Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

3 Gründe, warum der Kryptomarkt der Zinserhöhung standhält

Die Fed erhöht, das CLARITY-Gesetz scheitert, und der Kryptomarkt bleibt ruhig. Drei Gründe, warum das eine Konsolidierung ist und kein Bruch.

Krypto news
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Kategorien: Altcoin News

Diese Woche hätte die Rally beenden sollen. Am Dienstag stoppte der US-Senat das wichtigste Krypto-Gesetzesvorhaben seit Jahren, am Mittwoch erhöhte die US-Notenbank zum ersten Mal seit 2023 die Zinsen. Zwei Belastungsfaktoren innerhalb von 24 Stunden, beide mit klarer Richtung nach unten.

$Bitcoin notiert am Freitag bei rund 77.900 US-Dollar, nach einem vorherigen Schlusskurs von 76.559 US-Dollar und einer Tagesspanne zwischen 76.289 und 78.051 US-Dollar. Der Kurs gab nach, holte alles wieder auf und steht damit ungefähr dort, wo er die Woche begonnen hat. Das ist keine Schwäche, sondern eine Konsolidierung. Und dafür gibt es drei handfeste Gründe.

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BTC-Chart in USD

Was passiert gerade wirklich am Kryptomarkt?

Der Zusammenhang ist wichtig. In den vergangenen 30 Tagen hat Bitcoin um 20,5 Prozent zugelegt, von rund 64.000 US-Dollar Mitte August bis in den Bereich knapp unter 80.000 US-Dollar. Der Durchschnittskurs lag in dieser Zeit bei 77.286 US-Dollar. Allein im August betrug das Plus 25 Prozent.

Ein Markt, der binnen eines Monats ein Fünftel an Wert gewinnt, läuft selten ohne Pause weiter. Er bildet eine Spanne, baut Hebelpositionen ab und wartet auf den nächsten Impuls. Genau das passiert seit Tagen zwischen 75.000 und 78.000 US-Dollar.

Grund 1: Die schlechten Nachrichten steckten längst im Kurs

Die Terminmärkte hatten die Zinserhöhung mit rund 93 Prozent eingepreist. Als die Entscheidung mit 12 zu 0 Stimmen fiel, sprang Bitcoin innerhalb von fünf Minuten auf etwa 76.500 US-Dollar und gab den Anstieg innerhalb einer halben Stunde wieder ab. Wenn ein Markt auf ein bestätigtes restriktives Ereignis kaum reagiert, hat er es bereits verdaut.

Beim CLARITY-Gesetz war es ähnlich. Der Anlagechef von Bitwise hatte seine Einschätzung schon vor der Abstimmung angepasst und argumentiert, der Bullenmarkt könne auch ohne Gesetz weiterlaufen. Sein Hinweis: Bitcoin stieg Anfang September über 80.000 US-Dollar, obwohl die Chancen auf eine Verabschiedung bereits sanken. Der Markt hatte den politischen Weg wochenlang neu bewertet.

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Grund 2: Die institutionelle Nachfrage ist nicht verschwunden

Das ist das stärkste Argument. Das verwaltete Vermögen der Bitcoin-ETFs liegt bei über 103 Milliarden US-Dollar, nachdem im August 3,52 Milliarden US-Dollar zuflossen. Es war der beste Monat des Jahres 2026.

Bei den Altcoin-Produkten sieht es ähnlich aus. Selbst an Tagen mit fallenden Kursen verzeichneten Ethereum-, Solana- und XRP-ETFs Nettozuflüsse von 10,95 Millionen, 10,19 Millionen und 14,38 Millionen US-Dollar. Die XRP-Fonds kamen auf elf Handelstage in Folge mit Zuflüssen von insgesamt rund 170 Millionen US-Dollar. Am 10. September investierte die Nasdaq 100 Millionen US-Dollar in Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, bei einer Bewertung von 21 Milliarden US-Dollar. Und am 9. September startete der Canary Staked TRX ETF als erster Spot-Staking-Fonds der USA.

Auch die Positionierung spricht dafür. JPMorgan wies am 16. September darauf hin, dass Gold-ETFs sämtliche Abflüsse des Jahres 2026 wieder aufgeholt haben, Bitcoin-ETFs dagegen erst etwa die Hälfte. Zudem liegen die Leerverkäufe auf den IBIT von BlackRock nahe dem Jahreshoch. Löst sich dieser Absicherungsdruck auf, wird daraus Rückenwind statt Bremse.

Grund 3: Die Regulierung läuft auch ohne den Kongress weiter

Das Scheitern des CLARITY-Gesetzes mit 49 zu 50 Stimmen wirkte wie eine Wand. Es ist eher ein Umweg.

Die SEC gab ihre Regulation Crypto Assets im August zur Kommentierung frei und hat inzwischen einen auf fünf Jahre angelegten Weg für den Handel mit tokenisierten US-Aktien geöffnet. Der Vorsitzende der CFTC hatte seine Mitarbeiter bereits angewiesen, einen Marktstrukturrahmen auf Basis bestehender Gesetze auszuarbeiten. Beides war vom Senatsvotum unabhängig.

Auch im Kongress ist es nicht still geworden. Der Finanzausschuss des Repräsentantenhauses brachte den American Reserve Modernization Act, H.R. 8957, mit 28 zu 21 Stimmen voran und hält damit die Idee einer strategischen Bitcoin-Reserve am Leben. Außerhalb der USA stellte die kanadische Finanzaufsicht klar, dass tokenisierte Bankeinlagen rechtlich klassischen Einlagen gleichgestellt sind. Die Richtung hat sich also nicht gedreht, nur das Vehikel ist ein anderes.

Was könnte den Bullenmarkt doch noch kippen?

Ehrlichkeit gehört dazu. Bitcoin liegt weiterhin rund 39 Prozent unter dem Allzeithoch von 128.198 US-Dollar aus dem Oktober 2025. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 57.833 bis 126.186 US-Dollar. Das ist eine Erholung, kein Ausbruch.

Das eigentliche Risiko bleibt die Fed. 16 von 18 Notenbankern erwarten mindestens eine weitere Erhöhung in diesem Jahr, vier sogar zwei. Damit steht die Dezember-Sitzung im Raum. Bei einer Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen von rund 5 Prozent und einer Korrelation von 0,89 zum S&P 500 sowie 0,91 zum Nasdaq handelt Krypto derzeit als Risikoanlage, nicht als Absicherung. Geben die Aktienmärkte nach, folgt der Kryptomarkt.

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