Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Prognose: Glamsterdam-Upgrade verschoben, worauf es jetzt ankommt

Analyse: Die Entwickler haben die Glamsterdam-Aktivierung auf dem Testnetz Hoodi gestoppt, ein neues Datum gibt es nicht. Wichtiger für den Kurs ist eine andere Zahl: Die Basisgebühr liegt bei 0,058 Gwei, und das Angebot wächst dadurch wieder.

Menschenleere mehrspurige Schnellstraße bei Nacht unter Lichtmasten, in die Betonmittelwand ist das Ethereum-Zeichen eingelassen
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Analyse: Das nächste große Ethereum-Upgrade heißt Glamsterdam, und es hätte am 26. Oktober auf dem Testnetz Hoodi scharf geschaltet werden sollen. Daraus wurde nichts. Belegt ist: Die Entwickler haben die Aktivierung gestoppt, ein neues Datum gibt es nicht, und auch für das Hauptnetz steht kein Termin. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Für den Kurs ist die Verschiebung an diesem Wochenende die kleinere Nachricht, denn die Blockchain hat ein Nachfrageproblem, das sich an der Gasgebühr ablesen lässt.

Ether notiert am Samstagabend bei rund 2.256 Dollar und damit etwa 1,4 Prozent fester als 24 Stunden zuvor. Das Tagestief lag bei 2.221 Dollar, das Tageshoch bei 2.256 Dollar. Vom Rekord bei 4.946 Dollar trennen den Kurs weiterhin gut 54 Prozent. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein. Dieser Text bleibt bei dem, was heute messbar ist.

Glamsterdam: Was die Entwickler auf dem Testnetz Hoodi gestoppt haben

Glamsterdam ist der Nachfolger des Fusaka-Upgrades und bündelt wie jede Ethereum-Aktualisierung mehrere Änderungsvorschläge. Vor dem Hauptnetz läuft jedes Upgrade über mehrere Testnetze. Sepolia kam am 6. Oktober an die Reihe, Hoodi war für den 26. Oktober vorgesehen. Hoodi ist das Testnetz, auf dem Betreiber von Validierungsknoten ihre Software unter möglichst realen Bedingungen durchspielen, bevor echtes Geld daran hängt.

Diese Aktivierung ist gestrichen. Nach der Mitteilung der Ethereum Foundation vom 22. Oktober wurde die geplante Freischaltung der Ausführungsebene Amsterdam und der Konsensebene Gloas auf Hoodi wieder aus der Konfiguration genommen. Mit ihr fällt ein zweiter Punkt weg, der für denselben Zeitpunkt vorgesehen war: Das Gaslimit auf Hoodi sollte auf 200 Millionen steigen, also auf die Rechenmenge, die in einen Block passt. Auch das ist vertagt. Weder ein Ersatztermin für Hoodi noch ein Datum für das Hauptnetz steht in der Mitteilung, wie NewsBTC unter Berufung auf die Entwicklerrunde berichtet.

EIP-8037 und die Frage, die noch offen ist

Als Grund nennen die Entwickler einen einzelnen Änderungsvorschlag: EIP-8037. Ein EIP, kurz für Ethereum Improvement Proposal, ist ein formaler Vorschlag, mit dem eine Regel der Blockchain geändert wird. Offen ist, wie dieser Vorschlag mit Verträgen zusammenspielt, die bereits auf dem Hauptnetz laufen. Smart Contracts sind Programme, die unveränderlich auf der Blockchain liegen; wer eine Regel ändert, ändert damit auch die Bedingungen, unter denen diese Programme seit Jahren arbeiten.

Genau das ist der Grund für die Vorsicht. Ein Vorschlag, der im Labor sauber läuft, kann einen alten Vertrag treffen, dessen Verfasser vor fünf Jahren mit anderen Kosten gerechnet hat. Auf einem Testnetz kostet so ein Fund Zeit. Auf dem Hauptnetz kostet er Geld, das niemand zurückholen kann. Die Entwickler haben sich dafür entschieden, die Frage vorher zu klären, statt den Termin zu halten.

Stillstehender Baukran über einem unfertigen Betonrohbau bei Nacht, die Lastkette hängt frei herab, davor ein Bauzaun
Der Ausbau steht still, bis eine offene Frage zu EIP-8037 geklärt ist.

Für das Hauptnetz ändert sich vorerst nichts

Wer Ether auf einer Börse oder in einer eigenen Wallet hält, muss wegen dieser Verschiebung nichts tun. Die Mitteilung richtet sich ausdrücklich an die Betreiber von Knoten auf dem Testnetz Hoodi, die ihre Software auf die aktualisierten Fassungen bringen sollen. Für Nutzer des Hauptnetzes steht darin kein Handlungsbedarf. Dein Guthaben, deine Adressen und deine Schlüssel bleiben davon unberührt.

Was sich verschiebt, ist der Zeitpunkt, zu dem die Verbesserungen aus Glamsterdam wirksam werden. Solange kein neues Datum feststeht, bleibt die Blockchain bei den Eigenschaften, die Fusaka ihr gegeben hat. Und genau dort lohnt sich der Blick, denn diese Eigenschaften werden derzeit kaum ausgereizt.

Die Basisgebühr steht bei 0,06 Gwei

Jede Überweisung auf Ethereum zahlt eine Basisgebühr. Sie wird in Gwei gerechnet, einer Milliardstel Einheit von Ether, und sie steigt, wenn viele Menschen gleichzeitig Blöcke füllen wollen. Sie ist damit das ehrlichste Maß für die Nachfrage nach Rechenzeit auf dieser Blockchain. Am Samstagabend liegt sie bei 0,058 Gwei. Im Schnitt der vergangenen 24 Stunden waren es 0,092 Gwei, im Schnitt der vergangenen 30 Tage 0,484 Gwei.

Diese Zahlen bekommen erst im Vergleich ihr Gewicht. Seit Einführung der Basisgebühr liegt ihr Durchschnitt bei 18,51 Gwei. Der heutige Wert beträgt also rund ein Dreihundertstel des langjährigen Mittels. Für dich als Nutzer ist das eine gute Nachricht: Eine einfache Überweisung kostet derzeit Cent-Beträge statt mehrerer Euro. Für die Frage, wohin der Kurs läuft, ist es die schlechtere Nachricht, und der Grund dafür steckt in der Mechanik der Gebühr.

13,63 Gwei: Die Schwelle, ab der Ethereum schrumpft

Seit der Gebührenreform von 2021 wird die Basisgebühr nicht an die Validierer ausgezahlt, sondern vernichtet. Dieser Vorgang heißt Verbrennung. Gleichzeitig erzeugt die Blockchain laufend neues Ether als Belohnung für die Validierer. Beides läuft gegeneinander. Liegt die Verbrennung über der Neuausgabe, sinkt die umlaufende Menge. Liegt sie darunter, wächst sie.

Der Punkt, an dem sich beides aufhebt, liegt derzeit bei 13,63 Gwei. Diesen Wert weist das Datenangebot ultrasound.money als Schwelle aus. Gemessen an den 0,058 Gwei von heute Abend fehlt also ungefähr der Faktor 235, damit die Rechnung aufgeht. Das ist keine Nuance mehr, sondern eine andere Größenordnung.

Entsprechend dünn fällt die Verbrennung aus. In den vergangenen 24 Stunden wurden 19,92 Ether vernichtet, zum aktuellen Kurs rund 44.600 Dollar. Über sieben Tage waren es 1.964 Ether, über 30 Tage 3.150 Ether. Zum Vergleich: Seit Einführung der Verbrennung hat die Blockchain insgesamt rund 4,64 Millionen Ether vernichtet. Der Beitrag eines ganzen Monats liegt damit bei knapp sieben Zehntausendsteln dieser Summe.

Eine Münze mit dem Ethereum-Zeichen auf dunkler Tischplatte, dahinter ein lose gestapelter Haufen gleicher Münzen
Ohne nennenswerte Verbrennung wächst der Stapel wieder.

Das Angebot wächst wieder um 2.954 Ether am Tag

Was daraus folgt, lässt sich am Gesamtbestand nachrechnen. Vor 24 Stunden lag die umlaufende Menge bei 122.174.288 Ether, am Samstagabend bei 122.177.242 Ether. Das sind 2.954 Ether mehr an einem einzigen Tag. Hält dieses Tempo an, kommen im Jahr rund 1,08 Millionen Ether hinzu. Bezogen auf den heutigen Bestand entspricht das einer Ausweitung von 0,88 Prozent im Jahr. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 31. Oktober 2026 selbst erhoben, auf Grundlage der öffentlichen Netzdaten von ultrasound.money.

Damit fällt eines der Argumente weg, mit dem Ether jahrelang beworben wurde. Die Erzählung vom knapper werdenden Geld trägt nur, solange genug Menschen die Blockchain benutzen. Bei 0,06 Gwei benutzt sie kaum jemand. Ein Teil der Aktivität ist zudem auf die Zweitschichten abgewandert, wo Transaktionen billiger sind und nur noch gebündelt auf der Hauptblockchain landen. Wer Ether heute kauft, kauft also kein schrumpfendes Angebot. Wenn du zukaufst, entscheidet bei kleinen Beträgen die Handelsgebühr deiner Börse mehr als der Einstiegskurs.

Was sich seit dem Monatsverfall vom 30. Oktober geändert hat

Gestern stand an dieser Stelle der Monatsverfall der Optionen im Mittelpunkt, mit 68.199 Verkaufsrechten im Geld vor dem Verfallstermin um 9 Uhr. Nachzulesen ist das in unserer Ethereum-Analyse vom 30. Oktober. Dieser Termin ist durch, der befürchtete Nachdruck auf den Kurs blieb aus.

Der Vergleich der Durchschnitte zeigt, wo Ether seitdem steht. Im Mittel der vergangenen sieben Tage kostete ein Ether 2.307 Dollar, im Mittel der vergangenen 30 Tage 2.465 Dollar. Heute sind es 2.256 Dollar. Der Kurs liegt also unter beiden Mittelwerten, und der Abstand zum Monatsmittel beträgt gut 8 Prozent. Die Erholung nach dem Verfall hat den Monatstrend nicht gedreht, sie hat ihn unterbrochen.

Unsere Einschätzung: Ein verschobenes Upgrade bewegt diesen Kurs nicht

Aus Sicht der Redaktion ist die Glamsterdam-Verschiebung an diesem Wochenende die unwichtigere der beiden Nachrichten. Dafür sprechen die Zahlen oben: Ein Upgrade, das die Kapazität erhöht, löst ein Problem, das die Blockchain derzeit nicht hat. Bei einer Basisgebühr von 0,058 Gwei und einem Dreißig-Tage-Mittel von 0,484 Gwei stößt niemand an eine Grenze. Mehr Platz auf einer leeren Straße ändert nichts am Verkehr.

Dagegen spricht die längere Sicht. Glamsterdam soll die Blockchain schneller machen, und billige, schnelle Blöcke sind die Voraussetzung dafür, dass Anwendungen zurückkommen. Wer das Upgrade als Kurstreiber eingeplant hatte, muss diesen Punkt jetzt nach hinten schieben, ohne zu wissen, wie weit. Ein Kursziel nennen wir hier bewusst nicht, weil es dafür keine Grundlage gibt, die wir zeigen könnten.

Die Marken für das Wochenende: 2.221 und 2.465 Dollar

Nach unten zählt zuerst das Tagestief bei 2.221 Dollar. Es ist die jüngste Stelle, an der Käufer eingegriffen haben, und damit die erste belastbare Marke. Fällt sie, fehlt bis in den Bereich der Oktobertiefs eine Orientierung aus den vergangenen Tagen.

Nach oben ist die runde Marke von 2.300 Dollar die nächste Hürde, dahinter das Dreißig-Tage-Mittel bei 2.465 Dollar. Solange der Kurs unter diesem Mittel bleibt, ist jede Bewegung nach oben eine Gegenbewegung im Abwärtstrend und keine Wende. Entscheidend wäre ein Schlusskurs oberhalb von 2.465 Dollar, der mehr als einen Tag hält.

Staking, Haltefrist und Gebühren in Deutschland

Wer Ether hält und die Zeit überbrücken will, landet schnell beim Staking. Dabei stellst du deine Ether der Blockchain zur Absicherung zur Verfügung und bekommst dafür eine Verzinsung in Ether. Die Rendite stammt aus derselben Neuausgabe, die das Angebot ausweitet; du bekommst also einen Anteil an der Verwässerung statt eines Ausgleichs dafür. Welche Anbieter zu welchen Bedingungen arbeiten und wie lange dein Guthaben gebunden ist, zeigt der Vergleich der Staking-Anbieter.

Steuerlich gilt in Deutschland weiterhin die Haltefrist von einem Jahr: Wer Ether länger als zwölf Monate hält und danach verkauft, zahlt auf den Gewinn keine Einkommensteuer. Für gestakte Bestände war diese Frist früher auf zehn Jahre verlängert, was inzwischen nicht mehr gilt. Weil an dieser Regel politisch gearbeitet wird, halten wir den aktuellen Stand der Reform der Krypto-Haltefrist laufend nach. Die Belohnungen aus dem Staking sind davon unabhängig im Jahr des Zuflusses als sonstige Einkünfte zu versteuern.

Praktisch heißt das: Wenn du ohnehin seit mehr als einem Jahr investiert bist, ändert ein verschobenes Testnetz an deiner Lage nichts. Wenn du zukaufst, fällt die Gebühr der Börse bei den aktuellen Beträgen stärker ins Gewicht als der Unterschied zwischen 2.256 und 2.300 Dollar.

Glamsterdam-Stopp: Unter 13,63 Gwei wächst das Angebot weiter

  1. Behalte die Basisgebühr im Auge statt des Upgrade-Termins. Erst wenn sie sich der Schwelle von 13,63 Gwei nähert, kippt die Angebotsrechnung zurück. Wie teuer dein Zugang zum Markt ist, zeigt der Börsenvergleich.
  2. Rechne die Verwässerung in deine Renditeerwartung ein. Bei 0,88 Prozent Angebotswachstum im Jahr muss eine Staking-Rendite erst diesen Wert schlagen, bevor real etwas übrig bleibt. Die Konditionen stehen im Vergleich der Staking-Anbieter.
  3. Halte Kaufdatum und Staking-Zuflüsse sauber auseinander, weil Haltefrist und Zuflussbesteuerung getrennt laufen. Dabei helfen die Programme aus dem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 31. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Ethereum

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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