Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Monero kaufen in Deutschland: Warum sechs große Börsen XMR nicht mehr führen

Am 5. Oktober 2026 führen von acht geprüften Handelsplätzen nur noch zwei ein XMR-Paar, und keiner davon steht deutschen Kunden offen. MiCA Artikel 76 Absatz 3 erklärt die Delistings, Artikel 79 der Geldwäscheverordnung setzt zum 10. Juli 2027 die härtere Grenze.

Hoch beladener Aktenwagen aus Metall in einem nachts beleuchteten Gerichtsflur mit poliertem Steinboden, an der Wand eine Metalltafel mit eingraviertem Bitcoin-Zeichen
10 Min. Lesezeit
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Wer in Deutschland Monero kaufen will, findet den Coin bei den großen Handelsplätzen nicht mehr. Am 5. Oktober 2026 haben wir die öffentlich abrufbaren Handelspaarlisten von acht Börsen durchgesehen. Bei Bitpanda, Bitvavo, Coinbase, Bitstamp, Gate.io und OKX steht kein einziges XMR-Paar. Bei Kraken sind fünf XMR-Paare gelistet, darunter XMR/EUR, aber für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum sind sie seit Ende 2024 gesperrt. Übrig bleibt KuCoin mit vier Paaren, und dort fehlt sowohl ein Euro-Markt als auch eine Zulassung für den deutschen Markt.

Der Coin selbst ist davon unberührt. XMR kostet rund 499 Euro und bringt es auf eine Marktkapitalisierung von etwa 9,4 Milliarden Euro, am Montag 2,8 Prozent im Plus. Besitz und Verwahrung sind in Deutschland erlaubt. Was wegfällt, ist der bequeme Weg über eine zugelassene Börse, und dafür gibt es zwei konkrete Rechtsgrundlagen mit zwei verschiedenen Zeitpunkten.

Acht Börsen geprüft: Wo XMR am 5. Oktober 2026 noch in der Handelsliste steht

Für die Auszählung haben wir die Marktlisten abgerufen, die jede Börse öffentlich bereitstellt, und darin nach dem Kürzel XMR gesucht. Die Liste sagt, was eine Börse grundsätzlich führt. Ob ein Markt deutschen Kunden offensteht, ist eine zweite Frage, die darüber hinausgeht.

HandelsplatzPaare gesamtXMR-PaareFür Kunden in Deutschland
Kraken1.4585im EWR gesperrt
KuCoin9994ohne Zulassung in der EU
Gate.io2.2030nicht geführt
OKX1.1430nicht geführt
Coinbase8390nicht geführt
Bitpanda880 Werte0nicht geführt
Bitvavo4380nicht geführt
Bitstamp2510nicht geführt

Zwei Hinweise zur Lesart. Erstens taucht bei OKX ein Kürzel auf, das dem von Monero ähnelt, zu einem völlig anderen Projekt gehört und deshalb hier nicht mitgezählt ist. Zweitens ließ sich Binance aus unserem Netz nicht abfragen, weil der Zugriff standortbedingt abgewiesen wurde; die Börse hatte den XMR-Handel allerdings bereits im Februar 2024 weltweit eingestellt.

Der Fall Kraken zeigt, wie ein Delisting in der Praxis abläuft

Kraken hat den Vorgang für den Europäischen Wirtschaftsraum im eigenen Hilfebereich dokumentiert. Am 31. Oktober 2024 um 15:00 UTC wurden Handel und Einzahlungen für sämtliche XMR-Märkte von Kunden mit Registrierung im EWR gestoppt. Bis zum 31. Dezember 2024 konnten Betroffene ihre Bestände abziehen. Wer die Frist verstreichen ließ, dessen XMR wurden von der Börse zum laufenden Marktpreis in Bitcoin umgewandelt und Anfang Januar 2025 gutgeschrieben. Als Begründung nennt Kraken regulatorische Änderungen, ohne eine einzelne Vorschrift zu benennen.

Für Anleger steckt darin die wichtigste praktische Lehre dieses Artikels: Ein Delisting nimmt dir nicht nur die Kaufmöglichkeit, es setzt dir auch eine Frist für das, was schon da ist. Wer seine Coins nach Ablauf dieser Frist noch auf der Börse liegen hat, bekommt eine Zwangsumwandlung, über deren Kurs er nicht entscheidet. Dieser Mechanismus ist kein Einzelfall; wir haben ihn am 19. September 2026 schon einmal am Beispiel von Monero beschrieben.

Schwerer Messing-Siegelstempel auf einem Stapel dunkler Dokumente, daneben ein erkalteter roter Siegellackfleck mit scharfem Abdruckrand
Eine Erlaubnis braucht der Handelsplatz, nicht der Coin in deiner Wallet.

MiCA Artikel 76 Absatz 3 schließt Coins mit eingebauter Anonymisierung aus

Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA, regelt seit Ende 2024 den Betrieb von Handelsplattformen in der EU. Ihr Artikel 76 Absatz 3 lautet im Wortlaut: „In den Betriebsvorschriften der Handelsplattform für Kryptowerte wird die Zulassung von Kryptowerten mit eingebauter Anonymisierungsfunktion zum Handel ausgeschlossen, es sei denn, die Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen, die eine Handelsplattform für Kryptowerte betreiben, können die Inhaber dieser Kryptowerte und ihre Transaktionshistorie identifizieren.“

Genau diese Ausnahme läuft bei Monero ins Leere. Das Protokoll verschleiert Absender, Empfänger und Betrag jeder Überweisung durch Verfahren, die fest eingebaut sind: Ringsignaturen für den Absender, einmalige Empfangsadressen für den Empfänger und ein Verfahren, das den Betrag verbirgt. Eine Börse kann die Transaktionshistorie eines XMR-Bestands deshalb nicht nachvollziehen, selbst wenn sie es wollte. Damit greift der Ausschluss, und das Paar muss aus dem Handel.

Wichtig für die Einordnung: Adressat der Vorschrift ist die Plattform, nicht du. Ausgeschlossen wird allein die Zulassung zum Handel bei einem zugelassenen Anbieter. Besitz und Verwahrung in einer eigenen Wallet bleiben davon unberührt. Welche Pflichten eine Erlaubnis sonst noch mit sich bringt, steht in unserer Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Kryptounternehmen.

Ab dem 10. Juli 2027 kommt das härtere Verbot aus der Geldwäscheverordnung

Die zweite Rechtsgrundlage ist bislang wenig beachtet und wirkt stärker. Die EU-Geldwäscheverordnung, die Verordnung (EU) 2024/1624, bestimmt in Artikel 79 Absatz 1: Kreditinstitute, Finanzinstitute und Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen dürfen weder anonyme Kryptowertekonten noch sonstige Konten führen, die es ermöglichen, den Inhaber oder Transaktionen zu anonymisieren oder in hohem Maß zu verschleiern, „auch durch anonymitätsverstärkende Kryptowährungen“.

Nach Artikel 90 derselben Verordnung gilt sie ab dem 10. Juli 2027. Der Unterschied zur MiCA-Regel ist erheblich. MiCA schließt die Zulassung zum Handel aus; die Geldwäscheverordnung untersagt dem Anbieter, überhaupt ein Konto mit solchen Werten zu führen. Damit wäre ab Juli 2027 auch die bloße Verwahrung von XMR bei einem zugelassenen europäischen Dienstleister ausgeschlossen, nicht nur der Handel.

Was das für Bestände auf einer Plattform bedeutet

Wer XMR heute noch bei einem Anbieter liegen hat, der in der EU zugelassen ist, sollte den Juli 2027 als äußere Grenze einplanen. Die Erfahrung aus dem Kraken-Fall zeigt, wie der Ablauf typischerweise aussieht: erst ein Stopp von Handel und Einzahlung, dann eine Abzugsfrist von einigen Wochen, dann die Zwangsumwandlung in einen anderen Coin. Wie lang diese Frist ausfällt, entscheidet der Anbieter.

Geriffeltes, beschlagenes Milchglasfenster in einer dunklen Holztür, dahinter nur eine diffuse warme Lichtquelle und ein unscharfer Schatten
Die eingebaute Verschleierung ist der Grund für das Delisting und zugleich der Zweck des Projekts.

Welche Wege zu XMR es noch gibt, und was an ihnen riskant ist

Es bleiben drei Wege, die technisch funktionieren. Alle drei haben Nachteile, die ein zugelassener Handelsplatz nicht hätte.

Börsen ohne EU-Zulassung. Plattformen außerhalb der EU führen XMR weiter, in unserer Auszählung etwa KuCoin. Ein Anbieter ohne Erlaubnis darf sich in Deutschland jedoch nicht aktiv an Kunden wenden. Für dich heißt das: kein Einlagenschutz, keine Aufsicht, die du anrufen kannst, und im Streitfall ein Gerichtsstand, der weit weg liegt. Dazu kommt, dass eine Euro-Einzahlung in der Regel gar nicht möglich ist, du also ohnehin erst anderswo Bitcoin oder einen Stablecoin kaufen musst. Woran du einen in der EU zugelassenen Anbieter erkennst, steht im Überblick zu den regulierten Kryptobörsen.

Atomic Swaps. Dabei tauschen zwei Parteien direkt Bitcoin gegen Monero, abgesichert durch die beiden Blockchains selbst, ohne dass jemand die Coins zwischenlagert. Das funktioniert, ist aber deutlich fehleranfälliger als ein Börsenkauf: Du brauchst eine passende Software, musst beide Wallets korrekt bedienen, und die Kurse liegen oft spürbar neben dem Marktpreis, weil die Liquidität dünn ist. Ein abgebrochener Tausch kann dazu führen, dass Mittel vorübergehend gesperrt bleiben.

Dezentrale Tauschbörsen ohne Verwahrung. Hier handeln Nutzer untereinander, die Software vermittelt nur. Es gibt keine zentrale Stelle, die Konten führt, und damit auch niemanden, der einen Fehler ausgleicht. Die Preisstellung hängt an einzelnen Gegenparteien, und der Betrugsschutz beschränkt sich auf das, was die Software an Sicherheiten hinterlegt.

Was in keinem Fall eine Lösung ist: ein Anbieter, der dir den Kauf ohne jede Identitätsprüfung verspricht und dafür Vorkasse verlangt. Seit Jahren nutzen Betreiber betrügerischer Seiten genau die Lücke, die ein Delisting hinterlässt, und die BaFin veröffentlicht dazu laufend Verbrauchermitteilungen. Prüfe vor jeder Überweisung, ob der Anbieter in einem öffentlichen Register steht.

Steuerlich ist der Tausch in XMR ein Verkauf deiner Bitcoin

Wer über einen Atomic Swap oder eine ausländische Börse an Monero kommt, löst in aller Regel zuerst einen steuerpflichtigen Vorgang aus. Der Tausch von Bitcoin in Monero gilt als Veräußerung der Bitcoin. Liegen zwischen deren Anschaffung und dem Tausch weniger als zwölf Monate, ist der Gewinn nach den Regeln für private Veräußerungsgeschäfte steuerpflichtig; steuerfrei bleibt er, wenn der Gesamtgewinn aus solchen Geschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro liegt.

Danach beginnt für die erhaltenen XMR eine eigene Haltefrist von einem Jahr. Die Dokumentation ist dabei schwieriger als sonst, weil außerhalb zugelassener Plattformen keine Abrechnung erzeugt wird, die das Finanzamt kennt. Halte Datum, Menge und Gegenwert in Euro für jeden Tausch selbst fest, und bewahre die Belege der Gegenseite auf. Dafür gibt es Steuer-Tools und Portfolio-Tracker, die auch Wallet-Adressen einlesen können.

Verwahrung: Warum eine eigene Wallet bei XMR mehr zählt als bei Bitcoin

Bei den meisten Coins ist die eigene Verwahrung eine Frage der Vorsicht. Bei Monero kommt ein zweiter Grund hinzu, der sich aus den beiden Vorschriften oben ergibt: Jeder zugelassene Verwahrer in der EU wird XMR früher oder später abgeben müssen. Ein Bestand in einer eigenen Wallet ist davon nicht betroffen, weil dort kein Dienstleister ein Konto führt.

Technisch ist Monero dabei eigensinniger als Bitcoin. Die offizielle Wallet muss die Blockchain mit einem eigenen Knoten abgleichen oder sich mit einem fremden Knoten verbinden; im zweiten Fall sieht der Betreiber dieses Knotens, wann du synchronisierst. Dazu kommt der sogenannte View Key, mit dem sich eingehende Zahlungen einsehen lassen, ohne dass damit Geld bewegt werden kann. Wer ihn weitergibt, etwa an einen Steuerberater, gibt Einblick in den Zahlungseingang, ohne die Verfügungsgewalt abzugeben. Welche Geräteklassen für die Verwahrung in Frage kommen und worin sie sich unterscheiden, steht im Hardware-Wallet-Vergleich.

Die Netzwerkseite läuft unabhängig von den Börsen weiter

Dass der Handel in Europa wegbricht, heißt nicht, dass das Projekt stillsteht. Am 5. Oktober 2026 ist im Testnetz eine Abspaltung zur Erprobung eines neuen kryptografischen Verfahrens angelaufen, die wir am Vortag eingeordnet haben. Für die Frage, wo du XMR kaufen kannst, ändert das nichts, für die Einschätzung des Projekts schon.

Was passiert, wenn du gar nichts tust

Für Bestände auf einer europäischen Plattform ist Abwarten die teuerste Variante. Du überlässt dem Anbieter den Zeitpunkt der Umwandlung und damit den Kurs, zu dem abgerechnet wird. Außerdem löst eine Zwangsumwandlung in Bitcoin steuerlich dasselbe aus wie ein freiwilliger Tausch, nämlich eine Veräußerung deiner XMR, mit allen Folgen für die Haltefrist, und du erfährst davon erst hinterher.

Für Bestände in einer eigenen Wallet besteht dagegen kein Handlungsdruck aus den beiden Vorschriften. Dort gilt nur, was ohnehin gilt: Sicherung der Wiederherstellungswörter, ein geprüfter Wiederherstellungsweg und die Dokumentation der Kaufdaten für die Steuer.

Monero kaufen: Deine nächsten drei Schritte

  1. Prüfe, wo deine XMR heute liegen. Alles, was bei einem in der EU zugelassenen Anbieter liegt, hat ein Ablaufdatum, das spätestens im Juli 2027 greift. Welche Anbieter überhaupt eine Erlaubnis haben, zeigt der Börsenvergleich.
  2. Richte die Verwahrung ein, bevor du kaufst. Ohne funktionierende Wallet und einen einmal getesteten Wiederherstellungsweg ist jeder Kaufweg der falsche. Die Unterschiede zwischen den Geräteklassen stehen im Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Dokumentiere jeden Tausch am selben Tag. Datum, Menge, Gegenwert in Euro und die Gegenseite. Außerhalb zugelassener Plattformen entsteht keine Abrechnung, die das für dich erledigt; dabei helfen Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

(Stand: 5. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Monero

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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