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Ethereum Prognose: 2,9 Milliarden Dollar Abfluss, worauf du achten solltest

Einordnung: Auf der Ethereum-Blockchain liegen rund 143 Milliarden Dollar in Stablecoins, 2,9 Milliarden weniger als vor 30 Tagen, während der Ether am Dienstagmorgen bei 2.306,86 Dollar steht. Belegt sind Bestand, Abfluss und Kurs; was die Redaktion daraus für die Tage um den Zinsentscheid am Mittwoch schließt, steht weiter unten im Text.

Betonwand einer Talsperre bei Nacht mit flachen Hochwassermarken, der Wasserspiegel steht unter der obersten Rille, in der Mauerkrone das Ethereum-Zeichen als tiefe Gravur
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Auf der Ethereum-Blockchain liegen am Dienstagmorgen rund 143 Milliarden Dollar in Stablecoins, und dieser Bestand ist in 30 Tagen um 2,9 Milliarden Dollar geschrumpft. Das ist die Zahl, die über die kommenden Tage mehr aussagt als der Kurs selbst: Stablecoins sind das Bargeld der Blockchain, und wie viel davon bereitliegt, entscheidet, ob ein Kaufimpuls überhaupt Masse hinter sich hat. Der Ether steht dabei bei 2.306,86 Dollar, 0,87 Prozent unter dem Stand von Montagmorgen.

Belegt ist: Der Stablecoin-Bestand auf Ethereum sinkt den dritten Monat in Folge, die Netzgebühren haben am Montag wieder angezogen, und der Optionsmarkt preist für die nächsten 24 Stunden eine Spanne von 2,8 Prozent ein. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Wir halten den Liquiditätsabfluss für das schwerere Argument als den Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein.

Rund 143 Milliarden Dollar in Stablecoins liegen auf Ethereum

Der Datendienst DefiLlama führt für Ethereum am 27. Oktober 143,1 Milliarden Dollar an Stablecoins in seiner Tagesreihe; die Blockchain-Übersicht derselben Quelle kommt zur gleichen Zeit auf 142,1 Milliarden. Die Spanne von rund einem Prozent bleibt stehen, sie wird hier nicht geglättet. Gemeint sind in beiden Fällen Dollar-Token wie USDT, USDC und PYUSD, die als Guthaben auf Ethereum liegen und jederzeit in Ether oder in andere Kryptowerte getauscht werden können.

Ein Stablecoin ist ein Token, der an eine Währung gebunden ist und deshalb keinen eigenen Kurs macht. Für einen Anleger ist er der Parkplatz zwischen zwei Entscheidungen: Wer verkauft, aber nicht in Euro zurückgeht, hält danach meist einen Dollar-Token. Je mehr davon auf einer Blockchain liegen, desto mehr Kaufkraft wartet dort auf einen Einstiegspunkt.

Zum Vergleich: Der Ether selbst bringt es auf eine Marktkapitalisierung von rund 282 Milliarden Dollar. Das Dollar-Guthaben auf seiner eigenen Blockchain entspricht damit etwa der Hälfte des Werts aller Ether zusammen.

Warum die Stablecoin-Menge dem Kurs vorausläuft

Der Zusammenhang ist mechanisch und kein Deutungsversuch. Wer an einer Börse ohne Euro-Paar kauft, braucht zuerst einen Dollar-Token. Wer in einem dezentralen Markt auf Ethereum tauscht, braucht ihn ebenfalls, weil fast jedes Handelspaar dort gegen USDT oder USDC läuft. Steigt der Bestand, wächst die Zahl der Konten, die jederzeit zugreifen können. Fällt er, verlassen Dollar die Blockchain, meist über eine Auszahlung in Euro oder über einen Wechsel auf eine andere Blockchain.

Daraus folgt kein Automatismus. Ein wachsender Bestand kann wochenlang liegen bleiben, ohne dass jemand kauft. Aber ein schrumpfender Bestand verkleinert die Obergrenze dessen, was an einem Tag überhaupt an Nachfrage entstehen kann. Genau deshalb schauen professionelle Marktteilnehmer auf diese Reihe, bevor sie auf den Chart schauen.

Knapp die Hälfte aller Dollar-Token liegt auf einer einzigen Blockchain

Über alle Blockchains hinweg zählt DefiLlama am 27. Oktober 298,6 Milliarden Dollar in Stablecoins. Ethereum trägt davon 142,1 Milliarden und damit 47,6 Prozent. Die Verteilung zeigt, wie konzentriert dieses Kapital liegt:

BlockchainStablecoins in Milliarden DollarAnteil
Ethereum142,147,6 Prozent
Tron93,931,4 Prozent
Solana15,35,1 Prozent
BNB Chain13,14,4 Prozent
Hyperliquid L16,92,3 Prozent
Base5,11,7 Prozent

Diese Konzentration ist für Ethereum ein Pfund und ein Risiko zugleich. Einerseits bleibt die Blockchain damit der Ort, an dem institutionelles Dollar-Kapital liegt. Andererseits wird jede Verschiebung zu Tron oder zu einer Layer-2-Blockchain sofort sichtbar. Wer wissen will, welche Dollar-Token sich worin unterscheiden und wo sie in Deutschland handelbar sind, findet die Übersicht im Stablecoin-Vergleich.

2,9 Milliarden Dollar weniger als vor 30 Tagen

Am 27. September standen in derselben Reihe noch 146,0 Milliarden Dollar. Seitdem sind 2,9 Milliarden abgeflossen, ein Minus von 2,00 Prozent. Über sieben Tage gerechnet sind es 1,2 Milliarden Dollar oder 0,86 Prozent. Der Abfluss ist also stetig und nicht sprunghaft, was gegen einen einzelnen großen Abzug und für eine breite Bewegung vieler Konten spricht.

Den Höchststand erreichte Ethereum am 12. November 2025 mit 167,7 Milliarden Dollar. Vom damaligen Niveau fehlen heute 14,7 Prozent. In derselben Zeit hat der Ether-Kurs deutlich mehr verloren, was zeigt, dass das Dollar-Kapital die Blockchain langsamer verlässt, als der Kurs fällt.

Für die Tage um den Zinsentscheid heißt das: Die Munition liegt bereit, sie wird nur jeden Tag ein wenig weniger. Ein Kaufimpuls aus dieser Liquidität bleibt möglich, er müsste aber aus dem vorhandenen Bestand kommen und nicht aus frischem Geld.

Zwei Pendel unterschiedlicher Laenge an einer Stahlschiene in einem abgedunkelten Saal, das linke schwingt als Bewegungsunschaerfe weit aus, das rechte haengt fast still
Gleiche Aufhängung, zwei verschiedene Ausschläge: Genau so liest der Optionsmarkt Ethereum und Bitcoin.

Der Optionsmarkt preist für Ethereum 2,8 Prozent Tagesspanne

Der Volatilitätsindex DVOL der Terminbörse Deribit stand am Dienstagmorgen bei 52,91 für Ethereum. Der Index gibt die erwartete Schwankung auf Jahressicht in Prozent an. Geteilt durch die Wurzel aus 365 ergibt das eine erwartete Tagesspanne von 2,77 Prozent, gerechnet vom aktuellen Kurs also ein Band zwischen rund 2.243 und 2.371 Dollar.

Für Bitcoin steht derselbe Index bei 38,11 und damit bei einer erwarteten Tagesspanne von 1,99 Prozent. Der Markt traut dem Ether an diesem Dienstag also eine um 39 Prozent größere Bewegung zu als dem Bitcoin. Wer beide hält, trägt im Ether den größeren Teil des Risikos, auch wenn die Position in Euro kleiner ist.

Doppelt so viele Calls wie Puts auf Deribit

Auf Deribit standen am Dienstagmorgen 1.506.151 offene Ether-Optionskontrakte. Ein Kontrakt entspricht einem Ether. Davon entfallen 1.006.870 Kontrakte auf Calls, also auf das Recht zu kaufen, und 499.281 auf Puts, das Recht zu verkaufen. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt damit bei 0,50. Zwei von drei offenen Kontrakten setzen auf steigende Kurse.

Diese Zahl ist kein Kursziel und keine Mehrheitsmeinung. Ein Call wird auch gekauft, um eine Short-Position abzusichern, und ein Händler kann auf beiden Seiten stehen. Was sie zeigt, ist die Richtung, in die der Markt sein Pulver gelegt hat, und die liegt deutlich oben.

Bemerkenswert ist die Verteilung über die Verfallstage. Auf den 25. Dezember entfallen 616.283 Kontrakte und damit 40,9 Prozent des gesamten offenen Bestands, das sind rund 1,42 Milliarden Dollar an Gegenwert. Der nächste Verfall am 30. Oktober trägt 328.442 Kontrakte oder 21,8 Prozent. Der Terminmarkt hat sein Gewicht also hinter den Zinsentscheid und hinter den Oktober-Verfall gelegt. Der US-Offenmarktausschuss tagt am 27. und 28. Oktober und entscheidet am Mittwoch um 19 Uhr deutscher Zeit, ohne neue Konjunkturprojektionen; das geht aus dem Sitzungskalender der Federal Reserve hervor.

Netzgebühren von 269.520 Dollar an einem Tag

Die Gebühren, die Nutzer am Montag für Transaktionen auf Ethereum bezahlt haben, summieren sich laut DefiLlama auf 269.520 Dollar. Am Sonntag waren es 165.795 Dollar, also gut 60 Prozent weniger. Über die vergangenen 30 Tage kommen 15,3 Millionen Dollar zusammen.

Gebühren sind der direkteste Messwert für Nachfrage nach Blockspace, denn sie entstehen nur, wenn jemand etwas tut. Dass sie am Montag wieder anzogen, während der Stablecoin-Bestand weiter sank, passt zu einem Markt, in dem umgeschichtet wird. Geld bewegt sich, es kommt nur wenig Neues dazu.

Die Stimmung bleibt dabei unentschlossen. Der Fear and Greed Index stand am Montag bei 48 Punkten und damit im neutralen Bereich, nach 50 Punkten am Sonntag.

Grosses rundes Manometer mit Messingring an der Druckleitung einer hydraulischen Presse in einer dunklen Werkhalle, die Nadel steht im oberen Drittel
Der Zeiger misst den Druck im System, nicht die Richtung, in die es sich entlädt.

Hebel, Liquidationsabstand und die Marken bei 2.294 und 2.338 Dollar

In den vergangenen 24 Stunden lag das Tief bei 2.294,84 Dollar und das Hoch bei 2.338,49 Dollar. Das Handelsvolumen betrug 8,49 Milliarden Dollar. Beide Marken sind begründet und nicht gegriffen: Dort wurde zuletzt tatsächlich gehandelt. Darüber liegt der 200-Tage-Durchschnitt, den unsere Redaktion am Montagabend bei 2.329 Dollar gemessen hat.

Jetzt wird die implizite Schwankung praktisch. Aus 52,91 Prozent Jahresvolatilität folgt eine erwartete Wochenspanne von 7,34 Prozent und eine Monatsspanne von 15,27 Prozent. Wer mit fünffachem Hebel arbeitet, verliert bei einer vollen Tagesbewegung nach unten rund 13,9 Prozent seines Einsatzes. Wer mit zehnfachem Hebel arbeitet, wird rechnerisch bei etwa 10 Prozent Kursabstand liquidiert, also bei rund 2.076 Dollar; die erwartete Monatsspanne liegt über diesem Abstand.

Daraus ergibt sich eine konkrete Rechnung für ein Konto in Deutschland: Liegt der Liquidationspreis innerhalb des Bands von 2.243 bis 2.371 Dollar, reicht ein normaler Handelstag aus, um die Position zu schließen. Die Nachschusspflicht ist bei in der EU angebotenen Produkten für Privatkunden ausgeschlossen, der Einsatz ist aber vollständig weg.

Seit Montagabend hat sich der Kurs um 3 Dollar bewegt

Als wir am Montagabend über den Bruch des 200-Tage-Durchschnitts bei Ethereum geschrieben haben, stand der Ether bei 2.303,42 Dollar. Seitdem sind 3,44 Dollar dazugekommen, ein Plus von 0,15 Prozent. Der Kurs liegt damit weiterhin unter der Durchschnittslinie von 2.329 Dollar, die am Montag erstmals seit dem 20. August gerissen wurde.

Die obere Marke aus jenem Artikel, 2.457 Dollar, ist unverändert weit entfernt: Es fehlen 6,5 Prozent. Verändert hat sich seither vor allem der Blick nach unten, denn mit 2.294,84 Dollar liegt das Tagestief nun unterhalb des Montagskurses. Neu hinzugekommen ist die Liquiditätsseite, die der Artikel von Montag nicht behandelt hat: Der Stablecoin-Bestand ist seit dem Wochenende um weitere 0,65 Milliarden Dollar gesunken.

Liquidität wiegt schwerer als der Zinssatz vom Mittwoch

Unsere Einschätzung: Der Zinsentscheid am Mittwoch wird den Kurs für ein paar Stunden bewegen, der Stablecoin-Abfluss bewegt ihn für Wochen. Dafür sprechen drei Belege aus diesem Artikel. Erstens hat der Optionsmarkt sein Gewicht mit 40,9 Prozent des offenen Bestands auf den 25. Dezember gelegt und nicht auf den Verfall direkt nach der Sitzung. Zweitens ist der Dollar-Bestand auf Ethereum über 30 Tage um 2,9 Milliarden gefallen, stetig und über viele Konten verteilt. Drittens sitzt der Kurs unter dem 200-Tage-Durchschnitt, ohne dass ein Käufer sichtbar wäre, der diese Linie zurückholt.

Dagegen spricht die Call-Lastigkeit des Terminmarkts mit einem Put-Call-Verhältnis von 0,50 und die Tatsache, dass die Netzgebühren am Montag wieder anzogen. Beides sind Zeichen, dass Kapital nicht aufgibt, sondern wartet. Diese Einordnung bewertet die Lage und ist keine Empfehlung zu kaufen oder zu verkaufen. Bei Kryptowerten ist ein Totalverlust möglich.

Stablecoin-Abfluss: Unter 2.294 Dollar wird daraus eine Richtung

Drei Schritte, die ein Anleger in Deutschland an diesem Dienstag abarbeiten kann:

  1. Den Kaufweg prüfen. Wer nachkaufen will, braucht entweder ein Euro-Paar oder einen Dollar-Token. Die Gebühren dafür unterscheiden sich je nach Handelsplatz um ein Vielfaches; der Börsenvergleich zeigt die Konditionen der in der EU zugelassenen Anbieter nebeneinander.
  2. Die Verwahrung klären. Wer Ether über den Zinsentscheid hinaus halten will, sollte wissen, ob die Bestände auf der Börse liegen oder in eigener Verwahrung. Welche Geräte dafür in Deutschland lieferbar sind, steht im Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Die Dokumentation nachziehen. Jeder Tausch von Ether in einen Dollar-Token ist steuerlich ein Verkauf, auch wenn kein Euro fließt. Wer in der Schwankung umschichtet, braucht lückenlose Aufzeichnungen; passende Werkzeuge stehen im Vergleich der Steuer-Tools. Die Methode für die Berechnung ist in der Volatilitätsstatistik von Deribit nachvollziehbar, die hier für die Schwankungszahlen genutzt wurde.

(Stand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Stablecoins auf Ethereum

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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