Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

NEAR Protocol rutscht unter 4,30 Dollar: Wie tief fällt der Kurs noch?

NEAR Protocol verliert am Montag gut 7 Prozent auf rund 4,02 Dollar und reißt die Marke von 4,30 Dollar, seit dem 12. Oktober summiert sich das Minus auf rund 32 Prozent. Am Terminmarkt wurden vor allem Long-Positionen liquidiert; die Marken, die Fakten zu Steuer und Hebel und was beim Kauf zählt.

Bronzener Bär drückt mit der Tatze eine Münze mit dem leuchtend grünen NEAR-Zeichen über die Kante eines Steinsockels in einem nächtlichen Börsensaal
11 Min. Lesezeit
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NEAR Protocol hat am Montag die Marke von 4,30 Dollar verloren. Am Nachmittag gegen 17:10 Uhr deutscher Zeit kostete ein NEAR rund 4,02 Dollar, umgerechnet etwa 3,59 Euro, und damit gut 7 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Seit dem Tageskurs vom 12. Oktober, als NEAR noch bei 5,89 Dollar stand, summiert sich der Rückgang auf rund 32 Prozent. Einen einzelnen Auslöser wie eine Panne im Netzwerk oder eine Meldung des Projekts nennt keine der Quellen, die den Tag begleiten. Sichtbar ist dagegen, dass am Terminmarkt vor allem Wetten auf steigende Kurse aufgelöst wurden.

Der Artikel ordnet die Zahlen ein, zeigt die Marken, an denen sich der Kurs als Nächstes orientiert, und erklärt, worauf Anleger in Deutschland beim Kauf, bei der Steuer, beim Hebel und bei der Verwahrung von NEAR achten sollten.

NEAR-Kurs am 2. November: Die wichtigsten Zahlen

Die folgenden Werte stammen aus den Tageskursen von CoinGecko für die vergangenen 45 Tage und den Marktdaten des Coins am Montagnachmittag. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 2. November 2026 selbst erhoben.

KennzahlWert
Kurs am Montagnachmittag4,02 Dollar (3,59 Euro)
Veränderung in 24 Stundenminus 7,1 Prozent
Spanne in 24 Stunden4,01 bis 4,34 Dollar
Veränderung in sieben Tagenminus 12,1 Prozent
Veränderung in 30 Tagenminus 13,5 Prozent
Veränderung in 60 Tagenplus 102 Prozent
Höchster Tageskurs seit Mitte September5,89 Dollar am 12. Oktober
Marktkapitalisierungrund 5,3 Milliarden Dollar, Rang 21
Handelsvolumen in 24 Stundenrund 507 Millionen Dollar
Allzeithoch20,44 Dollar am 16. Januar 2022

Zwei Zahlen stehen nebeneinander, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Auf Sicht von 60 Tagen hat sich der Kurs verdoppelt, auf Sicht von drei Wochen hat er fast ein Drittel verloren. Wer im September eingestiegen ist, liegt trotz des Montags im Plus. Wer nach dem 12. Oktober gekauft hat, sitzt auf Verlusten zwischen 15 und 32 Prozent, je nach Einstiegstag. Vom Allzeithoch aus dem Januar 2022 ist NEAR rund 80 Prozent entfernt.

Warum fällt NEAR? Long-Liquidationen und sinkendes Open Interest

Das Fachportal Coinpaper hat die Derivatedaten des Tages unter Berufung auf den Datendienst TradRadar ausgewertet (Coinpaper, 2. November 2026). Danach wurden in 24 Stunden NEAR-Positionen im Wert von mindestens 2,83 Millionen Dollar zwangsweise geschlossen. Rund 2,46 Millionen Dollar davon entfielen auf Long-Positionen, also auf Wetten auf steigende Kurse, nur etwa 370.000 Dollar auf Short-Positionen. Das entspricht einem Anteil der Longs von rund 87 Prozent.

Eine Liquidation ist die Zwangsschließung einer gehebelten Position durch die Börse, sobald die hinterlegte Sicherheit, die Margin, den Verlust nicht mehr deckt. Fällt der Kurs, verkauft die Börse die Long-Positionen automatisch, und diese Verkäufe drücken den Kurs zusätzlich. Auf diese Weise kann ein normaler Rücksetzer schneller werden, als es der Spotmarkt allein erklären würde.

Das Open Interest beziffert TradRadar laut Coinpaper auf etwa 856 Millionen Dollar über sieben große Börsen, 6,5 Prozent weniger als am Vortag. Open Interest bezeichnet den Gesamtwert aller offenen Terminkontrakte auf einen Coin. Sinkt es zusammen mit dem Kurs, schließen Händler Positionen, statt neue aufzubauen. Laut derselben Quelle hielten zudem rund 61 Prozent der erfassten Konten auf vier Börsen weiterhin Long-Positionen, das Verhältnis von Long zu Short lag bei 1,56. Viele Händler setzen also noch auf eine Erholung, und genau diese Positionen wären bei einem weiteren Rückgang die nächsten Kandidaten für Zwangsschließungen.

Die Nachrichtenseite TokenPost beschreibt den Verlauf ähnlich (TokenPost, 2. November 2026). Vor dem Rückgang pendelte NEAR zwischen 4,30 und 4,60 Dollar, beide Marken galten als Bereiche, die Käufer verteidigen. Am Montag gab der Kurs unter 4,30 Dollar nach. Einen fundamentalen Grund nennt auch TokenPost nicht.

Reihe schwarzer Dominosteine auf einem dunklen Holztisch, die vorderen sind umgefallen, die Kippbewegung läuft nach hinten weiter
Liquidationen wirken wie eine Dominoreihe: Jede Zwangsschließung kann die nächste auslösen.

Unterstützung gerissen: Die Marken im NEAR-Chart bei 4,00 und 3,59 Dollar

Eine Unterstützung ist ein Kursbereich, in dem in der Vergangenheit genug Kaufinteresse lag, um einen Rückgang zu stoppen. Reißt sie, wird sie häufig zum Widerstand, also zu einer Hürde, an der eine Erholung wieder ins Stocken gerät. Für NEAR ergeben sich aus den Tageskursen und den Quellen des Tages diese Marken:

  • 4,30 Dollar: bisherige Unterstützung, seit Montag die erste Hürde nach oben. Erst ein Tagesschluss darüber würde den Rückgang vom Montag wieder ausgleichen.
  • 4,60 Dollar: die obere Grenze der Spanne, in der NEAR laut TokenPost vor dem Rückgang gehandelt wurde.
  • 4,00 Dollar: die runde Marke, an der der Kurs am Nachmittag notierte. Coinpaper nennt den Bereich von 4,05 bis 4,10 Dollar und dann 4 Dollar als nächste Stützen.
  • 3,59 Dollar: der Tageskurs vom 20. September, bevor die Herbst-Rallye richtig Fahrt aufnahm. Fiele NEAR bis dorthin, wäre ein großer Teil des Anstiegs seit September aufgezehrt.

Am 30. Oktober hatte NEAR schon einmal auf 4,05 Dollar nachgegeben und sich in den beiden folgenden Tagen bis auf 4,43 Dollar erholt. Ob sich das wiederholt, hängt auch davon ab, wie viele der verbliebenen Long-Positionen unter 4 Dollar ihre Liquidationsgrenze haben. Dazu gibt es keine öffentlich belastbare Zahl.

Seit dem 23. Oktober: NEAR verliert weitere 18 Prozent

Der Montag ist nicht der erste deutliche Rücksetzer in diesem Herbst. Am 23. Oktober fiel NEAR um 7,6 Prozent, damals zusammen mit einem Abverkauf bei Chipwerten an der Nasdaq (unser Bericht vom 23. Oktober). Der Tageskurs lag an jenem Tag bei rund 4,88 Dollar. Seitdem hat NEAR weitere 18 Prozent verloren.

Zwei Unterschiede zu damals fallen auf. Erstens traf der Rückgang am Montag NEAR deutlich stärker als den übrigen Markt: Bitcoin lag am Nachmittag nur rund 0,5 Prozent im Minus, Ether leicht im Plus. NEAR fiel also deutlich stärker als die beiden größten Coins. Zweitens lag der Kurs am 23. Oktober noch über der Spanne von 4,30 bis 4,60 Dollar. In dieser Spanne pendelte NEAR laut TokenPost zuletzt, und sie ist jetzt nach unten verlassen.

Nach der Rallye von 102 Prozent: NEAR zwischen Herbsthoch und Altlast

Auf Sicht von 60 Tagen hat sich der NEAR-Kurs trotz des Montags mehr als verdoppelt. Vom 19. September bis zum 12. Oktober stieg der Tageskurs von 3,76 auf 5,89 Dollar, ein Plus von gut 56 Prozent in gut drei Wochen. Ende Oktober kam zudem ein Staking-ETP auf NEAR an die Frankfurter Börse (Bericht vom 29. Oktober).

Nach einer solchen Strecke sitzen viele Halter auf Buchgewinnen, und der Markt reagiert empfindlicher auf jede Schwäche. Für die Kursrichtung der nächsten Wochen liefern die vorliegenden Daten keine Antwort. Belegt ist nur, dass der Abbau von Hebelpositionen die Bewegung am Montag verstärkt hat. Wer langfristig denkt, sollte zudem den Abstand zum Allzeithoch von 20,44 Dollar kennen: Selbst nach der Herbst-Rallye notiert NEAR rund 80 Prozent unter dem Rekord aus dem Januar 2022.

NEAR Protocol ist eine Layer-1-Blockchain, also eine eigenständige Basis-Blockchain mit eigenem Token. Der NEAR-Token bezahlt Transaktionsgebühren und dient als Pfand beim Staking, mit dem Validatoren das Netzwerk absichern. Eine ausführliche Erklärung zu Sharding und Staking findest du in unserem Überblick zu NEAR Protocol.

NEAR kaufen in Deutschland: MiCA-Zulassung der Börse zuerst

Ein Kursrückgang lockt Käufer, die auf eine Erholung setzen. Bevor du kaufst, lohnt der Blick auf den Anbieter. Seit die europäische Kryptoverordnung MiCA gilt, brauchen Börsen und Broker, die Kunden in der EU Kryptowerte anbieten oder für sie verwahren, eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister. Die ESMA führt dazu ein öffentliches Register. Welche Plattformen NEAR führen und wie sich ihre Gebühren unterscheiden, zeigt unsere Übersicht der besten Krypto-Börsen.

Gerade bei Coins außerhalb der Top 10 lohnen drei Prüfungen. Bietet die Börse NEAR im Spothandel an, also als echten Kauf, oder nur als Derivat? Wie hoch ist der Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, an einem bewegten Tag wie diesem? Und lässt sich NEAR auf eine eigene Wallet auszahlen? Fehlt die Auszahlung, bleibst du für die Verwahrung an die Börse gebunden.

Hand hält eine markenlose Hardware-Wallet mit dunklem Display über einem Schreibtisch, daneben ein offenes Notizbuch im Licht einer Schreibtischlampe
Wer NEAR selbst verwahrt, behält die Schlüssel. Eine Hardware-Wallet hält sie offline.

Haltefrist und Steuer: NEAR-Verluste in Deutschland verrechnen

In Deutschland gelten Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen als private Veräußerungsgeschäfte. Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als zwölf Monate, bleibt der Gewinn steuerfrei. Innerhalb der Frist ist er steuerpflichtig, sofern die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. Eine Freigrenze unterscheidet sich von einem Freibetrag: Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn zu versteuern.

Wer NEAR nach dem 12. Oktober gekauft hat und jetzt mit Verlust verkauft, kann diesen Verlust mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnen. Verluste lassen sich auch in spätere Jahre vortragen. Wichtig ist eine lückenlose Aufstellung aller Käufe und Verkäufe, denn das Finanzamt verlangt den Nachweis von Einstandskurs und Haltedauer. Ob die Haltefrist über 2026 hinaus bestehen bleibt, ist politisch offen; den Stand der Beratungen fasst unser Bericht zur Krypto-Haltefrist 2027 zusammen.

Hebel und Liquidation bei NEAR-Perps: Long-Positionen fallen zuerst

Ein Perpetual Future, kurz Perp, ist ein Terminkontrakt ohne Ablaufdatum, mit dem Händler mit Hebel auf steigende oder fallende Kurse setzen. Der Hebel vervielfacht Gewinne und Verluste gleichermaßen. Bei einem Hebel von zehn reicht ein Kursrückgang von knapp 10 Prozent, um die gesamte Margin einer Long-Position aufzuzehren. Am Montag fiel NEAR innerhalb von 24 Stunden um gut 7 Prozent; bei höheren Hebeln wären viele Positionen damit bereits geschlossen worden.

Wer mit Hebel handelt, sollte die Liquidationsgrenze vor dem Einstieg kennen und einen Stopp setzen, der deutlich davor greift. Der Unterschied zwischen isolierter Margin und Cross-Margin ist dabei wichtig. Bei isolierter Margin haftet nur das Kapital der einzelnen Position, bei Cross-Margin das gesamte Guthaben des Kontos. Welche Plattformen für dezentrale Perps welche Sicherungen bieten, vergleicht unsere Übersicht der besten Perp-DEX.

NEAR verwahren und staken: Hardware-Wallet, Emission und ETP

Wer NEAR nicht handelt, sondern hält, kann die Coins selbst verwahren und staken. Beim Staking delegierst du NEAR an einen Validator und erhältst dafür einen Anteil der neu ausgegebenen Token. Die Emission des Netzwerks liegt bei 2,5 Prozent im Jahr, wie cryptoticker.io am 19. Oktober zur Emissionsrate berichtet hat. Die Rendite für den einzelnen Staker hängt davon ab, welcher Anteil aller NEAR gestakt ist und welche Provision der Validator verlangt. Beim Staking über eine Börse kommt deren Gebühr hinzu. Anbieter und Konditionen findest du in unserem Staking-Vergleich.

Für größere Bestände ist eine Hardware-Wallet die übliche Wahl, weil der private Schlüssel das Gerät nicht verlässt. Wer an der Börse kaufen möchte, ohne Coins selbst zu verwahren, hat seit Ende Oktober auch den Weg über ein börsengehandeltes Produkt. Das Staked NEAR ETP von Virtune auf Xetra kostet laut unserem Bericht vom 29. Oktober 1,49 Prozent im Jahr. Hier verwahrt der Emittent, und das Produkt liegt im normalen Wertpapierdepot.

Unabhängig vom Weg bleibt der Kursrückgang derselbe. Gestakte NEAR verlieren im gleichen Maß an Wert wie ungestakte, und die Staking-Erträge von wenigen Prozent im Jahr gleichen einen Rückgang von 7 Prozent an einem Tag nicht aus. Beim direkten Staking kommt eine Wartezeit hinzu: Wer seine NEAR zurückholen will, muss sie vorher aus der Delegation lösen.

NEAR unter 4,30 Dollar: Erst ein Schluss darüber beendet den Rückgang

Der Montag zeigt, wie schnell ein Coin nach einer Rallye an Boden verliert, wenn Hebelpositionen aufgelöst werden. Solange NEAR unter 4,30 Dollar notiert, bleiben 4,00 und 3,59 Dollar die Marken, an denen sich zeigt, ob Käufer zurückkommen. Drei Schritte helfen dir, die Lage für dein eigenes Depot einzuordnen:

  1. Anbieter prüfen: Kaufe NEAR nur bei einer Börse mit MiCA-Zulassung. Welche Plattformen die Zulassung haben, zeigt unsere Liste der regulierten Krypto-Börsen.
  2. Hebel begrenzen: Halte bei gehebelten Positionen Abstand zur Liquidationsgrenze und setze einen Stopp. Plattformen und ihre Sicherungen findest du bei den Perp-DEX im Überblick.
  3. Verwahrung festlegen: Entscheide, ob du NEAR selbst verwahrst und stakst oder über ein ETP hältst. Geräte für die eigene Verwahrung vergleicht unser Hardware-Wallet-Vergleich.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu NEAR Protocol

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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