Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: 11 Milliarden Dollar verfallen am Freitag, droht ein Rückschlag?

Einordnung: Am Freitagmorgen laufen an der Terminbörse Deribit 135.159 Bitcoin-Optionen aus, zusammen rund 11 Milliarden Dollar. Der rechnerische Schmerzpunkt liegt bei 78.000 Dollar und damit 3,9 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Was der Verfall bewirkt, was er nicht bewirkt und welche Marken für deutsche Anleger zählen.

Sich senkender Stahl-Schlagbaum in einer nächtlichen Abfertigungshalle, in den rot-weißen Metallarm ist das Bitcoin-Zeichen als Gravur eingelassen
11 Min. Lesezeit
Teilen:

Belegt ist: An der Terminbörse Deribit stehen für den Verfallstermin am Freitag, 30. Oktober, 135.159 Bitcoin-Optionskontrakte offen. Bei einem Kurs von 81.179 Dollar am Donnerstagnachmittag entspricht das einem Nennwert von rund 11 Milliarden Dollar. Der rechnerische Schmerzpunkt dieses Verfalls, im Fachjargon Max Pain, liegt bei 78.000 Dollar. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die Zahl taugt als Hinweis auf die Interessenlage der Stillhalter, nicht als Kursziel.

Bitcoin notiert am Donnerstag, dem 29. Oktober, gegen 16:00 Uhr deutscher Zeit bei 81.179 Dollar oder 72.735 Euro. In den vergangenen 24 Stunden lag die Spanne zwischen 79.636 und 81.698 Dollar, über sieben Tage steht ein Minus von 0,77 Prozent, über 30 Tage eines von 3,04 Prozent. Vom Allzeithoch bei 126.080 Dollar trennen den Kurs 35,6 Prozent. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein. Dieser Text beschäftigt sich mit den nächsten 48 Stunden.

Was am Freitag um 09:00 Uhr deutscher Zeit passiert

Eine Option ist ein Recht, kein Zwang. Wer einen Call hält, darf Bitcoin zum vereinbarten Basispreis kaufen; wer einen Put hält, darf zu diesem Preis verkaufen. Am Verfallstag entscheidet allein der Abrechnungskurs, ob dieses Recht etwas wert ist. Liegt der Kurs über dem Basispreis eines Calls, wird er ausgezahlt. Liegt er darunter, verfällt der Kontrakt wertlos, und die Prämie bleibt beim Verkäufer.

Deribit rechnet seine Monatsoptionen um 08:00 Uhr UTC ab, in Deutschland also um 09:00 Uhr Winterzeit. Maßgeblich ist nicht der Kurs einer einzelnen Sekunde, sondern der Durchschnitt des Deribit-Bitcoin-Index über die letzten 30 Minuten davor. Das ist der Grund, warum die entscheidende Phase am Freitag zwischen 08:30 und 09:00 Uhr liegt und nicht erst zur Abrechnung selbst. Wer in dieser halben Stunde eine Marke verteidigen oder brechen will, muss im Spotmarkt handeln, nicht am Terminmarkt.

Für den Kassamarkt hat das eine praktische Folge: Die Umsätze ziehen in diesem Fenster regelmäßig an, weil Stillhalter ihre Absicherungen glattstellen müssen. Das Bitcoin-Handelsvolumen über alle Börsen lag am Donnerstag bei 28,8 Milliarden Dollar in 24 Stunden. Gegen diese Größe ist eine einzelne Absicherungswelle spürbar, aber nicht marktbestimmend.

135.159 Kontrakte und 11 Milliarden Dollar: die Größenordnung

Von den 135.159 offenen Kontrakten entfallen 88.715 auf Calls und 46.445 auf Puts. Das Verhältnis von Puts zu Calls liegt damit bei 0,52. Auf den ersten Blick sieht das nach einem optimistischen Markt aus, weil fast doppelt so viele Kaufrechte wie Verkaufsrechte offen stehen. Der zweite Blick zeigt, wo diese Kaufrechte liegen, und damit dreht sich das Bild.

85 Prozent aller Calls haben einen Basispreis oberhalb des aktuellen Kurses, bei den Puts liegen 88 Prozent darunter. Zusammengerechnet laufen 116.265 der 135.159 Kontrakte am Freitag wertlos aus, das sind 86 Prozent. Im Geld bleiben 18.895 Kontrakte. Der Verfall ist also weniger ein Umschlagplatz für große Summen als ein Aufräumen: Der weitaus größte Teil dieser Positionen hat sich bereits erledigt, bevor der Freitag beginnt.

Max Pain bei 78.000 Dollar: was die Zahl aussagt und was nicht

Max Pain ist der Basispreis, bei dem die Summe aller auszuzahlenden Optionen am kleinsten wird. Für diesen Verfall liegt er bei 78.000 Dollar, also 3,9 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Die Rechnung dahinter ist schlicht: Für jeden denkbaren Abrechnungskurs wird addiert, was Calls und Puts zusammen kosten würden, und der Kurs mit der niedrigsten Summe gewinnt.

Daraus wird in Börsenkommentaren oft ein Kursziel gemacht. Das trägt nicht. Max Pain beschreibt die Interessenlage derjenigen, die Optionen verkauft haben, nicht die Kraft, sie durchzusetzen. Der Kassamarkt für Bitcoin ist um ein Vielfaches größer als das offene Interesse eines einzelnen Verfalls, und die Stillhalter sind keine geschlossene Gruppe mit gemeinsamem Plan. Nützlich ist die Zahl trotzdem, weil sie zeigt, in welche Richtung die Absicherungsgeschäfte wirken, wenn sonst nichts passiert: Der Zug geht in Richtung 78.000, nicht nach oben.

Zur Einordnung der Entfernung: Von 81.179 Dollar auf 78.000 sind es 3.179 Dollar. Die Tagesspanne der vergangenen 24 Stunden betrug 2.062 Dollar. Der Weg zum Schmerzpunkt entspricht also etwa anderthalb normalen Handelstagen, keiner Ausnahmebewegung.

Die Mauer bei 95.000 Dollar und was von ihr übrig bleibt

Der mit Abstand größte Einzelposten dieses Verfalls steht bei einem Basispreis von 95.000 Dollar: 20.152 Kontrakte, davon 19.951 Calls. Darüber folgen 100.000 Dollar mit 11.285 Kontrakten und 90.000 Dollar mit 10.756. Allein oberhalb von 90.000 Dollar stehen 58.717 Call-Kontrakte offen.

Diese Basispreise liegen 11, 17 und 23 Prozent über dem aktuellen Kurs. Damit sie am Freitag noch etwas wert werden, müsste Bitcoin binnen eines Tages einen Sprung machen, den der Markt zuletzt im Jahr 2026 nicht gezeigt hat. Praktisch heißt das: Diese Positionen sind bereits abgeschrieben. Wer sie gekauft hat, hat seine Prämie verloren; wer sie verkauft hat, behält sie.

Auf der anderen Seite des Kurses sammeln sich die Puts zwischen 69.000 und 75.000 Dollar, zusammen 17.592 Kontrakte. Auch sie verfallen wertlos, solange Bitcoin über 75.000 Dollar bleibt. Der Puffer dorthin beträgt 7,6 Prozent.

Balkendiagramm: offene Bitcoin-Optionskontrakte je Basispreis zum Verfall am 30. Oktober 2026, Calls blau und Puts rot getrennt
Die größte Mauer steht bei 95.000 Dollar und damit 17 Prozent über dem Kurs. Quelle: Deribit, eigene Auswertung vom 29. Oktober 2026.

Die Verteilung erklärt, warum der Verfall nach unten weniger Druck erzeugt, als die schiere Zahl von 11 Milliarden Dollar vermuten lässt. Im Bereich um den aktuellen Kurs, zwischen 80.000 und 85.000 Dollar, stehen nur knapp 13.500 Kontrakte offen. Dort, wo die Abrechnung tatsächlich stattfinden dürfte, ist das Buch dünn.

Was sich seit Mittwoch geändert hat

Am Mittwoch stand an dieser Stelle die Rechnung bis zum Jahresende: Bitcoin fehlten damals 9,8 Prozent auf den Schlusskurs von Silvester 2025, nachzulesen in unserer Bitcoin Prognose vom 28. Oktober. Der Kurs lag dort bei 80.446 Dollar. Seitdem sind 733 Dollar oder 0,9 Prozent dazugekommen, die Jahreslücke ist also auf rund 9 Prozent geschrumpft.

Zwei Dinge sind seither neu. Erstens hat die US-Notenbank am Mittwochabend ihren Zinsentscheid verkündet und den Leitzins unverändert gelassen; der Markt hat darauf mit einem Plus von unter einem Prozent reagiert, was gemessen an früheren Zinsterminen verhalten ist. Zweitens ist mit dem Freitag jetzt ein Termin in Reichweite, der am Mittwoch noch zwei Tage entfernt war. Die Marke 80.000 Dollar, die am Mittwoch als Unterkante galt, hat seither zweimal gehalten: Das Tagestief der vergangenen 24 Stunden lag bei 79.636 Dollar, der Kurs kehrte jeweils innerhalb weniger Stunden darüber zurück.

Die letzten drei Monatsverfälle und was danach geschah

Ob ein Verfall den Kurs bewegt, lässt sich am eigenen Datenbestand nachprüfen. Für die drei vorangegangenen Monatsverfälle des Jahres zeigen die Tagesschlusskurse folgendes Bild, jeweils zwei Tage vor dem Termin, am Termin selbst und drei Tage danach:

  • 31. Juli 2026: von 63.882 auf 64.743 Dollar am Verfallstag, ein Plus von 1,3 Prozent. In den drei Tagen danach ging es um 1,9 Prozent auf 63.504 Dollar zurück.
  • 28. August 2026: von 78.511 auf 80.268 Dollar, ein Plus von 2,2 Prozent. Danach fiel der Kurs um 3,3 Prozent auf 77.658 Dollar.
  • 25. September 2026: von 86.183 auf 84.378 Dollar, ein Minus von 2,1 Prozent. In den drei Tagen danach bewegte sich der Kurs kaum, am Ende stand ein Plus von 0,1 Prozent auf 84.449 Dollar.

Das Muster ist schwach, aber es zeigt in eine Richtung: Zweimal von drei Malen folgte auf den Verfallstag ein Rücksetzer von rund zwei bis drei Prozent, einmal passierte nichts. Eine Stichprobe von drei Fällen begründet keine Regel. Drei Fälle reichen aber, um die zweite Wochenhälfte nicht als gelaufen zu betrachten, nur weil der Freitagmorgen überstanden ist.

Große analoge Bahnhofsuhr ohne Ziffern aus gebürstetem Messing an der Wand einer leeren nächtlichen Wartehalle, der Zeiger kurz vor dem oberen Punkt
Die Abrechnung läuft um 09:00 Uhr deutscher Zeit, entschieden wird in der halben Stunde davor.

Der Terminmarkt ist nicht überhitzt

Neben den Optionen lohnt der Blick auf die unbefristeten Terminkontrakte, die Perpetuals. Deren Funding-Rate sagt, welche Seite gerade zahlt: Ist sie positiv, zahlen die Käufer an die Verkäufer, und das deutet auf ein Übergewicht an Long-Positionen hin. Auf Deribit lag sie am Donnerstag bei 0,0032 Prozent je Achtstundenperiode, hochgerechnet rund 3,5 Prozent im Jahr.

Das ist leicht positiv und damit weit entfernt von den Werten, die vor den Liquidationswellen der vergangenen Monate standen. Für die Lage vor dem Verfall heißt das: Es liegt kein überhebelter Long-Bestand bereit, der bei einem Rutsch unter 80.000 Dollar eine Kettenreaktion auslösen könnte. Wer wissen will, wie sich die Gebühren und Liquidationsregeln bei solchen Produkten unterscheiden, findet die Konditionen im Vergleich der Perp-DEX-Plattformen.

Zusammengenommen ergeben Optionsbuch und Funding-Rate ein Bild, das sich von dem der Vormonate unterscheidet. Die großen Wetten dieses Verfalls liegen weit aus dem Geld und sind erledigt, und der Hebelmarkt ist ruhig. Das spricht für einen Freitag mit erhöhtem Umsatz, aber ohne die Ausschläge, die ein überladenes Buch erzeugt.

Haltefrist und Steuer: was zwei Monate vor dem Jahreswechsel zählt

Für Anleger in Deutschland hat der Kalender an dieser Stelle mehr Gewicht als der Verfallstermin. Nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes bleiben Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Wer unterhalb dieser Frist verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, sofern die Summe aller privaten Veräußerungsgeschäfte im Jahr die Freigrenze von 1.000 Euro übersteigt.

Daraus folgt eine Prüfung, die sich heute erledigen lässt und mit dem Freitag nichts zu tun hat: Wann genau wurden die Bestände gekauft, die jetzt zum Verkauf anstehen? Liegt der Kaufzeitpunkt im November oder Dezember 2025, fehlen nur noch Wochen bis zur Steuerfreiheit. Ein Verkauf, den eine Kursbewegung von drei Prozent auslöst, kann dann teurer sein als das Abwarten. Die Reihenfolge der Veräußerung folgt dabei dem FIFO-Prinzip, es gilt also der älteste Bestand zuerst. Welche Werkzeuge diese Fristen je Wallet und Börse mitführen, zeigt der Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

Zum Stand der politischen Debatte über diese Frist führen wir eine eigene Übersicht unter Krypto-Haltefrist: der aktuelle Stand. Solange dort keine beschlossene Änderung steht, gilt die Einjahresfrist unverändert.

Diese Marken zählen am Freitag

Nach oben liegt der erste Widerstand bei 81.698 Dollar, dem Tageshoch der vergangenen 24 Stunden. Darüber folgt die Zone um 85.000 Dollar, wo 4.326 Kontrakte offen stehen und wo der Kurs zuletzt am 24. Oktober notierte.

Nach unten ist 80.000 Dollar die Marke mit der kürzesten Vorgeschichte und der größten Beachtung: Der Kurs hat sie in dieser Woche zweimal von unten zurückerobert, und sie ist zugleich der runde Basispreis mit 2.972 offenen Kontrakten. Darunter beginnt bei 78.000 Dollar der rechnerische Schmerzpunkt. Hält auch der nicht, liegt die nächste dichte Put-Zone erst bei 75.000 Dollar, also 7,6 Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Diese Marken begründen sich aus dem Optionsbuch und der Kursentwicklung der laufenden Woche, nicht aus Chartmustern. Ihr Geltungsbereich sind die kommenden Handelstage, nicht darüber hinaus.

Unsere Einschätzung: der Verfall erklärt den Freitag, nicht den November

Aus Sicht der Redaktion ist dieser Monatsverfall ein kleinerer Termin, als seine Schlagzeilenzahl nahelegt. Dafür sprechen drei Belege aus diesem Text: 86 Prozent der Kontrakte verfallen wertlos, im Bereich um den aktuellen Kurs liegen weniger als 13.500 Kontrakte, und die Funding-Rate von 0,0032 Prozent zeigt keinen überhebelten Markt. Der Schmerzpunkt bei 78.000 Dollar weist nach unten, aber die Entfernung dorthin entspricht anderthalb normalen Tagesspannen.

Dagegen spricht die eigene Historie: Nach zwei der letzten drei Monatsverfälle gab Bitcoin in den Folgetagen zwei bis drei Prozent ab. Wer daraus eine Erwartung ableitet, sollte sie auf die Tage nach dem Freitag richten, nicht auf den Freitag selbst. Und wer die Haltefrist im Blick hat, für den ist der Dezember der wichtigere Termin. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das nicht; Kryptowerte können ihren gesamten Wert verlieren.

Monatsverfall: Nach Freitag fehlen 116.000 Kontrakte im Buch

Drei Schritte, die sich vor dem Freitagmorgen erledigen lassen:

  1. Kaufdaten der Bestände heraussuchen. Wer im November oder Dezember 2025 gekauft hat, steht kurz vor der Einjahresfrist. Welches Werkzeug die Fristen je Position mitführt, steht im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
  2. Offene Hebelpositionen gegen 78.000 Dollar rechnen. Liegt der Liquidationspreis zwischen 78.000 und 80.000 Dollar, fällt er in die Zone, in die der Verfall rechnerisch zieht. Die Margin-Regeln der Anbieter unterscheiden sich; sie stehen im Perp-DEX-Vergleich.
  3. Den Handelsplatz auf die Freitagmorgen-Spanne prüfen. Zwischen 08:30 und 09:00 Uhr steigen Umsatz und Spread. Wer in diesem Fenster handeln will, sollte die Gebührenstruktur seiner Börse kennen; die Konditionen stehen im Börsenvergleich.

(Stand: 29. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Bitcoin-Optionsverfall

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant