Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Prognose: 9,7 ETH verbrannt in 24 Stunden, das prüfst du jetzt

Analyse: Belegt ist, dass Ethereum in den vergangenen 24 Stunden 9,7 ETH an Gebühren verbrannt hat, während das Angebot im selben Zeitraum um 2.956 ETH gewachsen ist. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Knappheitsmechanismus, auf den viele Ether-Halter ihre Erwartung stützen, ist derzeit praktisch abgeschaltet.

Erkaltete Schmiedeesse in einer dunklen Werkhalle, in der Kohlenschale glimmt nur noch ein einzelner Glutrest, in der Ziegelwand dahinter das Ethereum-Zeichen
10 Min. Lesezeit
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Ethereum verbrennt gerade so gut wie nichts mehr. In den 24 Stunden bis Sonntagabend, 25. Oktober, gingen nach den Daten von ultrasound.money genau 9,67 ETH an Basisgebühren unwiderruflich aus dem Umlauf, umgerechnet rund 22.600 Dollar. Im selben Zeitraum kamen 2.956 neue ETH dazu. Unter dem Strich wuchs das Angebot also um 2.946 Ether, an einem einzigen Tag.

Der Kurs selbst sagt davon wenig. Ether notierte am Sonntagabend bei 2.341,78 Dollar oder 2.090,31 Euro und lag damit 1,7 Prozent über dem Vortag, nachdem der Kurs am Samstag unter die Marke von 2.300 Dollar gerutscht war. Auf Sicht von 30 Tagen steht trotzdem ein Minus von 12,8 Prozent. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein.

Interessant ist an diesem Sonntag nicht die Kurszahl, sondern das, was unter ihr passiert. Die Gebühren auf Ethereum sind so tief gefallen, dass der Mechanismus, der Ether seit 2021 knapper machen sollte, rechnerisch kaum noch wirkt. Für dich hat das zwei sehr konkrete Folgen: eine für die Bewertung und eine für die Gebühren, die du heute zahlst.

Die Basisgebühr steht bei 0,044 Gwei

Gwei ist die übliche Einheit für Ethereum-Gebühren, eine Milliardstel Ether. Für diesen Artikel haben wir die Basisgebühr selbst aus der Blockchain gelesen, über einen öffentlichen Zugangspunkt, am Sonntag gegen 16:51 Uhr UTC bei Block 26.270.970. Über die letzten 20 Blöcke lag sie zwischen 0,0426 und 0,0556 Gwei. Der Durchschnitt der vergangenen 24 Stunden beträgt 0,0444 Gwei, gemessen an 1.441 Datenpunkten, mit einem Tagestief von 0,0287 und einer Spitze von 0,1652 Gwei.

Zur Einordnung: In den Wochen nach dem Start der Gebührenverbrennung lagen typische Basisgebühren bei 20 bis 100 Gwei, in Spitzen deutlich darüber. Was heute im Netz ankommt, ist also rund drei Größenordnungen kleiner.

Die Auslastung erklärt das. Jeder Block hat ein Gasziel, das bei der Hälfte seiner Kapazität liegt. Liegt die Nachfrage darunter, sinkt die Basisgebühr von Block zu Block automatisch. Unsere Messung über die letzten 20 Blöcke ergab eine mittlere Auslastung von 45,1 Prozent. Das Netz läuft also unterhalb seines Ziels, und genau deshalb fällt die Gebühr immer weiter.

Ein Einwand liegt nahe: Sonntagabend ist immer ruhig. Das stimmt, trägt aber nicht weit genug. Über 30 Tage summiert sich die Verbrennung auf 2.018 ETH, rund 5,24 Millionen Dollar. Das ist kein Wochenendeffekt, sondern der Normalzustand dieses Herbstes.

Was EIP-1559 verbrennt und was die Emission dagegensetzt

Seit August 2021 teilt sich eine Ethereum-Gebühr in zwei Teile. Die Basisgebühr legt das Protokoll selbst fest, und sie wird vernichtet, statt an jemanden ausgezahlt zu werden. Obendrauf kommt ein freiwilliges Trinkgeld, das an den Validator geht, der den Block vorschlägt. Nur der erste Teil verkleinert das Angebot.

Dem steht die Emission gegenüber. Wer Ether hinterlegt und das Netz absichert, bekommt dafür neue Ether. Diese Belohnung läuft unabhängig davon, wie viel auf der Blockchain los ist, und fließt auch dann, wenn niemand eine Transaktion schickt.

Stahlrohr mit Absperrventil an einer nassen Betonwand, aus der Mündung fällt ein einzelner Tropfen in ein fast leeres Becken, am Ventilrad das Ethereum-Zeichen
Was an Gebühren hereinkommt, reicht derzeit nicht annähernd an die laufende Emission heran.

9,7 verbrannte gegen 2.966 neue Ether

Beide Größen lassen sich gegeneinander rechnen. Das Angebot stieg zwischen Samstag und Sonntag, jeweils 16:44 Uhr UTC, von 122.158.084,66 auf 122.161.040,80 Ether. Das sind 2.956,14 Ether netto. Rechnet man die 9,67 verbrannten Ether wieder hinzu, wurden brutto rund 2.966 Ether neu geschaffen.

Daraus ergibt sich eine Zahl, die den Zustand besser beschreibt als jeder Chart: Die Verbrennung deckt derzeit 0,33 Prozent der Neuausgabe. Von je 1.000 frisch entstandenen Ether verschwinden gut drei wieder. Die restlichen 997 bleiben.

13,61 Gwei markieren den Gleichstand

Es gibt einen Punkt, an dem sich beides aufhebt. ultrasound.money weist ihn als Schwelle aus, und sie lag am Sonntag bei 13,607 Gwei. Erst wenn die Basisgebühr diesen Wert dauerhaft überschreitet, verbrennt Ethereum mehr, als es ausschüttet, und das Angebot schrumpft wieder.

Von 0,0444 Gwei bis dorthin ist es das 306-Fache. Diese Lücke schließt sich nicht durch einen steigenden Kurs, denn die Schwelle hängt an der Nachfrage nach Blockraum, nicht am Preis. Nötig wäre eine Rückkehr der Aktivität auf das Hauptnetz, und genau die wandert seit Jahren in die Layer-2-Netze ab, die Blockraum gebündelt und damit billiger einkaufen.

Das Angebot wächst um 0,88 Prozent im Jahr

Schreibt man den Tageswert fort, kommen rund 1,08 Millionen Ether in zwölf Monaten hinzu, bezogen auf einen Umlauf von 122,16 Millionen also 0,88 Prozent. Die gemessenen Zeiträume stützen die Größenordnung: über sieben Tage ein Plus von 20.607 Ether, über 30 Tage 87.208 Ether, das entspricht 0,071 Prozent im Monat.

Das ist weit entfernt von den zweistelligen Inflationsraten mancher Altcoins, und es ist niedriger als bei Bitcoin. Es ist aber eben auch das Gegenteil dessen, was der Begriff vom knapper werdenden Geld verspricht. Wer eine Erwartung an Ether auf diesen Mechanismus stützt, stützt sie gerade auf etwas, das nicht läuft.

Ein Transfer kostet derzeit unter einem Cent

Die zweite Folge betrifft deine Gebühren, und sie ist die angenehmere. Eine einfache Ether-Überweisung braucht 21.000 Gas. Bei 0,0444 Gwei Basisgebühr und einem Trinkgeld von 0,0046 Gwei, dem Mittelwert aus unserer Messung, kostet sie rund 0,0000010 Ether. Das sind bei einem Kurs von 2.341,78 Dollar etwa 0,24 US-Cent.

Für einen Token-Transfer rechne mit dem Dreifachen. Rund 65.000 Gas ergeben etwa 0,0000032 Ether oder 0,75 Cent. Selbst eine aufwendigere Interaktion mit einem Vertrag bleibt in dieser Rechnung im einstelligen Cent-Bereich.

Wer in den vergangenen Jahren einen Umzug vor sich hergeschoben hat, weil 30 oder 50 Dollar Gebühr pro Vorgang anfielen, findet gerade ein Fenster vor. Das betrifft drei Vorhaben besonders: den Abzug von einer Börse in die eigene Verwahrung, das Zusammenlegen von Beständen, die über mehrere Adressen verstreut liegen, und das Aufräumen alter Freigaben an Verträge, die du längst nicht mehr nutzt.

Aufgeklapptes Metallgerät mit Tastenfeld auf einer dunklen Holzwerkbank neben einer gestanzten Stahlplatte und einem Schraubstock, in der Werkbank das eingebrannte Ethereum-Zeichen
Der Umzug in die eigene Verwahrung ist technisch immer gleich teuer, der Preis dafür schwankt aber um den Faktor 1.000.

Die Gebührenanzeige der Wallet verrät drei Dinge

Jede gängige Wallet zeigt die geschätzte Gebühr an, bevor du bestätigst. Drei Dinge lohnen den Blick. Erstens der angezeigte Gesamtbetrag in Euro, nicht die Gwei-Zahl, denn nur er sagt, was dich der Vorgang kostet. Zweitens die Voreinstellung für das Trinkgeld: Viele Wallets setzen einen Standardwert, der bei dieser Marktlage weit über dem Nötigen liegt. Drittens der Zeitpunkt, denn die Spitze unserer Messung lag mit 0,1652 Gwei beim Vierfachen des Tagestiefs.

Ein Wort zur Vorsicht, das von der Gebührenfrage unabhängig ist: Ein Umzug in die eigene Verwahrung verschiebt die Verantwortung vollständig zu dir. Wer eine Hardware-Wallet einsetzt, sollte die Wiederherstellung mit einem kleinen Betrag testen, bevor der ganze Bestand den Weg geht. Eine falsch notierte Wiederherstellungsphrase fällt sonst erst in dem Moment auf, in dem sie gebraucht wird.

Haltefrist und Finanzamt: Der Umzug ist kein Verkauf

Für Anleger in Deutschland hängt an dem Thema eine Steuerfrage, und die Antwort ist erfreulich. Private Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes setzen eine Veräußerung voraus. Der Transfer zwischen zwei Adressen, die beide dir gehören, ist keine. Er löst keinen steuerpflichtigen Vorgang aus und unterbricht die einjährige Haltefrist nicht.

Worauf es ankommt, ist die Dokumentation. Halte Datum, Betrag und die Transaktionskennung fest, dazu einen Nachweis, dass beide Adressen dir zuzuordnen sind. Ohne diesen Nachweis kann das Finanzamt den Zugang auf der Zieladresse als Anschaffung werten, und dann beginnt die Frist von vorn. Die Gebühr selbst ist in dieser Rechnung nebensächlich, bei 0,24 Cent sogar praktisch null.

Anders liegt der Fall beim Hinterlegen von Ether gegen Rendite. Wer seine Bestände über eine Staking-Plattform laufen lässt, erzielt Einkünfte, die gesondert zu erfassen sind, und je nach Ausgestaltung greift die Haltefrist dort anders. Das ist ein eigenes Thema und gehört nicht in dieselbe Rechnung.

Was sich seit gestern geändert hat

Im Artikel vom Samstag stand die Finanzierungsrate für gehebelte Ether-Käufe im Mittelpunkt, die erstmals seit dem 13. Oktober auf null gefallen war. Der Kurs lag damals bei rund 2.300 Dollar. Seitdem hat Ether 1,7 Prozent gutgemacht und steht bei 2.341,78 Dollar, mit einem Tagestief von 2.313,32 und einem Hoch von 2.368,07 Dollar.

Die Marke von 2.311 Dollar, die gestern als Scheidelinie benannt wurde, hat damit gehalten. Nach oben liegt das Tageshoch bei 2.368 Dollar als nächste Hürde, nach unten markiert das Tagestief von 2.313 Dollar die Linie, unter der die Lage von gestern wieder gilt. Vom Allzeithoch bei 4.946,05 Dollar vom 24. August 2025 trennen Ether weiterhin 52,7 Prozent.

Neu ist die Gebührenseite, und sie zeigt in eine andere Richtung als die Terminmarktdaten von gestern: Ein verschwundener Hebelaufschlag ist ein kurzfristiges Signal, eine seit Wochen erloschene Verbrennung ein strukturelles.

Unsere Einschätzung zur Gebührenlage

Aus Sicht der Redaktion wird die Knappheitserzählung rund um Ether derzeit von den Zahlen nicht getragen. Dafür sprechen die 0,33 Prozent Deckung der Neuausgabe durch die Verbrennung, der Abstand von 0,0444 zu 13,607 Gwei und das über 30 Tage gemessene Angebotsplus von 87.208 Ether. Dagegen spricht, dass niedrige Gebühren kein Defekt sind, sondern das erklärte Ziel der Layer-2-Strategie: Ein Netz, das Transaktionen für Bruchteile eines Cents abwickelt, ist nutzbarer als eines, das 50 Dollar verlangt. Die Verbrennung war nie das Produkt, sie war ein Nebeneffekt der Knappheit von Blockraum.

Was daraus folgt: Wer Ether hält, sollte die Begründung dafür prüfen. Trägt sie allein auf dem Argument, dass das Angebot schrumpft, steht sie auf einer Zahl, die seit Wochen das Gegenteil zeigt. Trägt sie auf der Nutzung, auf den Einkünften aus dem Hinterlegen oder auf der Erwartung, dass Aktivität irgendwann wieder auf das Hauptnetz zurückfindet, ist sie von dieser Messung unberührt. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das ausdrücklich nicht, und ein Totalverlust bleibt bei jeder Kryptowährung möglich.

Gebührenfenster: Ein Transfer kostet unter einem Cent

Drei Dinge lassen sich aus der heutigen Lage ableiten:

  1. Aufgeschobene Umzüge jetzt erledigen. Bei 0,24 Cent je Überweisung fällt das Kostenargument weg, das viele Jahre gegen das Zusammenlegen von Beständen oder den Abzug von einer Börse sprach. Teste die Wiederherstellung vorher mit einem kleinen Betrag.
  2. Die Haltefrist mitdenken. Der Transfer zwischen eigenen Adressen ist kein Verkauf. Dokumentiere Datum, Betrag, Transaktionskennung und die Zuordnung beider Adressen, sonst beginnt die Jahresfrist im Zweifel von vorn.
  3. Die Gebührenschwelle beobachten. 13,61 Gwei sind der Punkt, ab dem Ethereum wieder mehr verbrennt als ausschüttet. Solange die Basisgebühr zweistellig darunter liegt, wächst das Angebot, und wer auf Rendite aus dem Hinterlegen setzt, finanziert dieses Wachstum mit.

(Stand: 25. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Ethereum

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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