Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Solana Prognose: 2,57 Long-Konten je Short-Konto: So prüfst du deinen Liquidationsabstand

Einordnung: Der Terminmarkt für Solana hat binnen eines Tages 12,9 Millionen Dollar an offenen Kontrakten verloren, die Long-Quote bleibt mit 2,57 Konten je Short dennoch oben. Was das für die Marke bei 100 Dollar heißt und wie du deinen eigenen Liquidationsabstand ausrechnest.

Nächtliche Felswand im Gegenlicht, ein Kletterer hängt frei im Überhang und ist nur über einen in den Spalt geklemmten Metallkeil gesichert, daneben sitzt das Solana-Zeichen als eingelassene Intarsie im Fels
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Auf dem Terminmarkt für Solana kamen am Donnerstagabend 2,57 Long-Konten auf jedes Short-Konto, und zugleich sind binnen eines Tages 12,9 Millionen Dollar an offenen Kontrakten verschwunden. Belegt ist das durch die Kontenstatistik der Börse OKX, abgerufen am 22. Oktober 2026. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Eine Long-Quote, die bei fallendem Kurs oben bleibt, zeigt keine Stärke, sondern Positionen, die noch nicht geschlossen wurden.

Der Kurs notiert am Donnerstagabend bei 103,61 Dollar und damit 4,49 Prozent unter dem Vortag. Zwischen dem Tageshoch von 108,39 Dollar und dem Tagestief von 103,30 Dollar liegen 4,70 Prozent. Bitcoin gab im selben Zeitraum 3,79 Prozent auf 81.252 Dollar ab, der Gesamtmarkt 4,2 Prozent. Solana fällt also stärker als der Leitwert. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Solana Prognose ein.

Der Terminmarkt schrumpft, die Long-Seite bleibt oben

Die offenen Kontrakte auf SOL bei OKX standen am 22. Oktober bei 357,0 Millionen Dollar. Am Vortag waren es 369,9 Millionen, der höchste Stand der Woche. Dazwischen liegen 12,9 Millionen Dollar oder 3,5 Prozent, die binnen 24 Stunden aus dem Markt gegangen sind. Offene Kontrakte sind die Summe aller Terminpositionen, die noch nicht glattgestellt wurden; fällt die Zahl, wurden Positionen geschlossen oder zwangsweise aufgelöst.

Bemerkenswert ist, was dabei ausblieb. Das Verhältnis von Long- zu Short-Konten lag am Donnerstag bei 2,57 und damit exakt auf dem Wert des Vortags. Am 20. Oktober waren es 2,28, am 18. Oktober 2,24. Die Long-Quote ist also innerhalb von vier Tagen von 2,24 auf 2,57 gestiegen und dort geblieben, während der Kurs von 108 auf 103 Dollar durchgereicht wurde. Wer long war, ist long geblieben.

Was offene Kontrakte und das Long-Short-Verhältnis messen

Beide Zahlen beschreiben dieselbe Börse aus zwei Blickwinkeln, und sie werden regelmäßig verwechselt. Die offenen Kontrakte messen das Geld: wie viel Kapital in unerledigten Terminpositionen steckt, gerechnet in Dollar. Das Long-Short-Verhältnis misst die Köpfe: wie viele Konten auf steigende Kurse setzen, geteilt durch die Zahl der Konten, die auf fallende setzen. Ein Wert von 2,57 heißt, dass auf jedes Short-Konto 2,57 Long-Konten kommen.

Weil die eine Zahl Dollar zählt und die andere Konten, können sie auseinanderlaufen, und genau das ist hier der Fall. Ein einzelnes großes Short kann mehr Kapital binden als fünfzig kleine Longs. Die Kontenquote sagt deshalb nichts darüber, wer mehr Geld im Feuer hat; sie beschreibt die Stimmung der Masse. Diese Stimmung hat sich in dieser Woche nicht gedreht, obwohl der Kurs es tat.

Zum Volumen passt das Bild: Am 22. Oktober wurden bei OKX SOL-Kontrakte für 759,2 Millionen Dollar gehandelt, nach 712,4 Millionen am Vortag. Es wurde also mehr umgesetzt und trotzdem weniger offen gehalten. Das ist die Signatur eines Tages, an dem Positionen geschlossen statt neu aufgebaut werden.

Gläserne Sanduhr auf dunkler Steinplatte im Seitenlicht, der obere Trichter ist fast leer, im Messingring der Fassung sitzt das Solana-Zeichen als Gravur
Alle acht Stunden wird die Funding-Rate abgerechnet. Für eine gehebelte Position läuft damit eine Uhr mit, die unabhängig vom Kurs Geld kostet.

Die Funding-Rate steht trotz Kursrutsch im Plus

Ein Perpetual-Kontrakt hat keinen Verfallstag. Damit sein Preis nicht vom Kassakurs wegdriftet, zahlen sich die beiden Seiten alle acht Stunden eine Ausgleichsgebühr, die Funding-Rate. Ist sie positiv, zahlen die Longs an die Shorts; ist sie negativ, läuft es umgekehrt. Damit ist sie der ehrlichste Preis für die Frage, welche Seite gerade gedrängt ist.

Am Donnerstagabend lag die Funding-Rate für den SOL-USDT-Perpetual bei OKX bei plus 0,00365 Prozent je Periode. Das ist ein kleiner Wert, aber das Vorzeichen zählt: Nach einem Tag mit minus 4,49 Prozent zahlen die Longs weiterhin dafür, long bleiben zu dürfen. Hochgerechnet sind das rund 0,011 Prozent am Tag und etwa 4,0 Prozent im Jahr, bezogen auf den Kontraktwert. Bei zehnfachem Hebel trägt der eigene Einsatz entsprechend das Zehnfache dieser Last.

In einem echten Ausverkauf dreht die Funding-Rate ins Minus, weil die Shorts in der Überzahl sind und für ihre Position zahlen müssen. Dass sie hier im Plus bleibt, bestätigt die Kontenquote von einer zweiten Seite: Die Long-Seite hat noch nicht aufgegeben.

Der Liquidationspreis und die Rechnung dahinter

Wer gehebelt kauft, leiht sich den Teil des Einsatzes, den er nicht selbst stellt. Fällt der Kurs so weit, dass die eigene Sicherheit aufgebraucht ist, schließt die Börse die Position von sich aus. Dieser Punkt ist der Liquidationspreis, und er lässt sich für eine isolierte Long-Position in einer Zeile schätzen: Einstiegskurs mal (1 minus 1 geteilt durch den Hebel), danach die Wartungsmarge aufschlagen. Die Wartungsmarge ist der Rest an Sicherheit, den die Börse stehen lassen will.

Bei einem Einstieg zum aktuellen Kurs von 103,61 Dollar ergibt das: bei zweifachem Hebel rund 52 Dollar, bei fünffachem rund 83 Dollar, bei zehnfachem rund 93 Dollar und bei zwanzigfachem rund 98 Dollar. Die Wartungsmarge verschiebt jeden dieser Werte um einen halben bis einen Prozentpunkt nach oben. Die genaue Zahl steht in der Kontraktspezifikation der jeweiligen Börse und fällt von Haus zu Haus anders aus.

Wie eng es heute war, zeigt eine Rechnung auf den Tag: Wer am Donnerstag beim Tageshoch von 108,39 Dollar mit zwanzigfachem Hebel einstieg, hatte seinen Liquidationspunkt je nach Wartungsmarge zwischen 102,97 und 103,51 Dollar. Das Tagestief lag bei 103,30 Dollar und damit mitten in dieser Spanne. Hier wurde ein Teil der 12,9 Millionen Dollar an offenen Kontrakten frei.

Säulendiagramm mit Linie: offene SOL-Kontrakte in Millionen US-Dollar vom 15. bis 22. Oktober 2026 und das Verhältnis von Long- zu Short-Konten
Die Säulen zeigen die offenen SOL-Kontrakte bei OKX in Millionen Dollar, die orange Linie das Verhältnis von Long- zu Short-Konten. Am 21. Oktober stiegen beide, am 22. Oktober fällt das Kapital und die Kontenquote bleibt oben.

Was sich seit dem Alpenglow-Start vom 21. Oktober geändert hat

Am Dienstag ging mit Alpenglow die größte Änderung am Solana-Konsens seit Jahren live und senkte die Finalität von rund 12,8 Sekunden auf etwa 150 Millisekunden, wie wir am 21. Oktober im Beitrag zur Umstellung auf Votor beschrieben haben. Der Kurs stand damals bei rund 108 Dollar, die Marke des Tages lag bei 107,51 Dollar.

Seitdem sind 4,5 Prozent abgegeben worden, und die Kennzahlen der Blockchain stützen die Rede vom technischen Durchbruch bisher nicht: Das Handelsvolumen der dezentralen Börsen auf Solana lag in den vergangenen 24 Stunden bei 2,27 Milliarden Dollar und damit 6,87 Prozent unter dem Vortag, die Netzwerkgebühren bei 11,96 Millionen Dollar, ein Minus von 10,49 Prozent. Über sieben Tage steht das Volumen der dezentralen Börsen mit 14,45 Milliarden Dollar immerhin 7,15 Prozent im Plus. Die Zahlen stammen von DeFiLlama, Stand 22. Oktober.

Die Technik liefert also, die Nachfrage folgt ihr bisher nicht. Das deckt sich mit einem Muster, das sich bei Solana in diesem Jahr mehrfach gezeigt hat: Ein Protokollsprung wird vorab eingepreist und nach dem Termin verkauft.

Die Marken bei 103,30 und 100 Dollar

Nach unten ist die erste belegte Marke das Tagestief von 103,30 Dollar, an dem der Kurs am Donnerstag nach oben drehte. Darunter liegt die runde 100-Dollar-Marke, die im Oktober noch nicht unterschritten wurde und an der zugleich die Liquidationspunkte der zehn- bis zwanzigfach gehebelten Positionen dicht beieinanderliegen. Fällt der Kurs dorthin, trifft er nicht nur eine psychologische Zahl, sondern eine Zone, in der erzwungene Verkäufe den Rutsch beschleunigen können.

Nach oben ist das Tageshoch von 108,39 Dollar die erste Hürde, darüber der Bereich um 112 Dollar, an dem die Erholung der Vorwoche endete. Zur Größenordnung: Solana kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 61 Milliarden Dollar. Das Allzeithoch von 293,31 Dollar stammt vom 19. Januar 2025 und liegt 64,7 Prozent über dem heutigen Stand.

Als Gegengewicht steht die Stablecoin-Basis auf Solana: 15,75 Milliarden Dollar liegen als Dollar-Token auf der Blockchain bereit, der in Protokollen gebundene Wert beträgt 5,87 Milliarden Dollar. Dieses Kapital verschwindet mit einem Kursrutsch nicht; es ist die Nachfrage, die bei tieferen Kursen kaufen kann.

Hebel für Privatanleger in Deutschland liegt bei zwei zu eins

Die Quoten oben stammen von einer internationalen Börse, und darin liegt ein Unterschied, der für Anleger in Deutschland zählt. Bei einem Anbieter unter deutscher oder europäischer Aufsicht ist der Hebel auf Differenzkontrakte mit Kryptowerten für Privatkunden auf 2:1 begrenzt. Diese Grenze geht auf die Produktintervention der BaFin zurück, die die europäische Vorgabe dauerhaft in deutsches Recht überführt hat, und sie bringt den Ausschluss der Nachschusspflicht mit sich.

Ein Hebel von zwei zu eins bedeutet: Der Liquidationspunkt liegt rund 50 Prozent unter dem Einstieg, im heutigen Beispiel also bei etwa 52 Dollar. Ein Tag wie dieser mit 4,70 Prozent Schwankung berührt eine solche Position nicht. Wer dagegen bei einem Anbieter außerhalb der EU mit zwanzigfachem Hebel arbeitet, hat seinen Ausstiegspunkt fünf Prozent unter dem Einstieg, und dort wird er an einem gewöhnlichen Oktobertag getroffen. Die Kontenquote von 2,57 beschreibt deshalb vor allem ein Publikum, das deutsche Privatanleger über regulierte Wege gar nicht erreichen.

Wer diesen Markt dennoch beobachtet oder dezentral handelt, findet die Unterschiede bei Gebühren, Wartungsmarge und Abwicklung in unserem Überblick zu den Perpetual-Börsen. Die Wartungsmarge entscheidet über den genauen Liquidationspunkt, und sie steht selten auf der Startseite.

Steuer: Spot-Bestand und Termingeschäfte laufen getrennt

Steuerlich sind die beiden Wege in Deutschland zwei verschiedene Welten, und wer sie vermischt, rechnet falsch. SOL im eigenen Bestand fällt unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz: Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei, darunter gilt der persönliche Steuersatz, und es greift eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr. Eine Freigrenze ist kein Freibetrag; wird sie um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Ein Differenzkontrakt oder ein Perpetual auf SOL fällt dagegen unter die Kapitaleinkünfte mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Eine Haltefrist gibt es dort nicht. Die frühere Deckelung der Verlustverrechnung bei Termingeschäften auf 20.000 Euro im Jahr wurde mit dem Jahressteuergesetz 2024 ersatzlos gestrichen und gilt in allen offenen Fällen; Verluste aus Termingeschäften lassen sich seither mit sämtlichen Kapitalerträgen verrechnen. Für die Zuordnung der einzelnen Positionen und die Dokumentation gegenüber dem Finanzamt helfen die Werkzeuge aus unserem Vergleich der Steuer-Tools.

Für den heutigen Tag heißt das: Wer SOL im Bestand hält und die Jahresfrist bereits hinter sich hat, muss von einem Rutsch auf 100 Dollar steuerlich nichts befürchten und gewinnt steuerlich auch nichts. Wer gehebelt arbeitet, erzeugt mit jeder Liquidation einen sofort wirksamen steuerlichen Vorgang.

Unsere Einschätzung zur Long-Quote

Aus Sicht der Redaktion ist die stehengebliebene Long-Quote das schwächere der beiden Signale. Dafür spricht die Zahlenlage: Die Kontenquote ist seit dem 18. Oktober von 2,24 auf 2,57 gestiegen, während der Kurs im selben Zeitraum gefallen ist, und die Funding-Rate steht mit plus 0,00365 Prozent weiter im Plus. Beides zusammen beschreibt Positionen, die gehalten statt neu eröffnet werden. Solange sie offen sind, sind sie potenzielles Angebot, denn jede Liquidation ist ein Verkauf, den niemand freiwillig tätigt.

Dagegen spricht die Kapitalseite: Mit 357,0 Millionen Dollar liegen die offenen Kontrakte weiterhin über dem Wochentief von 345,8 Millionen vom 20. Oktober, der Markt ist also nicht leergeräumt. Und die Stablecoin-Basis von 15,75 Milliarden Dollar auf der Solana-Blockchain ist Nachfrage, die bei einem Rutsch unter 100 Dollar aktiv werden kann. Wir bewerten damit die Lage und nicht die Frage, ob ein Kauf sinnvoll ist; ein Totalverlust ist bei Kryptowerten jederzeit möglich.

Solana bei 103 Dollar: Unter 100 entscheidet die Long-Seite

Der heutige Tag hat gezeigt, dass die 12,9 Millionen Dollar aus dem Terminmarkt bei 103,30 Dollar frei wurden und nicht tiefer. Die nächste Zone mit vergleichbarer Dichte an Liquidationspunkten liegt bei 100 Dollar. Drei Schritte ergeben jetzt Sinn:

  1. Den eigenen Liquidationsabstand ausrechnen. Einstiegskurs mal (1 minus 1 geteilt durch den Hebel), danach die Wartungsmarge der eigenen Börse aufschlagen. Liegt das Ergebnis über 100 Dollar, steht die Position in der dichten Zone. Welche Wartungsmarge welches Haus ansetzt, steht im Perp-Vergleich.
  2. Den Bestand von der Hebelposition trennen. Spot-SOL fällt unter die Jahresfrist, der Kontrakt unter die Abgeltungsteuer. Wer beides auf einem Konto führt, verliert den Überblick über die Fristen; die Trennung gelingt am einfachsten über getrennte Konten bei einer regulierten Börse.
  3. Die Funding-Rate als Frühwarnung lesen. Dreht sie ins Minus, hat die Long-Seite aufgegeben, und der Abgabedruck aus Liquidationen lässt nach. Solange sie im Plus steht, bleibt das Angebot im Markt.

(Stand: 22. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Solana Prognose

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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