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Bitcoin fällt unter 77.000 Dollar: Chip-Ausverkauf an der Nasdaq löst Liquidationswelle aus

Bitcoin ist am 5. November binnen einer Stunde von 78.767 auf 75.986 Dollar gefallen, Ether verlor über 6 Prozent. Auslöser war ein Ausverkauf bei Chipaktien an der Nasdaq, Zwangsliquidationen von über 560 Millionen Dollar verstärkten den Rutsch.

Zerspringende Münze mit dem Bitcoin-Zeichen, deren Splitter in einen dunklen Abgrund fallen
Bitcoin fällt am 5. November 2026 binnen einer Stunde unter 77.000 Dollar.
11 Min. Lesezeit
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Bitcoin ist am Donnerstagnachmittag binnen einer Stunde von 78.767 auf 75.986 Dollar gefallen, das sind rund 3,5 Prozent in 60 Minuten. Auf 24 Stunden gerechnet steht ein Minus von 5,3 Prozent, umgerechnet notiert Bitcoin bei rund 67.900 Euro (CoinGecko, Stand Donnerstagnachmittag). Auslöser war ein Ausverkauf bei Chipaktien an der Wall Street, der die Nasdaq um fast vier Prozent drückte und am Kryptomarkt eine Welle von Zwangsliquidationen auslöste.

Für Anleger in Deutschland ist das vor allem eine Frage der eigenen Position: Wer ohne Hebel hält, verliert Buchwert, aber keine Coins. Wer mit Hebel long gegangen ist, wurde in dieser Stunde womöglich bereits glattgestellt. Und wer nachkaufen will, sollte wissen, welche Kursmarken jetzt zählen und welche Termine am Freitag anstehen.

Bitcoin-Kurs am 5. November: Von 78.767 auf 75.986 Dollar in einer Stunde

Die Kursdaten von CoinGecko zeigen den Verlauf deutlich. Am Donnerstagnachmittag lag Bitcoin zunächst noch bei 78.767 Dollar, 25 Minuten später bei 77.021 Dollar und eine Stunde nach dem Ausgangswert bei 75.986 Dollar. Der höchste Stand der vergangenen 24 Stunden war 80.882 Dollar am Mittwochabend. Damit ist die Erholung nach den US-Zwischenwahlen, die Bitcoin am Mittwoch über 80.000 Dollar gebracht hatte, binnen eines Nachmittags aufgezehrt. Über diese Erholung hatte cryptoticker.io am 4. November im Artikel zum Sprung über 80.000 Dollar berichtet.

Noch kurz vor dem Einbruch war der Markt freundlich. Das Portal crypto.news meldete am frühen Donnerstagnachmittag einen Kurs von rund 79.356 Dollar und ein Tagesplus von 1,3 Prozent. Der Umschwung kam also nicht aus dem Kryptomarkt selbst, er kam mit der Eröffnung der US-Börsen und dem anschließenden Kursrutsch bei Technologiewerten.

Die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen fiel nach CoinGecko-Daten um 6,0 Prozent auf rund 2,58 Billionen Dollar. Der Anteil von Bitcoin daran, die sogenannte Bitcoin-Dominanz, liegt bei 59,1 Prozent. Die Dominanz misst, wie viel des gesamten Marktwerts auf Bitcoin entfällt; steigt sie in einem fallenden Markt, verlieren die übrigen Coins stärker.

Chip-Ausverkauf an der Nasdaq: Halbleiterindex SOX verliert über 9 Prozent

Der Ausgangspunkt lag an der Wall Street. Laut dem Live-Ticker von Yahoo Finance fielen die Aktien am Donnerstag plötzlich. Um 9:42 Uhr Ortszeit in Chicago stand die Nasdaq 3,8 Prozent im Minus, der S&P 500 2,1 Prozent und der Dow Jones 1 Prozent. Der Halbleiterindex der Philadelphia-Börse, kurz SOX, verlor mehr als 9 Prozent. Nvidia gab nach den Angaben dort rund 7 Prozent ab, Micron 12 Prozent, AMD 13 Prozent. Qualcomm brach nach seinen Quartalszahlen ein. Der Ausverkauf bei Chipwerten vernichtete laut Yahoo Finance rund 2 Billionen Dollar an Börsenwert und machte die Gewinne der Erholung vom Mittwoch nach den Zwischenwahlen wieder zunichte.

Als Gründe nennt Yahoo Finance mehrere Linien zugleich: den deutlichen Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen und die Frage, was er für Ausgaben in KI-Infrastruktur und für deren Regulierung bedeutet, die Lage rund um den Iran, Quartalszahlen und die Arbeitsmarktdaten. Die Schwäche von Bitcoin bringt Yahoo Finance zusätzlich mit dem Binance-Hack über 6,3 Milliarden Dollar aus der Vorwoche und der Unsicherheit über den Clarity Act in Verbindung. Wie dieser Hack mit dem Börsencrash Ende Oktober zusammenhing, hat cryptoticker.io in einer eigenen Analyse aufgeschlüsselt.

Dass Bitcoin mit Technologieaktien fällt, ist kein neues Muster. In Phasen, in denen große Anleger Risiko abbauen, verkaufen sie zuerst, was am stärksten geschwankt hat. Dazu gehören Chipaktien nach einer langen KI-Rallye ebenso wie Kryptowährungen. Bitcoin handelt rund um die Uhr, deshalb zeigt sich der Druck dort oft schneller als an anderen Märkten.

Makroaufnahme eines Halbleiter-Chips auf einer Platine mit rotem Warnlicht und aufsteigendem Rauch
Der Halbleiterindex SOX verlor am 5. November mehr als 9 Prozent, Bitcoin folgte binnen einer Stunde.

Liquidationen: Über 560 Millionen Dollar Long-Positionen in einer Stunde geschlossen

Den Fall beschleunigt haben Zwangsliquidationen. Eine Liquidation ist das automatische Schließen einer gehebelten Position durch die Börse, sobald die hinterlegte Sicherheit den Verlust nicht mehr deckt. Bei einer Long-Position, also einer Wette auf steigende Kurse, verkauft die Börse dann selbst und drückt damit den Kurs weiter. So entsteht eine Kette von Liquidationen, in der jede geschlossene Position die nächste auslöst.

Nach Daten von CoinGlass, die das Portal CryptoPotato zitiert, wurden in der vergangenen Stunde Positionen über mehr als 560 Millionen Dollar liquidiert, davon 530 Millionen Dollar auf der Long-Seite. Über 24 Stunden waren mehr als 165.000 Händler betroffen. Die größte einzelne Liquidation lag bei 6,62 Millionen Dollar auf Hyperliquid. Zum Vergleich: Bei der Erholung auf 81.000 Dollar waren laut CryptoPotato zuvor rund 380 Millionen Dollar an Short-Positionen zwangsweise geschlossen worden. Der Markt hat damit binnen eines Tages beide Seiten getroffen.

CryptoPotato zitiert außerdem die Analysefirma The Kobeissi Letter, nach deren Rechnung der S&P 500 in etwa einer Stunde 2,2 Billionen Dollar an Börsenwert verlor. Die Angaben zu Liquidationen unterscheiden sich je nach Zeitfenster und Zeitpunkt der Abfrage. Andere Meldungen vom selben Tag nennen für einzelne Stunden Werte zwischen rund 300 und knapp 600 Millionen Dollar; die Spanne ist deshalb belastbarer als eine einzelne Zahl.

Ether, Solana und XRP: Altcoins fallen stärker als Bitcoin

Wie in den meisten Abverkäufen trifft es die größeren Altcoins härter als Bitcoin. Ethereum verlor nach CoinGecko-Daten 6,2 Prozent auf rund 2.272 Dollar, das entspricht etwa 2.025 Euro. Solana fiel um 6,3 Prozent auf 90,58 Dollar, XRP um 5,0 Prozent auf 1,26 Dollar. Unter den 25 größten Coins ohne Stablecoins lagen Uniswap mit minus 11,0 Prozent und NEAR mit minus 10,1 Prozent am Ende der Liste.

Ether hatte am Vortag noch an der Marke von 2.500 Dollar gekratzt. Das 24-Stunden-Hoch lag bei 2.441 Dollar, am späten Donnerstagnachmittag stand der Kurs bei 2.264 Dollar und damit auf dem Tagestief. Für Halter von Altcoins bedeutet das: Die Schwankung ist im Abschwung größer als bei Bitcoin, und wer Altcoins mit Hebel handelt, erreicht seinen Liquidationspreis entsprechend früher.

Arbeitsmarktdaten und Fed: Warum 189.000 Erstanträge die Zinssenkungshoffnung dämpfen

Neben dem Chipsektor spielt die US-Geldpolitik hinein. Am Donnerstagmorgen meldete das US-Arbeitsministerium die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis 31. Oktober. Nach den Angaben, die crypto.news unter Berufung auf US News, AP und Reuters zusammenträgt, waren es 189.000, erwartet waren 196.000. Es ist der niedrigste Stand seit Mitte Juli, seit acht Wochen liegen die Erstanträge bei höchstens 200.000.

Ein starker Arbeitsmarkt ist für Aktien und Kryptowährungen ein zweischneidiges Signal. Er spricht gegen eine Rezession, gibt der US-Notenbank Fed aber weniger Grund, die Zinsen weiter zu senken. Der Leitzins liegt nach der Oktobersitzung bei 3,75 bis 4 Prozent. Händler könnten nach dieser Lesart weniger Zinssenkungen einpreisen, was riskante Anlagen belastet. Ein niedrigerer Zins macht Anlagen ohne laufenden Ertrag wie Bitcoin attraktiver; bleibt er hoch, fehlt dieser Rückenwind.

Die ETF-Daten vom Vortag waren noch freundlich. Laut crypto.news flossen am 4. November netto 74,6 Millionen Dollar in die US-Spot-ETFs auf Bitcoin, nach drei Tagen mit Abflüssen. Fidelitys FBTC nahm 236,7 Millionen Dollar ein, BlackRocks IBIT verzeichnete Abflüsse von 201,2 Millionen Dollar. Die Zahlen für den heutigen Handelstag liegen erst nach US-Börsenschluss vor.

Reihe schwarzer Dominosteine, die in einem dunklen Handelssaal mit roten Lichtflächen umfallen
Liquidationen wirken wie eine Dominoreihe: Jede geschlossene Long-Position drückt den Kurs auf die nächste Schwelle.

Optionsverfall und Arbeitsmarktbericht: Zwei Termine am Freitag

Der Freitag bringt zwei Ereignisse, die den Kurs erneut bewegen können. Erstens erscheint der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Die Konsensschätzung von FactSet liegt nach crypto.news bei rund 65.000 neuen Stellen und einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Fällt der Bericht deutlich stärker aus, geht nach Einschätzung vieler Händler die Debatte um ausbleibende Zinssenkungen weiter.

Zweitens verfallen am Freitag Bitcoin-Optionen. Am 4. November hatte cryptoticker.io für diesen Termin 24.912 Call-Kontrakte gegen 8.223 Put-Kontrakte gezählt, also deutlich mehr Wetten auf steigende als auf fallende Kurse. Eine Option ist das Recht, Bitcoin zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Nach dem Rutsch unter 77.000 Dollar liegen viele dieser Calls weit aus dem Geld und verfallen nach Einschätzung vieler Händler wertlos. Die Ausgangslage vor dem Einbruch steht in der Analyse zum Optionsverfall.

Bitcoin-Kursmarken: 75.600 Dollar unten, 80.000 Dollar oben

Nach unten ist die nächste Marke das Tief vom Mittwochmorgen. Nach dem Ergebnis der Zwischenwahlen war Bitcoin laut CryptoPotato auf rund 75.600 Dollar gefallen, ein Sieben-Wochen-Tief. Am späten Donnerstagnachmittag lag der Kurs knapp 400 Dollar darüber. Hält diese Zone nicht, fehlt eine kurzfristige Unterstützung, und weitere Long-Positionen mit engem Liquidationspreis geraten unter Druck.

Nach oben hat crypto.news am Mittag noch die Zone von 78.000 bis 79.500 Dollar als Unterstützung genannt. Diese Zone ist jetzt durchbrochen und wird zum Widerstand, also zu einem Bereich, an dem Verkäufer erfahrungsgemäß wieder auftreten. Darüber liegt die runde Marke von 80.000 Dollar und das 24-Stunden-Hoch von 80.882 Dollar. Erst ein Schluss über 80.000 Dollar würde den Einbruch vom Donnerstag wieder ausgleichen.

Kursmarken sind keine Vorhersage, sie zeigen nur, an welchen Preisen in der jüngsten Vergangenheit viel gehandelt wurde. Wer eine längere Einordnung sucht, findet Szenarien und Kursziele für die kommenden Monate auf der Seite zur Bitcoin-Prognose.

Bitcoin-Kurssturz und Steuer: Haltefrist, Verluste und Hebel für Anleger in Deutschland

Ein Tag wie dieser verleitet zu schnellen Entscheidungen. Drei Punkte sind für Anleger in Deutschland dabei wichtiger als der Kurs selbst.

Haltefrist und Verlustverrechnung bei Bitcoin

Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin sind nach § 23 Einkommensteuergesetz steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Diese Haltefrist ist der wichtigste Grund, nicht im Affekt zu verkaufen: Wer kurz vor Ablauf der Frist aussteigt, macht einen steuerfreien Gewinn womöglich steuerpflichtig. Umgekehrt lassen sich Verluste aus Verkäufen innerhalb der Frist mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen. Die Freigrenze für solche Gewinne liegt bei 1.000 Euro im Jahr. Ein Steuer-Tool für Krypto zeigt dir je Kauf, wann die Frist endet und welcher Verlust sich verrechnen ließe.

Hebel und Liquidationspreis prüfen

Wer gehebelte Positionen hält, sollte den Liquidationspreis jeder Position kennen und prüfen, ob die hinterlegte Sicherheit einen weiteren Rückgang um fünf bis zehn Prozent trägt. Die Stunde am Donnerstag hat gezeigt, wie schnell ein Kurs bei hohem Hebel den Liquidationspreis erreicht. Eine kleinere Position mit wenig oder gar keinem Hebel übersteht einen solchen Nachmittag, eine große mit zehnfachem Hebel oft nicht.

Kaufweg mit MiCA-Zulassung und Verwahrung

Wer nach dem Rücksetzer nachkaufen will, sollte das über einen Anbieter tun, der unter der EU-Verordnung MiCA zugelassen ist. MiCA regelt seit Ende 2024 EU-weit, welche Pflichten Krypto-Dienstleister erfüllen müssen, unter anderem zur Trennung von Kundenvermögen. Eine Übersicht über Krypto-Börsen mit Gebühren und Zulassung hilft bei der Auswahl. Größere Bestände gehören nach dem Kauf auf eine eigene Wallet, denn der Binance-Hack der Vorwoche hat gezeigt, dass auch große Börsen angreifbar sind.

Bitcoin unter 77.000 Dollar: Unter 75.600 Dollar droht das nächste Tief

Der Einbruch vom Donnerstag hat einen klaren Auslöser an der Wall Street und wurde durch Liquidationen am Kryptomarkt verstärkt. Ob er sich ausweitet, entscheidet sich an der Marke von 75.600 Dollar und an den Terminen am Freitag. Drei Schritte helfen, den Tag geordnet zu verarbeiten:

  1. Bestand und Haltefrist dokumentieren: Prüfe für jeden Kauf, wann die Jahresfrist endet, bevor du verkaufst. Ein Portfolio-Tracker mit Steuerbericht erledigt das automatisch.
  2. Hebel reduzieren oder ohne Hebel handeln: Wer Bitcoin oder Ether handelt, findet im Broker-Vergleich Anbieter mit Handel ohne Hebel und klarer Kostenstruktur.
  3. Nachkäufe verwahren: Was du langfristig hältst, liegt auf einer Hardware-Wallet sicherer als auf einer Börse.

(Stand: 5. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Bitcoin-Kurssturz

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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