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Bitcoin Prognose: Hält die 77.370 Dollar ohne Prämie am Terminmarkt?

Analyse: Die Terminkurve für Bitcoin zahlt über jede Laufzeit bis September 2027 rund 5,6 Prozent im Jahr und damit kaum mehr als der Dollar-Geldmarkt. Was dieser fehlende Aufschlag für die Marken bei 77.370 und 78.134 Dollar bedeutet, ordnet diese Einordnung ein.

Lange exakt waagerechte Stahlschiene auf Lagerböcken in dunkler Werkhalle, das Bitcoin-Zeichen als tiefe Gravur in der Schiene
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Belegt ist: Bitcoin notiert am Sonntagabend bei 77.919 Dollar, 0,4 Prozent über dem Stand von vor 24 Stunden und 3,4 Prozent unter dem Stand der Vorwoche (CoinGecko, 1. November, 19:43 Uhr). Belegt ist auch, dass der Dezember-Kontrakt an der Terminbörse Deribit nur 0,8 Prozent über dem Kassakurs steht, der Juni-Kontrakt 3,6 Prozent und der September-2027-Kontrakt 5,1 Prozent. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Diese Staffelung ist kein Kursversprechen, sondern eine Zinskurve, und ein Markt ohne Hebelprämie bewegt sich in beide Richtungen langsamer.

Wer heute wissen will, wohin Bitcoin läuft, schaut meistens auf den Chart. Der zweite Ansatzpunkt liegt im Terminmarkt, und er ist an diesem Sonntag ungewöhnlich eindeutig. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein. Für den heutigen Tag zählt eine andere Frage: Was zahlt jemand, der sich Bitcoin erst in einem Jahr liefern lassen will, heute für dieses Recht?

So steht Bitcoin am Sonntagabend

Der Kurs lag in den vergangenen 24 Stunden zwischen 77.370 und 78.134 Dollar. Das ist eine Tagesspanne von 0,99 Prozent, also unter einem Hundertstel des Kurses. Die Marktkapitalisierung liegt bei 1.567 Milliarden Dollar. Vom Allzeithoch bei 126.080 Dollar, aufgestellt am 6. Oktober 2025, trennen den Kurs 38,2 Prozent; dieses Hoch ist 391 Tage alt.

Auf 30 Tage gerechnet steht ein Minus von 8,4 Prozent. Der Fear-and-Greed-Index von Alternative.me zeigt 34 Punkte und damit „Fear“, am Vortag standen dort 30 Punkte. Die Stimmung hat sich also leicht gelöst, ohne die Seite zu wechseln.

Was die Terminkurve gerade kostet

Ein Terminkontrakt, auch Future genannt, ist die Pflicht, eine Menge Bitcoin an einem festen Tag zu einem heute vereinbarten Preis abzurechnen. Liegt dieser Preis über dem Kassakurs, zahlt der Käufer einen Aufschlag. Diesen Aufschlag nennt der Markt Basis. Die Basis ist der Preis der Zeit, und sie lässt sich in einen Jahreszins umrechnen.

Die Stände vom 1. November, 19:44 Uhr, gemessen gegen den Perpetual-Kontrakt bei 77.865 Dollar (Deribit):

  • 27. November 2026: 78.159 Dollar, Basis 0,38 Prozent, auf das Jahr gerechnet 5,3 Prozent
  • 25. Dezember 2026: 78.511 Dollar, Basis 0,83 Prozent, auf das Jahr gerechnet 5,6 Prozent
  • 26. März 2027: 79.586 Dollar, Basis 2,21 Prozent, auf das Jahr gerechnet 5,6 Prozent
  • 25. Juni 2027: 80.702 Dollar, Basis 3,64 Prozent, auf das Jahr gerechnet 5,6 Prozent
  • 24. September 2027: 81.806 Dollar, Basis 5,06 Prozent, auf das Jahr gerechnet 5,7 Prozent

Vier Laufzeiten über elf Monate, und der Jahreszins weicht um weniger als einen Zehntelpunkt voneinander ab. Das ist der eigentliche Befund dieses Sonntags.

Reihe gleich hoher massiver Stahlzylinder, exakt ausgerichtet auf einer dunklen Werkbank
Gleiche Höhe auf jeder Stufe: So sieht eine Terminkurve aus, die über alle Laufzeiten denselben Zins bezahlt.

Warum 5,6 Prozent im Jahr nur der Zins sind

Hinter der Basis steckt ein Geschäft ohne Kursmeinung, das Händler Cash-and-Carry nennen. Wer Bitcoin am Kassamarkt kauft und gleichzeitig den Dezember-Kontrakt verkauft, hat am 25. Dezember unabhängig vom Kurs 0,83 Prozent verdient. Dafür bindet er sein Kapital 54 Tage. Rechnet man das auf ein Jahr hoch, kommen 5,6 Prozent heraus.

Dieses Geschäft steht in Konkurrenz zum kurzfristigen Dollar-Zins. Liegt die Basis darüber, greifen Arbitrageure zu, bis der Aufschlag abgeschmolzen ist. Liegt sie darunter, lassen sie es. Dass die Kurve über alle Laufzeiten fast exakt denselben Jahreswert zeigt, heißt deshalb: Im Preis steckt die Finanzierung und sonst nichts. Niemand zahlt gerade einen Zuschlag dafür, in einem Jahr Bitcoin zu besitzen.

Zum Vergleich hilft der Blick zurück. In Phasen, in denen der Markt eine Aufwärtsbewegung erwartet, steigt die Basis deutlich über den Geldmarktzins, weil Hebelkäufer bereit sind, für ihre Position zu zahlen. Genau dieser Aufschlag fehlt heute. Was bleibt, ist der Carry.

Der 2. November notiert unter dem Kassakurs

Am kurzen Ende dreht das Bild sogar ins Gegenteil. Der Kontrakt mit Fälligkeit 2. November steht bei 77.854 Dollar und damit 0,015 Prozent unter dem Perpetual, der Kontrakt vom 3. November bei 77.864 Dollar und damit 0,002 Prozent darunter. Fachbegriff dafür ist Backwardation: Der nahe Termin ist billiger als der Kassamarkt.

Bei Bitcoin ist das kein Normalzustand. Es entsteht, wenn mehr Händler für die nächsten Tage absichern wollen, als Hebelkäufer auf der anderen Seite stehen. Die Beträge sind klein, die Richtung ist eindeutig: Für die ersten Novembertage zahlt der Markt für Schutz, nicht für Risiko.

Funding bei 0,0033 Prozent: Der Hebel ist aus dem Markt

Der zweite Messpunkt liegt beim Perpetual, einem Terminkontrakt ohne Fälligkeit. Damit er am Kassakurs klebt, zahlen sich Käufer und Verkäufer alle acht Stunden eine Ausgleichsgebühr, die Funding-Rate heißt. Diese Rate steht bei 0,0033 Prozent je Achtstundenfenster, auf das Jahr gerechnet 3,7 Prozent. Positiv, also zahlen die Käufer, aber so niedrig, dass der Betrag kaum ins Gewicht fällt.

Das offene Interesse am Perpetual liegt bei 668 Millionen Dollar, im Dezember-Kontrakt bei 281 Millionen Dollar. Für Anleger heißt das zweierlei. Erstens ist der Markt dünn besetzt, und dünne Märkte reagieren auf einzelne große Aufträge stärker. Zweitens fehlt der Überhang an gehebelten Kaufpositionen, der in den vergangenen Wochen jede Abwärtsbewegung über Zwangsverkäufe verstärkt hat. Wer selbst mit Hebel arbeitet, findet die Gebührenmodelle und Liquidationsregeln der Plattformen im Vergleich der Krypto-Broker; die Funding-Kosten sind in ruhigen Phasen der größere Posten als die Handelsgebühr.

Was sich seit dem 31. Oktober geändert hat

Am 31. Oktober rutschte der Kurs unter 78.000 Dollar, und unser Stück zum Bitcoin Kurs nach dem Bruch der 78.000 Dollar nannte die nächsten Ziele nach unten. Seitdem ist zweierlei passiert. Die Marke von 78.000 Dollar hat der Kurs nicht zurückgeholt, das Tagestief von 77.370 Dollar hat aber gehalten, und das in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen.

Dazu kam am 31. Oktober ein Abfluss von 643 Millionen Dollar aus den amerikanischen Spot-ETF, den wir am selben Tag berichtet haben. Dieser Betrag entspricht der Minerproduktion von 18,3 Tagen: Bei 144 Blöcken am Tag und 3,125 Bitcoin je Block entstehen 450 Bitcoin täglich, zum heutigen Kurs 35,1 Millionen Dollar. Ein einziger ETF-Tag hat also mehr Angebot abgezogen, als die Blockchain in zweieinhalb Wochen schafft. Dass der Kurs darauf nur mit 0,4 Prozent Plus und einer Tagesspanne unter einem Prozent reagiert, passt zum Bild des Terminmarkts.

Zwei schwere Kettenzüge mit Lasthaken hängen regungslos in einer leeren dunklen Industriehalle
Die Haken hängen leer: Ohne Überhang an gehebelten Positionen fehlt dem Markt der Treibstoff für eine Liquidationswelle.

Die Marken, die heute zählen: 77.370 und 78.134 Dollar

Beide Marken stammen aus den letzten 24 Stunden und sind damit die Punkte, an denen sich heute tatsächlich Käufer und Verkäufer getroffen haben. Nach unten liegt das Tagestief bei 77.370 Dollar, 0,7 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Nach oben begrenzt das Tageshoch bei 78.134 Dollar, 0,3 Prozent darüber, und direkt dahinter die runde 78.000er Zone, an der der Kurs am 31. Oktober nach unten durchgerutscht ist.

Die dritte Marke kommt aus dem Terminmarkt und steht bei 78.511 Dollar. Dort notiert der Dezember-Kontrakt. Solange der Kassakurs darunter bleibt, bleibt das Cash-and-Carry-Geschäft intakt und zieht Angebot in den Terminmarkt. Holt der Kassakurs diesen Stand ein, verschwindet der Anreiz, und die Basis muss sich neu bilden. Das ist der Punkt, an dem aus Carry wieder Kursmeinung wird.

Miner produzieren teurer und verkaufen trotzdem nicht mehr

Am 29. Oktober stieg die Mining-Schwierigkeit um 5,54 Prozent auf 148,36 Billionen und damit auf einen Rekordwert (mempool.space). Die Schwierigkeit regelt, wie viel Rechenarbeit ein Block kostet; sie passt sich alle 2.016 Blöcke an. Die nächste Anpassung steht für den 12. November an, geschätzt mit 0,4 Prozent. Die Schwierigkeit bleibt also auf Rekordniveau.

Gleichzeitig ist die Rechenleistung im Netzwerk auf 1.087 Exahash pro Sekunde gefallen, 12,7 Prozent unter dem Jahreshoch von 1.245 Exahash am 27. November 2025. Beides zusammen heißt: Die Produktion eines Bitcoin kostet mehr Strom als je zuvor, und einzelne Betreiber haben ihre Anlagen bereits vom Netz genommen. Der Verkaufsdruck aus dieser Ecke bleibt dennoch gedeckelt, weil die Tagesproduktion mit 35,1 Millionen Dollar klein ist gegen die Beträge, die über die ETF laufen.

Unsere Einschätzung: Ein Markt ohne Hebel fällt langsamer

Aus Sicht der Redaktion ist die flache Terminkurve das wichtigste Signal dieses Wochenendes, und sie spricht gegen einen weiteren scharfen Einbruch. Die Belege: Die Funding-Rate von 0,0033 Prozent und das offene Interesse von 668 Millionen Dollar zeigen, dass kaum gehebelte Kaufpositionen im Markt stehen, die eine Abwärtsbewegung über Zwangsverkäufe beschleunigen könnten. Die Backwardation am 2. und 3. November zeigt, dass der kurzfristige Absicherungsbedarf schon bedient wird. Und das Tief bei 77.370 Dollar hat zwei Sitzungen gehalten, obwohl am 31. Oktober 643 Millionen Dollar aus den ETF abgeflossen sind.

Dagegen spricht die andere Seite derselben Zahl. Wo keine Hebelprämie gezahlt wird, fehlt auch die Nachfrage, die einen Kurs von allein nach oben trägt. Ein Markt, der nur den Geldmarktzins bezahlt, wartet auf einen äußeren Anlass. Der nächste mit Datum ist der Zinsentscheid der US-Notenbank am 10. November. Dass die Stimmung bei 34 Punkten im Angstbereich liegt, ändert daran nichts: Die Zahl beschreibt, wo der Markt steht, nicht wohin er geht. Eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf folgt daraus nicht, und ein Totalverlust bleibt bei Kryptowerten möglich.

Haltefrist und Verlusttopf: Der 31. Dezember rückt näher

Für deutsche Anleger hat ein Kurs 38 Prozent unter dem Hoch eine steuerliche Seite, die an ein Datum gebunden ist. Gewinne aus Kryptowerten sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, innerhalb des Jahres gelten sie als privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Verluste aus solchen Geschäften verrechnest du nur mit Gewinnen derselben Art, und der Stichtag dafür ist das Kalenderjahr. Wer also in diesem Jahr Gewinne innerhalb der Jahresfrist realisiert hat, kann bis zum 31. Dezember prüfen, ob dagegen noch Verluste stehen. Den aktuellen Stand der geplanten Reform haben wir unter Krypto-Haltefrist und Reform zusammengestellt.

Zwei Punkte zählen dabei. Erstens brauchst du für jede Position das Kaufdatum und den Kaufkurs, sonst lässt sich die Jahresfrist nicht belegen. Zweitens gilt die Frist je Erwerb, nicht je Wallet, und die Reihenfolge der Veräußerung folgt dem Verfahren, das du durchgängig anwendest. Wer mehrere Börsen und Wallets nutzt, bekommt das von Hand kaum zusammen.

Terminkurve bei 5,6 Prozent: Der Carry zahlt, die Fantasie nicht

Die Lage dieses Sonntags steht in einer Zahl: Über elf Monate Laufzeit zahlt der Terminmarkt denselben Jahreszins, den auch ein Dollar-Geldmarktkonto bringt. Daraus ergeben sich drei Schritte.

  1. Die drei Marken notieren. 77.370 Dollar nach unten, 78.134 Dollar nach oben, 78.511 Dollar als Stand des Dezember-Kontrakts. Welche Börse welche Gebühren und welche Ausführung bietet, steht im Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Die Steuerlage für dieses Jahr sortieren. Kaufdatum und Kaufkurs je Position zusammentragen und bis zum 31. Dezember gegen die realisierten Gewinne stellen. Werkzeuge, die das aus mehreren Börsen zusammenziehen, vergleichen wir unter Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  3. Bei Hebelpositionen die Finanzierungskosten gegenrechnen. Bei 0,0033 Prozent je acht Stunden zahlt eine Kaufposition rund 3,7 Prozent im Jahr, und das unabhängig vom Kurs. Die Konditionen der Plattformen stehen im Vergleich der Perp-DEX.

Der Zinsentscheid der US-Notenbank am 10. November ist der nächste Termin, an dem sich die flache Kurve bewegen kann. Bis dahin bleibt der Terminmarkt ein Spiegel der Finanzierung.

(Stand: 1. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Bitcoin Prognose

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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