Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Prognose: 322.586 ETH verfallen am 30. Oktober, was Anleger wissen müssen

Analyse: Zum 30. Oktober laufen an der Terminbörse Deribit 322.586 ETH-Optionen aus, 21,1 Prozent des gesamten offenen Bestands und bei 2.407,76 Dollar rund 777 Millionen Dollar. Was der Termin für die Marken zwischen 2.300 und 2.600 Dollar, für gehebelte Positionen und für die deutsche Jahresfrist heißt.

Sich senkende Stahlschranke vor der Einfahrt eines Abwicklungszentrums bei Nacht, darüber ein Leuchtzeichen mit dem Ethereum-Zeichen
11 Min. Lesezeit
Teilen:
Kategorien: Ethereum

Belegt ist: Am Freitag, dem 30. Oktober, laufen an der Terminbörse Deribit 322.586 Ethereum-Optionen aus. Das sind 21,1 Prozent aller offenen ETH-Kontrakte, die dort geführt werden, und bei einem Kurs von 2.407,76 Dollar am Freitagabend rund 777 Millionen Dollar. Die Zahlen stammen aus einer eigenen Auswertung der öffentlichen Deribit-Daten vom 23. Oktober.

Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Berg an Kaufoptionen bei 2.600 Dollar ist eine Wette auf eine Erholung, die der Spotmarkt bisher nicht liefert. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein.

322.586 ETH zum 30. Oktober: Der größte Verfallstermin des Monats

Eine Option ist ein Vertrag, der seinem Käufer das Recht gibt, ETH zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Läuft der Vertrag aus, wird abgerechnet. Der 30. Oktober ist der letzte Freitag des Monats und damit der Monatsverfall, auf den sich die großen Positionen sammeln.

Wie groß der Unterschied zu den übrigen Oktoberterminen ist, zeigt der Vergleich: Auf den 24. Oktober entfallen 35.377 ETH, auf den 25. Oktober 14.079, auf den 26. Oktober 24.197 und auf den 27. Oktober 3.423. Der Monatsverfall trägt allein mehr als das Vierfache dieser vier Tage zusammen. Nur der November-Termin am 27. ist mit 152.364 ETH überhaupt in derselben Größenordnung.

Der gesamte offene Bestand an ETH-Optionen liegt bei 1.527.306 Kontrakten. Zum Vergleich: Ethereum bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 294 Milliarden Dollar. Der Terminmarkt ist also kein Nebenschauplatz, aber er bewegt den Kurs auch nicht im Alleingang.

Max Pain bei 2.500 Dollar: Was die Kennzahl misst

Max Pain bezeichnet den Kurs, bei dem alle auslaufenden Optionen zusammen den geringsten inneren Wert haben, bei dem die Käufer der Kontrakte also in Summe am wenigsten ausgezahlt bekommen. Für den 30. Oktober liegt dieser Punkt nach eigener Berechnung aus den Deribit-Daten bei 2.500 Dollar, für den Termin am 24. Oktober bei 2.400 Dollar.

Was die Kennzahl nicht ist: eine Vorhersage. Max Pain beschreibt eine Interessenlage und keinen Mechanismus, der den Kurs dorthin zieht. Wer sie als Kursziel liest, verwechselt eine Buchhaltungsgröße mit einer Prognose. Nützlich ist sie als Orientierung, wo die Masse der Kontrakte überhaupt liegt.

Der aktuelle Kurs liegt 92 Dollar unter dem Max-Pain-Punkt des Monatsverfalls, das sind 3,8 Prozent.

Der Call-Berg bei 2.600 und die Put-Mauer bei 2.300 Dollar

Die Verteilung über die Basispreise ist auffällig ungleich. Der mit Abstand stärkste Basispreis zum 30. Oktober ist 2.600 Dollar mit 40.492 Kontrakten, davon 37.712 Kaufoptionen. Darunter folgt 2.300 Dollar mit 26.867 Kontrakten, hier fast ausschließlich Verkaufsoptionen, nämlich 25.661. Bei 2.400 Dollar stehen 21.416 Kontrakte, bei 2.500 Dollar 21.051.

Über dem heutigen Kurs liegen 191.913 Kontrakte, darunter 109.257. Das Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen beträgt für den Monatsverfall 0,77, es überwiegen also die Kaufoptionen deutlich. Weiter oben finden sich noch einmal 15.717 Kontrakte bei 3.200 Dollar und 14.238 bei 3.000 Dollar, beides fast reine Kaufoptionen.

Als Put-Mauer bezeichnet man eine Häufung von Verkaufsoptionen auf einem Basispreis. Eine solche Mauer sagt nicht, dass der Kurs dort hält. Der Befund lautet anders: Unterhalb dieser Marke laufen viele Kontrakte ins Geld, und die Gegenparteien müssen ihre Absicherung anpassen.

Balkendiagramm der offenen ETH-Optionskontrakte je Basispreis zum Verfall am 30. Oktober 2026
Offene Kontrakte je Basispreis zum 30. Oktober, Kaufoptionen blau, Verkaufsoptionen rot. Eigene Auswertung der Deribit-Daten vom 23. Oktober 2026.

Delta-Hedging: So wirkt ein Verfallstermin auf den Spotkurs

Wer eine Option verkauft, sichert sich in der Regel am Spotmarkt ab. Steigt der Kurs in Richtung eines Basispreises, an dem viele Kaufoptionen hängen, muss der Verkäufer dieser Optionen mehr ETH kaufen, um seine Absicherung zu halten. Fällt der Kurs, verkauft er wieder. Dieses laufende Nachjustieren heißt Delta-Hedging.

Je näher der Verfallstermin rückt, desto heftiger fällt dieses Nachjustieren bei kleinen Kursbewegungen aus, weil sich der Absicherungsbedarf kurz vor der Abrechnung sprunghaft ändert. Das ist der Grund, warum Kurse in den Stunden um große Verfallstermine oft unruhiger laufen als sonst, und warum sie danach häufig wieder ruhiger werden.

Für den 30. Oktober heißt das konkret: Der Raum zwischen 2.300 und 2.600 Dollar ist der Bereich, in dem die meisten Kontrakte ihre Richtung entscheiden. Zwischen diesen beiden Marken liegen beim heutigen Kurs 8 Prozent nach unten und 8 Prozent nach oben.

Der 24. Oktober liefert dafür schon morgen eine kleine Vorprobe.

35.377 ETH laufen schon am Samstag aus, mit Übergewicht bei den Puts

Der nächste Termin ist der 24. Oktober, also Samstag. Dort stehen 35.377 Kontrakte offen, rund 85 Millionen Dollar. Das Bild dreht sich gegenüber dem Monatsverfall: Auf 15.167 Kaufoptionen kommen 20.210 Verkaufsoptionen, das Verhältnis liegt bei 1,33.

Die Schwerpunkte liegen tief. Bei 2.300 Dollar stehen 4.384 Kontrakte, davon 4.357 Verkaufsoptionen, bei 2.280 Dollar weitere 3.639 Verkaufsoptionen. Nach oben hin sammeln sich 2.270 Kaufoptionen bei 2.460 Dollar und 1.847 bei 2.700 Dollar. Der Max-Pain-Punkt liegt bei 2.400 Dollar, acht Dollar unter dem aktuellen Kurs.

Die Summe ist klein genug, dass dieser Termin für sich genommen wenig bewegt. Interessant ist er als Stimmungsbild: Für das kurze Ende sichern sich mehr Anleger nach unten ab, für das Monatsende setzen mehr auf steigende Kurse.

Seit dem Glamsterdam-Artikel vom 22. Oktober: 64 Dollar weniger

Am 22. Oktober ging es an dieser Stelle um den Glamsterdam-Fork auf dem Testnetz Hoodi am 26. Oktober und um das angehobene Gaslimit. Seitdem hat sich am Protokollfahrplan nichts geändert, am Kurs schon.

Zum Tagesbeginn des 22. Oktober stand ETH bei 2.472,68 Dollar, am heutigen Tagesbeginn bei 2.386,48 Dollar, aktuell bei 2.407,76 Dollar. Das sind 64,92 Dollar oder 2,6 Prozent weniger als vor zwei Tagen, bei einem Zwischentief am Morgen. Die damals genannte Hürde von 2.518 Dollar ist in diesen zwei Tagen kein einziges Mal getestet worden.

Neu hinzugekommen ist seitdem genau das, worum es hier geht: Die Positionierung am Terminmarkt hat sich auf den Monatsverfall verdichtet, während der Spotmarkt seitwärts bis leicht abwärts lief. Das ist der zweite Blickwinkel neben dem Chart, und er zeigt in eine andere Richtung als die Kursentwicklung der vergangenen zwei Tage.

Die Marken: 2.413 Dollar oben, 2.373 unten, 2.500 seit elf Tagen nicht mehr

Im Tagesverlauf lag das Hoch bei 2.413,74 Dollar und das Tief bei 2.373,40 Dollar, eine Spanne von 1,7 Prozent. Der Kurs steht damit am oberen Rand des Tages, 1,0 Prozent über dem Stand von vor 24 Stunden.

Die wichtigere Marke liegt höher. Der letzte Tagesstand über 2.500 Dollar datiert vom 12. Oktober mit 2.534,63 Dollar. Seitdem sind elf Tage vergangen, in denen kein einziger Tagesstand diese Linie erreicht hat. Genau dort liegt der Max-Pain-Punkt des Monatsverfalls, und genau dort beginnt auch der Call-Berg bei 2.600 Dollar seine Wirkung zu entfalten.

Nach unten ist 2.373 Dollar die erste Marke des Tages, danach folgt mit 2.300 Dollar die Put-Mauer. In Euro gerechnet steht ETH bei 2.150,86 Euro.

Deribit ist für deutsche Privatanleger kein Weg, der Spotmarkt schon

Die Zahlen aus diesem Artikel stammen von einer Terminbörse, die keine Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA für das Privatkundengeschäft in Deutschland hat. Für dich als Leser heißt das: Die Optionsdaten sind ein Messinstrument, kein Produktangebot. Du liest daraus ab, wo andere Marktteilnehmer ihr Geld positioniert haben.

Handelbar ist für dich in Deutschland der Spotmarkt über eine Börse mit EU-Zulassung. Der Unterschied ist für die Rechnung erheblich: Auf dem Spotmarkt gehört dir der Coin, es gibt keinen Verfallstermin und keine Nachschusspflicht.

Markenlose Hardware-Wallet in einer geöffneten Handfläche über einem dunklen Holztisch, daneben ein leeres Notizbuch
Wer ETH selbst verwahrt, hat mit dem Verfallstermin an der Terminbörse nichts zu tun. Die Kursbewegung trifft ihn trotzdem.

Hebel und Liquidation rund um einen Verfallstermin

Wer mit Hebel arbeitet, sollte die Spanne zwischen 2.300 und 2.600 Dollar kennen, bevor der 30. Oktober kommt. Eine Liquidation ist die Zwangsschließung einer gehebelten Position, sobald die hinterlegte Sicherheit nicht mehr reicht. Bei einem fünffachen Hebel genügt dafür eine Bewegung von 20 Prozent gegen die Position, bei zehnfachem Hebel eine von 10 Prozent.

Der Abstand vom heutigen Kurs zur Put-Mauer bei 2.300 Dollar beträgt 4,5 Prozent. Bei zehnfachem Hebel wäre das bereits knapp die Hälfte des Weges zur Liquidation. Welche Anbieter welche Hebel und welche Nachschussregeln führen, zeigt der Überblick der Krypto-Broker. Zwei Zahlen gehören vor jedem gehebelten Einstieg auf den Tisch: der eigene Liquidationskurs und der Abstand dorthin in Prozent.

Ohne Hebel entfällt diese Rechnung vollständig. Dann bleibt die Frage nach dem Einstiegszeitpunkt, und die ist um einen Verfallstermin herum weder leichter noch schwerer zu beantworten als sonst.

Jahresfrist: Wer am 23. Oktober 2025 kaufte, zahlte 3.805 Dollar

Für Anleger in Deutschland hat der heutige Tag noch eine zweite Bedeutung. Wer vor genau einem Jahr ETH gekauft hat, erreicht heute die einjährige Haltefrist nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes. Ein Verkauf nach Ablauf dieser Frist ist kein privates Veräußerungsgeschäft mehr.

Der Kurs am 23. Oktober 2025 lag bei 3.805,88 Dollar. Gegenüber den heutigen 2.407,76 Dollar sind das 36,7 Prozent weniger. Wer damals gekauft hat, sitzt also auf einem Verlust, und hier wird die Frist zur zweischneidigen Sache: Nach Ablauf des Jahres bleibt ein Gewinn steuerfrei, ein Verlust lässt sich aber auch nicht mehr mit anderen Veräußerungsgewinnen verrechnen.

Praller Aktenordner und ein alter Tischrechner mit großen Tasten auf einer abgewetzten Küchentischplatte
Die Jahresfrist entscheidet, ob ein Verkauf überhaupt in die Steuererklärung gehört.

Diese Rechnung ist keine Steuerberatung und sie hängt am Einzelfall, etwa an der Reihenfolge mehrerer Käufe. Wie weit die angekündigte Reform der Haltefrist inzwischen gediehen ist, hält der Stand zur Krypto-Haltefrist fest. Solange dort nichts anderes steht, gilt die Jahresfrist unverändert.

Aus Sicht der Redaktion: Der Call-Berg bei 2.600 ist eine Wette, keine Prognose

Dafür spricht, dass die Positionierung eindeutig ist: 37.712 Kaufoptionen auf 2.600 Dollar sind der mit Abstand größte Einzelposten des Monatsverfalls, und über dem aktuellen Kurs stehen insgesamt 191.913 Kontrakte gegen 109.257 darunter.

Dagegen spricht der Spotmarkt. Seit dem 12. Oktober hat kein Tagesstand mehr die 2.500 erreicht, der Kurs liegt 3,8 Prozent unter dem Max-Pain-Punkt und 8,0 Prozent unter dem Basispreis mit den meisten Kontrakten. Damit die Kaufoptionen bei 2.600 Dollar am 30. Oktober einen inneren Wert haben, müsste ETH in sieben Tagen 8 Prozent gutmachen. In den zurückliegenden elf Tagen ist das nicht einmal für einen einzigen Tagesstand gelungen.

Unsere Einschätzung: Die Verteilung der Kontrakte beschreibt eine Erwartung, nicht einen Kursverlauf. Die belastbarere Information steckt in der Put-Mauer bei 2.300 Dollar, weil sie markiert, ab wo eine Abwärtsbewegung zusätzlichen Absicherungsdruck erzeugt. Das bewertet die Lage und ist keine Empfehlung zu kaufen oder zu verkaufen.

Verfall am 30. Oktober: Unter 2.400 Dollar kippt das Bild

Die Lage in drei Schritten, mit Zahlen statt Stimmung:

  1. Die Spanne notieren. 2.300 Dollar unten, 2.600 Dollar oben, 2.500 Dollar als Max-Pain-Punkt des Monatsverfalls. Fällt der Kurs unter 2.400, laufen die 15.030 Verkaufsoptionen dieses Basispreises ins Geld, und das Übergewicht der Kaufoptionen verliert seine Grundlage. Wo du zu welchen Gebühren handelst, zeigt der Überblick der Krypto-Börsen.
  2. Den eigenen Hebel nachrechnen. Liquidationskurs und Abstand in Prozent, vor dem 30. Oktober und nicht danach. Bei 4,5 Prozent Abstand zur Put-Mauer ist ein zweistelliger Hebel eine andere Rechnung als ein zweifacher. Die Gebühren- und Hebelmodelle der Terminplattformen stehen im Vergleich der Perp DEXs.
  3. Das Kaufdatum heraussuchen. Liegt der Einstieg länger als ein Jahr zurück, ist ein Verkauf steuerlich erledigt, aber auch ein Verlust nicht mehr verrechenbar. Wer mehrere Käufe hat, braucht die Reihenfolge belegbar; dabei helfen die Krypto-Steuer-Tools.

Die Rohdaten zu allen Zahlen dieses Artikels stehen öffentlich in den Optionskennzahlen von Deribit, die Kursdaten stammen von CoinGecko, abgefragt am Freitagabend.

(Stand: 23. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum ETH-Optionsverfall

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant