Krypto-Kurse heute: Bitcoin hält die 64.000-Dollar-Marke, Ethereum zieht davon
Bitcoin hält 64.000 $, die ETF-Zuflüsse drehen, die Iran-Spannungen bremsen die Rally – und alles blickt auf die Fed-Sitzung am 28./29. Juli.

Der Kryptomarkt geht mit vorsichtigem Plus ins Wochenende – nach ein paar wilden Tagen. Ein überraschend milder Inflationswert zu Wochenbeginn hievte Bitcoin kurz über 65.000 $ und Ethereum über 1.900 $, bevor der sechste Tag in Folge mit US-Luftangriffen auf den Iran die Risikoanlagen wieder nach unten zog. Aktuell halten die großen Coins ein moderates Wochenplus, liegen aber klar unter ihrem Stand vom Jahresanfang.
Hier kommt, was diese Woche bewegt hat – und worauf es jetzt ankommt.
Wo stehen die Krypto-Kurse gerade?
So sieht es an diesem Wochenende bei den großen Coins aus:
- Bitcoin ($BTC): rund 64.300 $, ein Wochenplus von etwa 3,3 %, im Jahresverlauf aber immer noch rund 27 % im Minus
- Ethereum ($ETH): rund 1.860 $, der Überflieger des Jahres 2026 – mit einem Plus von fast 40 % seit Jahresbeginn, während der Rest der großen Coins tiefrot dasteht
- $XRP: rund 1,14 $, die schwächste Wochenbewegung unter den Großen, hält sich aber knapp über der Marke von 1 $
- Solana ($SOL): Wochensieger unter den großen Coins mit einem Plus von fast 5 % – versucht gerade, in seine alte Handelsspanne zurückzufinden
- $BNB: rund 610 $, ein Tagesplus von über 1 %
Die Bitcoin-Dominanz liegt bei rund 57 %, das Handelsvolumen der letzten 24 Stunden bei knapp 36 Milliarden Dollar. Die Stimmung hat sich von den Tiefs im Juni erholt, bleibt aber angespannt.

Was hat den Markt diese Woche bewegt?
Drei Kräfte haben die Woche geprägt. Erstens ein milder Inflationsbericht zu Wochenbeginn, der die Hoffnung auf eine weniger aggressive Fed neu entfachte und die Kurse in der Wochenmitte kurz über 65.000 $ trieb. Zweitens meldete sich die Geopolitik zurück: Der sechste Tag mit US-Luftangriffen auf den Iran, dazu die faktisch gesperrte Straße von Hormus und steigende Ölpreise – das drückte die Lust auf Risikoanlagen wie Krypto. Drittens blieben die ETF-Zuflüsse ein Auf und Ab: Nach Rekordabflüssen von 4,5 Milliarden Dollar im Juni – dem schwächsten Monat aller Zeiten für die US-Spot-Bitcoin-ETFs – drehten die Flüsse Anfang Juli teilweise wieder ins Plus. Jetzt wartet der Markt gespannt auf die erste durchgängige Woche mit Nettozuflüssen, die viele Analysten als Signal zum Wiedereinstieg werten.
Ethereum lief weiter leise, aber stark. Analysten verweisen darauf, dass ETH historisch oft die Führung bei breiten Krypto-Erholungen übernimmt. Und auch charttechnisch sieht es solide aus: ETH hat wichtige gleitende Durchschnitte zurückerobert und drückt gegen den Widerstand am 100-Tage-EMA nahe 1.944 $ – ein stärkeres Bild als bei Bitcoin.
Warum hinkt Bitcoin immer noch hinterher?
Kurz gesagt: Bitcoins Schwäche in 2026 kommt nicht aus dem Krypto-Bereich selbst – sondern von den Kapitalflüssen und der Makro-Lage. Die ETF-Abflüsse haben eine große Nachfragequelle abgezogen, eine straffe Fed unter Chef Kevin Warsh hielt den Dollar fest, und über weite Strecken des Jahres wanderte Kapital in KI-Aktien. Warshs Juni-Sitzung brachte eine unmissverständlich harte Botschaft – der Dot-Plot deutet inzwischen eher auf eine mögliche Zinserhöhung 2026 hin als auf eine Senkung. Solange die ETF-Flüsse nicht dauerhaft ins Plus drehen, bleibt Bitcoins größte Nachfragestütze ein Wackelfaktor statt Rückenwind.
Was kommt nächste Woche?
Ein Termin überstrahlt alles: die Fed-Sitzung am 28./29. Juli. Der Markt preist inzwischen eine spürbare Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein – ein deutlicher Wandel gegenüber den Zinssenkungs-Erwartungen zu Jahresbeginn. Diese Sitzung gilt als Entscheider dafür, ob der jüngste Boden hält oder ob es noch eine Etage tiefer geht.
Darauf solltest du achten:
- Die Fed-Sitzung (28./29. Juli): der mit Abstand wichtigste Auslöser. Ein harter Kurs oder eine Zinserhöhung hält den Dollar oben und belastet Krypto; jede unerwartet lockere Wendung könnte der Befreiungsschlag sein, auf den Risikoanlagen warten.
- ETF-Zuflüsse: Achte auf eine durchgehende Zuflussserie über mehrere Tage – genau das ist das Signal, auf das viele institutionelle Anleger vor einem Wiedereinstieg warten.
- Wichtige Bitcoin-Marken: Unterstützung bei rund 58.000 $, Widerstand nahe 63.800–65.000 $. Ein Halten über 61.000 $ hält das Erholungsszenario am Leben; ein klarer Bruch über den 100-Tage-EMA öffnet den Weg Richtung 68.000–70.000 $.
- Ethereum: Ein Ausbruch über den Widerstand bei rund 1.944 $ würde die Führungsrolle von ETH bestätigen.
- Geopolitik: Die Entwicklungen rund um den Iran und die Straße von Hormus bleiben ein heißer Risiko-Faktor, der das charttechnische Bild jederzeit überlagern kann.
Bis zur Fed-Sitzung ist mit einem seitwärts laufenden, von Schlagzeilen getriebenen Markt zu rechnen – die großen Coins dürften nervös bleiben, bis Klarheit von der Makro-Seite kommt.





























