Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Staking-ETF: Die SEC muss bis 15. November entscheiden, in Europa gibt es das Produkt seit Januar

Bis zum 15. November 2026 muss die SEC über den ersten amerikanischen Fonds auf einen Liquid-Staking-Token befinden, und verschieben darf sie nicht mehr. In Europa liegt dasselbe Produkt seit Januar im Regal, mit einem Vermögen von 1,19 Millionen Dollar.

Leerer Sitzungssaal einer Behörde bei Nacht, fünf unbesetzte Lederstühle hinter einem geschwungenen Holzpodium im Licht einer einzelnen Deckenleuchte
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Ein Staking-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der eine Kryptowährung nicht einfach verwahrt, sondern sie im Netzwerk arbeiten lässt und den Ertrag daraus an die Anteilseigner weitergibt. In den Vereinigten Staaten gibt es bis heute keinen einzigen davon. Das ändert sich spätestens am 15. November 2026: Bis zu diesem Tag muss die Börsenaufsicht SEC über den VanEck JitoSOL ETF entscheiden, und sie darf die Frist nicht noch einmal verschieben. Danach steht entweder der erste amerikanische Fonds auf einen Liquid-Staking-Token, oder eine schriftliche Ablehnung.

Für Anleger in Deutschland ist das aus zwei Gründen mehr als eine Nachricht aus Washington. Erstens liegt genau dieses Produkt in Europa längst im Regal, seit Januar 2026, und kaum jemand hat es bemerkt. Zweitens steckt in der Hülle etwas anderes, als der Name vermuten lässt: Im Fonds liegt JitoSOL und eben kein Solana, und ein JitoSOL kostet aktuell rund ein Drittel mehr als ein Solana. Wer diesen Unterschied nicht kennt, vergleicht beim Kauf Äpfel mit Birnen.

Was im Staking-ETF liegt: JitoSOL statt Solana

Liquid Staking heißt: Du gibst deine Coins an ein Netzwerk ab, damit sie Transaktionen absichern, bekommst aber sofort einen handelbaren Ersatz-Token dafür zurück. Dieser Ersatz-Token ist der Liquid-Staking-Token, kurz LST. Er ist der Beleg dafür, dass irgendwo im Netzwerk Coins für dich hinterlegt sind, und er lässt sich jederzeit weiterverkaufen, ohne dass die hinterlegten Coins erst wieder freigegeben werden müssen.

Auf der Solana-Blockchain ist JitoSOL der größte dieser Ersatz-Token. Er stammt vom Jito-Stakepool, der aktuell rund 8 Millionen JitoSOL im Umlauf hat, zusammen gut 1,1 Milliarden Dollar wert. Auf Ethereum heißt das Gegenstück stETH und kommt von Lido. Beide funktionieren nach demselben Prinzip, und beide sind der eigentliche Inhalt der Fondshüllen, um die es gerade geht.

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Krypto-Fonds ist damit kein kosmetischer. Ein Spot-Fonds auf Solana hält Solana. Ein Fonds auf JitoSOL hält einen Anspruch gegen einen Stakepool, der seinerseits Solana hält. Zwischen dir und dem Coin liegt eine zusätzliche Schicht aus Software, und diese Schicht ist der Grund, warum die SEC über drei Verfahrensstufen fast acht Monate gebraucht hat, ohne zu entscheiden.

Die Uhr der SEC: 180 Tage ab dem 20. März, plus 60 Tage Verlängerung

Die Frist ist keine Schätzung, sie ist eine Rechenaufgabe aus dem Gesetz. Die Nasdaq hat den Antrag am 10. März 2026 eingereicht, veröffentlicht wurde er am 20. März. Paragraf 19(b)(2) des Securities Exchange Act gibt der Kommission ab dieser Veröffentlichung 180 Tage, um zu genehmigen oder abzulehnen. Der 180. Tag war der 16. September 2026. Verlängern darf die SEC diese Frist um höchstens 60 weitere Tage, und genau das hat sie mit der Bekanntmachung vom 14. September getan. 16. September plus 60 Tage ergibt den 15. November 2026. Eine weitere Verlängerung sieht die Vorschrift nicht vor.

Der Weg dorthin ist im Amtsblatt lückenlos dokumentiert: Am 1. Mai 2026 hat die Kommission den Zeitraum ein erstes Mal gedehnt, am 17. Juni ein förmliches Verfahren eröffnet, am 9. September die letzte mögliche Verlängerung unterzeichnet. Bemerkenswert ist eine Zeile im Dokument, die leicht zu übersehen ist: The Commission has received no comment letters on the proposed rule change. Zu dem Antrag ist in acht Monaten kein einziger Kommentarbrief eingegangen. Die Verzögerung hat ihren Grund also nicht in öffentlichem Widerstand.

Große Bahnhofsuhr ohne Ziffern an einer genieteten Stahlstrebe in einer leeren Halle, der Minutenzeiger kurz vor dem oberen Punkt
180 Tage plus 60: Nach dieser Rechnung läuft die Verlängerung am 15. November aus, eine weitere gibt es nicht.

Warum ein JitoSOL 137 Dollar kostet und ein Solana 105

Hier liegt der Punkt, an dem die meisten Darstellungen ungenau werden. Solana notiert am Donnerstagmorgen bei 105,47 Dollar oder 94,06 Euro, gut ein Prozent über dem Vortag. JitoSOL notiert zur selben Zeit bei 137,62 Dollar. Das ist kein Aufschlag und keine Knappheitsprämie, sondern schlicht der angesammelte Ertrag.

Der Mechanismus dahinter ist einfach und wird selten erklärt. Ein Stakepool wie Jito zahlt die Staking-Erträge nicht aus. Er wirft sie zurück in den Topf und verändert dadurch das Umtauschverhältnis. Zum Start war ein JitoSOL ein Solana wert. Heute entspricht ein JitoSOL rund 1,30 Solana, denn aus dem Verhältnis 137,62 zu 105,47 ergeben sich 1,3048. Diese 30 Prozent sind die Rendite von drei Jahren, eingebaut in den Kurs statt auf dem Konto. Für dich heißt das beim Rechnen: Die Stückzahl sagt nichts. Zwei Produkte mit gleichem Anlagebetrag halten unterschiedlich viele Einheiten, und wer Preise je Stück vergleicht, vergleicht Hüllen statt Inhalt.

Genau dieser Punkt macht den Fall für die Aufsicht sperrig. Der Wert des Fondsanteils hängt am Kurs von Solana und zusätzlich daran, dass der Stakepool sein Umtauschverhältnis korrekt fortschreibt. Fällt die Software aus oder gerät der Pool in Schieflage, kann sich JitoSOL vom hinterlegten Solana lösen. Dieses Risiko trägt ein Fonds auf JitoSOL zusätzlich zum Kursrisiko, und es ist der Hauptunterschied zu jedem Produkt im Überblick der in Deutschland handelbaren Krypto-ETFs und ETPs.

4,57 Prozent im Jito-Stakepool gegen 3,72 Prozent im Netzmittel

Was der zusätzliche Baustein einbringt, lässt sich beziffern. Der Jito-Stakepool weist derzeit eine Jahresrendite von 4,57 Prozent aus. Im Durchschnitt aller Solana-Validatoren liegt die Rendite laut dem Analysedienst Stakewiz bei 3,72 Prozent. Die Differenz von rund 0,85 Prozentpunkten stammt aus den sogenannten MEV-Einnahmen: Zusatzzahlungen von Händlern, die ihre Transaktionen bevorzugt in einen Block bekommen wollen. Jito gibt einen Teil dieser Zahlungen an die Einleger weiter, ein gewöhnlicher Validator meist nicht.

Das ist die ökonomische Begründung dafür, dass ein Fonds überhaupt den Umweg über einen LST geht statt selbst zu staken. Der Vorsprung ist nicht riesig, aber er ist messbar, und er wirkt über Jahre als Zinseszins. Gleichzeitig ist sie schwankend: MEV-Einnahmen hängen an der Handelsaktivität auf Solana und können in ruhigen Wochen deutlich sinken.

VanEck zieht den Lido-Antrag zurück und bleibt beim Solana-Antrag gebunden

Am 14. Oktober 2026 hat VanEck Digital Assets bei der SEC ein Formular RW eingereicht und damit die Registrierung des VanEck Lido Staked Ethereum ETF zurückgezogen. Im Schreiben steht als Begründung, der Sponsor beabsichtige nicht, mit der geplanten Ausgabe der Anteile fortzufahren. Die Registrierung war am 16. Oktober 2025 eingereicht worden, sie wurde nie für wirksam erklärt, und es wurden keine Anteile ausgegeben.

Dasselbe Haus zieht sich damit auf der Ethereum-Seite aus dem Liquid Staking zurück, während es auf der Solana-Seite in einem Verfahren steckt, das in vier Wochen entschieden werden muss. Der Rückzug betrifft ausdrücklich nur diese eine Registrierung, der JitoSOL-Antrag läuft unverändert weiter. Über die Gründe schweigt das Formular, wie Rücknahmen nach Rule 477 es immer tun. Was sich aus den Unterlagen sagen lässt, ist das Muster: Von zwei Anträgen auf denselben Produkttyp bleibt einer übrig, und der steht vor einer Entscheidung, die der Antragsteller nicht mehr abwenden kann.

Europa hat den JitoSOL-Mantel seit Januar, und das Vermögen liegt bei 1,19 Millionen Dollar

Während in den Vereinigten Staaten noch verhandelt wird, ist das Produkt in Europa seit neun Monaten im Handel. 21Shares hat am 28. Januar 2026 das Jito Staked SOL ETP aufgelegt, Kürzel JSOL, ISIN CH1521714696, deutsche Wertpapierkennnummer A4ARA2, Gebühr 0,99 Prozent im Jahr. Gehandelt wird es an den Euronext-Plätzen Amsterdam und Paris, nicht an der Xetra. Über ein deutsches Depot mit Auslandszugang ist es erreichbar, über ein reines Inlandsdepot nicht.

Der zweite Wert auf derselben Produktseite ist der interessantere: Das verwaltete Vermögen beträgt 1.189.991,94 Dollar bei 70.000 ausstehenden Anteilen und einem Nettoinventarwert von 17,00 Dollar je Stück. Gemessen am Marktwert aller JitoSOL von gut 1,1 Milliarden Dollar hält dieses ETP etwa ein Tausendstel des Tokens. Der europäische Vorsprung existiert also auf dem Papier, aber praktisch nutzt ihn fast niemand.

Leerer Handelsschalter hinter Glas mit halb heruntergelassenem Rollgitter, davor ein einzelner Barhocker in einer dunklen Halle
Das europäische Produkt auf JitoSOL gibt es seit Januar, gekauft hat es bisher fast niemand.

Staking-ETP auf Xetra, Staking-ETF in New York, eigenes Staking im Wallet

Drei Wege führen zur Staking-Rendite, und sie unterscheiden sich in dem, was du am Ende besitzt.

Erstens das europäische Staking-ETP. Auf der Xetra handelbar ist zum Beispiel das 21Shares Solana Staking ETP unter der ISIN CH1114873776 und der Wertpapierkennnummer A3GSS0, börsentäglich zwischen 9 und 17:30 Uhr. Du kaufst es im normalen Wertpapierdepot wie eine Aktie. Der Staking-Ertrag wird dabei im Produkt behalten und nicht ausgeschüttet; wie sich das von der amerikanischen Praxis unterscheidet, haben wir am 30. September in der Auswertung zu den 21Shares-Ausschüttungen aufgeschlüsselt.

Zweitens der amerikanische Staking-ETF. Für Privatanleger in Deutschland ist er auch nach einer Genehmigung nicht kaufbar, weil es für US-Fonds kein Basisinformationsblatt nach europäischem Recht gibt. Dieselbe Lage haben wir am 15. Oktober am Polkadot-Fonds gegen das deutsche ETP durchgerechnet. Die Genehmigung wirkt hier über den Umweg und öffnet amerikanischen Kapitalsammelstellen einen Zugang zu JitoSOL, was auf die Nachfrage nach dem Token durchschlagen kann.

Drittens das eigene Staking. Du hältst die Coins selbst und delegierst sie an einen Validator oder einen Stakepool. Keine Produktgebühr, dafür trägst du Verwahrung, Auswahl des Validators und das Risiko von Abzügen bei Fehlverhalten selbst. Welche Anbieter dafür in Frage kommen und was sie an der Rendite einbehalten, steht im Vergleich der Staking-Plattformen.

Emittentenrisiko: Ein ETN ist eine Schuldverschreibung, kein Sondervermögen

Ein Punkt geht in der ETF-Sprache regelmäßig unter. Was in Europa als Krypto-ETP gehandelt wird, ist rechtlich fast immer eine Schuldverschreibung, also ein ETN. Anders als bei einem Fonds nach europäischem Investmentrecht liegt dein Geld nicht in einem insolvenzgeschützten Sondervermögen. Zur Kursentwicklung des Coins und zum Risiko des Stakepools kommt damit das Risiko des Emittenten. Die Anbieter mindern es durch physische Besicherung und Verwahrung bei Dritten, aufheben können sie es nicht.

Der Lieferanspruch entscheidet über die Steuer, und er ist ungeklärt

Für die Besteuerung in Deutschland kommt es nach verbreiteter Auffassung darauf an, ob das Papier dir einen Anspruch auf Lieferung der echten Coins einräumt. Besteht er, greift Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes mit der Jahresfrist, nach deren Ablauf ein Veräußerungsgewinn steuerfrei bleiben kann. Fehlt er, gilt das Papier als gewöhnliches Wertpapier, und Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, unabhängig davon, wie lange du gehalten hast. Rechtlich geklärt ist diese Zweiteilung bis heute nicht; die Einzelheiten samt Quellenlage stehen in unserer Aufarbeitung zur Steuerfrage bei Staking-ETPs vom 16. August 2026.

Beim eigenen Staking ist die Lage anders gelagert, aber ebenfalls nicht trivial: Die laufenden Belohnungen sind im Zuflusszeitpunkt zu bewerten, der Verkauf der Coins folgt den Regeln für private Veräußerungsgeschäfte. Welche der drei Hüllen für dich steuerlich günstiger ist, hängt von deinem persönlichen Steuersatz, der Haltedauer und dem Ausgang der offenen Rechtsfragen ab. Das ist eine Frage für deinen Steuerberater, nicht für einen Artikel.

Unsere Einschätzung: Der Präzedenzfall wiegt schwerer als das Produkt

Aus Sicht der Redaktion ist der 15. November für den Solana-Kurs weniger wichtig, als die Aufregung vermuten lässt, und für die Produktlandschaft wichtiger. Drei Belege stützen das. Erstens zeigt das europäische Vorbild, dass die bloße Verfügbarkeit eines JitoSOL-Mantels wenig bewegt: 1,19 Millionen Dollar Vermögen nach neun Monaten sind etwa ein Tausendstel des Tokenwerts. Zweitens ist zu dem amerikanischen Antrag in acht Monaten kein einziger Kommentarbrief eingegangen, was auf ein Nischenthema deutet und nicht auf aufgestauten Bedarf. Drittens wäre eine Genehmigung trotzdem eine Zäsur, weil die SEC damit erstmals einen Fonds auf ein Derivat eines Staking-Vorgangs zulassen würde, und daran hängen die Anträge auf stETH und weitere LST, die bislang in der Warteschlange stehen.

Dagegen spricht die Gegenrechnung: VanEck hat am 14. Oktober eine der beiden eigenen Registrierungen zurückgezogen. Wer den Produkttyp für kurz vor dem Durchbruch hält, muss erklären, warum derselbe Anbieter die Ethereum-Variante aufgibt. Eine Kursprognose folgt aus beidem nicht, und dass ein Totalverlust bei jedem dieser Produkte möglich bleibt, ändert auch eine Genehmigung nicht.

Staking-ETF: Bis zum 15. November liegt die Entscheidung bei der SEC

  1. Kläre zuerst, was du tatsächlich halten willst. Für die Staking-Rendite ohne Depotumweg führt der direkte Weg über eine Plattform, die stakt; welche das zu welchen Konditionen tun, steht im Vergleich der Staking-Plattformen.
  2. Richte die Nachweise für die Steuer ein, bevor die ersten Erträge laufen. Zuflusszeitpunkt und Kurs jeder Belohnung musst du später belegen können; die Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
  3. Prüfe beim Kauf von Solana die Gesamtkosten statt des Stückpreises. Zwischen Handelsplätzen liegen bei gleichem Betrag spürbare Unterschiede in Spread und Gebühr; die Übersicht dazu liefert der Vergleich der Krypto-Börsen.

(Stand: 16. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Staking-ETF

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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