Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Monero legt 8,1 Prozent auf 592 Dollar zu, Zcash fällt 3,7 Prozent: Stärker als der Markt

Monero steigt auf rund 592 Dollar, während Zcash 3,7 Prozent verliert und der Gesamtmarkt nachgibt. Woher der Abstand kommt, was Artikel 79 der EU-Geldwäscheverordnung ab 2027 ändert und was das für die Verwahrung bedeutet.

Großes Leuchtzeichen mit dem Monero-Zeichen an der Stirnwand eines nächtlichen Frachtterminals, davor nasse leere Verladerampen
11 Min. Lesezeit
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Monero kostet am 18. Oktober rund 592 Dollar und liegt damit gut 8 Prozent über dem Stand von gestern. Der Grund, warum dieser Tag heraussticht, ist nicht die Zahl allein: Während Monero zulegt, verliert Zcash 3,7 Prozent, Dash tritt auf der Stelle, Bitcoin und Ether geben leicht nach. Die Privacy Coins, die wochenlang als ein Block gehandelt wurden, laufen auseinander — und für Halter in Deutschland hängt daran mehr als eine Tagesbilanz, weil sich parallel der Zugang zu XMR an regulierten Handelsplätzen verengt.

Ein Privacy Coin ist eine Kryptowährung, die Sender, Empfänger und Betrag einer Zahlung standardmäßig verbirgt, statt sie wie Bitcoin offen in die Blockchain zu schreiben. Monero tut das seit Jahren per Voreinstellung, Zcash bietet es als Wahlmöglichkeit an. Dieser technische Unterschied ist der Hebel, an dem die europäische Aufsicht ansetzt.

Monero bei 592 Dollar: Der Abstand zu Zcash in Zahlen

Nach Daten von CoinGecko steht Monero bei 592,46 Dollar, plus 8,14 Prozent binnen 24 Stunden. Auf Wochensicht sind es plus 10,48 Prozent, auf 30 Tage plus 3,76 Prozent. Zcash liegt bei 1.084,23 Dollar und damit 3,70 Prozent tiefer als am Vortag, auf Wochensicht 13,86 Prozent und auf Monatssicht 26,99 Prozent im Minus. Dash, der dritte Wert, den der Markt gern in dieselbe Schublade legt, verliert auf Monatssicht 18,53 Prozent.

Der Vergleich mit dem Gesamtmarkt fällt ähnlich aus. Bitcoin notiert bei knapp 81.000 Dollar und verliert auf Wochensicht 3,33 Prozent, Ether bei 2.364 Dollar mit minus 6,69 Prozent in sieben Tagen. Monero ist an diesem Tag der einzige der drei bekannten Privacy-Werte mit einem Plus, und er ist es gegen einen Markt, der nachgibt.

Eine Zahl ordnet die Größenverhältnisse ein: Monero kommt auf einen Marktwert von 11,15 Milliarden Dollar und steht damit auf Rang 13, Zcash auf 18,41 Milliarden und Rang 10. Zcash ist also trotz des schwächeren Monats der größere Wert — der höhere Stückpreis von Monero sagt darüber nichts aus. Beim Handelsvolumen dreht sich das Bild: In Monero wurden binnen eines Tages rund 195 Millionen Dollar umgesetzt, in Zcash rund 668 Millionen. Der Wert, der fällt, wird deutlich häufiger gehandelt als der, der steigt.

Was sich seit dem 558-Dollar-Hoch vom 17. Oktober geändert hat

Wir haben am 17. Oktober über Monero nach dem Software-Update auf Version 0.18.5.4 berichtet und die Marke bei 558 Dollar als Wochenhoch benannt, an der sich die Bewegung entscheiden würde. Diese Marke ist inzwischen geräumt. Im Tagesverlauf stand XMR bei 607,68 Dollar, das Tagestief lag bei 555,13 Dollar — der damalige Widerstand ist heute die untere Begrenzung der Tagesspanne.

Was in derselben Zeit nicht passiert ist: Es gibt keine Protokolländerung und keinen Termin im Hauptnetz, der den Sprung erklären würde. Das Update von Mitte Oktober war ein Wartungsrelease. Der Umbau der Transaktionsprüfung, der unter dem Kürzel FCMP++ läuft, wurde bislang nur in Testnetzen gefahren; einen Aktivierungszeitpunkt für das Hauptnetz haben die Entwickler nicht genannt. Wer den Anstieg mit einem Technikereignis begründet, begründet ihn mit etwas, das noch nicht stattgefunden hat.

Der zweite Unterschied zum 17. Oktober ist Zcash. Damals liefen beide Werte in dieselbe Richtung. Seitdem hat ZEC 13,86 Prozent verloren, XMR 10,48 Prozent gewonnen. Das sind knapp 24 Prozentpunkte Abstand in sieben Tagen zwischen zwei Werten, die derselben Kategorie zugerechnet werden.

Halb heruntergelassenes schweres Stahlrolltor einer leeren Lagerhalle, dahinter ein Streifen kaltes Licht auf Beton
Je enger der Zugang an regulierten Handelsplätzen, desto stärker trennen sich die Wege von Monero und Zcash.

Warum Zcash und Monero auseinanderlaufen: Liquidität statt gemeinsamer Erzählung

Für die Spreizung gibt es eine nüchterne Erklärung, und sie liegt in der Handelbarkeit. Zcash ist an großen regulierten Börsen weiterhin breit verfügbar und seit Oktober über börsengehandelte Produkte erreichbar. Damit hängt der Kurs an Geld, das schnell kommt und schnell wieder geht: Wer über einen Fonds oder mit Hebel einsteigt, steigt auch wieder aus, und das verstärkt Bewegungen in beide Richtungen. Die 26,99 Prozent Monatsverlust bei Zcash sind die Rückseite der Zuflüsse, die den Wert vorher getragen haben.

Bei Monero ist das Gegenteil der Fall. Das wirkt wie Stärke, entsteht aber als Nebeneffekt. Je weniger regulierte Handelsplätze XMR führen, desto kleiner ist der Teil des Bestands, der kurzfristig verkauft werden kann. Ein kleiner frei handelbarer Bestand bewegt sich bei gleichem Kaufinteresse stärker nach oben — und bei Verkaufsdruck genauso stärker nach unten. Der Abstand zu Zcash ist deshalb zunächst eine Aussage über Marktmechanik, nicht über die Qualität der beiden Protokolle.

Was ein enger Markt für dich praktisch bedeutet

Ein enger Markt zeigt sich an zwei Stellen, die du im Depot direkt siehst. Die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs wird breiter, und größere Aufträge bewegen den Kurs selbst. Bei einem Tagesumsatz von 195 Millionen Dollar fällt das bei kleinen Beträgen nicht auf, bei vierstelligen Summen schon. Wer in einen solchen Markt hinein verkauft, bekommt seltener den Kurs, den er auf dem Bildschirm gesehen hat.

Anonymitäts-Coins in der EU-Geldwäscheverordnung: Artikel 79 gilt ab dem 10. Juli 2027

Der Rahmen, der den Zugang zu Monero in Europa verengt, ist die Geldwäscheverordnung der EU, die Verordnung (EU) 2024/1624. Ihr Artikel 79 untersagt Kreditinstituten, Finanzinstituten und Krypto-Dienstleistern, Konten zu führen, die eine Anonymisierung der Inhaber erlauben; ausdrücklich genannt sind dabei auch Kryptowerte mit eingebauten Anonymisierungsfunktionen. Die Vorschrift gilt nach Artikel 90 der Verordnung ab dem 10. Juli 2027.

Was die Regel umfasst — und was nicht

Adressat ist der Dienstleister, nicht der Anleger. Die Verordnung verbietet einem beaufsichtigten Unternehmen, solche Werte für Kunden zu verwahren oder zu handeln. Dir verbietet die Verordnung weder, Monero privat zu besitzen, noch die Selbstverwahrung in einer eigenen Wallet. Wer XMR hält, muss also nicht verkaufen, weil eine Frist 2027 abläuft. Was wegfällt, ist der bequeme Weg: die Verwahrung bei einem Anbieter, der in der EU zugelassen ist. Welche Pflichten auf zugelassene Unternehmen zukommen, ordnen wir im Überblick zu den MiCA-Pflichten bis 2026 ein.

Die Wirkung setzt deutlich vor dem Stichtag ein, und genau das ist 2026 zu beobachten. Handelsplätze räumen solche Werte nicht am Tag des Inkrafttretens aus dem Angebot, sondern lange vorher, weil Zulassung, Prüfung und Produktfreigabe Vorlauf brauchen. Nach eigener Auswertung vom 6. Oktober führen sechs große Handelsplätze XMR für Kunden aus Deutschland bereits nicht mehr.

KuCoin hat die XMR-Einzahlungen am 10. Oktober geschlossen

Ein aktuelles Beispiel für die Reibung im Alltag liefert KuCoin. Die Börse hat in einer Mitteilung vom 10. Oktober die Einzahlungen in Monero für eine Wallet-Wartung geschlossen. Die Mitteilung hält ausdrücklich fest, dass Auszahlungen davon nicht betroffen sind. Ein Datum für die Wiederaufnahme nennt sie nicht.

Das ist keine Enteignung und kein Delisting, und es ist wichtig, das auseinanderzuhalten: Wer XMR dort liegen hat, kann sie weiterhin abziehen. Aber es ist ein Beispiel für die Gattung von Störung, die bei einem Wert mit schrumpfender Infrastruktur häufiger wird. Wartungsfenster ohne Enddatum sind bei Monero in den vergangenen Jahren mehrfach vorgekommen, und sie treffen immer den, der gerade jetzt handeln möchte.

Wo du XMR in Deutschland überhaupt noch handeln kannst

Für die Praxis heißt das: Der Handelsplatz entscheidet inzwischen stärker über die Erreichbarkeit deiner Position als der Kurs. Drei Punkte zählen jetzt. Erstens, ob dein Anbieter XMR für Kunden aus Deutschland überhaupt noch im Spot-Handel führt, und nicht nur im Chart anzeigt. Zweitens, ob Ein- und Auszahlungen in XMR offen sind, denn beides wird getrennt geschaltet. Drittens, ob der Anbieter eine Zulassung nach MiCA besitzt, weil daran hängt, wie er mit Artikel 79 umgehen muss. Welche Häuser diese Zulassung haben, steht in unserem Vergleich der besten regulierten Kryptobörsen.

Markenlose Hardware-Wallet aus dunklem Metall in einer Hand, der Daumen liegt auf der Bestätigungstaste
Wer XMR selbst verwahrt, hängt nicht am Wartungsfenster einer Börse — trägt aber die Verantwortung für den Wiederherstellungssatz.

Selbstverwahrung von XMR: Was eine Hardware-Wallet leistet und was nicht

Weil der Weg über Dienstleister enger wird, verschiebt sich das Gewicht zur eigenen Verwahrung. Eine Hardware-Wallet ist ein Gerät, das den privaten Schlüssel erzeugt und niemals herausgibt; unterschrieben wird eine Transaktion auf dem Gerät, der Rechner sieht den Schlüssel nie. Für Monero ist das der einzige Weg, der von Zulassungsfragen eines Anbieters unabhängig bleibt. Unterstützte Geräte und ihre Unterschiede stehen in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Selbstverwahrung verlagert das Risiko, sie beseitigt es nicht: Wer den Wiederherstellungssatz verliert, verliert den Bestand endgültig, und niemand kann ihn zurückholen. Und sie löst das Handelsproblem nicht. Verkaufen musst du am Ende dort, wo ein Käufer sitzt, also wieder an einem Handelsplatz — die eigene Wallet sichert den Besitz, nicht den Ausstieg.

Haltefrist: Wann der Fiskus XMR-Gewinne steuerfrei stellt

Steuerlich gilt Monero in Deutschland als anderes Wirtschaftsgut im Sinne von Paragraf 23 Einkommensteuergesetz, wie andere Kryptowerte auch. Daraus folgt die Regel, die bei einem Tagesplus von 8 Prozent am meisten Geld bewegt: Wer länger als ein Jahr hält und dann verkauft, zahlt auf den Gewinn keine Einkommensteuer. Wer innerhalb des Jahres verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz, sofern die Summe aller privaten Veräußerungsgewinne des Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro erreicht.

Der praktische Haken bei einem Wert wie Monero liegt im Nachweis. Die Haltefrist bemisst sich je Anschaffungsvorgang, und wer über mehrere Jahre und mehrere Handelsplätze gekauft hat, von denen einige XMR heute nicht mehr führen, muss die Anschaffungsdaten selbst beibringen. Exportiere deine Historie, solange der Zugang zum Konto besteht, nicht erst, wenn der Anbieter das Angebot einstellt.

Unsere Einschätzung: Der Abstand trägt, solange Zcash die Zuflüsse fehlen

Aus Sicht der Redaktion ist der Vorsprung von Monero an diesem Tag echt, aber schlecht abgesichert. Dafür spricht die Zahlenlage: plus 10,48 Prozent in sieben Tagen gegen minus 13,86 Prozent bei Zcash, und das in einem Markt, in dem Bitcoin und Ether nachgeben. Dagegen spricht, woraus der Vorsprung entsteht. Er beruht nicht auf einem belegten Ereignis bei Monero — kein Protokolltermin, kein Zulassungsentscheid, keine neue Infrastruktur — sondern wesentlich darauf, dass der frei handelbare Bestand kleiner geworden ist. Das ist derselbe Mechanismus, der eine Bewegung nach unten ebenso verstärkt.

Was daraus folgt: Ein enger Markt ist kein Qualitätsurteil. Die 607,68 Dollar vom Tageshoch sind rund 24 Prozent vom Rekordstand entfernt, den Monero am 14. Januar 2026 bei 797,73 Dollar erreicht hat. Über die Erreichbarkeit entscheidet 2027 ohnehin Artikel 79 und keine Chartmarke. Eine Kaufempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten, ein Totalverlust ist bei jedem Kryptowert möglich.

Was den Abstand wieder schließen würde

Zwei Entwicklungen wären belastbare Signale, und beide sind nachprüfbar statt nur plausibel. Die erste ist eine Rückkehr der Zuflüsse bei Zcash über die börsengehandelten Produkte, die im Oktober gestartet sind; dann hätte ZEC wieder die Käuferbasis, die Monero fehlt. Die zweite ist die Entscheidung eines in der EU zugelassenen Handelsplatzes, XMR vor 2027 weiter oder wieder zu führen — das wäre die einzige Nachricht, die den engen Markt bei Monero tatsächlich verbreitern würde. Ein Aktivierungstermin für FCMP++ im Hauptnetz käme als weiteres Signal hinzu, doch den haben die Entwickler bis heute nicht genannt.

Monero bei 592 Dollar: Ohne Zuflüsse bleibt es ein Zwischenstand

  1. Prüfe heute, ob dein Handelsplatz XMR für Kunden aus Deutschland noch im Spot-Handel führt und ob Ein- und Auszahlungen offen sind. Wer wechseln muss, findet die zugelassenen Häuser im Vergleich der besten regulierten Kryptobörsen.
  2. Entscheide, welcher Teil deines Bestands in die eigene Verwahrung gehört, bevor der Zugang an einem Anbieter schließt. Die Geräteunterschiede stehen im Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Exportiere deine Kaufhistorie für jeden Anschaffungsvorgang, solange das Konto offen ist, damit die Jahresfrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz belegbar bleibt. Werkzeuge dafür zeigt unser Überblick zu Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 18. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Monero

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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