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NEAR senkt die Emission auf 1,6 Prozent: Brutto-Staking-Rendite schrumpft auf 3,4 Prozent

Das House of Stake hat HSP-029 angenommen: NEAR soll in 24 Monaten nur noch höchstens 1,6 statt 2,5 Prozent neue Token im Jahr erzeugen. Verbindlich wird das erst mit dem Validator-Upgrade und nach 90 Tagen Schonfrist, während der Kurs auf 3,87 Dollar fällt.

Schwere Münzprägemaschine in einer nächtlichen Prägehalle, in der Matrize liegt eine frisch geprägte Münze mit dem grün leuchtenden NEAR-Zeichen
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Die NEAR-Blockchain soll künftig deutlich weniger neue Token erzeugen. Der Vorschlag HSP-029, der die maximale Jahresemission von 2,5 auf 1,6 Prozent senkt, trägt im Governance-Forum von NEAR inzwischen den Status „Succeeded“, also angenommen. Die Abstimmung im House of Stake lief vom 19. Oktober bis zum 2. November 2026. Für alle, die NEAR im Staking halten, heißt das: Die Brutto-Rendite sinkt nach den Modellrechnungen des Vorschlags in zwei Jahren von 5,27 auf 3,37 Prozent, sobald die Änderung technisch greift. Bis dahin vergehen mindestens drei Monate.

Am Markt hilft die Nachricht dem Kurs bisher nicht. NEAR Protocol kostet am Dienstagnachmittag, dem 3. November 2026, 3,87 US-Dollar oder 3,46 Euro, 5,1 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor (Marktdaten von CoinGecko). Bitcoin gab im selben Zeitraum nur 0,7 Prozent nach, Ether 0,1 Prozent. Ein offizieller Zusammenhang zwischen dem Abstimmungsergebnis und dem Kursrückgang ist nicht belegt.

HSP-029 angenommen: Das House of Stake billigt die Senkung auf 1,6 Prozent

Das House of Stake ist das Abstimmungsgremium der NEAR-Gemeinschaft. Wer NEAR sperrt und dafür Stimmgewicht erhält, entscheidet dort über Vorschläge zur Protokollökonomie. HSP-029 lief als Entscheidung mit Supermehrheit, eingereicht am 7. Oktober 2026 von Sal Ternullo, dem Chef der börsennotierten Firma SVRN.

Der Kern des Vorschlags ist ein einziger Parameter. Die Emission ist die Menge an Token, die ein Netzwerk jedes Jahr neu erzeugt und als Belohnung ausschüttet. Bei NEAR liegt die Obergrenze dafür seit der Halbierung im Jahr 2025 bei 2,5 Prozent des Gesamtangebots. Diese Halbierung von 5 auf 2,5 Prozent hatten die Validatoren damals mit 68,41 Prozent Zustimmung übernommen, wie der Vorschlagstext festhält.

Die Aufteilung bleibt unverändert: 90 Prozent der neuen Token gehen an Staker und Validatoren, 10 Prozent an die Protokollkasse. Es gibt keinen neuen Fonds, keine Umverteilung und keinen Mechanismus, der die Emission später automatisch wieder anhebt. Der Autor schließt einen solchen Rückweg ausdrücklich aus und verlangt dafür einen neuen, öffentlichen Beschluss.

Mitte Oktober war das noch offen. Am 18. Oktober hatten wir berichtet, dass NEAR vorerst bei 2,5 Prozent Emission bleibt, weil der Entwurf damals noch nicht zur Abstimmung stand. Mit dem Ergebnis vom 2. November ist die erste von zwei Hürden genommen.

Emissionsrampe über 24 Monate: 3,75 Basispunkte weniger pro Monat

Die Senkung kommt nicht auf einen Schlag. Der Vorschlag beschreibt eine Rampe, die je Epoche wirkt. Eine Epoche ist bei NEAR der Abschnitt, nach dem das Netzwerk die Validatoren neu einteilt und Belohnungen verbucht. Pro Monat fällt die Obergrenze um rund 3,75 Basispunkte, also um 0,0375 Prozentpunkte, ohne feste Stichtage.

Nach sechs Monaten liegt die Obergrenze damit bei 2,275 Prozent, nach zwölf Monaten bei 2,05 Prozent, nach 18 Monaten bei 1,825 Prozent und nach 24 Monaten am Ziel von 1,6 Prozent. Täglich entstehen dann rund 57.291 neue NEAR statt heute etwa 89.517.

Über zwei Jahre gerechnet vermeidet die Rampe nach den Angaben im Vorschlag 11,8 Millionen neue NEAR, über sechs Jahre 66,1 Millionen. Das Angebot wäre nach sechs Jahren um 4,36 Prozent kleiner als bei unveränderter Emission. Verbrannt wird dabei nichts, es entstehen lediglich weniger neue Token.

Gläserne Wahlurne mit gefalteten weißen Stimmzetteln auf einem langen Holztisch in einem leeren, holzgetäfelten Sitzungssaal
Abgestimmt ist, bindend noch nicht: Nach dem House of Stake müssen die Validatoren das Upgrade übernehmen.

Validator-Upgrade und Schonfrist: Ab wann die neue NEAR-Emission gilt

Ein Ergebnis im House of Stake ändert das Netzwerk nicht. Die Emissionsobergrenze ist ein Protokollparameter, und den ändert nur ein Software-Upgrade, das die Validatoren einzeln übernehmen müssen. Der Vorschlagstext sagt das selbst: Die Ratifizierung durch das House of Stake ist notwendig, verbindlich wird die Änderung erst durch die Übernahme bei den Validatoren.

Dazu kommt eine Schonfrist von einem vollen Quartal, also 90 Tagen nach der Ratifizierung. In dieser Zeit sollen Wallets, Börsen, Verwahrer und Staking-Anbieter ihre Angaben anpassen. Erst danach fällt der erste Basispunkt. Selbst wenn alles ohne Verzögerung läuft, beginnt die Rampe damit frühestens Anfang Februar 2027.

Laut Umsetzungsplan entwickelt NEAR One das Upgrade und testet es, der Security Council des House of Stake wird dabei beteiligt. Nach dem Start sollen vierteljährliche Berichte zeigen, wie weit die tatsächliche Emission dem Fahrplan folgt.

Staking-Rendite von 5,27 auf 3,37 Prozent: Die Rechnung im Vorschlag

Die Staking-Rendite hängt bei NEAR an zwei Größen: an der Emission und an der Staking-Quote, also dem Anteil des Angebots, der gesperrt ist. Die Formel im Vorschlag lautet 0,9 mal Emission geteilt durch Staking-Quote. Sinkt die Emission, sinkt die Rendite. Sinkt die Quote, weil Halter Token abziehen, steigt die Rendite für alle, die bleiben.

Bei der gemessenen Staking-Quote von 42,71 Prozent ergibt das zum Start eine Brutto-Rendite von 5,268 Prozent. Nach zwölf Monaten sind es 4,320 Prozent, nach 24 Monaten 3,372 Prozent. Der Rückgang beträgt damit gut ein Drittel. Brutto heißt: vor der Provision des Validators. Der Vorschlag rechnet mit einer mittleren Provision von 5 Prozent, nach der vom Zielwert rund 3,2 Prozent übrig bleiben.

Der Vorschlag beziffert auch, was das einen Staker kostet. Wer 1.000 NEAR im Staking hält, besitzt nach zwei Jahren rund 20 NEAR weniger, als er bei 2,5 Prozent Emission hätte. Damit dieser Halter gleich dasteht, muss NEAR um 1,66 bis 1,83 Prozent im Wert steigen; die beiden Werte nennt der Text an unterschiedlichen Stellen. Etwas mehr als die Hälfte davon liefert nach der Rechnung des Autors schon das kleinere Angebot.

Zwei Rechenstände: Warum die Renditezahlen zur NEAR-Emission abweichen

In Berichten zu HSP-029 tauchen zwei Zahlenreihen auf. Die Zusammenfassung des Vorschlags nennt einen Rückgang der Brutto-Rendite von 4,80 über 3,93 auf 3,07 Prozent. Die Tabelle im selben Text nennt 5,268, 4,320 und 3,372 Prozent. Der Unterschied kommt aus der Staking-Quote: Die erste Reihe stammt aus einer Messung mit rund 47 Prozent gesperrtem Angebot, die zweite aus einer späteren Messung mit 42,71 Prozent.

Zwischen den beiden Messungen hatten Halter rund 54,5 Millionen NEAR aus dem Staking abgezogen, während der Kurs in zwei Wochen von 2,31 auf 4,30 Dollar stieg. Die aktive Validatorengruppe schrumpfte in dieser Zeit von 424 auf 406. Für die Zielrendite ergibt sich so eine Spanne von 3,07 bis 3,37 Prozent, je nachdem, wie viel NEAR in zwei Jahren gesperrt ist.

Im Forum wies ein Teilnehmer zudem auf einen Tippfehler hin: Für Monat sechs nennt die Tabelle 4,622 Prozent, die eigene Formel ergibt aber 4,794 Prozent, und so zeigt es auch die Grafik im Vorschlag. Unsere Grafik unten nutzt den korrigierten Wert.

Liniendiagramm: NEAR-Emissionsobergrenze sinkt in 24 Monaten von 2,5 auf 1,6 Prozent, die Brutto-Staking-Rendite von 5,268 auf 3,372 Prozent
Emissionsrampe nach HSP-029: Die Rendite fällt schneller als die Obergrenze, weil die Staking-Quote im Nenner steht.

Verwässerung für Halter ohne Staking: 57,3 Prozent des NEAR-Angebots profitieren

Verwässerung bedeutet, dass der eigene Anteil am Gesamtangebot schrumpft, weil laufend neue Token entstehen. Wer NEAR nicht im Staking hält, bekommt von der Emission nichts ab und verliert so Jahr für Jahr Anteil. Nach dem Vorschlagstext betrifft das 57,3 Prozent des Angebots.

Für diese Halter ist die Senkung ein klarer Vorteil: Ihr Anteil schrumpft langsamer, ohne dass sie etwas tun müssen. Der Autor vergleicht die heutige Emission mit einem Unternehmen, das dauerhaft neue Aktien am Markt verkauft. Staker dagegen tauschen eine höhere Rendite gegen ein knapperes Angebot.

Wer seine NEAR auf einer Börse ohne Staking liegen hat, sollte das im Blick behalten. Die Differenz zwischen 0 und gut 3 Prozent Jahresrendite bleibt auch nach der Senkung spürbar. Welche Anbieter Staking für NEAR anbieten und zu welcher Provision, zeigt unser Vergleich der Staking-Plattformen.

Validatoren unter Druck: 24 von 405 Pools verlieren die Eigenständigkeit

Ein Validator ist ein Rechner, der Blöcke prüft und erzeugt und dafür Belohnungen erhält. Delegatoren übertragen ihm ihre NEAR und zahlen dafür eine Provision. Kleine Validatoren mit wenig eigenem Bestand leben von dieser Provision und vom Ertrag auf das eigene Guthaben.

Der Vorschlag legt die Folgen offen: Bei einem Kurs von 4,30 Dollar sinkt die Zahl der Pools, die ihre Betriebskosten selbst decken, von 170 auf 146. Von 405 untersuchten Pools verlieren damit 24 ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit. Angesetzt sind Kosten von 500 Dollar im Monat für Blockproduzenten und 200 Dollar für einfache Knoten.

Zur Einordnung gehört der Interessenkonflikt, den der Autor selbst nennt. SVRN hält rund 55 Millionen NEAR, mehr als 90 Prozent davon im Staking, und stellt damit über 8 Prozent des gesperrten Angebots. Die Senkung kostet SVRN nach eigener Rechnung rund 855.000 NEAR im Jahr. Solana hatte im August 2026 einen vergleichbaren Schritt beschlossen: SGP-0002 wurde mit 67,001 Prozent des gestakten Bestands angenommen, das Renditeziel liegt dort bei 2,25 Prozent.

NEAR-Kurs bei 3,87 Dollar: Minus 14 Prozent in einer Woche

Die Kursbilanz der vergangenen Tage ist schwach. Auf Sicht von sieben Tagen verlor NEAR 14,2 Prozent, über 30 Tage 20,6 Prozent. Auf Jahressicht steht dagegen noch ein Plus von 92 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von 5,07 Milliarden Dollar liegt NEAR auf Rang 21.

Seit unserem letzten Kursbericht hat sich die Lage verschärft. Am 2. November ging es um den Rutsch unter 4,30 Dollar. Diese Marke liegt inzwischen rund 10 Prozent über dem aktuellen Kurs, und auch die runde Marke von 4 Dollar ist gefallen. Am 18. Oktober hatte NEAR noch 4,69 Dollar gekostet, seitdem sind es 17,5 Prozent weniger.

Die Emissionssenkung wirkt auf den Kurs, wenn überhaupt, erst über Jahre. Sie verringert den laufenden Verkaufsdruck aus neu ausgeschütteten Token, der heute bei rund 89.517 NEAR am Tag liegt. Kurzfristig bestimmen Gesamtmarkt und Stimmung den Preis.

Kursmarken bei NEAR Protocol: 3,74 Dollar unten, 4,08 Dollar oben

Das Tagestief vom 3. November liegt bei 3,74 Dollar, das Tageshoch bei 4,08 Dollar. Fällt der Kurs unter das Tagestief, ist der Rückgang nicht mehr nur eine Fortsetzung der Vortage. Darüber liegen die 4 Dollar als runde Marke und die 4,30 Dollar, an denen NEAR am 2. November nach unten durchbrach.

Eine weiter entfernte Marke liefert der Vorschlag selbst: Vor dem Anstieg im September stand NEAR bei 2,31 Dollar. Bis dorthin wäre der gesamte Anstieg des Herbstes wieder abgegeben. Wer NEAR mit Hebel handelt, etwa über Perpetual-Kontrakte, sollte die Liquidationsschwelle seiner Position gegen diese Marken legen. Ein Perpetual ist ein Terminkontrakt ohne Ablaufdatum; fällt der Kurs bis zur Liquidationsschwelle, schließt die Börse die Position zwangsweise.

NEAR-Staking in Deutschland: Kaufweg, Verwahrung und MiCA-Zulassung

Für Anleger in Deutschland führt der Weg zu NEAR meist über eine Börse oder einen Broker. Seit der EU-Verordnung MiCA brauchen Anbieter von Kryptodienstleistungen eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister, in Deutschland über die BaFin. Ob ein Anbieter diese Zulassung hat, steht im öffentlichen Register der ESMA. Eine Übersicht zugelassener Anbieter findest du in unserem Vergleich der regulierten Kryptobörsen.

Beim Staking gibt es zwei Wege. Beim Börsen-Staking verwahrt der Anbieter die NEAR und gibt einen Teil der Belohnung weiter, oft nach einer eigenen Gebühr zusätzlich zur Validator-Provision. Beim direkten Staking aus einer eigenen Wallet bleiben die Schlüssel bei dir, und du wählst den Validator selbst. Dann siehst du auch, wie dein Validator zu Vorschlägen wie HSP-029 steht; danach fragten Delegatoren im Forum ausdrücklich.

Wichtig für die Planung: Gestakte NEAR sind nicht sofort verfügbar. Nach dem Unstaking vergehen bei NEAR mehrere Epochen, bevor die Token wieder frei sind. Wer bei einem weiteren Kursrutsch schnell verkaufen will, kann das mit gesperrten Token nicht.

Staking-Erträge und Steuer: Freigrenze, Haltefrist und Zuflussprinzip

In Deutschland gelten Staking-Belohnungen im Zeitpunkt des Zuflusses als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG, bewertet zum Marktkurs. Bis zu einer Freigrenze von 256 Euro im Jahr bleiben solche Einkünfte steuerfrei; wird sie überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Eine niedrigere Rendite heißt also auch: weniger zu versteuernde Erträge, und kleinere Bestände bleiben länger unter der Freigrenze.

Für den späteren Verkauf gilt die einjährige Haltefrist. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums verlängert Staking diese Frist nicht auf zehn Jahre. Jede Belohnung startet allerdings ihre eigene Haltefrist ab dem Tag des Zuflusses. Bei täglichen Ausschüttungen entstehen so viele kleine Posten mit eigenem Datum. Ein Krypto-Steuer-Tool hält diese Posten auseinander.

NEAR-Emission: Vor Februar 2027 ändert sich an der Rendite nichts

Die Entscheidung ist gefallen, die Wirkung kommt langsam. Bis die Validatoren das Upgrade übernehmen und die Schonfrist abläuft, bleibt die Emission bei 2,5 Prozent. Danach sinkt die Brutto-Rendite schrittweise auf 3,07 bis 3,37 Prozent. Drei Schritte helfen, die Zeit bis dahin zu nutzen:

  1. Staking-Anbieter vergleichen: Provision und Zusatzgebühren entscheiden bei sinkender Rendite stärker über das Ergebnis. Die Konditionen stehen im Vergleich der Staking-Plattformen.
  2. Zulassung der Börse prüfen: Liegen deine NEAR bei einem Anbieter, gehört dessen MiCA-Zulassung zur Grundprüfung. Hilfe bietet der Vergleich regulierter Kryptobörsen.
  3. Staking-Erträge dokumentieren: Jeder Zufluss zählt mit Datum und Kurs. Ein Werkzeug aus dem Vergleich der Steuer-Tools übernimmt das automatisch.

(Stand: 3. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu NEAR-Emission und Staking

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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