Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Krypto-Markt rutscht ab: Bitcoin verliert 4,2 Prozent, 651 Millionen Dollar Long-Wetten liquidiert

Bitcoin hat seit Dienstagnachmittag 4,2 Prozent verloren, Ether und XRP noch mehr. Drei Gründe lassen sich belegen: Abflüsse aus den US-ETFs, 651 Millionen Dollar an zwangsweise geschlossenen Long-Wetten und ein Fed-Protokoll, das eine weitere Zinserhöhung in Aussicht stellt. Ein Crash ist es nicht, und was du vor einem Nachkauf prüfen solltest, steht hier.

Ein dunkler Heißluftballon sinkt in der Morgendämmerung langsam in ein nebliges Bergtal
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Abflüsse aus den US-ETFs auf Bitcoin und Ether, zwangsweise geschlossene Long-Positionen über 651 Millionen US-Dollar und ein Notenbank-Protokoll, das eine weitere Zinserhöhung in Aussicht stellt: Diese drei belegbaren Gründe haben den Kryptomarkt seit Dienstag nach unten gezogen. Bitcoin fiel vom Hoch bei 86.592 US-Dollar am Dienstagnachmittag, dem 6. Oktober 2026, binnen 24 Stunden um 4,2 Prozent auf 82.952 Dollar. Ether verlor vom Hoch bis zum Tief am Mittwochabend 6,3 Prozent, XRP 7,1 Prozent, jeweils gemessen an den Stundenkursen von CoinGecko.

Am Donnerstagmorgen hat sich daran wenig geändert. Bitcoin kostet 83.401 Dollar und damit 2,4 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor, Ether 2.582 Dollar (minus 4,1 Prozent), XRP 1,43 Dollar (minus 4,6 Prozent) und Solana 116,63 Dollar (minus 3,1 Prozent). Ein Crash ist das trotzdem nicht: Auf Sicht von sieben Tagen liegt Bitcoin nur 0,25 Prozent im Minus, der Kurs ist also auf den Stand der Vorwoche zurückgefallen. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen beträgt nach CoinGecko 2,85 Billionen US-Dollar.

Eine dunkle Welle zieht sich in der Abenddämmerung von einem Basaltufer zurück
Acht der zehn größten Kryptowährungen ohne Stablecoins lagen am Donnerstagmorgen auf 24 Stunden im Minus.

Krypto-Markt im Minus: Acht der zehn größten Coins fallen

Der Rückgang ist breit. Von den zehn größten Kryptowährungen ohne Stablecoins liegen am Donnerstagmorgen acht auf 24 Stunden im Minus. Am stärksten verlieren XRP mit 4,6 Prozent, Dogecoin mit 4,5 und Ether mit 4,1 Prozent, dahinter folgen Hyperliquid mit 3,7 und Solana mit 3,1 Prozent. Bitcoin und Zcash geben je 2,4 Prozent ab. Fast unverändert sind nur BNB mit einem Minus von 0,5 Prozent sowie Tron und Monero, die minimal zulegen.

Balkendiagramm: 24-Stunden-Veränderung der zehn größten Kryptowährungen am 8. Oktober 2026, acht im Minus, am stärksten XRP mit minus 4,6 Prozent, Bitcoin minus 2,4 Prozent, nur Tron und Monero knapp im Plus
Acht der zehn größten Kryptowährungen ohne Stablecoins und tokenisierte Kredite liegen auf 24 Stunden im Minus, Bitcoin ist hervorgehoben.

Ether fällt fast doppelt so stark wie Bitcoin, und genau dort lassen sich die Gründe am deutlichsten messen: bei den ETF-Abflüssen und bei den Liquidationen. Wie sich einzelne Coins am Mittwoch geschlagen haben, steht in unseren Analysen zu Cardano nach dem Ende der Leios-Rally und zu Dogecoin unter 9 Cent.

Grund 1: Die US-ETFs ziehen Geld ab, bei Ether seit sieben Handelstagen

Die börsengehandelten Spot-Fonds in den USA sind der größte regulierte Zugang institutioneller Anleger zu Bitcoin und Ether, ihre täglichen Zu- und Abflüsse gelten deshalb als Stimmungsmesser. Am Dienstag, dem 6. Oktober, flossen den Bitcoin-ETFs nach Daten von Farside Investors noch 118,8 Millionen US-Dollar zu, fast vollständig in den iShares Bitcoin Trust von Blackrock. Am Mittwoch drehte das Bild: Die übrigen Fonds meldeten zusammen Abflüsse von 277,2 Millionen Dollar, darunter 105,1 Millionen beim Bitcoin-Fonds von Fidelity und 101,7 Millionen beim Fonds von Ark und 21Shares. Die Meldung des iShares-Fonds stand am Donnerstagmorgen noch aus, die Bitcoin-ETF-Übersicht bei CoinGlass weist denselben Tageswert aus.

Bei Ether ist der Trend länger und deutlicher. Seit dem 29. September melden die Ether-ETFs an jedem Handelstag Nettoabflüsse, am Mittwoch zum siebten Mal in Folge. Allein am Dienstag zogen Anleger 201,9 Millionen Dollar aus dem iShares Ethereum Trust ab, am Mittwoch kamen 44,8 Millionen aus den kleineren Fonds hinzu, wieder noch ohne die Meldungen der beiden Blackrock-Fonds. Über die sieben Handelstage summiert sich das auf mindestens 452,7 Millionen Dollar, nachzulesen in der Ether-ETF-Übersicht bei CoinGlass. Was der anhaltende Abfluss für den Ether-Kurs bedeutet, haben wir am Mittwoch in der Analyse zum sechsten Abflusstag in Folge beschrieben.

Grund 2: 651 Millionen Dollar an Long-Wetten zwangsweise geschlossen

Den zweiten Schub lieferte der Terminmarkt. Nach Daten von CoinGlass wurden in den 24 Stunden bis Donnerstagmorgen Positionen im Wert von 713,2 Millionen US-Dollar zwangsweise geschlossen, 651,2 Millionen davon auf der Long-Seite, also Wetten auf steigende Kurse. Das sind gut 91 Prozent. Betroffen waren 123.822 Trader, die größte Einzelliquidation traf auf Binance eine Ether-Position über 26,6 Millionen Dollar.

Auffällig ist die Verteilung: Bei Ether wurden Long-Positionen über 236,8 Millionen Dollar liquidiert, bei Bitcoin 173,9 Millionen, obwohl der Bitcoin-Markt um ein Vielfaches größer ist. Solana und XRP folgen mit je rund 20 Millionen Dollar. Das passt zum Kursbild, in dem Ether fast doppelt so stark fiel wie Bitcoin. Die Mechanik dahinter ist immer dieselbe: Fällt der Kurs, reicht bei einer gehebelten Kaufposition die hinterlegte Sicherheit nicht mehr, und die Börse verkauft die Position zwangsweise. Dieser Verkauf drückt den Kurs weiter und erwischt die nächste Schicht an Positionen. Das Open Interest, also der Wert aller offenen Terminkontrakte, sank dabei nur um 1,5 Prozent auf 152 Milliarden Dollar. Der größte Teil der gehebelten Positionen ist also noch im Markt.

Grund 3: Die Fed stellt eine weitere Zinserhöhung in Aussicht

Am Mittwochabend um 20 Uhr deutscher Zeit veröffentlichte die US-Notenbank das Protokoll ihrer Sitzung vom 15. und 16. September. Damals hatte der Offenmarktausschuss unter dem Vorsitz von Kevin Warsh den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Das Protokoll zeigt, dass es dabei nicht bleiben soll: Die meisten Teilnehmer hielten eine weitere Anhebung bis zum Jahresende für wahrscheinlich angemessen. Mehrere bezeichneten den Leitzins als nicht oder nur leicht restriktiv, er bremst die Wirtschaft aus ihrer Sicht also kaum.

Höhere Zinsen verteuern Kredit und machen verzinste Anlagen attraktiver, für riskante Anlagen wie Kryptowährungen ist das Gegenwind. Ein Beleg, dass das Protokoll den Rücksetzer ausgelöst hat, ist der Zeitpunkt allerdings nicht: Bitcoin hatte sein Tief schon drei Stunden vor der Veröffentlichung erreicht. Ether markierte seinen tiefsten Stundenkurs bei 2.550 Dollar dagegen in der Stunde der Veröffentlichung, und XRP gab bis in den späten Mittwochabend weiter nach. Die nächste Zinsentscheidung steht laut Sitzungskalender der Fed am 28. Oktober an. Davor veröffentlicht das US-Arbeitsministerium am 14. Oktober die Verbraucherpreise für September.

Bitcoin verlässt die Börsen, und der Kurs fällt trotzdem

Ein Signal spricht auf den ersten Blick gegen den Rückgang: Die Bitcoin-Bestände auf Binance sind nach Daten der Analysefirma CryptoQuant zwischen dem 20. September und dem 5. Oktober um 41.700 BTC auf rund 663.100 BTC geschrumpft. Weniger Coins auf der Börse heißt in der gängigen Lesart weniger kurzfristiges Verkaufsangebot. Den Kurs hat das in dieser Woche nicht gestützt. Ein über zwei Wochen sinkender Börsenbestand ist eine langsame Größe, Liquidationen und ETF-Abflüsse wirken am selben Tag. Warum eine Reservezahl weniger aussagt, als sie verspricht, steht in unserer Analyse 41.700 Bitcoin verlassen Binance in gut zwei Wochen. Wer seine Coins nach dem Kauf von der Börse abzieht, findet passende Geräte im Hardware-Wallet-Vergleich.

Was der Rücksetzer für dich als Anleger in Deutschland bedeutet

Ein Rückgang von vier bis sieben Prozent in zwei Tagen ist am Kryptomarkt kein Ausnahmeereignis. Entscheidend ist, wie du darauf reagierst. Vier Punkte solltest du prüfen, bevor du verkaufst oder nachkaufst.

Silhouette eines Bergsteigers, der sich an einem gespannten Seil eine dunkle Felswand hinablässt
Wer mit Hebel handelt, braucht Abstand zum Liquidationspreis: In 24 Stunden wurden 651 Millionen Dollar an Long-Positionen zwangsweise geschlossen.

Hebel und Liquidation: Wer mit Hebel handelt, sollte zuerst den Liquidationspreis seiner Position kennen und den Abstand zum aktuellen Kurs in Prozent ausrechnen. Bei zehnfachem Hebel zehrt eine Gegenbewegung von rund zehn Prozent die gesamte Sicherheit auf, bei zwanzigfachem schon eine von rund fünf Prozent, und wegen der Mindestsicherheit schließt die Börse die Position meist noch früher. Der Rückgang von 4,2 Prozent bei Bitcoin hat eine zwanzigfach gehebelte Kaufposition damit an den Rand der Liquidation oder darüber hinaus gebracht. Die 651 Millionen Dollar an liquidierten Long-Wetten zeigen, wie viele Trader diesen Abstand zu knapp bemessen hatten.

Nachkaufen in Tranchen statt auf Verdacht: Ein Rücksetzer verleitet dazu, den ganzen Betrag auf einmal zu investieren, weil der Kurs günstig wirkt. Ob das Tief schon erreicht ist, weiß niemand. Wer nachkaufen will, teilt den Betrag besser in drei oder vier Teile und investiert sie in festen Abständen, etwa wöchentlich. So verteilt sich der Einstieg auf mehrere Kurse, und ein weiterer Rückgang trifft nur einen Teil des Geldes. Welche Anbieter unter europäischer Aufsicht stehen, zeigt der Vergleich der regulierten Kryptobörsen.

Marken beobachten statt blind absichern: Die Tiefs dieser Woche sind nützliche Beobachtungsmarken, bei Bitcoin rund 82.950 Dollar, bei Ether rund 2.550 Dollar und bei XRP rund 1,41 Dollar. Hält der Kurs darüber, spricht das für einen gewöhnlichen Rücksetzer. Fällt er darunter, ist das ein Anlass, die eigene Position neu zu prüfen, aber kein automatisches Verkaufssignal. Eine Stop-Order direkt auf einer solchen Marke wird bei einem kurzen Ausschlag leicht ausgelöst, ohne dass sich an der Lage etwas geändert hat. Wie sich die Kurse mittelfristig entwickeln könnten, ordnen unsere Prognosen für Bitcoin, Ethereum und XRP ein.

Haltefrist vor dem Verkauf prüfen: Wer verkaufen will, sollte vorher das Kaufdatum kennen. Bis ein neues Gesetz verkündet ist, gilt die einjährige Haltefrist nach § 23 Einkommensteuergesetz unverändert: Gewinne aus Coins, die du länger als ein Jahr gehalten hast, bleiben steuerfrei, ein Verkauf innerhalb der Frist ist steuerpflichtig. Ein Verlust aus einem solchen Verkauf lässt sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen. Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2026 will die Haltefrist für Käufe ab dem 1. Januar 2027 abschaffen, das Kabinett soll am 14. Oktober über ihn beschließen. Ein Nachkauf in diesem Jahr behält nach dem Entwurf die Jahresfrist. Was Steuerberater und Verbände am Entwurf kritisieren, steht in unserem Beitrag zur Krypto-Haltefrist vor dem Kabinett, Programme für die Gewinn- und Verlustrechnung über mehrere Börsen findest du im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

Krypto-Markt nach dem Rücksetzer: Diese Termine zählen bis Ende Oktober

  • 14. Oktober: US-Verbraucherpreise für September und Kabinettstermin zur Krypto-Haltefrist. Ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz.
  • 28. Oktober: Zinsentscheid der Fed. Nach dem Protokoll vom Mittwoch hält die Mehrheit im Ausschuss eine weitere Anhebung bis zum Jahresende für wahrscheinlich angemessen.
  • Jeden Handelstag: die ETF-Flüsse. Drehen die Ether-ETFs nach sieben Abflusstagen wieder ins Plus, fällt einer der drei Gründe weg.
  • Vor jedem Trade mit Hebel: der Abstand zum Liquidationspreis. Das Open Interest liegt weiter bei 152 Milliarden Dollar, der Hebel ist also noch im Markt.

Häufige Fragen zum Rücksetzer am Krypto-Markt

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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