Ethereum-Upgrade Glamsterdam: Was Staker jetzt an ihrem Client prüfen müssen
Am 6. Oktober 2026 soll Glamsterdam auf dem Testnetz Sepolia aktiviert werden, das Hauptnetz hat weiter kein Datum. Wir haben die Versionsstände aller zehn großen Ethereum-Clients ausgezählt und zeigen, was Staker jetzt prüfen sollten und was nicht.

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Ethereum bekommt sein nächstes großes Upgrade, und es hat zum ersten Mal ein Datum: Am 6. Oktober 2026 soll Glamsterdam auf dem Testnetz Sepolia aktiviert werden. Wenn du selbst stakst, ist das der Termin, ab dem dein Knoten eine Softwareversion braucht, die es heute noch nicht als stabile Freigabe gibt. Wir haben am 11. September 2026 die veröffentlichten Versionsstände aller zehn großen Ethereum-Clients ausgezählt, um zu zeigen, wie weit die Vorbereitung wirklich ist.
Die kurze Antwort vorweg: Keiner der zehn geprüften Clients trug an diesem Tag eine stabile Version, die das Upgrade im Namen führt. Die Arbeit findet in Vorabversionen und nächtlichen Testbauten statt. Für dich bedeutet das keinen Handlungsbedarf am heutigen Tag. Wichtiger ist zu wissen, wann der Zeitpunkt kommt.
Glamsterdam, Gloas und Sepolia: Was hinter den Namen des Ethereum-Upgrades steckt
Drei Begriffe tauchen in jeder Meldung zu diesem Upgrade auf, und sie meinen verschiedene Dinge.
Glamsterdam ist der Sammelname für die nächste Regeländerung des Ethereum-Protokolls. Er setzt sich aus den Namen der beiden Ebenen zusammen, die Ethereum gleichzeitig verändert: Gloas für die Konsens-Ebene und Amsterdam für die Ausführungs-Ebene. Wer in Protokollen von Gloas liest, meint also denselben Vorgang, nur die andere Hälfte davon.
Sepolia ist ein Testnetz. Es läuft mit derselben Software wie das Hauptnetz, aber mit wertlosen Token. Neue Protokollregeln werden dort scharf geschaltet, bevor sie echtes Geld berühren. Ein Fehler auf Sepolia kostet Entwicklerzeit, ein Fehler im Hauptnetz kostet Anleger Geld. Deshalb diese Reihenfolge.
Eine Hard Fork ist eine Regeländerung, die alte und neue Software unvereinbar macht: Ein Knoten, der die neuen Regeln nicht kennt, folgt ab dem Umschaltzeitpunkt einer anderen Kette als der Rest des Netzes. Genau deshalb ist ein Client-Update vor einem Fork keine Empfehlung, sondern Voraussetzung für die Teilnahme.
Warum der 6. Oktober 2026 für Sepolia im Kalender steht
Der Termin stammt aus dem 186. Entwicklertreffen zur Konsens-Ebene, das am 3. September 2026 stattfand. Dort einigten sich die Client-Teams auf Epoche 351232 als Umschaltpunkt, was dem 6. Oktober 2026 um 13:53 Uhr UTC entspricht. Die Roadmap-Seite der Ethereum Foundation führt diesen Termin seither als nächsten Meilenstein und den Stand des Upgrades als Testing on devnets.
Für das Hauptnetz gibt es kein Datum. Dort steht auf derselben Seite Q4 2026 mit dem ausdrücklichen Zusatz, das Datum sei noch nicht bestätigt. In Entwicklerrunden ist ein Dezember-Termin diskutiert worden, gebunden ist daran niemand. Wer dir heute ein Datum für das Hauptnetz nennt, nennt eine Erwartung.
Auch der Sepolia-Termin selbst steht unter Vorbehalt. Die Tagesordnung des Treffens hält fest, dass Lido und Optimism mindestens einen stabilen Betriebstag auf einem Testnetz verlangt hatten, bevor ein Fork angesetzt wird. Diese Bedingung war am 11. September noch nicht erfüllt.
Devnet-11 am 14. September: Der Test, an dem der Sepolia-Termin hängt
Ein Devnet ist ein kurzlebiges Entwicklernetz, das eigens für einen Upgrade-Test aufgesetzt und danach verworfen wird. Es ist die Stufe vor dem öffentlichen Testnetz.
Ursprünglich sollte Glamsterdam-Devnet-10 das letzte dieser Netze vor Sepolia sein. Dieser Plan hat sich geändert. Die Entwickler haben ein weiteres Netz angesetzt, Devnet-11, das am Montag, dem 14. September 2026, starten soll. Parallel laufen weiter Tests auf Devnet-8, und auf Devnet-9 werden Clients einzeln durchgemessen.
Damit ist die Lage vor dem 6. Oktober klar beschreibbar: Zwischen dem geplanten Start von Devnet-11 und dem Sepolia-Termin liegen 22 Tage. In dieser Zeit müssen die Client-Teams ein Netz stabil betreiben, die gefundenen Fehler beheben und daraus Freigabeversionen bauen. Wird Devnet-11 nicht stabil, verschiebt sich der Sepolia-Termin. Genau dafür sind diese Netze da.

Client-Bereitschaft geprüft: Zehn Ethereum-Clients im Versionsstand vom 11. September
Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 11. September 2026 selbst erhoben. Methode: Wir haben über die öffentliche Schnittstelle von GitHub die Freigabelisten der zehn quelloffenen Ethereum-Clients abgerufen und je Client die jüngste stabile Version mit Veröffentlichungsdatum notiert; Vorabversionen sind getrennt vermerkt. Geprüft wurden zehn Objekte, Stichzeitpunkt 18:00 Uhr UTC.
| Client | Ebene | Jüngste stabile Version | Veröffentlicht | Alter |
|---|---|---|---|---|
| Geth | Ausführung | v1.17.5 | 27.07.2026 | 46 Tage |
| Nethermind | Ausführung | v1.39.3 | 06.08.2026 | 36 Tage |
| Besu | Ausführung | 26.8.1 | 01.09.2026 | 10 Tage |
| Erigon | Ausführung | v3.6.1 | 09.09.2026 | 2 Tage |
| Reth | Ausführung | v2.5.2 | 02.09.2026 | 9 Tage |
| Prysm | Konsens | v7.1.8 | 29.07.2026 | 44 Tage |
| Lighthouse | Konsens | v8.2.2 | 18.08.2026 | 24 Tage |
| Teku | Konsens | 26.8.0 | 10.08.2026 | 32 Tage |
| Nimbus | Konsens | v26.8.0 | 28.08.2026 | 14 Tage |
| Lodestar | Konsens | v1.47.0 | 02.09.2026 | 9 Tage |
Was wir nicht prüfen konnten, gehört zur Erhebung dazu: Wir haben die Versionsnamen, Veröffentlichungsdaten und die Kennzeichnung als Vorabversion ausgewertet, nicht den Volltext jeder Freigabebeschreibung. Eine Version kann Glamsterdam-Regeln enthalten, ohne das Wort im Namen zu führen. Nicht erfasst sind außerdem Sonderbauten für einzelne Devnets, die die Teams untereinander austauschen, ohne sie als Freigabe zu veröffentlichen.
Was die Zahlen über den Zeitplan des Glamsterdam-Upgrades sagen
Drei Befunde lassen sich aus der Tabelle ablesen.
Erstens: Keine der zehn stabilen Versionen trägt Glamsterdam, Gloas oder Sepolia im Versionsnamen oder im Etikett. Das deckt sich mit dem Stand der Entwicklung, wie ihn die Roadmap-Seite beschreibt.
Zweitens: Die Veröffentlichungsrhythmen laufen weit auseinander. Vier Clients haben ihre jüngste stabile Version im September gebaut, Erigon zuletzt vor zwei Tagen. Vier weitere liegen über 30 Tage zurück, angeführt von Geth mit 46 Tagen und Prysm mit 44. Daraus lässt sich kein Urteil über Bereitschaft ableiten, wohl aber eine Erwartung: Bei diesen Teams steht die Freigabe noch aus.
Drittens: Die sichtbare Bewegung findet in Vorabversionen statt. Nethermind hat am 2. September eine Vorabversion 2.0.0-rc veröffentlicht, Lodestar am 27. August eine Vorabversion zu 1.47.0, und Nimbus hat am Morgen des 11. September einen nächtlichen Testbau abgelegt. Dort wird gerade gearbeitet.
Die Schlussfolgerung für dich ist unspektakulär und deshalb brauchbar: Es gibt derzeit nichts zu installieren. Die Version, die du für den Fork brauchst, existiert als stabile Freigabe noch nicht. Wer jetzt hektisch aktualisiert, gewinnt nichts.
Execution-Client und Consensus-Client: Warum du beide aktualisieren musst
Eine Ethereum-Node besteht seit dem Übergang zu Proof of Stake aus zwei Programmen, die nebeneinander laufen und miteinander sprechen.
Der Execution-Client führt Transaktionen aus und verwaltet den Zustand der Kette. Geth, Nethermind, Besu, Erigon und Reth gehören in diese Gruppe. Der Consensus-Client bestimmt, welcher Block als nächstes gilt, und kümmert sich um das Staking. Prysm, Lighthouse, Teku, Nimbus und Lodestar erfüllen diese Aufgabe.
Glamsterdam ändert Regeln auf beiden Ebenen. Ein Update nur auf einer Seite reicht deshalb nicht. Wer den Consensus-Client aktualisiert und den Execution-Client vergisst, hat nach dem Umschaltzeitpunkt eine Node, deren Hälften sich uneinig sind. In der Praxis bedeutet das ausgefallene Attestierungen und, wenn du Validator bist, entgangene Erträge. Wie viel dabei zusammenkommt, hängt davon ab, wie lange der Zustand unbemerkt bleibt.
Falls ein Dienst dein ETH für dich einsetzt, trägt dieser die Aufgabe. Welche Anbieter das übernehmen und zu welchen Bedingungen, steht in unserem Vergleich der Staking-Plattformen.
Was Solo-Staker vor dem Fork an ihrer Node prüfen sollten
Vier Punkte lohnen sich schon jetzt, auch ohne dass eine Freigabe vorliegt.
Notiere dir, welche Versionen bei dir laufen, und zwar für beide Clients getrennt. Überraschend viele Betreiber wissen das im Ernstfall nicht auswendig und suchen dann unter Zeitdruck.
Prüfe, ob deine Installation Freigaben automatisch bezieht oder ob du von Hand aktualisierst. Bei einem Fork ist der automatische Weg der sicherere, solange er stabile Freigaben zieht und keine Vorabversionen.
Sieh nach, wie viel Plattenplatz frei ist. Ein Upgrade, das an einer vollen Platte scheitert, ist ein vermeidbarer Ausfall.
Abonniere die Freigabe-Benachrichtigungen deiner beiden Clients. Das ist der Kanal, über den die Teams den Fork-Termin für das Hauptnetz ankündigen werden, und er ist schneller als jede Nachrichtenseite.

EIP-8061 und die Austritts-Warteschlange: Was sich für Staker ändert
Unter den Vorschlägen, die für Glamsterdam vorgesehen sind, betrifft einer das Staking unmittelbar. EIP-8061 erhöht den sogenannten Churn, also die Zahl der Validatoren, die je Zeiteinheit aus dem Netz austreten oder zusammengelegt werden dürfen.
Warum das zählt: Wer sein ETH aus dem Staking holt, stellt sich in eine Warteschlange. Deren Länge ergibt sich aus dieser Obergrenze. Wie lang sie zeitweise werden kann, haben wir im August anhand der damaligen Zahlen beschrieben; die Einzelheiten stehen in unserer Auswertung zur Staking-Warteschlange. Steigt der Churn, verkürzt sich die Wartezeit bei gleicher Nachfrage.
Zwei weitere Vorschläge prägen das Upgrade inhaltlich. EIP-7732 verankert die Trennung von Blockvorschlag und Blockbau im Protokoll. EIP-7928 führt Zugriffslisten auf Blockebene ein, die der Verarbeitung vorab mitteilen, welche Teile des Zustands ein Block berührt. Beide zielen auf Tempo und Gleichbehandlung im Blockbau, nicht auf eine Veränderung deiner Guthaben.
Der Umfang des Upgrades gilt als eingefroren, kann sich bis zum Hauptnetz aber noch ändern, weil der übergeordnete Vorschlag formal im Entwurfsstatus steht. Die vollständige Liste führt die Roadmap-Seite der Ethereum Foundation.
Staking über Anbieter: Was du prüfen kannst, wenn du keine eigene Node betreibst
Der größere Teil des eingesetzten ETH liegt bei Börsen, Staking-Diensten und Liquid-Staking-Protokollen, nur ein kleiner Teil auf privaten Rechnern. Wenn du dazu gehörst, ist das Client-Update nicht deine Aufgabe. Zwei Dinge kannst du trotzdem tun.
Sieh nach, ob dein Anbieter eine Statusseite oder einen Ankündigungskanal führt, und ob dort zu Glamsterdam etwas steht. Anbieter, die Netzwerk-Upgrades stillschweigend behandeln, geben dir keine Möglichkeit, einen Ausfall einzuordnen.
Prüfe zweitens, wie dein Anbieter mit Wartungsfenstern umgeht. Rund um einen Hauptnetz-Fork setzen viele Dienste Ein- und Auszahlungen für einige Stunden aus. Das ist üblich und meist harmlos, aber es ist ein schlechter Zeitpunkt für eine geplante Transaktion.
Was das Upgrade für dein ETH im Wallet bedeutet, und was nicht
Hier ist die Entwarnung, die zu diesem Thema gehört: Wenn du ETH einfach hältst, in einem eigenen Wallet oder bei einem Anbieter, musst du wegen Glamsterdam nichts tun. Es gibt keinen Tausch, keine Migration, keine Frist, die dich Geld kostet. Deine Adressen bleiben dieselben, deine Guthaben bleiben dieselben.
Ein Upgrade dieser Art ändert die Regeln, nach denen das Netz Blöcke baut und prüft. Es ändert nicht den Bestand in deinem Wallet. Auch ein Hardware-Wallet braucht dafür keine besondere Vorbereitung; welche Geräte welche Funktionen abdecken, haben wir im Hardware-Wallet-Vergleich gegenübergestellt.
Vorsicht ist an einer anderen Stelle angebracht. Netzwerk-Upgrades sind ein bewährter Anlass für Betrugsversuche. Rund um einen Fork tauchen regelmäßig Nachrichten auf, die zu einer angeblichen Migration auffordern oder eine Seed Phrase abfragen. Keine echte Protokolländerung verlangt das jemals. Wer dich zur Eingabe deiner Wiederherstellungswörter auffordert, will dein Geld.
Einordnung: Woran du erkennst, ob der Termin hält
Drei Signale sind in den kommenden Wochen aussagekräftiger als jede Schlagzeile.
Das erste ist Devnet-11 ab dem 14. September. Läuft es mehrere Tage ohne Abbruch, ist der 6. Oktober plausibel. Bricht die Finalisierung erneut ab, wird der Termin verschoben.
Das zweite sind die Freigaben der Client-Teams. Sobald mehrere Clients innerhalb weniger Tage stabile Versionen mit Sepolia-Unterstützung veröffentlichen, ist der Fork real vorbereitet. Diese Reihenfolge kehrt sich nie um.
Das dritte ist die Roadmap-Seite selbst. Dort steht der nächste Meilenstein samt Datum, und die Angabe wird gepflegt. Wir hatten den ursprünglichen Beschluss im August in unserem Beitrag zum Glamsterdam-Termin für Sepolia beschrieben; der Vorbehalt aus dem September ist dort noch nicht enthalten. Die Protokolle der Entwicklertreffen fasst Christine Kim in ihrer Mitschrift zum 245. Treffen der Ausführungs-Entwickler zusammen.
Glamsterdam-Termin und Client-Update: Was du daraus mitnimmst
- Notiere heute deine beiden Client-Versionen und abonniere deren Freigabe-Benachrichtigungen. Zu installieren gibt es nichts: Am 11. September trug keiner der zehn geprüften Clients eine stabile Version mit Glamsterdam-Bezug. Wenn du gar nicht selbst betreiben willst, ist der Vergleich der Staking-Plattformen der schnellere Weg.
- Beobachte Devnet-11 ab dem 14. September statt den Kalender. Der Sepolia-Termin am 6. Oktober hängt an diesem Test, und für das Hauptnetz gibt es ohnehin nur die Angabe viertes Quartal 2026 ohne Bestätigung. Wenn du deine Schlüssel dabei selbst verwahrst, hilft dir der Hardware-Wallet-Vergleich bei der Gerätewahl.
- Behandle jede Aufforderung zur Migration als Betrugsversuch. Ein Protokoll-Upgrade verlangt niemals deine Seed Phrase. Halte stattdessen deine Aufzeichnungen sauber, damit Staking-Erträge nachvollziehbar bleiben; passende Werkzeuge findest du im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
(Stand: 11. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.































