Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Gram (GRAM): Der Spotmarkt trieb den Fall auf 1,16 Dollar, nicht der Hebel

Einordnung: Gram notiert bei 1,25 US-Dollar und damit 7,2 Prozent unter dem Stand der Vorwoche, nachdem der Kurs am 23. Oktober bis auf 1,157 US-Dollar durchgereicht wurde. Belegt ist, dass an diesem Tag der Spotmarkt mehr Umsatz trug als der Hebelmarkt; unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten.

Neonzeichen mit dem GRAM-Zeichen über der leeren Galerie eines nächtlichen Handelssaals
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Der Kurs von Gram steht am Montagmorgen bei 1,25 US-Dollar. Das sind 7,2 Prozent weniger als vor einer Woche, und der Weg dorthin führte über einen einzigen Tag: Am 23. Oktober rutschte GRAM im Handelsverlauf von 1,33 auf 1,157 US-Dollar, bevor er sich bei 1,22 fing. Die naheliegende Erklärung lautet, dass gehebelte Positionen reihenweise zwangsweise geschlossen wurden und den Kurs mit nach unten rissen.

Belegt ist davon nur die Hälfte. Eine eigene Auswertung der Handelsdaten der Börse WhiteBIT zeigt, dass an genau diesem Tag der Spotmarkt mehr Umsatz trug als der Terminmarkt — obwohl es an sechs von neun untersuchten Tagen umgekehrt war. Unsere Einschätzung dazu steht weiter unten; zuerst die Zahlen.

Was am 23. Oktober mit dem Gram-Kurs geschah

GRAM eröffnete den 23. Oktober bei 1,315 US-Dollar und erreichte im frühen Handel noch 1,33. Danach ging es ohne nennenswerte Gegenbewegung abwärts bis auf 1,157 US-Dollar, den tiefsten Stand seit Anfang August. Zum Tagesschluss stand der Kurs bei 1,221, also 7,2 Prozent unter dem Vortagesschluss. Zwischen Tageshoch und Tagestief lagen 13 Prozent.

Der Umsatz erzählt dieselbe Geschichte in anderen Worten. An den Tagen vom 17. bis zum 22. Oktober wechselten in den Spotpaaren von GRAM zwischen 2,1 und 3,1 Millionen US-Dollar täglich den Besitzer. Am 23. Oktober waren es 3,6 Millionen, am 24. Oktober 4,1 Millionen. Der Kurs fiel also nicht in einen dünnen Markt hinein, sondern gegen deutlich erhöhtes Angebot.

Seitdem hat sich die Lage beruhigt. Am 24. Oktober schloss GRAM bei 1,262, am 25. Oktober bei 1,257, und seit Beginn der neuen Woche bewegt sich der Kurs in einer engen Spanne zwischen 1,23 und 1,27 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt laut CoinGecko bei 3,55 Milliarden US-Dollar, das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden bei 26,2 Millionen US-Dollar, Stand Montag, 2 Uhr. Damit steht GRAM auf Rang 31 der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen.

Perpetual gegen Spot: Wo der Umsatz bei GRAM liegt

Ein Perpetual, kurz Perp, ist ein Terminkontrakt ohne Verfallsdatum: Du handelst die Kursbewegung eines Coins, ohne ihn zu besitzen, und hinterlegst dafür nur einen Bruchteil des Positionswerts als Sicherheitsleistung. Genau dieser Hebel macht ihn für Spekulanten attraktiv und für den Kurs gefährlich, denn wer die Sicherheitsleistung nicht nachschießt, dessen Position wird automatisch geschlossen.

Für diesen Artikel haben wir die täglichen Handelsdaten von fünf GRAM-Märkten der Börse WhiteBIT ausgewertet: die vier Spotpaare gegen USDT, USDC, Euro und WBT sowie den Perpetual gegen USDT. Der Zeitraum umfasst die neun Handelstage vom 17. bis zum 25. Oktober 2026. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 26. Oktober 2026 selbst erhoben.

Das Ergebnis über den gesamten Zeitraum: Auf den Perpetual entfielen 32,9 Millionen US-Dollar Umsatz, auf alle Spotpaare zusammen 26,1 Millionen. Der Hebelmarkt setzte damit 26 Prozent mehr um als der Kassamarkt. An sechs der neun Tage lag der Perpetual vorn, am deutlichsten am 17. Oktober mit dem Doppelten des Spotumsatzes.

Dominoreihe aus dunklen Steinplatten auf einem Stahltisch, die vorderen Platten bereits gekippt
Eine Liquidationskaskade läuft wie eine Dominoreihe: Jede erzwungene Schließung drückt den Kurs auf die nächste Marke, an der weitere Positionen fällig werden.

Das Spot-Tief lag unter dem Perp-Tief

Die Ausnahmen von diesem Muster sind der 23. und der 24. Oktober, also genau die beiden Tage des Abverkaufs. Am 23. Oktober standen 3,6 Millionen US-Dollar Spotumsatz 3,2 Millionen im Perpetual gegenüber, am 24. Oktober 4,1 gegen 3,5 Millionen. In der Woche, in der GRAM am stärksten fiel, drehte sich das gewohnte Verhältnis also um.

Ein zweiter Wert zeigt in dieselbe Richtung. Das Tagestief im Spotpaar GRAM gegen USDT lag am 23. Oktober bei 1,157 US-Dollar, das Tief im Perpetual am selben Tag bei 1,175. Der Kassamarkt fiel damit rund 1,5 Prozent tiefer als der Terminmarkt. Hätte eine Liquidationskaskade den Kurs getrieben, wäre das Gegenteil zu erwarten gewesen: Zwangsschließungen entstehen im Terminmarkt und ziehen den Spotpreis erst hinterher.

Beide Werte stammen von einer einzelnen Börse und beschreiben nicht den Weltmarkt. CoinGecko führt für GRAM Binance als größten Handelsplatz mit rund 6 Millionen US-Dollar Tagesumsatz. Was die Zahlen zeigen, ist deshalb ein Ausschnitt, allerdings ein großer und einer, den sonst niemand so zusammengestellt hat.

Open Interest und Funding-Rate: der aktuelle Hebelstand

Für die kommenden Tage zählt weniger, was am 23. Oktober geschah, als wie viel Hebel derzeit im Markt steht. Zwei Kennzahlen beantworten das. Die erste ist das Open Interest, also die Summe aller offenen Terminpositionen. Der Wert liegt im GRAM-Perpetual bei 4,62 Millionen GRAM, zum aktuellen Kurs rund 5,8 Millionen US-Dollar.

Die zweite ist die Funding-Rate. Diese Rate ist die Ausgleichszahlung, die alle paar Stunden zwischen Käufern und Verkäufern fließt und den Terminkurs am Kassakurs hält. Ist sie positiv, zahlen die Käufer, was auf ein Übergewicht an Kaufpositionen hindeutet. Für GRAM steht sie bei 0,005 Prozent und damit knapp im positiven Bereich. Zum Vergleich: Die Börse erlaubt Werte bis zu 2 Prozent in beide Richtungen.

Beides zusammen beschreibt einen Markt ohne auffälliges Ungleichgewicht. Es gibt mehr Kauf- als Verkaufspositionen, aber die Schieflage ist gering, und das Open Interest entspricht einem kleinen Bruchteil der Marktkapitalisierung. Wer auf eine zweite Kaskade wartet, findet in diesen Zahlen derzeit keinen Anhaltspunkt.

Von Toncoin zu Gram: Der Tickerwechsel und die Telegram-Wallet

Wer GRAM im Depot sucht und ihn nicht findet, ist womöglich beim alten Namen hängengeblieben. Der Coin hieß bis zum Sommer 2026 Toncoin und wurde nach einer Abstimmung in der Gemeinschaft in Gram umbenannt — zurück zu dem Namen, unter dem Telegram das Projekt ursprünglich geplant hatte. Die Blockchain selbst heißt weiterhin The Open Network, kurz TON. Was der Wechsel für Halter bedeutet, haben wir in einem eigenen Beitrag zur Umbenennung aufgeschrieben; ein Umtausch war nicht nötig.

Der zweite Strang ist die Wallet in Telegram. Anfang Oktober hat der Messenger seine Geldbörse für einen größeren Teil der Nutzerschaft geöffnet, was dem Kurs damals Auftrieb gab. Was das für die Verwahrung der eigenen Coins heißt, ist die wichtigere Frage: Eine Wallet in einer App, bei der ein Unternehmen die Schlüssel verwaltet, ist rechtlich und praktisch etwas anderes als ein Wallet, dessen Wiederherstellungssatz nur du kennst.

Besetzter Leitstand in einem abgedunkelten Kontrollraum mit einer Pultreihe aus Kippschaltern
Wer mit Hebel handelt, überwacht Sicherheitsleistung und Liquidationspreis dauerhaft — anders als beim Kauf auf dem Kassamarkt.

Marken nach oben und unten: 1,16 bis 1,37 US-Dollar

Aus den Handelsdaten der vergangenen neun Tage ergeben sich drei Orientierungspunkte nach oben. Der erste liegt bei 1,28 US-Dollar, dem Hoch der vergangenen 24 Stunden. Darüber folgt die runde Marke von 1,30, an der der Kurs zuletzt am 22. Oktober notierte. Das Wochenhoch vom 17. Oktober liegt bei 1,373 US-Dollar; davon trennen GRAM derzeit 9 Prozent.

Nach unten sind es ebenfalls drei. Das Tief vom 24. Oktober liegt bei 1,204 US-Dollar, darunter die runde Marke von 1,20, und erst dann das Wochentief von 1,157 aus dem Abverkauf. Diese Punkte sind Beobachtungswerte aus dem Chart, keine Kursziele und keine Empfehlung.

Der Fed-Entscheid am 28. Oktober als nächster Termin

Der einzige fest datierte Termin der laufenden Woche kommt nicht aus dem TON-Umfeld, sondern aus Washington. Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank tagt laut dem offiziellen Sitzungskalender der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober; die Entscheidung wird am Mittwoch veröffentlicht. Seit der Zeitumstellung vom vergangenen Wochenende fällt sie für deutsche Leser in den frühen Abend.

Für kleinere Coins wie GRAM ist ein solcher Termin vor allem ein Volatilitätsrisiko. Solche Coins bewegen sich in der Regel mit dem Gesamtmarkt, und zwar mit größerem Ausschlag. Wer eine gehebelte Position über den Mittwoch hält, rechnet also mit einer breiteren Spanne als in den ruhigen Tagen davor.

Hebel und Liquidation: Wie eine Kaskade entsteht

Auch wenn die Zahlen für den 23. Oktober gegen eine Kaskade sprechen, lohnt sich der Mechanismus als Wissen, denn er greift bei jedem schärferen Rücksetzer. Eine Liquidation ist die erzwungene Schließung einer gehebelten Position, sobald die hinterlegte Sicherheitsleistung den Verlust nicht mehr deckt. Die Börse verkauft die Position dann in den Markt, unabhängig davon, zu welchem Preis.

Eine Kaskade entsteht, wenn diese Verkäufe den Kurs auf das Niveau drücken, bei dem die nächste Gruppe von Positionen fällig wird. Jede Welle erzeugt die nächste, bis entweder genug Käufer bereitstehen oder keine gehebelten Positionen mehr übrig sind. Der Unterschied zum gewöhnlichen Abverkauf liegt in der Geschwindigkeit: Kaskaden laufen in Minuten ab, nicht in Stunden.

Unsere Einschätzung: Die Bewegung vom 23. Oktober war nach den vorliegenden Daten ein Abverkauf am Kassamarkt und keine Kaskade. Dafür sprechen die beiden gemessenen Werte — der höhere Spotumsatz an beiden Falltagen und das Spot-Tief, das 1,5 Prozent unter dem Terminmarkt-Tief lag. Dagegen spricht, dass unsere Erhebung nur eine Börse abdeckt und Liquidationen auf anderen Handelsplätzen stattgefunden haben können, die wir nicht sehen. Für Halter ist der Unterschied trotzdem erheblich: Nach einer Kaskade folgt häufig eine schnelle Gegenbewegung, weil der Verkaufsdruck technisch erzwungen war. Nach einem Abverkauf am Kassamarkt fehlt dieser Rückenwind, und der Kurs braucht neue Nachfrage. Genau das zeigt der bisherige Verlauf: GRAM hat seit dem 23. Oktober gut die Hälfte des Tagesverlusts aufgeholt und steht seither still.

Kaufweg, Verwahrung und Haltefrist für Anleger in Deutschland

Für den Kauf gilt seit dem Auslaufen der Übergangsfrist im vergangenen Jahr der Rahmen der EU-Verordnung MiCA. Anbieter, die sich in Deutschland an Privatkunden richten, brauchen eine Zulassung als Krypto-Dienstleister, erteilt entweder von der BaFin oder von einer anderen europäischen Aufsicht mit Passporting in die EU. Welche Handelsplätze diese Zulassung tragen und was sie an Gebühren verlangen, steht in unserem Krypto-Börsen im Vergleich.

Bei der Verwahrung entscheidest du zwischen zwei Wegen. Lässt du GRAM auf der Börse liegen, trägst du deren Ausfallrisiko, hast aber keinen Aufwand. Überträgst du die Coins in eine eigene Wallet, liegt die Verantwortung für den Wiederherstellungssatz bei dir. Für Beträge, die über die Spielsumme hinausgehen, ist der zweite Weg der sichere.

Steuerlich gilt für GRAM dasselbe wie für andere Kryptowährungen im Privatvermögen: Ein Verkauf innerhalb eines Jahres nach dem Kauf ist ein privates Veräußerungsgeschäft, Gewinne daraus sind steuerpflichtig, soweit sie zusammen mit anderen solchen Geschäften die Freigrenze übersteigen. Nach Ablauf eines Jahres ist der Verkauf steuerfrei. Für gehebelte Positionen gilt das nicht, Gewinne daraus fallen unter die Kapitalertragsteuer, und Verluste aus Termingeschäften sind nur eingeschränkt verrechenbar. Wer im laufenden Jahr gehebelt gehandelt hat, sollte das vor dem Jahreswechsel mit einem Steuerberater durchgehen.

Gram nach dem Fall: Drei Punkte für die nächste Woche

  1. Prüfe, in welcher Form du GRAM hältst. Coins auf einer Börse, Coins in der Telegram-Wallet und eine gehebelte Position sind drei verschiedene Risiken. Nur beim ersten und zweiten greift die Haltefrist von einem Jahr. Welche Geräte sich für die eigene Verwahrung eignen, zeigen die Hardware-Wallets im Vergleich.
  2. Setze dir die beiden Marken, die zählen. Nach oben 1,30 US-Dollar als erste runde Hürde, nach unten 1,20 als Linie, unter der das Wochentief von 1,157 wieder in Reichweite kommt. Mehr als diese zwei Werte braucht es für eine Beobachtung nicht; Werkzeuge dafür stehen in der Übersicht der Analyse-Plattformen im Vergleich.
  3. Rechne den Mittwoch ein. Der Fed-Entscheid am 28. Oktober bewegt kleinere Coins überdurchschnittlich. Wer mit Hebel arbeitet, prüft vorher seinen Liquidationspreis und die Sicherheitsleistung; die Konditionen der Anbieter stehen im Vergleich der Perp DEXs im Vergleich.

(Stand: 26. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Gram (GRAM)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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