Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Kurs nach dem Arbeitsmarktbericht: Warum 165.000 neue US-Stellen die Zinssorgen verschärfen

Analyse: Der US-Arbeitsmarkt wuchs im Oktober mit 165.000 Stellen mehr als doppelt so stark wie erwartet, am Terminmarkt steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember auf rund 80 Prozent. Ether bleibt bei 2.236 Dollar auf dem tiefsten Stand seit August, die 200-Tage-Linie bei 2.157 Dollar rückt näher.

Säulenportal eines Notenbankgebäudes bei Nacht, im regennassen Steinboden leuchtet das Ethereum-Zeichen als blaue Intarsie
Ethereum unter Zinsdruck: Nach dem US-Arbeitsmarktbericht blickt der Markt auf die Fed-Sitzung im Dezember.
11 Min. Lesezeit
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Der US-Arbeitsmarkt ist im Oktober deutlich stärker gewachsen als erwartet, und das verschärft am Kryptomarkt die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank. Ethereum kostete am Freitagnachmittag kurz nach Veröffentlichung der Daten laut CoinGecko rund 2.236 Dollar, umgerechnet etwa 2.006 Euro, und lag damit 6,4 Prozent unter dem Stand des Vortags. Eine Erholung blieb nach den Zahlen aus.

Belegt ist: der Arbeitsmarktbericht, die höhere Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am Terminmarkt, der Kursstand von Ether und die Abflüsse aus den US-Spot-ETFs, jeweils mit Quelle weiter unten. Unsere Einschätzung dazu folgt in einem eigenen, gekennzeichneten Absatz.

US-Arbeitsmarktbericht Oktober: 165.000 Stellen statt 65.000 erwartet

Die US-Wirtschaft hat im Oktober außerhalb der Landwirtschaft 165.000 Stellen geschaffen. Erwartet hatte der Markt laut Bloomingbit nur ein Plus von 65.000. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent im September und ebenfalls unter der Prognose von 4,2 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,4 Prozent zum Vormonat, erwartet waren 0,3 Prozent. Der Wert für September wurde nach oben korrigiert, von 29.000 auf 60.000 neue Stellen.

Der Arbeitsmarktbericht, im Fachjargon Nonfarm Payrolls, ist eine der wichtigsten Konjunkturzahlen der Welt. Er erscheint in der Regel am ersten Freitag eines Monats um 14:30 Uhr deutscher Zeit und zeigt, wie viele Jobs die US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft neu geschaffen hat. Für die Notenbank ist er ein Maß dafür, wie heiß die Wirtschaft läuft. Ein starker Arbeitsmarkt mit kräftig steigenden Löhnen kann die Inflation antreiben, weil Haushalte mehr Geld ausgeben.

Am Kryptomarkt zählte der Bericht diesmal doppelt. Schon in der Nacht hatten Bitcoin und Ether stark nachgegeben, nachdem Chip- und Technologiewerte an der Wall Street eingebrochen waren. Händler hatten deshalb auf schwache Arbeitsmarktdaten gehofft, die den Druck auf die Fed mindern. Die Zahlen lieferten das Gegenteil.

Fed-Zinserhöhung im Dezember: Terminmarkt preist rund 80 Prozent ein

Nach Veröffentlichung der Daten stieg am Terminmarkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Dezember auf etwa 80 Prozent. Das berichtet TechFlow unter Berufung auf den Finanzdienst Jin10. Vor dem Bericht hatten Händler demnach rund 75 Prozent eingepreist. Gemeint ist mit „eingepreist“ die Wahrscheinlichkeit, die sich aus den Kursen der Zinsterminkontrakte auf den Leitzins der Fed ableiten lässt.

Der Hintergrund: Die Fed hat im September ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Auf der Sitzung am 28. Oktober hielt sie den Zins stabil. Die Entscheidung fiel laut der Erklärung der Fed mit 10 zu 2 Stimmen, und die beiden Gegenstimmen von Lisa D. Cook und Beth M. Hammack hätten den Zins lieber sofort um einen Viertelprozentpunkt erhöht. In derselben Erklärung heißt es, die Wirtschaft wachse in kräftigem Tempo. Die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses ist für den 8. und 9. Dezember angesetzt.

Für Ether ist der Termin wichtiger als jede Chartmarke. Eine Zinserhöhung würde Geld in Dollar verteuern und die Rendite sicherer Staatsanleihen erhöhen. Riskante Anlagen wie Kryptowährungen müssen dann mehr bieten, um Kapital anzuziehen.

Leerer Sitzungssaal mit langem dunklem Holztisch, zwölf Lederstühlen und einem Lichtkegel auf der Tischmitte
Am 8. und 9. Dezember tagt der Offenmarktausschuss der Fed zum letzten Mal in diesem Jahr.

Zinsmechanismus: Wie teures Geld auf Ether und Bitcoin wirkt

Ether wirft für sich genommen keinen Zins ab, solange er nicht gestakt wird. Steigt der Leitzins, wächst der Abstand zu einer Anlage, die ohne Kursrisiko knapp vier Prozent bringt. Große Investoren rechnen genau diese Differenz. Fonds, die gemischte Portfolios aus Technologieaktien und Kryptowährungen führen, verkaufen bei steigenden Zinsen häufig beides zugleich, weil beides an Erwartungen über künftiges Wachstum hängt.

Ein zweiter Kanal ist der Dollar. Höhere US-Zinsen machen den Dollar für Anleger attraktiver. Ein starker Dollar drückt in der Regel auf die Preise von Rohstoffen, Gold und Kryptowährungen, die in Dollar notieren. Für Anleger in Deutschland kommt der Wechselkurs hinzu: Wer in Euro rechnet, sieht den Verlust bei Ether etwas gedämpfter, wenn der Dollar gleichzeitig gegen den Euro zulegt.

Auch Bitcoin stand unter Druck. Laut CoinGecko notierte BTC am Nachmittag bei rund 75.800 Dollar und damit 5,0 Prozent unter dem Vortag. Ether verlor im selben Zeitraum also gut einen Prozentpunkt mehr als Bitcoin.

Ethereum Kurs bei 2.236 Dollar: Tiefster Stand seit August

Das 24-Stunden-Hoch lag nach CoinGecko-Daten bei 2.388 Dollar, das Tief bei 2.209 Dollar. Am Mittwoch hatte Ether nach der US-Wahl noch über 2.400 Dollar geschlossen. Diese Gewinne sind damit vollständig verloren. Auf Sicht von 30 Tagen steht Ether gut 13 Prozent im Minus, auf Sicht eines Jahres rund 33 Prozent. Vom Allzeithoch bei 4.946 Dollar, erreicht am 24. August 2025, ist der Kurs 55 Prozent entfernt.

Die Marktkapitalisierung, also der Wert aller umlaufenden Ether zum aktuellen Kurs, lag zuletzt bei rund 273 Milliarden Dollar. Das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden erreichte knapp 18 Milliarden Dollar. In den Tagesschlusskursen von CoinGecko lag Ether zuletzt Mitte August tiefer als jetzt.

Der Kurs bewegt sich seit Ende Oktober in einem engen Band zwischen etwa 2.240 und 2.280 Dollar, unterbrochen nur vom Sprung am Mittwoch. Der Rückfall auf den Ausgangspunkt zeigt, wie wenig Rückenwind der Markt derzeit hat. Neue Käufer kamen auch nach dem Wahlergebnis nur für einen Tag.

Spot-ETFs auf Ether: 99,97 Millionen Dollar Abfluss am 5. November

Aus den börsengehandelten Spot-Fonds auf Ether in den USA sind am Donnerstag nach Daten von SoSoValue netto 99,97 Millionen Dollar abgeflossen, wie TokenPost berichtet. Vier der elf Fonds verzeichneten Abflüsse. Den größten Anteil trug der Fonds ETHA von BlackRock mit 75,20 Millionen Dollar. Am Mittwoch, dem Tag nach der Wahl, waren noch 53,02 Millionen Dollar zugeflossen. Seit dem Start haben die Fonds damit netto 12,02 Milliarden Dollar eingesammelt.

Ein Spot-ETF kauft für jeden neuen Anteil echte Ether und verwahrt sie. Fließt Geld ab, muss der Fonds Ether verkaufen oder an Händler zurückgeben. Die Abflüsse wirken deshalb direkt auf das Angebot am Markt. Wer in Deutschland auf ETH setzen will, ohne selbst Coins zu verwahren, kann statt der US-Fonds ein börsengehandeltes Produkt in Europa nutzen; welche Varianten es gibt, steht in unserem Überblick zu Krypto-ETFs und ETPs in Deutschland.

Gläserner Industrietank, aus dessen geöffnetem Messingventil Flüssigkeit abströmt, der Füllstand sinkt
Aus den US-Spot-ETFs auf Ether fließt seit Tagen mehr Geld ab als zu.

200-Tage-Linie bei 2.157 Dollar: Die Chartmarken für ETH

Die 200-Tage-Linie ist der Durchschnitt der Schlusskurse der vergangenen 200 Tage. Viele Händler lesen sie als Grenze zwischen einem intakten und einem gebrochenen langfristigen Trend. Bei Ether liegt sie aktuell bei rund 2.157 Dollar, also knapp 80 Dollar oder gut 3,5 Prozent unter dem Kurs. Die 100-Tage-Linie verläuft bei etwa 2.360 Dollar, die 50-Tage-Linie bei rund 2.503 Dollar. Beide liegen über dem Kurs. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 6. November 2026 selbst erhoben, auf Grundlage der 365 Tagesschlusskurse von CoinGecko.

Nach unten ist damit die 200-Tage-Linie die erste Marke. Darunter folgt das Tief vom August: Am 11. August schloss Ether bei rund 1.871 Dollar, das ist der tiefste Tagesschluss der vergangenen 90 Tage. Nach oben muss der Kurs zuerst die 100-Tage-Linie bei 2.360 Dollar zurückerobern. Das Hoch der vergangenen 30 Tage lag am 8. Oktober bei etwa 2.573 Dollar.

Was die Marken für Anleger aussagen

Chartmarken sind keine Gesetze. Solche Marken zeigen, wo viele Marktteilnehmer Orders platziert haben, und werden deshalb oft getestet. Ein Schlusskurs unter der 200-Tage-Linie würde vor allem kurzfristige Händler zum Verkauf bewegen, ein Halten darüber würde die Lage beruhigen. Wer langfristig investiert, sollte die Marken eher als Orientierung für gestaffelte Käufe sehen als als Signal zum Handeln.

Hebel und Liquidation: Zinsdaten treffen gehebelte Long-Positionen zuerst

Eine Liquidation ist das Zwangsschließen einer Position mit geliehenem Geld, sobald die hinterlegte Sicherheit nicht mehr reicht. Wer etwa mit zehnfachem Hebel auf steigende Kurse setzt, verliert bei einem Rückgang von rund zehn Prozent seinen gesamten Einsatz. Börsen schließen solche Positionen automatisch und verkaufen dabei am Markt, was den Kurs weiter drückt. Bei starken Konjunkturdaten passiert das oft in Minuten, weil Kurse am Terminmarkt sprunghaft reagieren.

Gerade vor Terminen wie dem Arbeitsmarktbericht oder einer Fed-Sitzung erhöht ein Hebel das Risiko deutlich. Wer Derivate handelt, sollte den Abstand zum Liquidationspreis prüfen und den Hebel vor dem 9. Dezember eher senken als erhöhen. Welche Plattformen für Perpetual Futures, also Terminkontrakte ohne Verfallsdatum, welche Gebühren und Sicherheitsmechanismen bieten, zeigt unser Vergleich der Perp DEXs.

Haltefrist und Verlustverrechnung: Die Steuerlage für Ether in Deutschland

Für Privatanleger in Deutschland gilt bei Kryptowährungen die Haltefrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Wer Ether länger als ein Jahr hält, verkauft steuerfrei. Wer früher verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz, sofern alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro übersteigen. Ein Kursrutsch kann deshalb auch eine steuerliche Chance sein: Realisierte Verluste aus Käufen der vergangenen zwölf Monate lassen sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnen.

Wichtig ist die Reihenfolge. Das Finanzamt geht bei gleichen Coins in der Regel davon aus, dass zuerst verkauft wird, was zuerst gekauft wurde. Wer Ether über mehrere Jahre gekauft hat, sollte vor einem Verkauf prüfen, welche Stücke die Frist schon erfüllt haben. Ein Krypto-Steuer-Tool rechnet das aus der Handelshistorie automatisch aus und erstellt den Bericht für die Steuererklärung.

Kaufweg mit MiCA-Lizenz, Verwahrung und Staking bei fallenden Kursen

Wer den Rückgang zum Nachkauf nutzen will, sollte einen Anbieter mit Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA wählen. MiCA ist der einheitliche Rechtsrahmen für Kryptodienste in der EU; zugelassene Anbieter müssen Kundengelder getrennt halten und unterliegen der Aufsicht, in Deutschland der BaFin. Welche Börsen das erfüllen und was sie an Gebühren verlangen, steht in unserem Vergleich der besten Krypto-Börsen. Ein Sparplan, also ein fester Betrag in festem Rhythmus, nimmt die Frage nach dem richtigen Einstiegstag aus der Entscheidung.

Bei der Verwahrung gilt: Coins auf einer Börse sind bequem, Coins in einer eigenen Wallet gehören nur dem, der die Schlüssel hält. Wer größere Beträge langfristig hält, nutzt eine Hardware-Wallet. Staking, also das Hinterlegen von Ether zur Absicherung des Netzwerks gegen eine Vergütung, kann die Wartezeit in einer schwachen Marktphase versüßen. Die Vergütung schwankt und ersetzt kein Kursrisiko. Steuerlich gilt nach der Auffassung der Finanzverwaltung auch für gestakte Ether die Haltefrist von einem Jahr; die Erträge selbst sind bei Zufluss als sonstige Einkünfte steuerpflichtig.

Unsere Einschätzung zum Ether-Kurs

Unsere Einschätzung: Der Arbeitsmarktbericht nimmt dem Markt die Hoffnung, dass die Fed im Dezember stillhält. Dafür spricht, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung laut TechFlow auf etwa 80 Prozent gestiegen ist, dass schon im Oktober zwei Mitglieder des Ausschusses für eine Erhöhung stimmten und dass die ETFs auf Ether wieder Geld verlieren. Solange diese drei Punkte gelten, fehlt Ether ein Käufer, der den Kurs über die 100-Tage-Linie bei 2.360 Dollar trägt. Dagegen spricht, dass vieles davon bereits im Kurs steckt: Die Zinserhöhung war schon vor dem Bericht zu drei Vierteln erwartet, und die 200-Tage-Linie bei 2.157 Dollar liegt nur wenige Prozent unter dem aktuellen Stand. Eine Kaufempfehlung oder Verkaufsempfehlung ist das ausdrücklich nicht. Kryptowährungen können bis zum Totalverlust fallen.

Ethereum vor dem 9. Dezember: Ohne Zinswende fehlt der nächste Schub

  1. Kaufweg festlegen: Wenn du nachkaufen willst, dann gestaffelt und über eine Börse mit MiCA-Zulassung. Gebühren und Zulassung findest du im Börsenvergleich.
  2. Hebel prüfen: Vor der Fed-Sitzung am 8. und 9. Dezember den Abstand zum Liquidationspreis vergrößern. Plattformen und Sicherheitsmechanismen vergleicht unsere Übersicht der Perp DEXs.
  3. Haltefrist nachrechnen: Vor jedem Verkauf klären, welche Ether älter als ein Jahr sind und welche Verluste sich verrechnen lassen. Ein Steuer-Tool übernimmt die Rechnung.

(Stand: 6. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Ethereum und dem Arbeitsmarktbericht

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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