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Ethereum Prognose: DeFi verliert 6,7 Prozent seiner ETH-Einlagen

Analyse: In den Verträgen der dezentralen Finanzanwendungen auf Ethereum liegen noch 19,44 Millionen ETH. Vom Höchststand am 26. Oktober sind 1,39 Millionen ETH abgezogen worden, und das zum ersten Mal seit Wochen nicht nur rechnerisch, sondern tatsaechlich.

Nachtaufnahme eines Frachtterminals, unbewegte Stapel schwerer Seecontainer im Scheinwerferlicht, in die Stahlplatte an der Kaimauer ist das Ethereum-Zeichen tief eingraviert
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Belegt ist: In den DeFi-Verträgen auf der Ethereum-Blockchain lagen am Sonntagnachmittag 19,44 Millionen ETH, am 26. Oktober waren es 20,83 Millionen. Das sind 1,39 Millionen ETH weniger, ein Minus von 6,7 Prozent, und zum heutigen Kurs von 2.267 Dollar entspricht das einem Gegenwert von 3,16 Milliarden Dollar. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Dieser Abzug ist der erste echte seit Ende September, und er ändert die Ausgangslage für die kommenden Wochen mehr als der Kursstand selbst.

Der Unterschied zu den Meldungen der vergangenen Tage liegt in der Rechengröße. Wer den Wert dieser Einlagen in Dollar misst, sieht seit Anfang Oktober ein Minus von 9,13 Milliarden Dollar, von 53,25 auf 44,12 Milliarden. Der größte Teil davon war aber nie ein Abfluss, sondern der gefallene ETH-Kurs. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein. Für die nächsten Wochen zählt eine andere Frage, und die lautet: Wie viel ETH liegt wirklich noch in diesen Verträgen?

DeFi steht für dezentrale Finanzanwendungen. Das sind Programme auf der Blockchain, bei denen Anleger ihre Coins in einem Vertrag hinterlegen und dafür Zinsen, Gebührenanteile oder ein handelbares Ersatz-Token erhalten. Je mehr ETH dort gebunden ist, desto weniger steht kurzfristig zum Verkauf bereit.

1,39 Millionen ETH weniger: So verlief der Abzug aus den DeFi-Verträgen

Wir haben für diesen Artikel 35 Tage neu durchgerechnet, und zwar nicht in Dollar, sondern in ETH. Grundlage sind die täglichen Einlagenwerte der Ethereum-Blockchain bei DefiLlama und die täglichen Schlusskurse von Ether. Geteilt ergibt das die Menge an ETH, die an jedem einzelnen Tag in den Verträgen lag. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 1. November 2026 selbst erhoben, über 35 Kalendertage.

Erst ein Zufluss, dann der Bruch

Das Ergebnis widerspricht dem ersten Eindruck. Zwischen dem 28. September und dem 26. Oktober stieg die hinterlegte Menge von 19,84 auf 20,83 Millionen ETH, ein Zuwachs von 0,99 Millionen Stück oder 5,0 Prozent. Im selben Zeitraum fiel der Kurs von 2.688 auf 2.327 Dollar, also um 13,4 Prozent. Wer in diesen vier Wochen die Dollarzahl las, sah einen schrumpfenden Markt. In ETH gerechnet floss Kapital zu.

Am 28. Oktober kippte das. An einem einzigen Tag sank die hinterlegte Menge von 20,79 auf 19,63 Millionen ETH, ein Rückgang von 1,16 Millionen Stück. Seitdem pendelt der Wert zwischen 19,22 und 19,56 Millionen und liegt heute bei 19,44 Millionen. Der Kurs hat sich in dieser Woche kaum bewegt, er steht 2,9 Prozent unter dem Stand von vor sieben Tagen. Die Dollarzahl täuscht hier also in die andere Richtung, denn dieser Wert ist seit dem 30. Oktober sogar leicht gestiegen, während die Menge an ETH gefallen ist.

ETH-Einlagen und Dollarwert laufen auseinander

Der Mechanismus dahinter ist einfacher, als die Zahlen vermuten lassen, und er wird selten erklärt. Ein DeFi-Vertrag hält keine Dollar. Er hält Coins, in diesem Fall ETH und mit ETH verwandte Papiere wie Liquid-Staking-Token. Die übliche Kennzahl für die Größe dieses Marktes rechnet diese Bestände aber jeden Tag neu in Dollar um. Fällt der Kurs um ein Fünftel, schrumpft die Kennzahl um ein Fünftel, auch wenn kein Anleger einen einzigen Coin bewegt hat.

Für dich als Halter sind das zwei verschiedene Nachrichten. Ein reiner Preisrückgang bei unverändertem Bestand heißt: Die Anleger bleiben, das Angebot auf den Börsen wächst nicht. Ein Rückgang in ETH heißt: Coins verlassen die Verträge und können auf einer Börse landen. Nur der zweite Fall erhöht den Verkaufsdruck, und genau dieser Fall liegt seit dem 28. Oktober vor.

Zur Einordnung der Größe: Das Gesamtangebot an ETH lag am Sonntag bei 122,18 Millionen Stück. Die 19,44 Millionen in den DeFi-Verträgen sind damit 15,91 Prozent aller vorhandenen Ether. Ethereum trägt zugleich 51,84 Prozent aller Einlagen, die auf Blockchains überhaupt hinterlegt sind, gerechnet in Dollar über alle Netzwerke. Was hier passiert, ist deshalb kein Randthema des Marktes.

Makroaufnahme eines gebündelten Glasfaserstrangs in einem dunklen Technikraum, die Faserenden leuchten kalt blau
Die Verträge halten die Einlagen in ETH, nicht in Dollar. Deshalb laufen Menge und Marktwert auseinander.

Der Bruch am 28. Oktober und der Binance-Hack

Das Datum ist nicht beliebig. Der Angriff auf Binance und die darauf folgende Aussetzung von Auszahlungen fielen in dieselben Tage. Bei DefiLlama liegen die bei Binance verwahrten Bestände aktuell 23,1 Prozent unter dem Stand von vor einer Woche. Dass der Abzug aus den DeFi-Verträgen genau am 28. Oktober einsetzt, legt einen Zusammenhang nahe: Wer in unruhigen Tagen Zugriff auf seine Coins will, holt sie aus dem Vertrag.

Wir behaupten diesen Zusammenhang nicht als belegte Ursache. Belegt sind der Tag, die Menge und die zeitliche Nähe. Die Richtung der Kausalität lässt sich aus den Einlagendaten allein nicht zeigen, und zwei Vorgänge am selben Tag sind noch kein Beweis. Was gestern an der Upgrade-Front dazukam, haben wir in der Ethereum-Prognose vom 31. Oktober beschrieben: Das Glamsterdam-Upgrade ist verschoben. Seitdem hat sich der Kurs um 1,1 Prozent nach oben bewegt, von 2.242 auf 2.267 Dollar, während die hinterlegte Menge weiter um rund 119.000 ETH gefallen ist. Die Verschiebung des Upgrades hat den Abzug also weder ausgelöst noch gestoppt.

Lido und Aave V3 halten den Großteil der 19,44 Millionen ETH

Wer wissen will, wo diese Einlagen liegen, findet eine stark konzentrierte Verteilung. Auf Ethereum führt Lido mit 21,98 Milliarden Dollar, dahinter Aave V3 mit 12,73 Milliarden und das SSV Network mit 11,85 Milliarden. Sky Lending kommt auf 5,04 Milliarden, Morpho Blue auf 5,02 Milliarden. Lido ist ein Liquid-Staking-Dienst: Du gibst ETH hinein, bekommst ein handelbares Papier zurück und erhältst die Staking-Erlöse, ohne selbst einen Validator zu betreiben. Aave V3 ist ein Kreditmarkt, bei dem hinterlegte Coins als Sicherheit für Ausleihen dienen.

Was die Konzentration für das Risiko heißt

Diese Verteilung ist für dich relevant, wenn du selbst Einlagen hältst. Je stärker sich die Bestände auf wenige Verträge verteilen, desto mehr hängt an der Qualität einzelner Programme. Die Tagesveränderungen in diesen Verträgen lagen am Sonntag zwischen minus 3,3 und plus 1,3 Prozent, waren also ruhig. Der Wochenwert zeigt ein anderes Bild: Aave V3 liegt 7,5 Prozent unter dem Stand von vor sieben Tagen, Sky Lending 8,2 Prozent, Lido nur 2,6 Prozent. Abgezogen wurde also vor allem dort, wo Coins als Kreditsicherheit lagen, und weniger beim Staking.

Welche Anbieter für Staking-Erlöse in Deutschland erreichbar sind und welche Bedingungen sie stellen, steht in unserem Vergleich der Staking-Plattformen. Der Unterschied zwischen einem Vertrag auf der Blockchain und einem Angebot über einen beaufsichtigten Anbieter ist dabei kein Detail, sondern entscheidet darüber, wer im Streitfall haftet.

Angebot und Verbrennung: Ethereum inflationiert wieder leicht

Zur Mengenfrage gehört die zweite Seite, und die sieht man nur, wenn man das Gesamtangebot daneben legt. Nach den Daten von ultrasound.money lag das ETH-Angebot am Sonntagnachmittag bei 122.179.733 Stück. Vor 30 Tagen waren es 122.093.445. Das Angebot ist also um 86.289 ETH gewachsen, im Schnitt um 2.873 Stück am Tag. Auf ein Jahr gerechnet entspricht das einer Zunahme von 0,86 Prozent.

Der Grund liegt in der Gebührenlage. Ethereum verbrennt einen Teil der Transaktionsgebühren, und wenn im Netzwerk wenig passiert, verbrennt es wenig. Die Grundgebühr lag am Sonntag bei 0,043 Gwei, was einem Bruchteil eines Cents je einfacher Überweisung entspricht. Das ist bequem für jeden, der Coins bewegen will, und es bedeutet gleichzeitig, dass die Ausgabe neuer ETH an die Validatoren nicht mehr ausgeglichen wird. Seit dem Merge im September 2022 ist das Angebot um 1,66 Millionen ETH gewachsen.

Zusammengenommen ergibt das die Lage, in die der nächste Monat startet: Ein Angebot, das leicht wächst, und 1,39 Millionen ETH, die in den vergangenen Tagen aus den Verträgen gekommen sind und damit verfügbar wurden.

Zwei Marken, die den ETH-Kurs jetzt einrahmen

Ether notierte am Sonntagnachmittag bei 2.267 Dollar, 0,8 Prozent über dem Stand von vor 24 Stunden, 2,9 Prozent unter dem Stand von vor einer Woche und 16,8 Prozent unter dem Stand von vor 30 Tagen. Zwei Marken sind aus den Daten der letzten 30 Tage begründbar, und beide haben nichts mit runden Zahlen zu tun.

Nach unten liegt die erste bei 2.242 Dollar. Das ist das Tief vom 31. Oktober und gleichzeitig der tiefste Tagesschluss der vergangenen 30 Tage. Der Kurs steht heute 1,1 Prozent darüber. Nach oben liegt die zweite bei 2.455 Dollar, dem Durchschnitt der letzten 30 Tagesschlüsse. Dieser Mittelwert ist 8,3 Prozent entfernt und war zuletzt am 22. Oktober erreicht. Das Hoch der Periode, 2.726 Dollar vom 5. Oktober, ist mit 20,2 Prozent Abstand vorerst keine Größe für Tagesentscheidungen.

Was die Marken von gestern unterscheidet: Am 31. Oktober stand die 2.242 noch als frisches Tief und damit als offene Frage. Diese Marke hat seitdem gehalten, und der Kurs hat sich von ihr gelöst, allerdings bei weiter fallenden Einlagen. Diese Kombination, haltender Kurs und sinkende hinterlegte Menge, ist die eigentliche Spannung in dieser Woche.

Schlichter Taschenrechner mit unbeschriftetem Display neben einem aufgeschlagenen Ordner und einem Bleistift auf einem dunklen Küchentisch
Wer Erträge aus DeFi bezieht, rechnet in Deutschland zwei Dinge getrennt ab.

Staking-Rendite und Lending-Zinsen im Vergleich

Für die Entscheidung, ob du eigene ETH in einem Vertrag liegen lässt, zählt der Abstand zwischen dem, was du dort bekommst, und dem, was ohne Kursrisiko zu holen ist. Die Erlöse aus dem Ethereum-Staking lagen Ende Oktober bei 2,63 Prozent im Jahr, wie wir am 28. Oktober berichtet haben. Dieser Wert ist keine Zusage, sondern hängt an der Zahl der Validatoren und am Gebührenaufkommen, und das Gebührenaufkommen ist derzeit, siehe oben, sehr niedrig.

Daneben steht das Kursrisiko. Ein Jahr Staking zu 2,63 Prozent wird von einem Kursrückgang wie dem der letzten 30 Tage, 16,8 Prozent, in wenigen Tagen aufgezehrt. Wer ETH hält, hält also in erster Linie eine Kursposition und erst in zweiter Linie eine Zinsposition. Das gilt auch für Kreditmärkte wie Aave V3: Dort bekommst du Zinsen auf hinterlegte Coins, trägst aber zusätzlich das Risiko, dass eine Ausleihe gegen deine Sicherheit zwangsweise aufgelöst wird, wenn der Kurs fällt.

Haltefrist und Steuer bei Erträgen aus DeFi-Verträgen

Hier liegt die konkrete Handlung für deutsche Anleger, und sie hat mit dem Abzug der letzten Tage direkt zu tun. Wer ETH aus einem Vertrag holt, verändert damit unter Umständen seine steuerliche Lage, und zwar in zwei Punkten.

Zwei Punkte, die du getrennt abrechnest

Der erste Punkt ist die Haltefrist. Nach heutigem Stand sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Ob eine Hinterlegung in einem DeFi-Vertrag diese Frist unterbricht oder neu startet, hängt davon ab, ob dabei ein anderer Vermögensgegenstand entsteht, etwa ein Liquid-Staking-Token. Wo die Reform der Haltefrist derzeit steht, halten wir auf der Seite zum Stand der Haltefrist-Reform nach. Der zweite Punkt sind die Erträge selbst. Zinsen und Staking-Erlöse sind in dem Jahr zu erklären, in dem sie zufließen, unabhängig davon, ob du sie verkauft hast.

Praktisch heißt das: Notiere bei jeder Bewegung in oder aus einem Vertrag das Datum, die Menge und den Kurs zu diesem Zeitpunkt. Wer das nachträglich rekonstruiert, scheitert meist an den Liquid-Staking-Token, weil deren Kurs vom ETH-Kurs abweicht. Eine frühzeitige Dokumentation ist deutlich billiger als eine spätere Schätzung, und bei Unklarheiten zur Zuordnung einzelner Vorgänge gehört die Frage zu einem Steuerberater und nicht in ein Forum.

Die Einschätzung der Redaktion zum ETH-Abzug

Unsere Einschätzung: Der Abzug von 1,39 Millionen ETH ist das wichtigere Signal dieser Woche, nicht der Kursstand von 2.267 Dollar. Dafür spricht, dass die hinterlegte Menge vier Wochen lang gegen den fallenden Kurs gestiegen ist und erst am 28. Oktober gedreht hat. Solange ein Markt bei fallenden Preisen Zuflüsse sieht, bleiben die Verkäufer rar. Dreht dieser Zufluss, kommt Material zurück in den Umlauf, und die 0,86 Prozent jährliches Angebotswachstum kommen oben drauf.

Dagegen spricht die Länge der Reihe. Vier Tage sind keine Entwicklung, und 19,44 Millionen ETH liegen immer noch über dem Niveau vom 28. September. Es bleibt möglich, dass es sich um eine Umschichtung in Verwahrung ohne Dritte handelt, ausgelöst durch die Unruhe nach dem Angriff auf Binance, und nicht um Verkaufsabsicht. Entscheiden wird sich das daran, ob die hinterlegte Menge in den nächsten sieben Tagen unter 19,2 Millionen ETH fällt, das Tief vom 30. Oktober, oder ob sie sich stabilisiert.

DeFi-Abzug bei Ethereum: 19,44 Millionen ETH sind noch gebunden

Drei Schritte, die aus den Zahlen dieses Artikels folgen:

  1. Eigene Einlagen prüfen. Sieh nach, in welchen Verträgen dein ETH liegt und welche Bedingungen dort gelten, vor allem bei Coins, die als Kreditsicherheit dienen. Welche Anbieter in Deutschland erreichbar sind, zeigt der Vergleich der Staking-Plattformen.
  2. Bewegungen dokumentieren. Halte zu jedem Zu- und Abgang Datum, Menge und Kurs fest, getrennt nach ETH und Liquid-Staking-Token. Die Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  3. Die Marke 19,2 Millionen ETH im Blick behalten. Fällt die hinterlegte Menge darunter, hat sich die Lage aus diesem Artikel geändert. Wer dann handeln will, braucht einen Zugang, der auch an unruhigen Tagen Auszahlungen bedient, siehe Vergleich der Krypto-Börsen.

(Stand: 1. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Krypto-Anlagen sind hochriskant, ein Totalverlust ist möglich.)

Häufige Fragen zu Ethereum und DeFi

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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