtern als praktischer Schlusspunkt. Eine Abstimmung im Herbst konkurriert mit den Haushaltsverhandlungen und dem Wahlkampfkalender.

Welche Krypto-Termine stehen nächste Woche an?

Diese Termine fallen in den Zeitraum vom 3. bis 12. August:

  • Montag, 3. August: ISM-Index. Erwartet wird eine Erholung auf 54,0 Punkte für Juli. Entscheidend für die Inflationsentwicklung ist die Komponente der gezahlten Preise.
  • Mittwoch, 5. August: ADP-Bericht zur Beschäftigung in der Privatwirtschaft sowie Daten aus dem Dienstleistungssektor.
  • Freitag, 7. August, 14:30 Uhr MESZ: US-Arbeitsmarktbericht für Juli. Der wichtigste Termin der Woche und die zentrale Datengrundlage der Fed vor der September-Sitzung. Im Juni entstanden lediglich 57.000 Stellen gegenüber erwarteten 110.000, nach nach unten revidierten 129.000 im Mai. Ein starker Wert erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung und belastet Risikoanlagen, ein schwacher wirkt in die Gegenrichtung.
  • Freitag, 7. August: Um dieses Datum herum beginnt die Sommerpause des Senats. Damit schließt sich das Zeitfenster für den CLARITY Act im Jahr 2026, sofern nichts Unerwartetes geschieht.
  • Kommende Woche, Tag noch offen: Erwartet wird die Veröffentlichung von xrpld 3.3.0 für das XRP Ledger mit fünf vorgeschlagenen Amendments, darunter zwei Funktionen, die zuvor wegen entdeckter Fehler zurückgezogen worden waren.
  • Dienstag, 11. August: Frist für das Mainnet-Upgrade des Pi Network.
  • Mittwoch, 12. August, 14:30 Uhr MESZ: US-Verbraucherpreisindex für Juli. Zusammen mit dem Arbeitsmarktbericht entscheidet dieser Wert faktisch über die September-Sitzung.
  • Mittwoch, 12. August: Aptos schaltet um 2:00 Uhr UTC rund 11,31 Mio. APT frei, etwa 0,54 % des Gesamtangebots.

Etwas weiter voraus: Die nächste Zinsentscheidung der Fed steht am Mittwoch, dem 16. September, um 20:00 Uhr MESZ an.

Worauf sollten Anleger jetzt achten?

Drei Faktoren, nach Bedeutung geordnet.

  1. Der Arbeitsmarktbericht am Freitag. Er ist die wichtigste Einzelgröße für die Frage nach einer Zinsanhebung im September, und diese Frage bestimmt derzeit die Richtung am Kryptomarkt. Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt schwächt die Argumente für eine Straffung und nimmt Druck von Risikoanlagen. Ein robuster Wert bestätigt die drei Abweichler im FOMC.
  2. Die Marke von 62.500 $. Bitcoin hat die untere 60.000er-Spanne die ganze Woche verteidigt und notiert nun knapp unter der 200-Wochen-Linie. Fällt die Marke, droht ein erneuter Test bei 60.000 $. Eine Rückeroberung der 50-Tage-EMA bei rund 64.900 $ wäre dagegen das erste belastbare Zeichen zurückkehrender Dynamik.
  3. Die ETF-Ströme am Montag und Dienstag. Der Abfluss vom 31. Juli ging teilweise auf Umschichtungen zum Monatsende zurück. Setzen sich die Rückgaben im neuen Monat fort, wäre das eine echte Positionierung und kein Kalendereffekt.

Am größeren Bild ändert sich vorerst nichts. Der Markt hat im Juli eine ganze Serie schlechter Nachrichten verarbeitet, geht aber vorsichtig in einen saisonal traditionell schwankungsanfälligen August. Die Hauptrisiken bleiben die Zinserwartungen und die Arbeitsmarktdaten. Dass Bitcoin eine restriktive Fed, einen Wallet-Exploit über 70 Mio. $ und ein blockiertes Regulierungsgesetz innerhalb einer Woche mit nur 2 % Minus verkraftet, ist der beste verfügbare Beleg dafür, wie viel Pessimismus in den aktuellen Kursen bereits steckt.

Vielleicht auch interessant