Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

1,81 Milliarden Dollar auf einer einzigen Börse: Warum die Monero-Zahlen zum Open Interest sechsfach auseinandergehen

Monero fällt binnen 24 Stunden um 6,2 Prozent auf 606,80 Dollar, nachdem der Kurs in derselben Spanne noch 653,71 Dollar erreicht hatte. Eine eigene Auszählung von 52 Terminkontrakten zeigt, warum die Angaben zum offenen Interesse je nach Datenquelle um das Sechsfache auseinandergehen und welche Zahl für deine Positionsgröße zählt.

Große Bodenintarsie mit dem Monero-Zeichen aus Kupfer und hellem Stein im polierten Boden eines leeren nächtlichen Handelssaals
11 Min. Lesezeit
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Monero kostet am Morgen des 23. Oktober 2026 genau 606,80 Dollar und damit 6,2 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Für sich genommen wäre das eine Randnotiz in einer Woche, die für XMR immer noch mit einem Plus von 9,5 Prozent endet. Bemerkenswert wird der Rücksetzer durch eine zweite Zahl. Je nachdem, welchen Datendienst du fragst, stehen am Terminmarkt für Monero entweder rund 350 Millionen Dollar oder mehr als zwei Milliarden Dollar an offenen Positionen. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 23. Oktober 2026 selbst erhoben, um zu klären, woher der Unterschied kommt.

Monero fällt von 653,71 auf 606,80 Dollar: die Zahlen zum Rücksetzer

Der Kurs lag in den vergangenen 24 Stunden zwischen 588,46 und 653,71 Dollar. Vom Tagestief bis zum Tageshoch sind das 11,1 Prozent Spannweite an einem einzigen Tag. Aktuell notiert XMR 7,2 Prozent unter dem Tageshoch und bei 541,18 Euro. Die Marktkapitalisierung beträgt 11,42 Milliarden Dollar, womit Monero den 13. Platz im Gesamtmarkt belegt. Im Umlauf sind 18.821.252 XMR.

Über sieben Tage steht weiterhin ein Plus von 9,5 Prozent, über 30 Tage eines von 6,0 Prozent. Der Abstand zum Allzeithoch von 797,73 Dollar, das am 14. Januar 2026 erreicht wurde, beträgt 23,9 Prozent. Das Handelsvolumen am Kassamarkt lag in 24 Stunden bei 175,38 Millionen Dollar. Alle Werte stammen aus dem Abruf der öffentlichen Marktdaten von CoinGecko am Freitagmorgen.

Gestern früh haben wir an dieser Stelle über einen Kurs von 644 Dollar und einen Abstand von rund 24 Prozent zum Allzeithoch geschrieben (Monero steigt auf 644 Dollar). Seitdem hat sich am Abstand zum Hoch kaum etwas geändert, weil der Kurs zwischendurch bis 653,71 Dollar gestiegen und dann unter den Ausgangspunkt zurückgefallen ist. Verändert hat sich etwas anderes: Die Bewegung der vergangenen 24 Stunden ist zum ersten Mal in dieser Aufwärtsphase größer als zehn Prozent von Tief zu Hoch. Genau an dieser Stelle wird der Terminmarkt zur eigentlichen Nachricht.

Was Open Interest ist und warum die Zahl den Kurs bewegt

Open Interest bezeichnet die Summe aller Terminkontrakte, die zu einem Zeitpunkt offen sind und noch nicht glattgestellt wurden, gerechnet in Dollar. Die Zahl sagt nichts darüber aus, ob die Mehrheit auf steigende oder fallende Kurse setzt. Abzulesen ist allein, wie viel Geld überhaupt auf Termin im Markt steht.

Für den Kurs ist sie trotzdem wichtig, und zwar wegen eines Mechanismus. Wer einen Perpetual handelt, also einen Terminkontrakt ohne Verfallstag, hinterlegt nur einen Bruchteil des Positionswerts als Sicherheit. Fällt der Kurs weit genug, reicht diese Sicherheit nicht mehr, und die Börse schließt die Position automatisch. Dieses Schließen ist ein Verkauf am Markt. Je mehr gehebelte Long-Positionen auf einem Kursniveau liegen, desto mehr Verkäufe löst ein Rücksetzer aus, und desto größer wird die Bewegung, die ihn ausgelöst hat.

Deshalb schauen Händler auf das offene Interesse, bevor sie eine Position aufbauen. Eine hohe Zahl bedeutet mehr Material, das bei einem Rücksetzer in den Markt gedrückt werden kann. Wenn diese Zahl aber je nach Anbieter um das Sechsfache abweicht, verliert sie als Maßstab ihren Wert.

Eigene Auszählung: 2,16 Milliarden Dollar offene Positionen auf 49 Handelsplätzen

Am Morgen des 23. Oktober 2026 haben wir die vollständige Derivateliste von CoinGecko abgerufen und daraus jeden Kontrakt herausgefiltert, dessen Basiswert Monero ist. Geprüft wurden 52 Kontrakte auf 49 Handelsplätzen, alle davon Perpetuals, keiner mit festem Verfallstermin. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 23. Oktober 2026 selbst erhoben.

Die Summe über alle 52 Kontrakte beträgt 2.160.336.653 Dollar. Der gemeldete Terminumsatz derselben Kontrakte lag in 24 Stunden bei 669.756.973 Dollar. Nimmst du diese Summe für bare Münze, dann stünden auf Monero rund 2,16 Milliarden Dollar an offenen Positionen, bei einer Marktkapitalisierung von 11,42 Milliarden Dollar. Das wäre fast jeder fünfte Dollar des gesamten Coins.

Diese Zahl hält der Prüfung nicht stand, und der Grund steht in derselben Liste.

Gerissenes dickes Stahlseil, dessen aufgesprungene Enden mit abstehenden Drähten im Gegenlicht über einer dunklen Schlucht hängen
Ein Hebel trägt, bis die Sicherheitsleistung nicht mehr reicht: Dann schließt die Börse die Position selbst, und zwar in den Markt hinein, der gerade fällt.

1,81 Milliarden Dollar bei 575.014 Dollar Tagesumsatz: der Ausreißer in der Statistik

Den mit Abstand größten Einzelposten meldet die Terminbörse BTSE. Für deren XMR-Perpetual führt die Liste 1.808.975.866 Dollar offene Position, bei 575.014 Dollar Umsatz in denselben 24 Stunden. Auf einen Dollar Tagesumsatz kommen dort rechnerisch 3.146 Dollar offene Position. Dieser eine Kontrakt trägt 83,7 Prozent der Gesamtsumme.

Zum Vergleich der Blick auf einen Platz, dessen Verhältnis im üblichen Rahmen liegt: Bei Binance stehen 65.797.643 Dollar offene Position einem Tagesumsatz von 164.726.865 Dollar gegenüber. Dort kommen auf einen Dollar Umsatz 40 Cent offene Position, also das rund Achttausendfache an Umschlag im Verhältnis zur gemeldeten Position.

Rechnest du den einen Ausreißer heraus, bleiben über alle übrigen 48 Handelsplätze 351.360.788 Dollar offene Position. Zwischen beiden Lesarten liegt der Faktor 6,15. Genau daher kommen die Abweichungen, die dir in Marktberichten begegnen: Welche Plätze ein Datendienst in seine Summe aufnimmt und welche er wegen dünnen Umsatzes aussortiert, entscheidet über die Größenordnung des Ergebnisses. Veröffentlichte Werte zwischen rund 200 und über 300 Millionen Dollar lassen sich auf diesem Weg erklären, ohne dass einer der Anbieter falsch rechnet.

Für dich als Halter ist die bereinigte Zahl die brauchbare. 351,36 Millionen Dollar entsprechen beim aktuellen Kurs 579.039 XMR und damit 3,08 Prozent des Umlaufs. Das ist eine ernstzunehmende, aber keine außergewöhnliche Hebelbelastung.

Hyperliquid, Binance und Bybit tragen 60 Prozent der Monero-Hebel

Nach dem Herausrechnen des Ausreißers verteilt sich das offene Interesse sehr ungleich. Hyperliquid führt mit 99.612.249 Dollar und einem Anteil von 28,4 Prozent, gefolgt von Binance mit 65.797.643 Dollar (18,7 Prozent) und Bybit mit 46.717.905 Dollar (13,3 Prozent). Zusammen tragen diese drei Plätze 60,4 Prozent. Nimmt man Gate mit 18.484.395 Dollar und MEXC mit 16.696.129 Dollar dazu, sind es 70,4 Prozent auf fünf von 48 Plätzen.

Was die Konzentration praktisch bedeutet

Dass der größte Einzelplatz für Monero-Termine eine dezentrale Börse ist, hat eine Folge, die über die Statistik hinausgeht. Ein zugelassener Anbieter in der EU führt XMR nicht, dazu gleich mehr. Wer Monero gehebelt handelt, landet damit fast zwangsläufig bei Plattformen ohne deutsche Zulassung. Die Regeln für Nachschuss und Zwangsschließung legt dort jeder Platz selbst fest, und sie unterscheiden sich erheblich. Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, gehört der Vergleich von Liquidationsregeln und Gebühren vor den ersten Trade: Wir stellen die Anbieter in unserer Übersicht zu Perp DEX gegenüber.

Funding-Rate von 0,0098 Prozent je acht Stunden: was Long-Halter täglich zahlen

Ein Perpetual hat keinen Verfallstag. Damit sein Preis trotzdem am Kassakurs klebt, zahlen die Halter der einen Seite in festen Abständen an die andere. Dieser Ausgleich heißt Funding-Rate. Ist sie positiv, zahlen die Long-Positionen an die Shorts.

In unserer Auszählung ist sie bei 43 der 52 Kontrakte positiv, bei sechs negativ und bei drei null. Der Median liegt bei 0,00975 Prozent je acht Stunden. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das 10,7 Prozent, die eine gehebelte Long-Position allein an laufenden Kosten trägt, bevor der Kurs überhaupt eine Rolle spielt. Die Spanne über alle Plätze reicht von minus 0,0159 bis plus 0,0544 Prozent je acht Stunden.

Diese Verteilung ist aufschlussreicher als die reine Summe. Dass fast fünf von sechs Plätzen eine positive Rate zeigen, heißt: Auch nach dem Rücksetzer um 6,2 Prozent sitzt die Mehrheit des eingesetzten Geldes weiterhin auf der Long-Seite. Der Hebel ist an diesem Morgen nicht abgebaut worden, er ist teurer geworden.

Einzelner brennender Flutlichtmast über einem völlig leeren nächtlichen Stadionrang, der Innenraum liegt im Dunkeln
Große Anlage, kaum Betrieb: So sieht in Zahlen ein Handelsplatz aus, der viel offene Position und fast keinen Umsatz meldet.

Terminmarkt handelt das 3,8-Fache des Kassamarkts

Die 52 Perpetuals setzten in 24 Stunden 669,76 Millionen Dollar um. Am Kassamarkt, also dort, wo echte Coins den Besitzer wechseln, waren es im selben Zeitraum 175,38 Millionen Dollar. Auf jeden Dollar, der am Kassamarkt gehandelt wird, kommen bei Monero 3,82 Dollar am Terminmarkt.

Dieses Verhältnis ist bei großen Coins nicht ungewöhnlich. Bei Monero bekommt es jedoch ein eigenes Gewicht, weil der Kassamarkt in Europa stark eingeschränkt ist. Wo kaum jemand den Coin selbst kaufen kann, bildet sich der Preis überwiegend dort, wo auf ihn gewettet wird. Ein Rücksetzer wie der heutige entsteht damit eher aus der Auflösung von Positionen als aus Verkäufen echter Bestände.

Kaufweg in Deutschland: Warum XMR an keiner zugelassenen Börse mehr liegt

Monero ist eine Kryptowährung, die Absender, Empfänger und Betrag jeder Überweisung in der Blockchain verschleiert; die technischen Grundlagen dokumentiert das Projekt auf getmonero.org. Genau diese Eigenschaft hat den Coin aus dem regulierten europäischen Handel gedrängt. Eine Auszählung von cryptoticker.io vom 6. Oktober 2026 fand unter sechs großen geprüften Börsen keine, die XMR noch für deutsche Kunden führt. Grundlage der Streichungen ist Artikel 76 Absatz 3 der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA.

Wichtig ist die Reichweite dieser Regel. Untersagt wird die Zulassung zum Handel bei einem beaufsichtigten Anbieter. Besitz und Verwahrung in einer eigenen Wallet bleiben davon unberührt und sind in Deutschland erlaubt. Praktisch heißt das: Wer heute XMR kaufen will, kommt über Tauschdienste, dezentrale Börsen oder Geschäfte zwischen Privatpersonen. Dort trägst du ein Gegenparteirisiko, das dir eine beaufsichtigte Börse abnimmt, und du findest in aller Regel deutlich weniger Liquidität.

Wer bereits XMR hält, steht vor der umgekehrten Frage. Ein Verkauf über eine zugelassene deutsche Plattform ist derselbe Weg versperrt. Das ist der eigentliche Grund, warum die Hebelzahlen aus diesem Artikel für deutsche Halter mehr Gewicht haben als für Halter in anderen Regionen: Der Terminmarkt im Ausland ist für viele der einzige liquide Ort, an dem sich der Bestand überhaupt absichern lässt.

Haltefrist und Verwahrung: was für deutsche XMR-Halter gilt

Die Einjahresfrist nach Paragraf 23 EStG

Für Kryptowerte im Privatvermögen gilt die Einjahresfrist des Paragrafen 23 Einkommensteuergesetz. Verkaufst du XMR später als ein Jahr nach dem Kauf, bleibt der Gewinn steuerfrei. Innerhalb des Jahres greift die Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Diese Frist ist der Grund, warum sich kurzfristiges Umschichten bei einem Coin mit 11 Prozent Tagesspanne doppelt überlegen lässt: Ein Verkauf im elften Monat kostet nicht nur die Spanne, sondern auch die Steuerfreiheit.

Verwahrung ohne Börsenkonto

Weil in Deutschland kein beaufsichtigter Anbieter XMR verwahrt, liegt die Aufbewahrung ohnehin bei dir. Für Beträge, die über eine Spielsumme hinausgehen, heißt das Hardware-Wallet oder eine Software-Wallet auf einem Gerät, das nicht gleichzeitig für alles andere benutzt wird. Der entscheidende Punkt ist die Wiederherstellungsphrase: Diese Zeichenfolge ist bei Monero der einzige Weg zurück an den Bestand, und es gibt keine Börse, die sie dir ersetzt.

Monero Open Interest: 351 Millionen Dollar sind die belastbare Zahl

Der Rücksetzer um 6,2 Prozent ist aus den Daten heraus erklärbar, und die Erklärung liegt nicht im Kassamarkt. Drei Schritte ergeben sich daraus:

  1. Rechne mit 351 Millionen Dollar, nicht mit 2,16 Milliarden. Wenn dir in einem Marktbericht eine Milliardenzahl zum Monero-Terminmarkt begegnet, prüfe, ob darin ein Platz mit sechsstelligem Tagesumsatz steckt. Wer stattdessen auf einem beaufsichtigten Handelsplatz bleiben möchte, findet die zugelassenen Anbieter in unserem Vergleich der regulierten Krypto-Börsen.
  2. Prüfe deine Verwahrung, bevor du über Zukäufe nachdenkst. Da kein deutscher Anbieter XMR verwahrt, entscheidet dein eigenes Setup über den Bestand. Welche Geräte sich dafür eignen und was sie kosten, steht im Überblick zu Hardware-Wallets.
  3. Halte deine Kaufzeitpunkte fest. Die Einjahresfrist entscheidet bei einem Coin mit dieser Schwankungsbreite über einen erheblichen Teil des Ergebnisses nach Steuern. Programme, die Kaufdaten und Fristen automatisch mitführen, haben wir unter Krypto-Steuer-Tools gegenübergestellt.

(Stand: 23. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Monero

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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