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NEAR bleibt bei 2,5 Prozent Emission statt 1,6: Was du bei der Staking-Rendite jetzt tun kannst

Die Senkung der NEAR-Emission auf 1,6 Prozent steht nicht im Protokoll, sie ist ein Entwurf und braucht ein Validator-Upgrade. Eigene Erhebung: 601,0 Millionen NEAR liegen bei 403 Validatoren, die Staking-Quote von 45,90 Prozent drückt die Bruttorendite auf 4,90 Prozent.

Schwere Metallmünze mit tief eingeprägtem NEAR-Zeichen steht schräg auf einer geriffelten Stahlplatte in einer dunklen Werkstatt, dahinter unscharf gestapelte Münzen
12 Min. Lesezeit
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Das NEAR-Mainnet erzeugt weiterhin bis zu 2,5 Prozent neue Token im Jahr. Der Vorschlag, diese Obergrenze auf 1,6 Prozent zu senken, steht am 18. Oktober 2026 nicht im Protokoll. Er trägt bis heute den Status eines Entwurfs, und er kann nach seinem eigenen Wortlaut nicht allein durch eine Abstimmung wirksam werden. Wer NEAR im Staking hält, rechnet deshalb bis zu einem Protokoll-Upgrade mit der alten Rate weiter.

Der Kurs läuft in die andere Richtung. NEAR notiert bei 4,69 US-Dollar, 6,2 Prozent unter dem Stand von vor 24 Stunden und 17,56 Prozent unter dem Stand von vor einer Woche. Damit ist NEAR der schwächste Wert der 25 größten Kryptowährungen auf Wochensicht, vor Zcash mit minus 16,52 Prozent und Cardano mit minus 15,88 Prozent. Bitcoin verlor im selben Zeitraum 3,23 Prozent, Ether 7,33 Prozent. Alle Kursangaben in diesem Artikel stammen aus den Marktdaten von CoinGecko, Stand 18. Oktober 2026.

Der Emissionswert im NEAR-Protokoll steht weiter bei 2,5 Prozent

Die jährliche Obergrenze für neue NEAR ist ein Parameter im Protokoll, kein Vorsatz einer Stiftung. Im Protokoll steht sie als Bruch: ein Vierzigstel, also 2,5 Prozent des Gesamtbestands. Die Entwicklerdokumentation des Projekts beschreibt denselben Wert als Zielgröße und formuliert, der Zielwert werde so berechnet, dass er auf das Jahr gerechnet 2,5 Prozent des Gesamtbestands ergebe (NEAR-Dokumentation).

Dieser Wert liegt am 18. Oktober 2026 unverändert im laufenden Mainnet, in Protokollversion 86. Konkret bedeutet das in Stückzahlen: Bei einem Gesamtbestand von 1.309,3 Millionen NEAR dürfen im Jahr bis zu 32,7 Millionen neue Token entstehen. Bei einer Obergrenze von 1,6 Prozent wären es 20,9 Millionen.

Warum die Emissionsrate für Staker die wichtigere Zahl ist

Staking-Belohnungen bei NEAR kommen nicht aus Transaktionsgebühren. Die Gebühren werden nach Abzug des Vertragsrabatts verbrannt, die Belohnungen stammen aus der Emission. Sinkt die Emissionsrate, sinkt der Topf, aus dem alle Staker bezahlt werden. Steigt gleichzeitig die Menge der gebundenen Token, teilt sich derselbe Topf auf mehr Einsatz auf. Beides zusammen ergibt die Rendite, die am Ende auf dem Konto landet.

Was der Entwurf zur Senkung auf 1,6 Prozent vorsieht

Der Vorschlag liegt seit dem 7. Oktober 2026 im Governance-Forum von NEAR. Eingebracht hat ihn Sal Ternullo für SVRN, nach Angabe des Dokuments die OceanPal Inc., an der NASDAQ unter dem Kürzel SVRN notiert. Vorgesehen ist ein linearer Abstieg der maximalen Jahresemission von 2,5 auf 1,6 Prozent über 24 Monate, umgerechnet etwa 3,75 Basispunkte je Monat. Davor liegt eine Karenz, die das Dokument an einer Stelle mit 90 Tagen und an anderer Stelle mit einem vollen Quartal angibt.

Die Aufteilung der Belohnungen bleibt nach dem Entwurf bei 90 Prozent für die Staking-Teilnehmer und 10 Prozent für die Projektkasse; gemessen nennt das Dokument 10,13 Prozent und korrigiert damit die oft zitierte Aufteilung von 96 zu 4. Über die 24 Monate des Abstiegs würden nach der Rechnung des Entwurfs 11,8 Millionen NEAR nicht entstehen, das entspricht 0,86 Prozent des Bestands. Über sechs Jahre nennt das Dokument 66,1 Millionen NEAR oder 4,36 Prozent, bewertet mit rund 284 Millionen US-Dollar bei einem Kurs von 4,30 Dollar.

Zur Rendite nennt der Entwurf in seiner Tabelle 5,268 Prozent brutto heute und 3,372 Prozent am Ziel von 1,6 Prozent, jeweils bei einer angenommenen Staking-Quote von 42,71 Prozent. In einem anderen Abschnitt desselben Dokuments stehen 4,80, 3,93 und 3,07 Prozent für die ersten beiden Jahre. Die Spanne bleibt so stehen, wie sie im Dokument steht: Wer mit einer dieser Zahlen plant, plant mit einer Zahl aus einem Entwurf, der sich selbst an zwei Stellen unterschiedlich rechnet.

Gläserne Sanduhr auf dunklem Holztisch, der obere Kolben ist nur noch zu einem Drittel gefüllt, daneben ein aufgeschlagener Terminkalender mit leeren Seiten
Der ursprünglich genannte Abstimmungstermin liegt eine Woche zurück, der Emissionswert im Protokoll steht unverändert.

Eine Abstimmung allein ändert die Emissionsrate nicht

Der entscheidende Satz steht im Entwurf selbst: Der Vorschlag könne nicht allein durch eine Abstimmung im House of Stake wirksam werden. Die Obergrenze sei ein Protokollparameter, und ihre Änderung verlange die Übernahme durch die Validatoren im üblichen Upgrade-Verfahren. Das Dokument führt dazu zwei Stufen auf, eine Ratifizierung in der Governance und anschließend die Übernahme im Protokoll. Formal ist der Vorschlag als Entscheidung mit Supermajority-Erfordernis eingetragen und steht weiterhin auf dem Status Entwurf.

Unsere Meldung vom 3. Oktober hatte den Vorschlag vor der Abstimmung beschrieben. Zwei Wochen später lautet der Befund anders: Nicht die Abstimmung ist die Hürde, sondern das Upgrade danach. Solange die Validatoren den neuen Wert nicht fahren, bleibt es bei 2,5 Prozent, unabhängig davon, wie eine Governance-Runde ausgegangen ist.

Die Staking-Rendite hängt an zwei Größen, nicht an einer

Die Formel hinter den Zahlen des Entwurfs ist schlicht: Man nimmt die Emissionsrate, zieht den Anteil der Projektkasse ab und teilt das Ergebnis durch die Staking-Quote. Mit den Annahmen des Dokuments ergibt das 2,5 Prozent mal 0,9, geteilt durch 42,71 Prozent, also die genannten 5,268 Prozent. Dieselbe Formel mit 1,6 Prozent ergibt 3,372 Prozent. Die Rechnung ist nachvollziehbar, sie hängt aber vollständig an der Staking-Quote, die darin steckt.

Genau diese Quote ist keine Konstante. Die Quote verschiebt sich mit jedem Staker, der Token bindet oder abzieht, und zwar schneller als ein Protokollparameter. Deshalb lohnt der Blick darauf, wie hoch sie heute wirklich liegt. Wer selbst mit einer Rendite plant, findet die aktuellen Konditionen der Anbieter in unserem Vergleich der Staking-Plattformen; die hier gerechneten Werte sind Bruttowerte des Protokolls, vor jeder Gebühr eines Validators oder einer Börse.

Eigene Erhebung: 601,0 Millionen NEAR liegen bei 403 Validatoren

Am 18. Oktober 2026 sind im NEAR-Mainnet 601,0 Millionen NEAR an aktive Validatoren gebunden, verteilt auf 403 Adressen. Bezogen auf den Gesamtbestand von 1.309,3 Millionen NEAR ergibt das eine Staking-Quote von 45,90 Prozent. Weil der umlaufende Bestand bei NEAR praktisch dem Gesamtbestand entspricht, führt die Wahl der Bezugsgröße hier zu keinem anderen Ergebnis. Aus der Vorepoche sind zudem 13 Validatoren aus dem aktiven Satz gefallen.

Grundlage sind die Protokollwerte des NEAR-Mainnets und die Einsätze aller 403 aktiven Validatoren, dazu der Gesamtbestand aus dem jüngsten Block. Geprüft wurden damit 403 Validatoren-Einsätze und vier Protokollwerte. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 18. Oktober 2026 selbst erhoben.

Eine Epoche dauert zwölf Stunden

Aus denselben Protokollwerten folgt die Länge einer Epoche: 43.200 Blöcke bei einem Block je Sekunde, also zwölf Stunden. Diese Zahl ist für Staker praktisch relevant, denn Belohnungen und Wechsel im Validatorensatz richten sich nach Epochen, nicht nach Kalendertagen. Wer seine NEAR aus dem Staking abmeldet, bekommt sie nicht sofort zurück; die Freigabe dauert mehrere Epochen. Wie viele es genau sind, hängt vom Validator oder vom Anbieter ab und steht in deren Bedingungen.

Mit der heutigen Quote fällt die Rendite niedriger aus als im Entwurf

Setzt man die selbst erhobene Quote von 45,90 Prozent in die Formel des Entwurfs ein, verschieben sich beide Enden nach unten. Heute ergibt die Rechnung 4,90 Prozent brutto statt der genannten 5,268 Prozent. Am Ziel von 1,6 Prozent ergibt sie 3,14 Prozent statt 3,372 Prozent. Der Grund dafür ist kein neuer Beschluss, sondern Arithmetik: Dieselbe Emission verteilt sich auf mehr gebundene Token.

Der Entwurf nennt keine Bezugsgröße für seine 42,71 Prozent, deshalb sind die beiden Quoten nicht zwangsläufig nach derselben Definition gemessen, und die Differenz von 3,19 Prozentpunkten kann teils daher kommen. Die Richtung bleibt davon unberührt. Je mehr NEAR im Staking liegen, desto weniger bleibt für den einzelnen Einsatz übrig, und die Rendite, mit der ein Entwurf vom 7. Oktober rechnet, ist nicht die Rendite, die ein Staker am 18. Oktober sieht.

Minus 17,56 Prozent in sieben Tagen, plus 27,91 Prozent in dreißig

Das Kursbild hängt vom gewählten Fenster ab, und beide Fenster gehören in dieselbe Betrachtung. Auf Wochensicht verliert NEAR 17,56 Prozent und liegt damit am Ende der Top 25. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 27,91 Prozent. Das Wochenhoch lag am 12. Oktober bei 5,89 Dollar, das Tageshoch bei 5,05 Dollar, das Tagestief bei 4,63 Dollar. Bei einem Marktwert von 6,15 Milliarden Dollar und einem Tagesumsatz von 620,6 Millionen Dollar steht NEAR auf Rang 20.

Aus Sicht der Redaktion trägt der Emissionsstreit den Wochenverlust nicht allein. Dagegen spricht die Breite der Bewegung: Zcash, Cardano und Stellar verloren im gleichen Zeitraum 16,52, 15,88 und 15,05 Prozent, ohne eigenen Emissionsvorschlag. Dafür spricht die Reihenfolge: NEAR fällt stärker als diese drei, und bei einem Token, dessen Rendite an einem offenen Parameter hängt, ist eine unentschiedene Lage ein Abschlag. Belegbar ist beides nur als Zusammenhang, nicht als Ursache; ein Kursziel folgt daraus nicht.

Was sich seit unserem NEAR-Artikel vom 16. Oktober geändert hat

Am 16. Oktober stand NEAR bei 5,26 Dollar, als wir über den vertraulichen Einzahlungsweg für SOL auf NEAR berichtet haben. Bis zum 18. Oktober sind daraus 4,69 Dollar geworden, ein Minus von 10,8 Prozent in zwei Tagen. Die Marke von 5 Dollar, die damals noch hielt, ist in dieser Zeit gefallen und war seither nicht zurückerobert; das Tageshoch von 5,05 Dollar lag knapp darüber, das Tagestief bei 4,63 Dollar deutlich darunter.

Neu dazugekommen ist seitdem nichts am Protokoll, und genau das ist der Befund. Zwischen dem 16. und dem 18. Oktober hat sich die Emissionsrate nicht bewegt, die Staking-Quote liegt bei 45,90 Prozent, und die Obergrenze steht bei 2,5 Prozent. Verändert hat sich allein der Preis, zu dem diese Rendite gekauft wird.

Kaufweg in Deutschland: MiCA-Zulassung der Börse und die Verwahrung danach

Wer NEAR in Deutschland kauft, kauft seit der europäischen Krypto-Verordnung MiCA bei einem Anbieter, der dafür zugelassen sein muss. MiCA ist die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte; sie legt fest, welche Anbieter Kryptowerte in der EU anbieten und verwahren dürfen. Praktisch heißt das beim Einstieg: Prüfe, unter welcher Zulassung dein Handelsplatz arbeitet, und ob er NEAR auch nach einer Protokolländerung weiter unterstützt. Die Kosten der Handelsplätze unterscheiden sich dabei deutlich, der Vergleich am Ende dieses Artikels stellt sie nebeneinander.

Beim Staking kommt die Verwahrfrage dazu. Gibst du NEAR an einen Validator oder an eine Börse, liegt die Verfügung für die Dauer der Bindung nicht mehr bei dir. Das ist bei einer Rendite von rechnerisch 4,90 Prozent brutto eine andere Abwägung als bei zehn Prozent, und es ist eine andere Abwägung, wenn die Rendite über 24 Monate in Richtung drei Prozent laufen soll.

Hebel und Liquidation: Was ein Wochenverlust von 17,56 Prozent auslöst

Eine gehebelte Position auf NEAR übersteht eine Woche wie diese nur mit Abstand zur Liquidationsschwelle. Bei zehnfachem Hebel genügt eine Gegenbewegung von rund zehn Prozent, um den Einsatz auszulöschen; NEAR hat allein zwischen dem 16. und dem 18. Oktober 10,8 Prozent verloren. Zwischen Tageshoch und Tagestief lagen 8,3 Prozent. Wer mit Hebel arbeitet, rechnet diese Spanne gegen seinen Puffer, nicht gegen den Schlusskurs.

Geöffneter dicker Aktenordner auf einem hellen Küchentisch, daneben ein alter Tischrechner mit Papierstreifen und ein Kugelschreiber im warmen Seitenlicht
Staking-Erträge und Verkaufsgewinne laufen in Deutschland in zwei verschiedene Zeilen der Steuererklärung.

Haltefrist und Steuer: Staking-Erträge laufen anders als Verkaufsgewinne

Für deutsche Anleger trennt das Einkommensteuergesetz zwei Vorgänge, die beim Staking zusammenfallen. Der Verkauf von NEAR fällt unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG mit der dort geregelten Jahresfrist. Die laufenden Staking-Belohnungen sind davon getrennt zu betrachten und landen regelmäßig bei den sonstigen Einkünften nach § 22 EStG.

Praktisch zählt beim Staking jede einzelne Belohnung mit ihrem Zeitpunkt und ihrem Wert. Bei einer Rendite von rechnerisch 4,90 Prozent brutto und einer Auszahlung je Epoche, also zweimal am Tag, kommen im Jahr einige Hundert Einzelvorgänge zusammen. Wer das von Hand führt, verliert Zeit; die gängigen Werkzeuge dafür nehmen die Zählarbeit ab. Für die Einordnung des eigenen Falls bleibt die Steuerberatung zuständig, dieser Text ersetzt sie nicht.

NEAR-Staking: Bis zur Protokolländerung bleiben 2,5 Prozent Emission

  1. Die eigene Rendite nachrechnen. Bruttowert des Protokolls sind am 18. Oktober 2026 rechnerisch 4,90 Prozent; was bei dir ankommt, liegt nach Gebühr des Validators oder der Börse darunter. Die Konditionen der Anbieter stehen im Vergleich der Staking-Plattformen.
  2. Die Belege für das Steuerjahr sammeln. Jede Belohnung zählt mit Zeitpunkt und Wert, bei zwei Auszahlungen am Tag summiert sich das. Ein Werkzeug aus dem Vergleich der Steuer-Tools nimmt die Zählarbeit ab.
  3. Den Handelsplatz prüfen, bevor du nachkaufst. Zulassung, Kosten und Verfügbarkeit von NEAR unterscheiden sich deutlich; der Börsenvergleich stellt sie nebeneinander. Den Entwurf selbst kannst du im Governance-Forum von NEAR mitlesen.

(Stand: 18. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Kryptowerte sind hochvolatil, ein Totalverlust ist möglich.)

Häufige Fragen zu NEAR

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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