Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Hyperliquid verliert 5,9 Prozent: Was Anleger über den Hebel auf HYPE wissen müssen

HYPE fällt auf 82,61 Dollar, Bitcoin nur um 0,8 Prozent. Eine eigene Erhebung auf der Börse zeigt, warum: 1,66 Milliarden Dollar offene Hebelpositionen stehen 611 Millionen Dollar Tagesumsatz gegenüber.

Nächtlicher Handelssaal von oben mit dem Hyperliquid-Zeichen als kaltweißes Leuchtzeichen an der Stirnwand
12 Min. Lesezeit
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Hyperliquid verliert am Montagmorgen 5,9 Prozent, Bitcoin im selben Zeitraum nur 0,8 Prozent. Den Abstand erklärt ein Blick in die Bücher der Börse selbst: Auf Hyperliquid liegen 1,66 Milliarden Dollar an offenen Hebelpositionen auf dem eigenen Token. Das ist nach Bitcoin und Ethereum der drittgrößte Markt des Hauses, und es ist fast dreimal so viel, wie dort an einem Tag gehandelt wird.

Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 13. Oktober 2026 selbst erhoben, über die öffentlich einsehbaren Daten der Börse und über CoinGecko. Was daraus folgt und was ein Anleger in Deutschland daran prüfen kann, steht in den folgenden Abschnitten.

HYPE fällt auf 82,61 Dollar, Bitcoin verliert nur 0,8 Prozent

HYPE notiert am 13. Oktober 2026 bei 82,61 Dollar oder 73,95 Euro. Auf Sicht von 24 Stunden steht ein Minus von 5,9 Prozent, auf sieben Tage eines von 11,5 Prozent. Auf 30 Tage liegt der Token dagegen noch 4,5 Prozent im Plus. Die Tagesspanne reichte von 79,52 bis 88,00 Dollar, das sind 10,7 Prozent zwischen Tief und Hoch an einem einzigen Tag.

Zum Vergleich die beiden größten Coins im selben Zeitfenster: Bitcoin steht bei 83.401 Dollar und gibt 0,8 Prozent ab, Ether bei 2.514,63 Dollar mit einem Minus von 1,9 Prozent. Der breite Markt bewegt sich also, aber er bricht nicht ein. HYPE fällt rund siebenmal so stark wie Bitcoin.

Den Hintergrund liefert die vergangene Woche. Aus den US-amerikanischen Spot-ETFs auf Bitcoin flossen laut CoinDesk 681 Millionen Dollar netto ab, nach Daten des Anbieters SoSoValue die größte Wochenabhebung seit Juni. Analysten nennen dort 82.000 Dollar als wichtige Unterstützung für Bitcoin. Der nächste Termin, der den Gesamtmarkt bewegen kann, ist der US-Inflationswert am 14. Oktober.

Ein Token wie HYPE hängt an dieser Großwetterlage, verstärkt sie aber. Warum das so ist, zeigt ein Blick in die Bücher der Börse, an der er gehandelt wird.

1,66 Milliarden Dollar: HYPE ist der drittgrößte Hebelmarkt auf der eigenen Börse

Hyperliquid ist eine dezentrale Börse für Perpetual Futures. Ein Perpetual Future, kurz Perp, ist ein Terminkontrakt ohne Verfallstag: Du wettest mit Hebel auf den Kurs eines Coins, ohne ihn zu besitzen, und die Position läuft so lange, wie du sie finanzieren kannst. Die Börse veröffentlicht ihre Marktdaten offen, jeder kann sie abrufen.

Der Abruf am 13. Oktober 2026 ergibt über alle 234 Perp-Märkte hinweg 11,75 Milliarden Dollar an offenen Positionen und 7,73 Milliarden Dollar Umsatz in 24 Stunden. Offene Positionen heißen im Fachjargon Open Interest: die Summe aller Kontrakte, die gerade laufen und noch nicht geschlossen sind.

Die Rangliste nach Open Interest sieht so aus:

  • Bitcoin: 3,14 Milliarden Dollar
  • Ethereum: 2,79 Milliarden Dollar
  • HYPE: 1,66 Milliarden Dollar
  • Solana: 627 Millionen Dollar
  • Zcash: 554 Millionen Dollar
  • NEAR: 367 Millionen Dollar

Der eigene Token der Börse steht damit vor Solana, Zcash und NEAR, und zwar vor allen dreien zusammen. Für einen Coin auf Rang 11 der Marktkapitalisierung ist das eine ungewöhnlich schwere Position auf einem einzigen Handelsplatz. Der maximale Hebel liegt bei HYPE bei 10, bei Bitcoin bei 40.

Balkendiagramm: offene Hebelpositionen gegen Tagesumsatz auf Hyperliquid für Bitcoin, Ethereum, HYPE, Solana, Zcash und NEAR
Offene Hebelpositionen und Tagesumsatz je Markt auf Hyperliquid, eigene Erhebung vom 13. Oktober 2026.

Open Interest gegen Tagesumsatz: Das Verhältnis erklärt den Abstand

Die absolute Zahl sagt für sich genommen wenig. Aussagekräftig wird sie im Verhältnis zum Umsatz, denn der Umsatz zeigt, wie schnell Positionen den Besitzer wechseln können.

Bei Bitcoin stehen 3,14 Milliarden Dollar offene Position gegen 3,06 Milliarden Dollar Tagesumsatz. Das Verhältnis beträgt 1,03: An einem normalen Tag wird auf diesem Markt ungefähr so viel umgesetzt, wie insgesamt an Positionen offen ist. Wer aussteigen will, findet einen Käufer.

Bei HYPE stehen 1,66 Milliarden Dollar offene Position gegen 611 Millionen Dollar Tagesumsatz. Das Verhältnis beträgt 2,72. Es liegt also fast dreimal so viel an laufenden Wetten auf dem Markt, wie dort an einem Tag gehandelt wird. Wollten alle gleichzeitig schließen, bräuchte der Markt knapp drei Tagesumsätze dafür.

Genau das erzeugt den Unterschied in der Kursbewegung. Ein Markt mit viel offener Position und wenig Umsatz reagiert auf dieselbe Nachricht stärker, weil jeder Verkauf einen größeren Teil der verfügbaren Gegenseite auffrisst. Der Rückgang von 5,9 Prozent bei HYPE gegen 0,8 Prozent bei Bitcoin ist in dieser Zahl angelegt, bevor irgendeine Nachricht dazukommt.

Funding-Rate und Liquidationsschwelle: So entsteht Zwangsverkaufsdruck

Zwei Mechanismen halten einen Perp-Markt im Gleichgewicht, und beide wirken gerade gegen die Käuferseite.

Der erste ist die Funding-Rate. Sie ist die Zahlung, die Inhaber von Kaufpositionen und Verkaufspositionen alle acht Stunden untereinander leisten, damit sich der Terminkurs nicht vom Spotkurs löst. Bei HYPE liegt sie am 13. Oktober bei plus 0,00125 Prozent je acht Stunden. Positiv heißt: Die Kaufseite zahlt an die Verkaufsseite. Der Satz ist niedrig, die Richtung aber eindeutig. Wer auf steigende Kurse setzt, zahlt für jeden Tag, den er wartet.

Der zweite ist die Liquidation. Fällt der Kurs so weit, dass die hinterlegte Sicherheit die Verluste nicht mehr deckt, schließt die Börse die Position automatisch und verkauft. Bei zehnfachem Hebel genügt dafür rechnerisch ein Rückgang von rund zehn Prozent gegen die Position. Die Tagesspanne von 79,52 bis 88,00 Dollar entspricht 10,7 Prozent. Eine Bewegung dieser Größe hat also am Montag ausgereicht, um gehebelte Kaufpositionen zu treffen.

Solche Zwangsverkäufe treffen weitere Positionen, die daraufhin ebenfalls schließen. Je größer der Berg offener Positionen im Verhältnis zum Umsatz, desto länger läuft diese Reihe.

Lange Reihe aufrecht stehender Dominosteine auf dunklem Metalltisch, die ersten drei kippen gerade
Jede Zwangsschließung drückt den Kurs weiter und bringt die nächste Position an ihre Schwelle.

Funding-Rate, Gebühren und Hebelgrenze unterscheiden sich je Perp-Börse

Die drei Größen, die über das Ergebnis einer Hebelposition entscheiden, setzt jede Börse eigenständig fest. Die Funding-Rate von plus 0,00125 Prozent je acht Stunden ist auf Hyperliquid der untere Rand des Bandes; auf anderen Plätzen ist der Grundsatz mit 0,01 Prozent je acht Stunden achtmal so hoch, was bei gleicher Position deutlich mehr Haltekosten bedeutet. Beim Hebel liegt Hyperliquid mit 10 auf den eigenen Token im Branchenvergleich eher niedrig, bei Bitcoin mit 40 im oberen Bereich.

Welche Plattformen für den Handel mit Perps in Frage kommen und wie sie sich in diesen Punkten unterscheiden, steht im Vergleich der besten Perp-DEX.

Nur 22 Prozent der HYPE-Token sind im Umlauf

Neben dem Hebel steht ein zweiter Punkt in den Büchern, der den Kurs auf Sicht von Monaten belastet: die Menge an Token, die noch nicht im Markt ist.

Von einer Höchstmenge von einer Milliarde HYPE befinden sich am 13. Oktober 2026 rund 222,4 Millionen Stück im Umlauf. Das sind 22,2 Prozent. Die übrigen 77,8 Prozent liegen in Sperrfristen, bei Core Contributors, in der Gemeinschaftskasse und in Reserven.

Dieser Abstand zeigt sich in zwei Bewertungszahlen. Die Marktkapitalisierung, also Umlaufmenge mal Kurs, liegt bei 18,36 Milliarden Dollar. Die vollständig verwässerte Bewertung, auf Englisch Fully Diluted Valuation oder FDV, rechnet alle je existierenden Token zum heutigen Kurs und kommt auf 78,83 Milliarden Dollar. Der Faktor zwischen beiden beträgt 4,3.

Das ist keine Besonderheit von Hyperliquid, sondern das übliche Bild bei jungen Token mit langen Sperrfristen. Es bedeutet aber, dass jede Freigabe neue Stücke in einen Markt gibt, dessen Nachfrage sich nicht automatisch im selben Maß erhöht.

Die monatliche Freigabe am 6. und der Rückkauf dagegen

Für die Core Contributors, also das Team und die Entwickler des Projekts, läuft seit Januar 2026 eine monatliche Ausschüttung. Sie fällt nach einem Bericht der Cryptotimes jeweils auf den 6. eines Monats und begann mit 1,2 Millionen HYPE am 6. Januar. Die Tranche vom 6. Oktober 2026 umfasste demnach 3,75 Millionen HYPE im Gegenwert von rund 340 Millionen Dollar. Hyperliquid Labs verkauft diese Tranche laut demselben Bericht außerbörslich an einen einzelnen institutionellen Käufer; Mitgründer iliensinc hat das auf Discord bestätigt, Käufer und Preis sind nicht genannt.

Setzt sich das Muster fort, fällt die nächste Ausschüttung auf den 6. November. Eine bestätigte Stückzahl für diesen Termin liegt nicht vor, und die öffentlichen Freigabekalender widersprechen sich in diesem Punkt. Belegt ist das monatliche Muster, nicht die kommende Menge.

Dagegen steht ein Rückkaufprogramm. Der Assistance Fund der Börse kaufte in der Woche vor dem 6. Oktober HYPE für 11,81 Millionen Dollar zurück, in der Woche davor für 14,81 Millionen Dollar. Gemessen am Wert der Oktober-Tranche entspricht der Wochenrückkauf rund 3,5 Prozent. Die Rückkäufe laufen also, sie gleichen die Freigaben aber nicht aus. Wie dieses Programm aufgebaut ist und woher das Geld dafür kommt, haben wir im Artikel zum Rückkauf aus den USDC-Erträgen beschrieben.

Perpetual Futures ohne MiCA-Zulassung: Der Einlagenschutz greift nicht

Hier wird die Lage für Anleger in Deutschland konkret. Seit dem 30. Dezember 2024 gilt die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA. Wer in der EU Kryptodienstleistungen anbietet, braucht dafür eine Zulassung, und für Anbieter mit Sitz in Deutschland führt die BaFin das Verfahren.

Hyperliquid ist eine dezentrale Börse ohne Sitz in der EU und ohne eine solche Zulassung. Daraus folgen drei Dinge, die bei einem zugelassenen Anbieter anders liegen:

  • Keine Aufsicht als Ansprechpartner. Bei einem Streit über eine Liquidation gibt es keine deutsche Behörde, an die du dich wenden kannst, und keine Beschwerdestelle nach deutschem Recht.
  • Keine Trennung von Kundengeldern nach EU-Vorgabe. MiCA verlangt von zugelassenen Anbietern, Kundenvermögen getrennt zu halten. Ohne Zulassung gilt diese Pflicht nicht.
  • Kein Hebelschutz für Privatanleger. Für Differenzkontrakte auf Kryptowerte gilt bei EU-regulierten Brokern eine Hebelgrenze von 2 für Privatkunden. Auf einer nicht zugelassenen Perp-Börse greift sie nicht, dort sind bei HYPE zehnfacher und bei Bitcoin vierzigfacher Hebel möglich.

Wer Hebelprodukte innerhalb des europäischen Rahmens handeln will, findet die zugelassenen Adressen im Vergleich der besten Krypto-Broker. Der Preis dafür ist der deutlich niedrigere Hebel, der Gegenwert ist die Aufsicht.

Steuer auf Perp-Gewinne: Die einjährige Haltefrist gilt hier nicht

Ein Punkt, der regelmäßig übersehen wird und sich nicht nachträglich reparieren lässt. Beim direkten Kauf eines Coins gilt in Deutschland die Spekulationsfrist von einem Jahr: Wer länger hält, verkauft steuerfrei. Bei Perpetual Futures greift diese Regel nicht, weil der Gewinn nicht aus dem Verkauf eines gehaltenen Wirtschaftsguts stammt, sondern aus einem Termingeschäft.

Gewinne aus Perps zählen damit von der ersten Minute an zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Wie die Besteuerung im Einzelnen abläuft und welche Verrechnungsgrenzen für Verluste aus Termingeschäften gelten, steht im Beitrag zur Steuer auf Krypto-Futures und Perps.

Für die Dokumentation heißt das: Jede geschlossene Position gehört in die Aufzeichnung, auch die kleine. Eine nicht zugelassene Börse im Ausland übermittelt keine Daten an das deutsche Finanzamt, die Pflicht zur Angabe bleibt beim Steuerpflichtigen.

Unsere Einschätzung: Der Hebel wiegt schwerer als die Freigabe

Aus Sicht der Redaktion ist die Freigabemenge für den Kurs der kommenden Wochen das kleinere der beiden Themen. Die Tranche vom 6. Oktober ging laut Cryptotimes außerbörslich an einen einzelnen Käufer, lief also nicht über das Orderbuch. Was über den Markt läuft, sind die 1,66 Milliarden Dollar an offenen Hebelpositionen, und deren Verhältnis von 2,72 zum Tagesumsatz ist der höchste Wert unter den sechs größten Märkten des Hauses.

Dafür sprechen die Zahlen oben. Dagegen spricht, dass der Rückkauf weiterläuft und mit zuletzt 11,81 Millionen Dollar je Woche echte Nachfrage erzeugt, und dass HYPE auf 30 Tage trotz des Rücksetzers 4,5 Prozent im Plus steht. Vom Höchststand bei 97,96 Dollar vom 23. September 2026 ist der Token derzeit 15,7 Prozent entfernt. Das ist ein Rücksetzer in einem gestiegenen Markt, kein Zusammenbruch.

Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung folgt daraus nicht. Bei einem Token, dessen Kurs an der Auslastung einer einzelnen Börse hängt, ist der Totalverlust möglich.

HYPE bei 82 Dollar: Der Hebel entscheidet vor dem Inflationswert

Der US-Inflationswert am 14. Oktober ist der nächste Termin, der den Gesamtmarkt bewegen kann. Trifft er auf einen Markt mit knapp drei Tagesumsätzen an offener Position, fällt die Reaktion bei HYPE stärker aus als bei Bitcoin. Drei Schritte sind vor diesem Termin sinnvoll:

  1. Hebelposition gegen die Tagesspanne halten. 79,52 bis 88,00 Dollar waren am Montag die Spanne, 10,7 Prozent. Rechne deine Liquidationsschwelle gegen eine Bewegung dieser Größe und nicht gegen den aktuellen Kurs. Wer eine solche Position ohne Hebel abbilden will, findet die Handelsplätze im Vergleich der besten Krypto-Börsen.
  2. Den Rahmen des Handelsplatzes klären. Ohne MiCA-Zulassung gibt es keine Aufsicht und keinen Hebelschutz. Wer das nicht tragen will, verlagert den Hebelteil zu einem zugelassenen Anbieter aus dem Vergleich der besten Krypto-Broker.
  3. Die Steuerunterlagen jetzt anlegen. Perp-Gewinne sind ab dem ersten Trade steuerpflichtig, die Jahresfrist hilft nicht. Jede geschlossene Position gehört dokumentiert, bevor sich das Jahr dem Ende nähert.

(Stand: 13. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Hyperliquid und HYPE

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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