Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

3,8 Millionen Dollar zurück vom Angreifer: Warum der NEAR-Kurs gerade 7,8 Prozent steigt

Der Angreifer hat die vollen 3,8 Millionen Dollar aus dem NEAR-Intents-Exploit zurückgeschickt, und der NEAR-Kurs steigt um 7,8 Prozent auf 5,23 Dollar. Was hinter der Erholung steckt, welche Rolle der Bitwise-ETF NRR spielt und was daraus für Kaufweg, Haltefrist und Verwahrung folgt.

Ein einzelner Heißluftballon steigt mit leuchtender Brennerflamme steil aus einem dunklen Tal auf, tief darunter die Lichtreihen einer nächtlichen Rechenzentrumslandschaft.
12 Min. Lesezeit
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Der Angreifer, der am 1. Oktober rund 3,8 Millionen Dollar aus dem Cross-Chain-Dienst NEAR Intents abgezogen hatte, hat das Geld vollständig zurückgeschickt. Seitdem dreht der Kurs von NEAR Protocol nach oben: 5,23 Dollar am Dienstagmorgen, dem 6. Oktober 2026, ein Plus von 7,8 Prozent binnen eines Tages und von 14,4 Prozent auf Wochensicht. Das sind die Daten von CoinGecko. Damit war NEAR der einzige Coin unter den 25 größten Kryptowerten ohne Stablecoins, der an diesem Morgen mehr als fünf Prozent Tagesbewegung zeigte.

Zwei belegte Entwicklungen fallen hier zusammen, und beide sind älter als der Kurssprung: die vollständige Rückgabe der abgezogenen Summe und der Start des ersten US-Spot-ETF auf NEAR am 29. September. Was davon wie stark wirkt, lässt sich nicht aufteilen. Was sich sagen lässt: Das Risiko, das eine Woche lang auf dem Token lag, ist in der Höhe von 3,8 Millionen Dollar vom Tisch.

Der Omni-Fehler bei NEAR Intents: 3,8 Millionen Dollar über die BNB Chain

Der Vorfall traf am 1. Oktober nicht die NEAR-Blockchain selbst, sondern einen Dienst darauf. Betroffen war die Omni-Infrastruktur, die bei NEAR Intents Einzahlungen und Auszahlungen abwickelt. Der Fehler saß in der Art, wie diese Infrastruktur mit den Smart Contracts kommunizierte. Der Abfluss blieb auf die BNB Chain begrenzt, der große Teil der Beute bestand aus dem Stablecoin USDT.

Was NEAR Intents technisch macht

NEAR Intents ist ein Dienst für den Tausch von Kryptowerten über Netzwerkgrenzen hinweg. Ein Intent ist dabei eine Absichtserklärung: Du legst fest, was du am Ende haben willst, und ein Netz von Dienstleistern sucht den Weg dorthin. Anders als bei einer klassischen Bridge wird kein Token in einem Vertrag auf der einen Seite eingeschlossen und auf der anderen neu ausgegeben. Die technische Beschreibung dazu steht in der technischen Dokumentation des Projekts.

Dass der Angriff die Abwicklungsschicht traf und nicht das Protokoll, ist mehr als eine Feinheit. Wer NEAR in einer eigenen Wallet hielt und den Tauschdienst nie benutzte, war von dem Abfluss nicht betroffen. Betroffen waren Mittel in der Omni-Abwicklung. Das Team hat zugesagt, geschädigte Nutzer vollständig zu entschädigen.

Die Sicherheitsschicht des Dienstes meldete den Zugriff selbst, woraufhin NEAR Intents rund eine Stunde abgeschaltet wurde. In dieser Zeit wurde die Lücke auf der Vertragsseite geschlossen. Die Kernfunktionen liefen danach wieder, einzelne Cross-Chain-Funktionen blieben während der Reparatur abgeschaltet. Den Auszahlungsstopp und seine Gründe haben wir am 1. Oktober im Einzelnen beschrieben.

48 Stunden Ultimatum: Wie der Angreifer identifiziert wurde

Innerhalb von 24 Stunden nach dem Abfluss hatte das Team die Person hinter dem Zugriff nach eigenen Angaben identifiziert. Danach setzte es eine Frist von 48 Stunden für die Rückgabe und veröffentlichte Adressen, an die das Geld gehen sollte. Das ist ein in der Branche übliches Vorgehen, das auf die Drohkulisse einer Strafverfolgung setzt und dem Gegenüber gleichzeitig einen Ausweg lässt.

Der Ausweg wurde genutzt. Wenige Stunden nach der Frist meldete sich die Gegenseite verhandlungsbereit, und noch innerhalb der gesetzten Zeit kam die volle Summe zurück. Das Team stellte die Untersuchung daraufhin ein.

Eine Einordnung gehört dazu: Eine Rückgabe nach einem Ultimatum ist kein Beweis dafür, dass dieses Mittel verlässlich funktioniert. In vielen Fällen der vergangenen Jahre blieb das Geld verschwunden. Bei NEAR Intents kam zusammen, dass die Spur frisch war, die Summe im Verhältnis zum Entdeckungsrisiko klein und der Abfluss auf eine einzige Chain begrenzt.

Makroaufnahme eines aufgefaecherten Glasfaserbuendels mit weiss und bernsteinfarben gluehenden Faserenden, eine Faser sauber getrennt und wieder zusammengefuegt.
Der Fehler saß nicht in der Blockchain, sondern in der Abwicklungsschicht, die Ein- und Auszahlungen über mehrere Netzwerke verbindet.

Bug Bounty statt Exploit: Die Worte von Shevchenko und Polosukhin

Alex Shevchenko, General Manager von NEAR Intents und Mitgründer von Aurora Labs, bestätigte die Rückgabe öffentlich und verband sie mit einer Aufforderung: „The funds from the $3.8M NEAR Intents hack were sent back in full. We are stopping the investigation. Please use bug bounties instead of disrupting the services.“ Auf Deutsch: Das Geld sei vollständig zurückgeschickt, die Untersuchung werde eingestellt, und Sicherheitsforscher sollten die vorhandenen Programme für gemeldete Lücken nutzen statt laufende Dienste zu stören.

Illia Polosukhin, Mitgründer von NEAR Protocol, schloss sich dem an: „For security researchers looking for exploits, we encourage you to use bug bounties. They exist for a reason.“ Ein Bug-Bounty-Programm ist eine ausgeschriebene Belohnung dafür, eine Schwachstelle an den Betreiber zu melden, statt sie auszunutzen.

Für dich als Anleger ist daran weniger die Mahnung interessant als die Tatsache, dass beide Aussagen namentlich und mit Funktion zugeordnet sind. Bei Vorfällen dieser Größe kursieren regelmäßig Zahlen aus anonymen Quellen. Hier stehen Höhe, Ursache und Ausgang mit Namen dahinter.

Der Bitwise-ETF NRR: 35,5 Millionen Dollar Zufluss am ersten Handelstag

Der zweite belegte Grund für die Nachfrage ist jünger als eine Woche. Am 29. September startete der erste US-Spot-ETF auf NEAR, aufgelegt von Bitwise, gehandelt unter dem Kürzel NRR an der NYSE Arca. Die Verwaltungsgebühr beträgt 0,75 Prozent im Jahr. Bitwise hat angekündigt, einen erheblichen Teil der gehaltenen Token zu staken.

Die Zahlen des ersten Handelstages hat der Anbieter selbst veröffentlicht: 36 Millionen Dollar verwaltetes Vermögen, 35,5 Millionen Dollar Nettozufluss, 15,1 Millionen Dollar Handelsvolumen. Dafür wurden rund 7,2 Millionen NEAR gekauft, etwa 0,55 Prozent der umlaufenden Menge. Der Kurs legte am Starttag um 10,2 Prozent auf 5,38 Dollar zu.

Ein Spot-ETF kauft den Basiswert tatsächlich. Jeder Zufluss ist damit ein Kauf am Markt, der das umlaufende Angebot verkleinert. Bei einem Token mit rund 1,31 Milliarden Stück im Umlauf sind 0,55 Prozent an einem Tag eine Größe, die man nicht wegdiskutieren kann. Gleichzeitig gilt die Gegenrichtung genauso: Abflüsse werden zu Verkäufen.

NEAR-Kurs im Detail: 4,87 bis 5,35 Dollar an einem Tag

Die Spanne des Tages lag zwischen 4,87 und 5,35 Dollar. Das sind knapp zehn Prozent zwischen Tief und Hoch innerhalb von 24 Stunden. Der Handelsumsatz von rund 961 Millionen Dollar steht einer Marktkapitalisierung von etwa 6,85 Milliarden Dollar gegenüber, womit NEAR auf Rang 21 lag.

Zur Einordnung nach oben: Das Allzeithoch von 20,44 Dollar stammt vom 16. Januar 2022. Vom aktuellen Niveau aus fehlen dorthin rund 290 Prozent. Wer den Begriff Allzeithoch in Prognosen liest, sollte dieses Datum mitlesen, denn es liegt mehr als vier Jahre zurück.

Der Vergleich zum Gesamtmarkt macht die Bewegung erst interessant. Bitcoin stand am selben Morgen praktisch unverändert, Ethereum ebenfalls. Der Anstieg bei NEAR kam also nicht aus einer allgemeinen Marktbewegung, sondern aus dem eigenen Nachrichtenfluss.

Kaufweg in Deutschland: MiCA-Zulassung und Euro-Paar

Wenn du NEAR in Deutschland kaufen willst, entscheiden zwei praktische Fragen über die Kosten. Die erste ist die Zulassung: Seit die EU-Verordnung MiCA vollständig gilt, brauchen Anbieter von Kryptodienstleistungen eine Erlaubnis einer europäischen Aufsicht, in Deutschland der BaFin. Welche Häuser diese Erlaubnis tragen und was sie kosten, steht in unserem Vergleich der Kryptobörsen.

Die zweite Frage ist das Handelspaar. Gibt es NEAR gegen Euro, zahlst du einmal Handelsgebühr. Führt der Weg über den Dollar oder einen Stablecoin, kommen Umtausch und Spread hinzu, und bei einem Coin, der an einem Tag zehn Prozent Spanne zeigt, fällt der Zeitverlust zwischen zwei Schritten zusätzlich ins Gewicht.

Ein dritter Punkt betrifft ausgerechnet das Thema dieses Artikels: Cross-Chain-Dienste sind bequem, aber sie fügen eine Schicht hinzu, die eigene Fehler haben kann. Wer NEAR schlicht kaufen und halten will, braucht sie nicht.

Menschenleerer Leitstand in einem abgedunkelten Kontrollraum, gebogene Monitorreihe in kaltem Blau, auf der Konsole springt eine rote Warnleuchte auf Gruen um.
Die Sicherheitsschicht des Dienstes meldete den Zugriff selbst, danach stand NEAR Intents rund eine Stunde still.

Verwahrung nach einem Cross-Chain-Exploit: Eigene Schlüssel oder Börsenkonto

Der Vorfall ist ein Lehrstück über die Frage, wo Kryptowerte liegen. Drei Orte sind zu unterscheiden. Auf einer Börse liegen sie im Namen des Anbieters, bei einer eigenen Wallet in deiner Verantwortung, und in einem Abwicklungsdienst wie der Omni-Schicht liegen sie vorübergehend in einem Vertrag, während ein Tausch läuft. Der dritte Ort ist der kürzeste und der am wenigsten beachtete.

Praktisch heißt das: Guthaben, das in einem Tauschvorgang hängt, gehört nicht zu deinem Bestand, sondern zu einem laufenden Prozess. Wer regelmäßig über Netzwerkgrenzen tauscht, sollte Beträge klein halten und nicht wartend liegen lassen. Für alles, was länger bleiben soll, ist die eigene Verwahrung der sauberere Weg; welche Geräte dafür in Frage kommen, zeigt der Vergleich der Hardware-Wallets.

Haltefrist und Steuer: Der 31. Dezember 2026 als Stichtag

Ein Gewinn von 7,8 Prozent an einem Tag wirft sofort die Steuerfrage auf. Derzeit gilt in Deutschland für Kryptowerte die einjährige Haltefrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz: Verkaufst du nach mehr als zwölf Monaten, bleibt der Gewinn aus dem privaten Veräußerungsgeschäft steuerfrei. Verkaufst du vorher, zählt er zum zu versteuernden Einkommen, sofern die Freigrenze überschritten wird.

Dieser Rahmen steht zur Änderung an. Ein Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium sieht eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent unabhängig von der Haltedauer vor. Nach dem derzeitigen Stand des Entwurfs soll das nur für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden; wer bis einschließlich dieses Tages kauft, behält die alte Regel. Das Kabinett soll sich am 14. Oktober 2026 damit befassen. Den Entwurf und seinen Zeitplan haben wir gesondert aufgeschlüsselt.

Was das für dich bedeutet, hängt an deinem Zeithorizont und nicht an der Tagesbewegung. Ein Entwurf ist kein Gesetz, und der Bundestag hat sich damit noch nicht befasst. Wer die Frist dennoch einplanen will, sollte das Anschaffungsdatum jedes Kaufs dokumentieren, denn bei einer Stichtagsregelung wird genau dieses Datum zum entscheidenden Beleg.

Staking und 0,75 Prozent Gebühr: Was den ETF von eigenen Token trennt

Bitwise will einen erheblichen Teil der ETF-Token staken. Staking heißt, Token im Netzwerk zu hinterlegen, um die Absicherung der Blockchain mitzutragen und dafür eine Vergütung zu erhalten. Für den Fonds ist das eine Einnahme, die der Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent gegenübersteht.

Hältst du NEAR selbst, kannst du ebenfalls staken, trägst dafür aber die Arbeit und das Risiko allein: Auswahl des Validators, Sperrfristen beim Abziehen, und steuerlich die Behandlung der Einnahmen, die der Referentenentwurf ausdrücklich den Kapitalerträgen zuordnen will. Welche Plattformen welche Konditionen bieten, steht im Vergleich der Staking-Anbieter.

Der Unterschied liegt nicht in der Rendite allein. Beim ETF kaufst du ein Wertpapier im Depot und hast keine Schlüssel in der Hand. Bei eigenen Token hast du die Schlüssel und damit auch die Pflicht, sie zu sichern.

Hebel und Liquidation: 7,8 Prozent an einem Tag reichen für einen Margin Call

Eine Spanne von 4,87 bis 5,35 Dollar innerhalb eines Tages ist für gehebelte Positionen die eigentliche Nachricht. Bei zehnfachem Hebel genügt eine Gegenbewegung von zehn Prozent, um die Einlage aufzuzehren; die Liquidation greift in der Praxis schon vorher, weil die Börse eine Sicherheitsmarge hält. Am Montag und Dienstag lagen genau diese zehn Prozent zwischen Tief und Hoch.

Dazu kommt bei unbefristeten Terminkontrakten die Finanzierungsrate, die Funding-Rate. Ausgeglichen wird sie mehrmals täglich zwischen Käufer- und Verkäuferseite. Nach einem schnellen Anstieg ist sie typischerweise positiv, was bedeutet, dass Haltekosten auf der Käuferseite anfallen, solange die Position offen bleibt.

Marken nach oben und unten: 5,35 Dollar, 4,87 Dollar und 4,70 Dollar

Nach oben ist das Tageshoch von 5,35 Dollar die nächste Hausnummer, darüber das Startniveau des ETF-Tages von 5,38 Dollar. Nach unten liegt das Tagestief bei 4,87 Dollar, und darunter die Zone um 4,70 Dollar, an der die Erholung ihren Ausgang nahm.

Diese Werte sind Beobachtungspunkte und keine Prognose. Nützlich sind sie dafür, eine Entscheidung vorher festzulegen statt im Moment der Bewegung. Analystenmeinungen zu Kurszielen gibt es reichlich; sie gehören jeweils der Person oder dem Haus zugeschrieben, das sie geäußert hat, und nicht dem Markt.

NEAR nach dem Exploit: So gehst du jetzt vor

  1. Kaufweg und Gebühren klären. Sieh nach, ob dein Anbieter eine europäische Erlaubnis nach MiCA hat und ob es ein Euro-Paar auf NEAR gibt. Beides steht im Vergleich der Kryptobörsen, und beides entscheidet mehr über dein Ergebnis als ein Einstieg wenige Cent tiefer.
  2. Bestand und Tauschguthaben trennen. Was du länger halten willst, gehört nicht in einen Abwicklungsdienst. Prüfmarke ist der Ort der Schlüssel; passende Geräte stehen im Vergleich der Hardware-Wallets.
  3. Haltedauer und Staking vorher entscheiden. Notiere das Anschaffungsdatum und entscheide, ob du Token sperren willst, bevor du sie hinterlegst. Sperrfristen und Konditionen der Anbieter stehen im Vergleich der Staking-Anbieter.

(Stand: 6. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu NEAR Protocol

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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