Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: 18.029 Kontrakte verfallen am Freitag, sind 83.000 Dollar drin?

Am Freitag laufen an der Deribit 18.029 Bitcoin-Optionen aus, der rechnerische Max Pain liegt bei 83.000 Dollar und damit 2.229 Dollar über dem Kurs. Die Verteilung der offenen Kontrakte zeigt, warum die 80.000er Marke an diesem Verfallstag wichtiger ist als die 83.000.

Leere mechanische Klappenanzeigetafel in einer nächtlichen Abflughalle, in die breite Metallblende darunter ist das Bitcoin-Zeichen tief eingraviert
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Kategorien: Bitcoin

Am Freitag, dem 16. Oktober, laufen an der Optionsbörse Deribit 18.029 Bitcoin-Kontrakte aus. Der rechnerische Schmerzpunkt dieses Verfalls liegt bei 83.000 Dollar, der Kurs am Donnerstagnachmittag bei 80.771 Dollar. Zwischen dem Stand und dem Punkt, an dem die Optionskäufer zusammengenommen am wenigsten gewinnen, liegen 2.229 Dollar. Ob die am Freitag überbrückt werden, entscheidet nicht der Verfall allein, und die Struktur der offenen Kontrakte sagt ziemlich genau, warum.

Bitcoin notiert am 15. Oktober gegen 14:50 Uhr deutscher Zeit bei 80.771 Dollar oder 72.029 Euro, ein Minus von 2,46 Prozent binnen 24 Stunden (Quelle: CoinGecko). Das Tageshoch lag bei 83.005 Dollar, das Tagestief bei 80.444 Dollar. Auf Sicht einer Woche steht ein Minus von 2,12 Prozent, vom Rekordstand bei 126.080 Dollar vom 6. Oktober 2025 trennen den Kurs 35,9 Prozent.

Der Verfall am Freitag: 18.029 Kontrakte an der Deribit

Deribit ist der größte Handelsplatz für Bitcoin-Optionen. Eine Option ist ein Recht, keine Pflicht: Der Käufer eines Calls darf Bitcoin zu einem festgelegten Basispreis kaufen, der Käufer eines Puts darf zu diesem Preis verkaufen. Läuft die Option aus, ohne dass sich das Recht lohnt, verfaellt sie wertlos.

Zum Verfall am Freitag stehen nach eigener Auswertung der Deribit-Rohdaten vom 15. Oktober, 12:50 Uhr UTC, 18.029 Kontrakte offen. Davon entfallen 10.410 auf Puts und 7.619 auf Calls. Gemessen am Kurs von rund 80.800 Dollar entspricht das einem Nominalwert von gut 1,45 Milliarden Dollar. Ein Kontrakt lautet bei Deribit auf einen Bitcoin.

Zur Einordnung der Größe: Der Monatsverfall am 30. Oktober traegt 148.348 Kontrakte, also mehr als das Achtfache. Der Freitagsverfall ist einer der kleinen wöchentlichen Termine, kein Quartalsereignis.

Max Pain bei 83.000 Dollar: Was die Kennzahl misst

Max Pain bezeichnet den Basispreis, bei dem die Summe aller Auszahlungen an die Optionskäufer am kleinsten ausfällt. Die Rechnung ist schlicht: Für jeden denkbaren Schlusskurs wird aufaddiert, was alle Calls und alle Puts zusammen wert wären, und der Kurs mit dem kleinsten Ergebnis ist der Maximalschmerz.

Für den 16. Oktober liegt dieser Punkt nach eigener Berechnung bei 83.000 Dollar. Bei 80.000 Dollar wären die Optionen zusammen rund 8,2 Millionen Einheiten wert, bei 83.000 Dollar nur noch 2,3 Millionen, bei 86.000 Dollar wieder 7,2 Millionen. Die Kurve hat also ein deutliches Tal, und dieses Tal liegt über dem heutigen Kurs.

Was die Kennzahl nicht ist: ein Kursziel. Max Pain beschreibt eine Interessenlage der Stillhalter, nicht eine Prognose. Dass der Markt am Verfallstag zum Maximalschmerz läuft, ist eine Beobachtung mit vielen Gegenbeispielen und keine Gesetzmäßigkeit. Wer die Zahl als Zielmarke liest, verwechselt eine Statistik mit einer Absicht.

Balkendiagramm der offenen Bitcoin-Optionen je Basispreis zum Verfall am 16. Oktober 2026, Kaufoptionen grün und Verkaufsoptionen rot
Die offenen Kontrakte je Basispreis zeigen, wo die Absicherung sitzt: links vom Kurs ballen sich die Verkaufsoptionen, rechts davon die Kaufoptionen.

Put-Call-Verhältnis von 1,37: Die Absicherung überwiegt

Teilt man die offenen Puts durch die offenen Calls, ergibt sich für den Freitag ein Verhältnis von 1,37. Auf je drei Kaufoptionen kommen also gut vier Verkaufsoptionen. Ein Wert über 1 bedeutet, dass mehr Kapital auf fallende Kurse oder auf Absicherung gesetzt ist als auf steigende.

Der Vergleich mit dem Monatsverfall macht den Unterschied sichtbar. Für den 30. Oktober liegt das Verhältnis bei 0,52, dort stehen 97.612 Calls gegen 50.736 Puts. Wer auf laengere Sicht positioniert ist, setzt also überwiegend auf steigende Kurse, während die kurze Frist defensiv aussieht. Beides zusammen beschreibt einen Markt, der die nächsten Tage absichert, ohne den Monat abzuschreiben.

Wie ein Optionsverfall überhaupt auf den Kurs wirkt

Der Mechanismus läuft über die Händler, die Optionen verkauft haben. Ein Stillhalter traegt das Risiko der Gegenseite und gleicht es am Terminmarkt aus, indem er Bitcoin kauft oder verkauft. Wie viel er dafür bewegen muss, hängt davon ab, wie nah der Kurs an den Basispreisen liegt, an denen er Kontrakte offen hat.

Nähert sich der Kurs einem Basispreis mit vielen offenen Kontrakten, ändert sich die noetige Absicherung schnell, und der Händler muss häufiger nachziehen. Dieses Nachziehen wirkt in ruhigen Phasen dämpfend, weil es Bewegungen gegenläufig ausgleicht. Es kann aber auch verstärken, wenn der Kurs eine dicht besetzte Marke durchschlägt und viele Händler in dieselbe Richtung nachkaufen oder nachverkaufen müssen.

Nach dem Verfall fällt diese Bindung weg. Deshalb kommt die größere Bewegung oft nicht am Verfallstag selbst, sondern an den Tagen danach, wenn die Absicherung nicht mehr gebraucht wird.

Die Put-Nester bei 78.000 und 80.000 Dollar

Am dichtesten besetzt sind zum Freitag die Verkaufsoptionen unterhalb des Kurses. Bei 78.000 Dollar liegen 2.746 Kontrakte, bei 80.000 Dollar 2.142, bei 76.000 Dollar 1.150 und bei 79.000 Dollar 777. Allein diese vier Basispreise tragen 6.815 Kontrakte, also 38 Prozent des gesamten Verfalls.

Auf der Gegenseite sitzen die Kaufoptionen weit oben: 1.144 Kontrakte bei 90.000 Dollar, 835 bei 87.000, 690 bei 85.000 und 606 bei 92.000 Dollar. Diese Marken sind vom heutigen Stand 5 bis 11 Prozent entfernt und spielen für den Freitag praktisch keine Rolle mehr.

Die 80.000er Marke verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil sie zweimal zählt: als zweitgrößtes Put-Nest des Verfalls und als Marke 771 Dollar unter dem aktuellen Kurs. Fällt Bitcoin darunter, werden diese 2.142 Kontrakte werthaltig, und die Stillhalter auf der anderen Seite müssen ihre Absicherung ausweiten.

Der Monatsverfall am 30. Oktober: 148.348 Kontrakte

Der eigentliche Termin des Monats fällt auf den 30. Oktober, zwei Tage nach der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank am 28. Oktober. Dort stehen 148.348 Kontrakte offen, der mit Abstand größte Posten der kommenden Wochen. Der Verfall am 27. November folgt mit 25.150 Kontrakten.

Für die Einordnung des Freitags heisst das: Der kleine Termin räumt kurzfristige Absicherungen ab, während die Positionierung für das Monatsende unberührt bleibt. Wer die nächste größere Weichenstellung sucht, findet sie eher Ende Oktober als am Freitag.

Was sich seit dem Inflationswert vom Dienstag geändert hat

In unserem Artikel vom 14. Oktober zur US-Inflation von 3,7 Prozent und der Kernrate über Prognose stand der Bitcoin-Tagesstand bei 83.115 Dollar. Seitdem hat der Kurs 2,8 Prozent abgegeben und liegt bei 80.771 Dollar. Die damals diskutierte Marke bei 82.000 Dollar ist im Verlauf des Mittwochs gerissen und hat bisher nicht zurückerobert werden koennen.

Dazwischen lag am Donnerstagvormittag eine Liquidationswelle, bei der nach Marktdaten binnen einer Stunde 489 Millionen Dollar an gehebelten Positionen geschlossen wurden; die Einzelheiten stehen in unserem Bericht zur Liquidationskaskade. Neu ist seit Dienstag also weniger die Richtung als die Art der Bewegung: Der Abgabedruck kommt inzwischen aus dem Terminmarkt und nicht mehr aus der Makro-Nachricht.

Die Stimmung hat sich entsprechend gedreht. Der Fear-and-Greed-Index von alternative.me steht am 15. Oktober bei 53 Punkten und damit auf neutral, nach 62 Punkten und damit Gier am Vortag.

Unsere Einschätzung: Der Freitagsverfall trägt den großen Ruck nicht

Aus Sicht der Redaktion ist der Verfall am Freitag zu klein, um den Kurs allein auf 83.000 Dollar zu ziehen. Drei Belege sprechen dafür. Erstens entspricht das Volumen von 18.029 Kontrakten nur gut einem Achtel des Monatsverfalls am 30. Oktober. Zweitens ist der Terminmarkt gerade nicht angespannt: Die Finanzierungsrate des Deribit-Perpetuals liegt bei 0,0041 Prozent je acht Stunden, bei OKX bei 0,0046 Prozent, beides nahe null und damit ohne Schieflage auf einer Seite. Drittens notiert die historische Volatilität bei Deribit bei 32,8 und damit im unteren Bereich der vergangenen Monate.

Was dagegen spricht: Die Put-Nester bei 78.000 und 80.000 Dollar liegen dicht unter dem Kurs. Wenn die 80.000er Marke fällt, verstärkt die Absicherung der Stillhalter die Bewegung nach unten, statt sie zu dämpfen. Der Verfall ist in diesem Fall kein Treiber, aber ein Verstärker. Unsere Einschätzung bewertet die Lage und ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Reihe hoher schwerer Metallsteine auf dunkler polierter Steinplatte, der vorderste Stein kippt bereits in die Reihe hinein
Eine gerissene Marke wirkt am Terminmarkt selten allein: Fallen Absicherungen an, zieht die nächste Position nach.

Hebel und Liquidation an einem Verfallstag

Die offenen Positionen im Deribit-Perpetual summieren sich auf 881,5 Millionen Dollar. Perpetuals sind Terminkontrakte ohne Laufzeitende, die über eine Finanzierungsrate an den Kassakurs gekoppelt werden. Steht die Rate bei nahezu null wie heute, zahlen Long- und Short-Seite einander fast nichts, und der Markt hat keine ausgeprägte Schieflage.

Für gehebelte Positionen bleibt ein Verfallstag trotzdem der unangenehmere Teil der Woche, weil die Schwankung um dicht besetzte Marken zunimmt. Der Liquidationspreis ist der Kurs, bei dem die Börse eine Position zwangsweise schließt, weil die hinterlegte Sicherheit aufgebraucht ist. Bei fünffachem Hebel liegt er rund 20 Prozent vom Einstieg entfernt, bei zehnfachem Hebel rund 10 Prozent, bei zwanzigfachem noch rund 5 Prozent.

Gerechnet auf den heutigen Kurs bedeutet zwanzigfacher Hebel einen Liquidationspreis bei etwa 76.700 Dollar. Dieser Wert liegt zwischen den beiden größten Put-Nestern des Verfalls. Wer eine gehebelte Position hält, sollte den eigenen Liquidationsabstand gegen die Marken 80.000, 78.000 und 76.000 Dollar legen, statt ihn in Prozent zu denken. Welche Handelsplätze welche Gebühren und welche Sicherheitsanforderungen stellen, zeigt unser Vergleich der besten Perp-DEX.

Die Welle vom Donnerstagvormittag zeigt, wie schnell das geht: 489 Millionen Dollar in einer Stunde entsprechen mehr als der Hälfte des gesamten offenen Interesses im Deribit-Perpetual.

Haltefrist und Freigrenze: Der 31. Dezember rückt näher

Für Anleger in Deutschland hängt am Jahresende mehr als die Kursfrage. Nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes ist der Gewinn aus dem Verkauf von Bitcoin steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Innerhalb dieser Frist ist der Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern, es gilt jedoch eine Freigrenze von 1.000 Euro je Kalenderjahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen.

Freigrenze heisst: Wer 999 Euro Gewinn macht, zahlt nichts, wer 1.001 Euro macht, versteuert den vollen Betrag. Der Unterschied zum Freibetrag ist an dieser Stelle teuer, und er wird regelmäßig verwechselt.

Eine geplante Verlängerung der Haltefrist stand zuletzt auf der politischen Tagesordnung, ohne dass ein Beschluss gefallen wäre. Der Kabinettstermin ist ohne Ergebnis verstrichen, womit der Stichtag 31. Dezember unverändert gilt. Wer Verluste aus diesem Jahr mit Gewinnen verrechnen will, braucht die Transaktionen bis zum Jahreswechsel sauber dokumentiert; ein Steuer-Werkzeug mit Portfolio-Tracker nimmt diese Arbeit ab.

Kaufweg und Verwahrung unter MiCA

Seit die EU-Verordnung MiCA vollständig gilt, brauchen Anbieter von Krypto-Dienstleistungen in der EU eine Zulassung und unterliegen der Aufsicht, in Deutschland der BaFin. Für den Kaufweg heisst das: Ein zugelassener Anbieter muss Kundengelder getrennt vom eigenen Vermögen halten und die Verwahrung nachweisen.

Die Entscheidung zwischen Börse und eigener Verwahrung bleibt davon unberührt. Wer Bitcoin an einer Börse liegen lässt, hält eine Forderung gegen diese Börse, kein Bitcoin auf der Blockchain. Wer auf eine eigene Wallet überweist, traegt die Verantwortung für den Schlüssel selbst. Für Beträge, die über das hinausgehen, was kurzfristig gehandelt werden soll, ist die eigene Verwahrung der sicherere Weg.

Bitcoin-Verfall am 16. Oktober: 2.229 Dollar fehlen bis zum Max Pain

Der Freitagsverfall ist mit 18.029 Kontrakten ein kleiner Termin mit klarer Schlagseite nach unten. Entscheidend ist nicht die 83.000er Rechnung, sondern die Frage, ob die 80.000er Marke hält.

  1. Den Liquidationsabstand nachrechnen. Lege den eigenen Liquidationspreis neben die Marken 80.000, 78.000 und 76.000 Dollar. Liegt er dazwischen, ist der Hebel für diesen Verfallstag zu hoch. Die Konditionen der Handelsplätze stehen im Perp-DEX-Vergleich.
  2. Die Haltefristen des Bestands sortieren. Jede Position, die vor dem 31. Dezember das Jahr voll macht, wird danach steuerfrei veräußert. Welche Transaktion wann gekauft wurde, klärt ein Steuer-Tool mit Portfolio-Tracker schneller als eine Tabelle von Hand.
  3. Den Kaufweg auf die Zulassung prüfen. Vor dem nächsten Kauf lohnt der Blick auf Gebühren, Auszahlungskosten und die MiCA-Zulassung des Anbieters; die Übersicht liefert der Börsenvergleich.

Der nächste Prüfstein steht am 28. Oktober mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank an, zwei Tage vor dem Monatsverfall mit 148.348 Kontrakten. Bis dahin bleibt die 80.000er Marke die Linie, an der sich der Oktober entscheidet.

(Stand: 15. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Bitcoin-Optionsverfall

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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