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Glamsterdam-Fork auf Hoodi abgesagt: So prüfst du, ob dein Ethereum-Staking betroffen ist

Die Ethereum-Entwickler haben die für den 26. Oktober geplante Glamsterdam-Aktivierung auf dem Testnetz Hoodi gestrichen. Auslöser ist ein Sicherheitsbefund zu EIP-8037, ein Ersatztermin für Hoodi und Mainnet steht nicht fest.

Quer gespanntes Absperrband vor einer geschlossenen Stahltür am Ende eines dunklen Technikgangs, in der Betonwand daneben das Ethereum-Zeichen als helle Intarsie
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Der Test-Fork, auf den die Ethereum-Entwickler seit Anfang Oktober hingearbeitet hatten, findet nicht statt. Am 22. Oktober haben die Kernentwickler die für Montag, den 26. Oktober geplante Aktivierung des Glamsterdam-Upgrades auf dem Testnetz Hoodi gestrichen. Der Grund ist kein Fehler in der Software, sondern ein Sicherheitsbefund der Prüffirma ChainSecurity zu zwei Verbesserungsvorschlägen, die Teil des Upgrades sind. Ein Ersatztermin steht weder für Hoodi noch für das Mainnet fest.

Für dich als Halter von Ether ändert sich im laufenden Betrieb zunächst nichts. Wer dagegen selbst einen Node betreibt, einen Validator laufen lässt oder Anwendungen auf Hoodi testet, muss den Kalender anpassen und die Softwarestände prüfen. Dieser Artikel ordnet ein, was genau gestrichen wurde, warum die Prüffirma Alarm geschlagen hat und welcher Termin jetzt realistisch im Raum steht.

Hoodi-Fork gestrichen: Der 26. Oktober fällt aus

Glamsterdam sollte auf Hoodi am 26. Oktober um 17:42:48 UTC greifen, bei der Hoodi-Epoche 132.352. Diese Aktivierung ist aus der überarbeiteten Konfiguration herausgenommen worden. Mit ihr gestrichen sind die Aktivierung der Ausführungsschicht Amsterdam und die der Konsensschicht Gloas. Auch die geplante Anhebung des Hoodi-Gaslimits auf 200 Millionen Einheiten wurde zurückgezogen.

Die Streichung betrifft ausschließlich künftige Konfigurationen. Was auf Hoodi bereits an Blöcken aufgezeichnet ist, bleibt unverändert; es wird nichts zurückgedreht. Ebenso unberührt bleibt der Glamsterdam-Fork auf dem Testnetz Sepolia, der am 6. Oktober stattgefunden hat und seitdem läuft.

Was ein Testnetz-Fork überhaupt leistet

Ein Testnetz ist eine vollständige Kopie der Ethereum-Blockchain, die mit wertlosen Token arbeitet. Hoodi dient seit Frühjahr 2026 als letzte Stufe vor dem Mainnet: Hier prüfen Client-Teams und Staking-Anbieter unter realistischen Bedingungen, ob ihre Software einen Fork übersteht. Fällt ein solcher Test aus, verschiebt sich zwangsläufig alles, was danach kommt. Das Mainnet-Datum hängt am Testnetz-Datum, nicht umgekehrt.

EIP-8037 ändert die Gasabrechnung für neuen Speicher

Gas ist die Recheneinheit, mit der Ethereum den Aufwand einer Transaktion misst und bepreist. EIP-8037 trägt den Titel „State Creation Gas Cost Increase" und verteuert das Anlegen neuer Daten auf der Blockchain. Der Vorschlag führt dafür einen Preis je Byte ein, den er mit 1.530 Gas beziffert, und rechnet die Kosten für das Anlegen von Speicher getrennt von der übrigen Ausführung ab. Transaktions- und Blockgrenzen gelten damit je Dimension statt für einen gemeinsamen Topf.

Der Vorschlag steht laut der offiziellen EIP-Seite im Status „Last Call" mit Frist bis zum 1. November 2026. Er setzt EIP-8038 voraus, das die Kostenwerte für Zugriffe auf bestehenden Speicher neu festlegt. Diese Werte sind nach Angaben derselben Seite noch nicht endgültig. Beide Vorschläge zusammen sollten mit Glamsterdam wirksam werden.

Gaspreise als Grundlage von Sicherheitsprüfungen

Gaspreise sind in Ethereum keine reine Gebührenfrage. Viele Verträge lesen während der Ausführung aus, wie viel Gas noch übrig ist, und leiten daraus eine Entscheidung ab. Verschiebt ein Upgrade diese Werte, verschiebt es damit auch die Grundlage solcher Entscheidungen. Genau an dieser Stelle setzt der Befund an.

Insufficient Gas Griefing: Der Angriffsweg, den ChainSecurity beschreibt

ChainSecurity hat seine Analyse am 13. Oktober veröffentlicht. Insufficient Gas Griefing bezeichnet einen Angriff, bei dem jemand absichtlich zu wenig Gas mitschickt, damit ein eigentlich legitimer Vorgang scheitert. Verträge wehren sich dagegen traditionell, indem sie das verbleibende Gas prüfen: Ist noch genug da, war das Scheitern echt; ist kaum noch welches übrig, war vermutlich zu wenig mitgegeben worden, und der Vorgang darf wiederholt werden.

Unter den neuen Regeln kann nach einem gescheiterten externen Aufruf mehr Gas an den aufrufenden Vertrag zurückfließen als bisher. Der Vertrag läuft dann weiter, wo er früher angehalten hätte, und seine Prüfung kommt zu einem falschen Schluss. Laut Cointelegraph warnten die Prüfer, die Änderungen könnten bestehende Sicherheitsprüfungen stören, die sich auf das verbleibende Gas stützen.

Die praktischen Folgen beschreibt die Prüffirma als dauerhaft: Eine Anwendung könnte einen gescheiterten Vorgang endgültig als gescheitert verbuchen, einen Anspruch eines Nutzers löschen oder eine Wiederholung sperren. Betroffen sind vor allem gebündelte Transaktionen und Auszahlungen, also Abläufe, bei denen mehrere Schritte aneinanderhängen und das Verhalten im Fehlerfall über das Ergebnis entscheidet.

Makroaufnahme einer dunklen Platine, bei der eine schmale Leiterbahn zwischen zwei Lötstellen unterbrochen ist
Der Streitpunkt sitzt tief in der Gasabrechnung: Wie viel Gas nach einem gescheiterten Aufruf übrig bleibt, entscheidet über die Logik vieler Verträge.

13 betroffene Verträge und die vertrauliche Offenlegung

ChainSecurity gibt an, 13 Beispiele dieses Musters in bereits aktiven Verträgen gefunden zu haben. Welche Anwendungen das sind, ist nicht öffentlich. Die Firma arbeitet nach eigenen Angaben im Rahmen einer vertraulichen Offenlegung mit den betroffenen Teams, also dem üblichen Verfahren, bei dem Entwickler Zeit zum Nachbessern bekommen, bevor Details bekannt werden.

Dieses Vorgehen erklärt, warum die Entwickler den Testlauf gestoppt haben, statt ihn durchzuziehen. Ein Fork auf Hoodi hätte die neuen Gasregeln in einer Umgebung scharf geschaltet, in der Teams ihre Produktionslogik spiegeln. Solange unklar ist, wie viele Verträge im Mainnet dasselbe Muster tragen, wäre jeder weitere Schritt eine Wette auf eine Zahl, die niemand kennt.

Gloas, Amsterdam und das Gaslimit von 200 Millionen stehen still

Glamsterdam bündelt mehrere Änderungen. Auf der Konsensschicht steht Gloas, auf der Ausführungsschicht Amsterdam. Zum Inhalt gehören die fest im Protokoll verankerte Trennung von Blockvorschlag und Blockbau sowie Zugriffslisten auf Blockebene. Beide Bausteine zielen darauf, den Bau von Blöcken berechenbarer zu machen und die Arbeit der Validatoren von spezialisierten Bauern zu entkoppeln.

Die Anhebung des Gaslimits auf 200 Millionen war der sichtbarste Teil des Hoodi-Tests. Auf Sepolia läuft Glamsterdam seit dem 6. Oktober mit einem erhöhten Limit. Ein höheres Gaslimit bedeutet mehr Rechenarbeit je Block und damit mehr Durchsatz, es erhöht aber auch die Anforderungen an die Hardware der Node-Betreiber. Genau deshalb wird es stufenweise und auf Testnetzen erprobt, bevor es ins Mainnet geht.

Im Mainnet läuft der Betrieb unverändert weiter

Das Mainnet läuft unverändert weiter. Die Ethereum Foundation hat nach Darstellung der zitierten Berichte nicht erklärt, dass dieses Upgrade das Mainnet beschädigt hätte, und es gibt keinen Hinweis auf ein Problem im laufenden Betrieb. Wer Ether in einer eigenen Wallet hält, bei einer Börse liegen hat oder über einen Anbieter staked, muss aus Anlass dieser Entscheidung nichts umstellen.

Ether notiert am 24. Oktober bei rund 2.370 Dollar und liegt damit im Bereich der vergangenen Tage. Eine Kursreaktion auf die Absage lässt sich aus den Daten nicht herauslesen; der Markt bewegte sich in dieser Zeit im Gleichschritt mit Bitcoin und den US-Aktienindizes. Wer den Fahrplan bis hierher verfolgt hat, findet den Stand vor der Absage in unserem Artikel vom 22. Oktober zum geplanten Hoodi-Fork und dem Gaslimit von 200 Millionen. Dort stand der 26. Oktober noch als Termin; genau dieser Punkt ist jetzt hinfällig.

Staking über einen Anbieter: Die Rolle des Dienstleisters

Wer sein Ether über eine Börse oder einen spezialisierten Dienst staked, trägt das Client-Risiko nicht selbst. Der Anbieter aktualisiert seine Software und haftet vertraglich für den Betrieb. Relevant bleibt für dich die Frage, wie transparent er solche Termine kommuniziert und wie schnell er bei einem verschobenen Fork reagiert. Einen Überblick über Konditionen und Bedingungen der gängigen Anbieter findest du in unserem Vergleich der Staking-Plattformen, inklusive der Sperrfristen, die im Ernstfall darüber entscheiden, wie beweglich dein Bestand ist.

Umspannwerk bei Nacht mit Reihen von Porzellanisolatoren und Stahlträgern im Gegenlicht
Das Mainnet läuft unverändert weiter: Die Entscheidung betrifft ein Testnetz und einen künftigen Fork.

Solo-Staker und Node-Betreiber: Die Client-Versionen vom 26. Oktober

Anders liegt der Fall bei allen, die selbst Software betreiben. Behält ein Client oder eine eigene Konfiguration den alten Aktivierungszeitpunkt bei, läuft er auf Hoodi auf einen Fork zu, den der Rest des Netzwerks nicht mitmacht. Das Ergebnis wäre eine Abspaltung vom aktuellen Stand, mit allen Folgen für Synchronisation und Validator-Betrieb.

Aus diesem Grund gilt die Aktualisierung bis zum 26. Oktober weiterhin, auch wenn der Fork ausfällt: Die neuen Versionen tragen die bereinigte Konfiguration. Laut der überarbeiteten Übersicht betrifft das auf der Konsensschicht Lodestar in Version 1.50.1 und auf der Ausführungsschicht Besu 26.10.1 sowie Nethermind 2.2.1; Ethrex steht als Vorabversion 30.0.1-rc.2 bereit. Anweisungen für die übrigen Clients standen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus. Betroffen sind neben Ausführungs- und Konsens-Client auch der Validator-Client und externe Infrastruktur für den Blockbau.

Anwendungsentwickler und der Testkalender

Teams, die ihre Verträge gegen Glamsterdam testen wollten, haben ihre Grundlage verloren. Die Entwickler haben ausdrücklich darum gebeten, Tests nicht länger um den gestrichenen Termin herum zu planen. Wer Verträge betreibt, die das verbleibende Gas auslesen, um über einen Wiederholungsversuch zu entscheiden, sollte diese Logik ohnehin unabhängig vom Fork-Datum durchsehen. Die Fundstellen von ChainSecurity beschreiben ein Muster, kein Einzelstück.

Der Dezember-Termin für das Mainnet ist offen

Vor der Absage hatten die Entwickler nach übereinstimmenden Berichten den 1., den 8. und den 9. Dezember als mögliche Mainnet-Termine diskutiert. Bestätigt war keiner davon. Die Tagesordnung des Treffens vom 22. Oktober sah vor, in der Woche darauf ein Datum zu wählen, sofern der Hoodi-Test gelingt. Diese Bedingung ist nicht eingetreten.

Ein einzelner Bericht nennt einen überarbeiteten Hoodi-Termin nach der Devcon Anfang November und hält einen Mainnet-Start im Dezember weiterhin für möglich. Diese Angabe bestätigen die übrigen Quellen nicht, sie ist deshalb mit Vorsicht zu lesen. Belastbar ist bislang nur die Aussage, dass kein neuer Termin feststeht.

Realistisch betrachtet hängt der Zeitplan an zwei Fragen: Wie schnell die betroffenen Projekte ihre Verträge anpassen, und ob die Entwickler die Gasregeln so nachschärfen, dass die alten Prüfungen weiter tragen. Beides lässt sich nicht auf ein Datum festlegen. Bei Fusaka im vergangenen Dezember lagen zwischen dem letzten Testnetz-Fork und dem Mainnet-Start mehrere Wochen; eine ähnliche Spanne wäre auch hier keine Überraschung.

Enshrined PBS und Block-Level Access Lists: Der Inhalt von Glamsterdam

Hinter den beiden Fachbegriffen stehen zwei Weichenstellungen. Enshrined Proposer-Builder Separation verankert im Protokoll selbst, was heute über freiwillige Software läuft: die Trennung zwischen dem Validator, der einen Block vorschlägt, und dem Dienstleister, der ihn zusammenstellt. Block-Level Access Lists geben im Voraus bekannt, welche Daten ein Block anfassen wird, sodass Clients Teile der Arbeit parallel erledigen können.

Beides zielt auf Robustheit statt auf sichtbare Neuerungen für Endnutzer. Für Anleger ist Glamsterdam deshalb weniger ein Ereignis mit Kurswirkung als ein Baustein in der langfristigen Entwicklung des Netzwerks. Die Verzögerung um einige Wochen ändert an dieser Einordnung wenig, zeigt aber, dass die Entwickler Sicherheitsbefunde vor den Zeitplan stellen.

Glamsterdam-Absage: Ohne Ersatztermin bleibt der Dezember-Fork offen

  1. Prüfe deinen Software-Stand, wenn du selbst betreibst. Aktualisiere Ausführungs-, Konsens- und Validator-Client auf die genannten Versionen und stelle sicher, dass keine eigene Konfiguration den 26. Oktober als Aktivierungszeitpunkt trägt. Wer das Staking dagegen einem Dienst überlässt, findet die Konditionen der Anbieter im Staking-Vergleich.
  2. Trenne Verwahrung und Handel. Die Absage berührt deine Bestände nicht, ein guter Anlass zur Bestandsaufnahme ist sie trotzdem. Welche Geräte für die eigene Verwahrung taugen, zeigt der Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Behalte den Kalender im Blick, nicht den Kurs. Der nächste belastbare Schritt ist ein neuer Hoodi-Termin. Wer in dieser Phase zukaufen oder umschichten will, vergleicht vorher Gebühren und Einzahlungswege der Krypto-Börsen, statt auf eine Fork-Rallye zu setzen, die bislang niemand terminiert hat.

(Stand: 24. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Glamsterdam-Absage auf Hoodi

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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