Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Prognose: Der Optionsmarkt preist 51 Prozent Schwankung ein, sind 2.756 Dollar drin?

Die Optionsbörse Deribit taxiert die erwartete Jahresschwankung von Ethereum am Freitag auf 51,18 Punkte, die von Bitcoin nur auf 37,38. Aus dieser einen Zahl lässt sich die Spanne ableiten, in der ETH nach dem Urteil des Terminmarkts in den nächsten 30 Tagen liegen dürfte.

Segelyacht kraengt in schwerer Duenung weit auf die Seite, Gischt ueber dem Vordeck, am Grossegel das Ethereum-Zeichen
12 Min. Lesezeit
Teilen:

Ethereum kostet am Freitagabend 2.402,96 Dollar und damit 1,7 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor (CoinGecko, Stand 16. Oktober). Die wichtigere Zahl des Tages steht aber nicht auf der Kurstafel, sondern im Optionsbuch: Der Volatilitätsindex DVOL der Optionsbörse Deribit taxierte die erwartete Jahresschwankung von ETH am Mittag auf 51,18 Punkte. Für Bitcoin lag derselbe Index bei 37,38.

Aus diesen beiden Zahlen lässt sich mit einer Wurzelrechnung ableiten, welche Spanne der Terminmarkt Ethereum für die nächsten Wochen zutraut: 2.050 bis 2.756 Dollar auf Sicht von 30 Tagen, 2.233 bis 2.573 Dollar auf Sicht einer Woche. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Ethereum Prognose ein. Dieser Artikel zeigt, wie die Spanne zustande kommt, was sie aussagt und was sie ausdrücklich nicht aussagt.

Deribit DVOL bei 51,18 Punkten: Das taxiert der Optionsmarkt

Der DVOL ist ein Index, den Deribit aus den Preisen der eigenen Optionen berechnet. Er gibt an, wie stark der Markt erwartet, dass ein Kurs innerhalb eines Jahres schwankt, ausgedrückt in Prozent. Ein Wert von 51,18 heißt also: Die Optionskäufer und Optionsverkäufer zusammen bezahlen Preise, die einer erwarteten Jahresschwankung von gut 51 Prozent entsprechen.

Dieser Wert ist kein Modell eines Analysehauses und keine Meinung. Er fällt als Nebenprodukt aus tatsächlich bezahlten Preisen an. Wer eine Option kauft, zahlt Geld; wer sie verkauft, nimmt Geld ein. Beide treffen eine Aussage darüber, wie weit sie den Kurs bis zum Verfall wandern sehen. Der DVOL fasst diese Aussagen zusammen.

Eingeordnet in die letzten 30 Tage ist der heutige Stand unauffällig: Der ETH-DVOL bewegte sich seit dem 16. September zwischen 47,52 und 53,10 Punkten. Die 51,18 vom Freitagmittag liegen im oberen Mittelfeld dieser Spanne. Es gibt also keinen Schock im Optionsbuch, sondern eine ruhige, leicht erhöhte Erwartung.

Implizite Volatilität: Die Kennzahl in einem Satz

Implizite Volatilität ist die Schwankungsbreite, die ein Optionspreis unterstellt, wenn man die Preisformel rückwärts rechnet. Diese Kennzahl beschreibt die Zukunft, anders als die realisierte Volatilität, die nur misst, wie stark ein Kurs in der Vergangenheit geschwankt hat.

Der Unterschied zählt für jeden, der eine Prognose liest. Eine realisierte Volatilität sagt: So war es. Eine implizite Volatilität sagt: So viel Bewegung kostet gerade Geld. Steigt sie, werden Optionen teurer, und zwar Kaufoptionen wie Verkaufsoptionen gleichermaßen. Der Index trifft deshalb keine Aussage über die Richtung. Er sagt nur etwas über die Weite aus.

Schmaler Felsgrat im Morgenlicht, die Flanken fallen beidseitig steil in Nebel ab, ein Bergsteiger balanciert in der Mitte
Die implizite Volatilität beschreibt die Breite des Grats, nicht die Richtung des Weges.

Von 51,18 Punkten zur Spanne: Die Rechnung im Einzelnen

Die Umrechnung von der Jahreszahl auf einen kürzeren Zeitraum läuft über die Quadratwurzel der Zeit. Für 30 Tage lautet sie: 51,18 Prozent mal der Wurzel aus 30 geteilt durch 365. Die Wurzel ergibt 0,2866, multipliziert mit 51,18 ergibt das 14,67 Prozent.

Auf den Kurs von 2.402,96 Dollar angewendet heißt das: plus oder minus 352 Dollar, also eine Spanne von 2.050 bis 2.756 Dollar. Für eine Woche, also sieben Tage, ergibt dieselbe Rechnung 7,09 Prozent und damit 2.233 bis 2.573 Dollar.

Eine Einschränkung gehört dazu, und sie ist wichtig: Diese Spanne ist die einfache Standardabweichung. Statistisch gesprochen liegt der Kurs in rund zwei von drei Fällen innerhalb dieser Grenzen. In rund einem von drei Fällen liegt er darüber oder darunter. Wer die Spanne als Garantie liest, hat sie falsch gelesen.

2.050 bis 2.756 Dollar: Die Spanne der nächsten 30 Tage

Im Tagesverlauf des 16. Oktober bewegte sich Ethereum zwischen 2.392,90 und 2.488,84 Dollar. Das Tagestief liegt damit 343 Dollar über der unteren Grenze der Monatsspanne, das Tageshoch 267 Dollar unter der oberen. Beide Marken der Rechnung sind also weit genug entfernt, dass sie im Tagesgeschäft keine Rolle spielen, und nah genug, dass ein einziger starker Handelstag die Hälfte des Weges zurücklegen kann.

Die Wochenspanne ist das schärfere Werkzeug. Die Untergrenze von 2.233 Dollar liegt nur 170 Dollar unter dem aktuellen Kurs, die Obergrenze von 2.573 Dollar 170 Dollar darüber. Reißt der Kurs eine dieser Grenzen vor dem 23. Oktober, war die heutige Erwartung des Optionsmarkts zu eng, und die implizite Volatilität wird mit ziemlicher Sicherheit steigen.

Bitcoin kommt auf 37,38 Punkte, Ethereum auf 51,18

Dieselbe Rechnung für Bitcoin ergibt ein deutlich engeres Bild: 37,38 Punkte bedeuten 10,72 Prozent auf 30 Tage und damit eine Spanne von 72.326 bis 89.690 Dollar um den Freitagskurs von 81.008 Dollar. Das Verhältnis der beiden Indizes liegt bei 1,37.

Dieses Verhältnis schwankte in den letzten 30 Tagen zwischen 1,284 am 8. Oktober und 1,526 am 17. September. Der heutige Stand liegt also im unteren Mittelfeld. Für Anleger heißt das: Der Markt erwartet von Ethereum zwar weiterhin mehr Bewegung als von Bitcoin, aber der Abstand ist zuletzt eher geschrumpft als gewachsen.

Der praktische Nutzen dieser Zahl liegt in der Depotaufteilung. Wer 1.000 Euro in ETH hält, muss nach dieser Rechnung mit einem Monatsausschlag von rund 147 Euro rechnen, bei Bitcoin wären es rund 107 Euro. Wer beide Positionen auf dieselbe Schwankung bringen möchte, hält von Ethereum rund ein Viertel weniger.

Open Interest zum 30. Oktober: Die größten Posten liegen bei 2.600 und 2.300

Das Optionsbuch sagt mehr als nur die Schwankungsbreite. Im Verfall am 30. Oktober stehen bei Deribit rund 295.954 Kontrakte offen. Der größte einzelne Posten ist die Kaufoption auf 2.600 Dollar mit 38.043 Kontrakten, die größte Verkaufsoption liegt auf 2.300 Dollar mit 22.826 Kontrakten.

Diese beiden Marken rahmen den Kurs enger ein als die rechnerische Monatsspanne, und sie sind kein Zufall. Händler, die solche Optionen verkauft haben, sichern ihre Position laufend über den Spotmarkt ab. Nähert sich der Kurs einer stark besetzten Marke, verstärkt diese Absicherung die Bewegung in die eine und bremst sie in die andere Richtung. Der Fachbegriff dafür ist Gamma-Hedging: die laufende Anpassung einer Absicherung an einen sich bewegenden Kurs.

Der weiteste Blick liegt im Jahresverfall am 25. Dezember mit 609.577 offenen Kontrakten. Der größte Posten dort ist die Kaufoption auf 3.200 Dollar mit 69.667 Kontrakten. Gemessen am Freitagskurs liegt diese Marke 33 Prozent höher. Dahinter steckt keine Prognose, sondern eine Wette, die jemand abgeschlossen hat, und sie kostete entsprechend wenig.

ETH/BTC bei 0,0297: Knapp zehn Prozent unter dem September-Hoch

Das Verhältnis von Ethereum zu Bitcoin steht am Freitagabend bei 0,029663. Sein höchster Stand der letzten 30 Tage lag am 21. September bei 0,03296, der tiefste am 15. Oktober bei 0,02916. Der aktuelle Kurs liegt damit rund zehn Prozent unter dem Monatshoch und gut anderthalb Prozent über dem Monatstief.

Für die Spanne oben ist das eine Nebenrechnung, für die Einordnung nicht. Eine Prognose in Dollar vermischt zwei Bewegungen: die des Kryptomarkts insgesamt und die von Ethereum gegenüber Bitcoin. Wer wissen möchte, ob ETH aus eigener Kraft steigt, schaut auf dieses Verhältnis. Solange es unter 0,0300 bleibt, trägt ein Anstieg in Dollar vor allem den breiten Markt, nicht die eigene Stärke.

Zwei Haende halten eine Hardware-Wallet aus gebuerstetem Metall ueber eine Holzwerkbank, dahinter unscharf ein offener Stahltresor
Wer ETH im Eigenbesitz hält, entscheidet selbst über Haltefrist und Zugriff.

Seit dem 12. Oktober: Die 2.495,93er Marke ist gefallen

In unserer Ethereum-Prognose vom 12. Oktober stand die Marke von 2.495,93 Dollar im Mittelpunkt, an der der Kurs damals nach oben gedreht hatte. ETH notierte an jenem Tag bei 2.534,63 Dollar.

Vier Tage später ist diese Marke gerissen. Der Kurs steht bei 2.402,96 Dollar und damit 5,2 Prozent tiefer als am 12. Oktober. Die Marke, die damals Unterstützung war, liegt nun 93 Dollar über dem Kurs und wirkt als Widerstand. In der Rechnung des Optionsmarkts fällt sie mitten in die Wochenspanne von 2.233 bis 2.573 Dollar, und genau dort entscheidet sich in den nächsten Tagen, ob die Erholung vom 16. Oktober mehr war als eine Gegenbewegung.

Dazwischen lag der 15. Oktober mit einem Tief bei rund 2.380 Dollar. Dass dieser Punkt gehalten hat und der Kurs am Folgetag zeitweise bis 2.488,84 Dollar zurückkam, ist das einzige technische Argument, das die Bullen derzeit auf ihrer Seite haben.

Unsere Einschätzung: Die Spanne ist keine Richtungsaussage

Aus Sicht der Redaktion wird die implizite Volatilität in Prognoseartikeln regelmäßig überdehnt. Eine hohe Zahl wird als Vorzeichen eines Ausbruchs nach oben gelesen, eine niedrige als Ruhe vor dem Sturm. Beides steht nicht in der Zahl drin. Der Beleg dafür ist die Rechnung selbst: Die Formel liefert zwei Grenzen, die symmetrisch um den aktuellen Kurs liegen, 352 Dollar nach oben und 352 Dollar nach unten.

Was dagegen spricht, diese Symmetrie für bare Münze zu nehmen, steht im Optionsbuch: Der größte Call liegt bei 2.600, der größte Put bei 2.300 Dollar, und der Abstand zum aktuellen Kurs ist nach oben mit 197 Dollar größer als nach unten mit 103 Dollar. Die Positionierung ist also leicht nach oben verschoben, während die reine Rechnung neutral bleibt.

Daraus folgt für uns: Die Spanne von 2.050 bis 2.756 Dollar taugt als Rahmen für die Risikoplanung, nicht als Kursziel. Wer sie als Kursziel liest, baut eine Richtungswette auf eine Zahl, die bewusst richtungslos ist. Eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf ist damit ausdrücklich nicht verbunden; Kryptowerte können bis zum Totalverlust fallen.

Hebel, Haltefrist und Verwahrung bei 15 Prozent Monatsschwankung

Eine erwartete Monatsschwankung von 14,67 Prozent hat drei konkrete Folgen für ein deutsches Depot, und alle drei lassen sich heute nachrechnen.

Erstens der Hebel. Wer eine gehebelte Position auf ETH hält, findet in dieser Zahl die Entfernung bis zur Liquidation. Bei fünffachem Hebel liegt die Liquidationsschwelle grob bei 20 Prozent Gegenbewegung, also knapp über der einfachen Standardabweichung eines Monats. Bei zehnfachem Hebel sind es rund 10 Prozent und damit weniger als die erwartete Schwankung. Eine Position mit zehnfachem Hebel wird nach dieser Rechnung im Lauf eines Monats mit deutlich über 50 Prozent Wahrscheinlichkeit geschlossen. Wo solche Positionen zu welchen Finanzierungskosten laufen, zeigt unser Überblick der Perp-DEX.

Zweitens die Haltefrist. In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, innerhalb des Jahres fallen sie unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Zum Stand der geplanten Reform haben wir den aktuellen Stand der Haltefrist-Reform zusammengetragen. Eine Monatsschwankung von 15 Prozent ist genau die Größenordnung, die zum vorzeitigen Verkauf verleitet und damit die Frist zerstört.

Drittens die Verwahrung. Wer ETH über ein Jahr hält, um die Frist zu erreichen, lagert den Bestand ein Jahr lang irgendwo. Eine Hardware-Wallet nimmt dem Depot das Gegenparteirisiko einer Börse ab; eine regulierte Verwahrung unter MiCA nimmt ihm den Aufwand. Beides ist vertretbar, aber es ist eine Entscheidung und kein Zustand, der sich von selbst einstellt.

Was diese Rechnung nicht leistet

Drei Grenzen gehören offen genannt. Der DVOL stammt von einer einzigen Börse. Deribit ist mit Abstand die größte Adresse für Krypto-Optionen, aber eben nicht der ganze Markt. Die Wurzelformel unterstellt zweitens, dass Kursänderungen normalverteilt sind, was bei Kryptowerten nachweislich nicht stimmt: Ausreißer kommen häufiger vor, als die Formel annimmt. Die Spanne fällt deshalb eher zu eng als zu weit aus.

Drittens ändert sich die Eingangszahl laufend. Die 51,18 Punkte sind der Stand vom 16. Oktober, 12:00 Uhr koordinierter Weltzeit. Springt der Index morgen auf 60, wird aus der Monatsspanne 1.990 bis 2.816 Dollar. Die Rechnung bleibt gleich, das Ergebnis nicht.

Ethereum-Spanne: Unter 2.233 Dollar wird die Wochenrechnung hinfällig

Konkret stehen drei Dinge an, die sich mit den Zahlen dieses Artikels abarbeiten lassen.

  1. Die Wochengrenzen notieren. 2.233 Dollar unten, 2.573 Dollar oben, gültig bis zum 23. Oktober. Fällt der Kurs darunter oder steigt er darüber, ist die heutige Erwartung des Optionsmarkts überholt, und jede Positionsgröße gehört neu gerechnet. Handelsplätze mit Zulassung in der EU listet unser Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Den Abstand zur Liquidation messen. Wer gehebelt unterwegs ist, setzt die eigene Liquidationsschwelle ins Verhältnis zu den 14,67 Prozent Monatsschwankung. Liegt sie darunter, ist die Position nach dieser Rechnung eher Zufall als Plan.
  3. Das Kaufdatum festhalten. Für die Jahresfrist zählt der Tag des Erwerbs je Tranche. Wer mehrere Käufe hat, braucht eine Aufstellung nach FIFO; die Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Die nächste Wegmarke ist der Verfall am 30. Oktober mit 295.954 offenen Kontrakten. Bis dahin ziehen die Marken 2.300 und 2.600 Dollar den Kurs an, und erst danach gibt das Optionsbuch den Weg wieder frei. Die laufenden Kurse und die Datenbasis dieses Artikels stehen bei CoinGecko.

(Stand: 16. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Ethereum Prognose

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant