Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Virtune Staked NEAR ETP auf Xetra: Worauf es bei 1,49 Prozent Gebühr ankommt

Virtune hat den Staked NEAR ETP am 28. Oktober 2026 an der Deutschen Börse Xetra notiert, handelbar in Euro über Scalable Capital, Smartbroker, finanzen.net ZERO und comdirect. Bei 1,49 Prozent Verwaltungsgebühr und 2,6 bis 2,7 Prozent Staking-Rendite bleibt gut ein Prozentpunkt übrig, und steuerlich ist der ETP ein anderes Tier als der Coin in der Wallet.

Menschenleerer nächtlicher Handelssaal einer Wertpapierbörse, in den polierten dunklen Steinboden ist das NEAR-Zeichen als große Messing-Intarsie eingelegt, Bildschirme an den Wänden nur als kalte Lichtflächen
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Seit Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, steht ein zweites Staking-Produkt auf NEAR Protocol im deutschen Handel. Der schwedische Emittent Virtune AB hat seinen Staked NEAR ETP an der Deutschen Börse Xetra notiert und das am 29. Oktober mitgeteilt. Du kaufst ihn über dein normales Wertpapierdepot in Euro, unter der ISIN SE0025837735 und dem Kürzel VRTR. Die wichtigste Zahl steht dabei im Kleingedruckten: 1,49 Prozent Verwaltungsgebühr im Jahr gegen eine Staking-Rendite, die der Emittent mit 2,6 bis 2,7 Prozent angibt.

Damit landet gut ein Prozentpunkt bei dir. Das ist kein Argument gegen das Produkt, aber es ist die Rechnung, die vor den Kauf gehört. Bei den großen Bitcoin-Produkten fallen die Gebühren seit Jahren; bei einem gestakten Altcoin-ETP liegen sie deutlich höher, und die beworbene Rendite relativiert sich entsprechend.

Virtune notiert den Staked NEAR ETP seit dem 28. Oktober an der Deutschen Börse Xetra

Virtune AB mit Sitz in Stockholm ist ein auf Kryptowerte spezialisierter Emittent börsengehandelter Produkte. Nach eigenen Angaben umfasst das Haus 24 ETPs mit rund 340 Millionen US-Dollar verwaltetem Vermögen. Der Staked NEAR ETP ist das 13. Produkt des Anbieters am deutschen Markt.

Ein ETP, kurz für Exchange Traded Product, ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das die Kursentwicklung eines Basiswerts abbildet und wie eine Aktie über die Börse gehandelt wird. Neu ist das Produkt selbst nicht. An der Nasdaq Stockholm läuft es seit dem 20. August 2025, dort allerdings in schwedischen Kronen. Die Xetra-Notierung macht es für deutsche Anleger erstmals ohne Währungsumweg zugänglich.

Virtune-Chef Christopher Kock begründet den Schritt in der Mitteilung vom 29. Oktober mit dem Ausbau des Deutschlandgeschäfts. Man freue sich, die Präsenz in Deutschland mit der Notierung des 13. Produkts am deutschen Markt weiter auszubauen, wird er dort zitiert. Eine Aussage zur erwarteten Nachfrage trifft das Unternehmen nicht.

Für den deutschen Markt ist das der zweite Anlauf bei diesem Basiswert. cryptoticker.io berichtete am 25. September 2026, dass ein Staking-Produkt auf NEAR die Marke von 100 Millionen US-Dollar verwaltetem Vermögen überschritten hatte, getrieben vom Kurs und nicht von frischen Zuflüssen. Wer heute vergleichen will, hat damit zwei Wege zur Auswahl. Einen Überblick über die hierzulande handelbaren Produktgattungen findest du in unserem Leitfaden zu Krypto-ETFs und ETPs in Deutschland.

ISIN SE0025837735 und Kürzel VRTR: Der ETP handelt in Euro statt in schwedischen Kronen

Drei Kennungen brauchst du, um das Papier in deinem Depot zu finden. Die ISIN lautet SE0025837735, die deutsche Wertpapierkennnummer A4APTM, und an der Xetra läuft der ETP unter dem Kürzel VRTR. Das vorangestellte SE in der ISIN verweist auf Schweden als Emissionsland, nicht auf die Handelswährung. An der Xetra wird in Euro abgerechnet.

Das erspart dir die Fremdwährungsgebühr, die bei einem Kauf in Stockholm anfiele. Ein Währungsrisiko verschwindet damit nicht. Der Basiswert NEAR notiert in US-Dollar, und der Dollarkurs schlägt auf den Wert des ETP durch, auch wenn du in Euro bezahlst. Eine Währungssicherung gibt es bei diesem Produkt nicht.

1,49 Prozent Verwaltungsgebühr stehen 2,6 bis 2,7 Prozent Staking-Rendite gegenüber

Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,49 Prozent. Zur Staking-Rendite nennen die Unterlagen des Emittenten zwei leicht abweichende Werte. Die Mitteilung vom 29. Oktober spricht von rund 2,7 Prozent im Jahr mit Stand vom 27. Oktober 2026, die Produktseite des Anbieters von 2,6 Prozent. Beide Angaben sind Momentaufnahmen. Staking-Erträge hängen davon ab, wie viele Token im Netzwerk hinterlegt sind und wie viele Transaktionen anfallen. Zugesagt ist die Rendite nicht, und sie kann fallen.

Rechne beides gegeneinander, und das Bild wird deutlich. Bei 2,6 Prozent Bruttorendite schluckt die Gebühr 57 Prozent des Ertrags, bei 2,7 Prozent noch 55 Prozent. Netto bleiben zwischen 1,11 und 1,21 Prozentpunkten, bevor überhaupt ein Steuerabzug greift. Sinkt die Netzwerkrendite unter 1,49 Prozent, zehrt die Gebühr am Bestand.

Das ist die Logik jedes gestakten ETP und kein Sonderfall dieses Hauses. Von Gewicht ist sie trotzdem, weil die Gebührenspanne bei Krypto-ETPs breit ausfällt. Wer ein Produkt auf denselben Basiswert sucht, hält die Gebühr der konkurrierenden Papiere dagegen, statt allein auf die beworbene Rendite zu schauen. Wie viel beim Staking überhaupt zu holen ist, zeigt der Blick auf die Renditen der gängigen Staking-Anbieter.

Schwerer Messingtrichter auf einer Werkbank, feiner Sand rieselt oben hinein, ein seitliches Rohr leitet einen deutlichen Teil davon in eine Schale daneben ab
Von den 2,6 bis 2,7 Prozent Staking-Rendite zweigt die Verwaltungsgebühr mehr als die Hälfte ab, bevor beim Anleger etwas ankommt.

Thesaurierung statt Ausschüttung: Der Coin-Anspruch je ETP wächst täglich

Auf dein Konto fließt aus dem Staking nichts. Virtune schreibt die Erträge dem Produkt gut, wodurch der Coin-Anspruch je Anteil steigt; der Emittent spiegelt das täglich im Nettoinventarwert. Zum Stand 28. Oktober 2026 entfallen auf einen Anteil 1,02237333 NEAR. Dieser Wert wächst mit jedem Tag, an dem das Netzwerk Erträge abwirft.

Thesaurierung heißt, dass Erträge im Produkt bleiben und den Wert des Anteils erhöhen, statt an die Halter ausgezahlt zu werden. Du merkst den Staking-Ertrag also am Kurs, nicht an einer Gutschrift. Wie dieser Unterschied zwischen Ausschüttung und Thesaurierung bei Staking-ETPs auf Zuflusszeitpunkt und Steuer durchschlägt, hat cryptoticker.io am 16. August 2026 ausführlich aufgeschrieben.

Praktisch bedeutet das zweierlei. Du hast keinen Zahlungsstrom, mit dem du etwas anderes kaufen könntest. Und du hast keinen jährlichen Beleg über zugeflossene Staking-Erträge, wie ihn eine Börse beim direkten Staking ausstellt. Wer seine Erträge dokumentieren muss, arbeitet hier mit Kursdifferenzen.

Physisch hinterlegt: Die NEAR liegen nach Emittentenangaben in der Kaltlagerung bei Coinbase

Der ETP ist nach Angaben von Virtune zu 100 Prozent physisch mit NEAR hinterlegt. Verwahrt werden die Token demnach bei Coinbase, und zwar in der Kaltlagerung, also auf Schlüsseln ohne dauerhafte Verbindung zum Internet. Der Emittent grenzt das ausdrücklich von synthetischen Zertifikaten ab, bei denen kein Kryptowert hinterlegt ist, sondern nur eine Tauschvereinbarung mit einer Gegenpartei.

Physische Hinterlegung heißt für dich: Hinter jedem Anteil liegt ein tatsächlich gehaltener Bestand, der als Sicherheit dient. Es heißt nicht, dass du an diesen Bestand herankommst. Ein Privatanleger kann die hinterlegten Token nicht auf eine eigene Wallet abrufen; dieses Recht steht regelmäßig nur zugelassenen Marktteilnehmern zu. Wer die Token wirklich selbst halten will, kauft sie an einer Börse und legt sie auf eine eigene Hardware-Wallet.

Reifbedeckter Stahlschrank in einem kalten leeren Lagerraum, dicker weißer Frost auf Scharnieren und Griff, kalter Nebel in der Luft
Kaltlagerung bedeutet, dass die Schlüssel zu den hinterlegten Token ohne dauerhafte Netzverbindung aufbewahrt werden.

Inhaberschuldverschreibung: Das Emittentenrisiko bleibt trotz physischer Hinterlegung

Ein Krypto-ETP ist rechtlich kein Fondsanteil, sondern ein besichertes Wertpapier des Emittenten. Ein Fonds ist Sondervermögen und bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt; ein ETP ist das nicht. Gerät der Emittent in Schieflage, entscheidet die Sicherheit darüber, was du zurückbekommst, und nicht ein gesetzlicher Schutzmechanismus.

Eine Einlagensicherung greift hier ebenfalls nicht. Die gesetzliche Sicherung von 100.000 Euro je Kunde und Bank gilt für Guthaben auf Konten, nicht für Wertpapiere. Das ist kein Mangel dieses Produkts, sondern der Normalfall bei allen börsengehandelten Kryptoprodukten in Europa. Du solltest es trotzdem wissen, bevor du eine größere Summe auf einen einzelnen Emittenten setzt.

Virtune verweist in den Unterlagen auf ein in der EU gebilligtes Basisprospekt samt endgültigen Bedingungen und einer produktbezogenen Zusammenfassung. Diese Dokumente nennen die konkreten Bedingungen, einschließlich der Fälle, in denen der Emittent das Produkt vorzeitig zurücknehmen darf. Ein Blick hinein kostet zehn Minuten und beantwortet genau die Fragen, die eine Produktseite offenlässt.

MiCA greift beim ETP nicht, für das Wertpapier gilt das Prospektrecht

Die europäische Kryptoverordnung MiCA regelt Kryptowerte und die Anbieter, die damit handeln oder sie verwahren. Ein ETP fällt nicht darunter, weil er ein übertragbares Wertpapier ist. Für ihn gelten das Prospektrecht und die Wertpapieraufsicht, also derselbe Rahmen wie für eine Anleihe oder ein Zertifikat.

Für dich ist das eher Vorteil als Nachteil, weil der Vertriebsweg ein vertrauter ist. Deine Depotbank führt die Order aus, prüft die Angemessenheit und stellt die Abrechnung. Eine MiCA-Zulassung des Emittenten solltest du für dieses Produkt aber weder suchen noch erwarten; sie wäre für ein Wertpapier schlicht das falsche Zeugnis.

Steuer im Depot: Beim ETP ist die einjährige Haltefrist umstritten

Hier liegt der größte Unterschied zum Coin in der eigenen Wallet, und er ist unangenehm unscharf. Hältst du NEAR direkt, greift die Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte; nach einem Jahr Haltedauer bleibt der Gewinn steuerfrei. Bei einem ETP hängt die Einordnung davon ab, was das Papier dir rechtlich verspricht.

Verbrieft es einen Anspruch auf Lieferung der hinterlegten Token oder auf den Erlös aus deren Verkauf, liegt ein Sachleistungsanspruch vor, und die Jahresfrist kann greifen. Verbrieft es eine Geldforderung, handelt es sich um eine Kapitalforderung im Sinne des § 20 Einkommensteuergesetz, und dann fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag an, unabhängig von der Haltedauer. Dafür lassen sich Verluste im Topf für Kapitalerträge verrechnen.

Eine höchstrichterliche Entscheidung speziell für Krypto-ETPs gibt es bislang nicht, und depotführende Banken handhaben die Produkte uneinheitlich: Manche behalten Abgeltungsteuer ein, obwohl der Anleger sich auf die Jahresfrist beruft. Verlass dich deshalb nicht auf die Werbeaussage eines Anbieters, sondern lies die Produktbedingungen zum Lieferanspruch und kläre den Fall mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater. Was deine Bank einbehält, siehst du in der Steuerbescheinigung, und zu viel Einbehaltenes holst du dir über die Steuererklärung zurück.

NEAR bei 4,44 Dollar: 10,8 Prozent Minus in sieben Tagen

Die Notierung fällt in eine schwache Phase des Basiswerts. NEAR kostet am 29. Oktober 2026 rund 4,44 US-Dollar und liegt damit 3,6 Prozent unter dem Vortag und 10,8 Prozent unter dem Stand von vor einer Woche (Quelle: CoinGecko). Vom Allzeithoch vom 16. Januar 2022 trennen den Kurs gut 78 Prozent.

Das ist weder ein Kauf- noch ein Verkaufsargument, sondern der Rahmen, in dem die Staking-Rendite steht. Eine Nettorendite von gut einem Prozentpunkt im Jahr fällt gegenüber einer Wochenbewegung von zweistelliger Größenordnung kaum ins Gewicht. Wer wegen der Rendite kauft, kauft faktisch den Kurs.

Scalable Capital, Smartbroker, finanzen.net ZERO und comdirect führen den ETP

Nach Angaben des Emittenten ist der Staked NEAR ETP für deutsche Anleger über Scalable Capital, Smartbroker, finanzen.net ZERO und comdirect handelbar. Weitere Häuser können folgen; eine Handelbarkeit an sich garantiert die Xetra-Notierung ohnehin, sofern dein Broker Xetra anbindet und Krypto-ETPs nicht grundsätzlich ausschließt.

Prüfe im Zweifel die Ordermaske mit der ISIN. Findet dein Broker das Papier nicht, liegt es meist an einer internen Ausschlussliste und nicht an der Börse. Welche Häuser Krypto-ETPs breit anbieten und was eine Order dort kostet, unterscheidet sich erheblich.

Spread und Handelszeiten: Was du vor der ersten Order prüfen solltest

Bei einem frisch notierten Papier mit kleinem Volumen entscheidet der Spread spürbar über deine Rendite. Der Spread ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs und damit ein Kostenblock, den keine Gebührenübersicht ausweist. Schau ihn dir im Orderbuch an, bevor du kaufst.

Handele möglichst innerhalb der Xetra-Haupthandelszeit, also werktags zwischen 9 und 17.30 Uhr, weil der Emittent in dieser Zeit laufend Kurse stellt. Außerhalb dieser Zeiten weiten sich die Spannen. Setze ein Limit statt einer Bestens-Order: Eine unlimitierte Order kann bei dünnem Buch zu einem Kurs ausgeführt werden, den du so nicht wolltest.

Staked NEAR ETP: Die Gebühr kostet mehr als die halbe Staking-Rendite

Die Xetra-Notierung bringt deutschen Anlegern einen bequemen Zugang zu NEAR samt Staking, ohne eigene Wallet und ohne eigenes Delegieren. Bezahlt wird dieser Komfort mit 1,49 Prozent im Jahr, und das ist bei der aktuellen Netzwerkrendite mehr als die Hälfte des Ertrags. Drei Schritte, bevor du eine Order aufgibst:

  1. Kosten gegenrechnen. Stelle die 1,49 Prozent der aktuellen Netzwerkrendite gegenüber und prüfe, ob ein konkurrierendes Papier auf denselben Basiswert günstiger ist. Welche Depotbank den ETP führt und was eine Order dort kostet, zeigt unser Brokervergleich.
  2. Steuerlage klären. Lies in den Produktbedingungen nach, ob dir das Papier Lieferung oder Geld verspricht, und kläre die Folge mit deinem Steuerberater. Was deine Bank tatsächlich einbehält, dokumentierst du am besten laufend, etwa mit einem Steuer-Tool oder Portfolio-Tracker.
  3. Verwahrung entscheiden. Willst du die Token wirklich besitzen und selbst delegieren, ist der ETP das falsche Werkzeug; dann führt der Weg über eine Börse und eine eigene Hardware-Wallet. Willst du dagegen im Depot bleiben, ist das Emittentenrisiko der Preis dafür.

(Stand: 29. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Staked NEAR ETP

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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