Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Solana-ETF in Hongkong mit 0,6 Prozent Verwaltung: Was sich für Anleger in Deutschland ändert

In Hongkong startet der zweite Spot-ETF auf Solana zu 0,6 Prozent Verwaltungsgebühr. Kaufen kannst du ihn hier nicht, doch die Zahl rückt die deutschen Kosten ins Licht: An der Xetra trennt zwei Solana-Hüllen ein voller Prozentpunkt im Jahr.

Aufgeschlagener Steuerordner mit Registerblättern und ein großer Tischrechner auf einem dunklen Küchentisch, in den Metallrücken des Ordners ist das Solana-Zeichen als Gravur eingelassen
10 Min. Lesezeit
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In Hongkong ist am 13. Oktober der zweite Spot-ETF auf Solana an den Start gegangen, aufgelegt von Pando Finance unter der Kennung 02831. Die Verwaltungsgebühr liegt bei 0,6 Prozent im Jahr. Kaufen kannst du dieses Produkt von Deutschland aus nicht. Trotzdem ist die Zahl für dich wichtig, denn sie zeigt, in welcher Größenordnung sich die Kosten für eine Solana-Hülle inzwischen bewegen. An der Xetra reicht die Spanne von 1,50 bis 2,50 Prozent im Jahr, und genau dieser Unterschied kostet dich auf Sicht von zehn Jahren mehr als jede Tagesbewegung.

Pando listet den zweiten Solana-Spot-ETF in Hongkong

Der Fonds wurde nach einer Zeichnungsfrist vom 6. bis 12. Oktober an der Hong Kong Stock Exchange eingeführt. Er ist damit der zweite Spot-ETF auf Solana in der Stadt nach dem Produkt von ChinaAMC und das dritte Börsenprodukt von Pando Finance auf eine einzelne Kryptowährung, nach Bitcoin und Ethereum.

Die Konstruktion ist bewusst schlicht gehalten. Der Fonds darf bis zu 100 Prozent seines Nettoinventarwerts in SOL halten, verzichtet aber auf Derivate und auf Hebel. Er betreibt auch kein Staking, verzichtet also auf die Netzprämien, die eine Solana-Position sonst abwerfen kann. Als Referenz dient der CME CF Solana Dollar Reference Rate zum Schlusskurs im asiatisch-pazifischen Raum. Den Handel der Coins übernimmt HashKey Exchange, die Verwahrung HashKey Custody Services, als Treuhänder fungiert BOCI-Prudential Trustee.

Ein Spot-ETF ist ein Börsenfonds, der die Kryptowährung tatsächlich kauft und verwahrt, statt ihren Kurs über Terminkontrakte nachzubilden. Der Anteilspreis folgt deshalb unmittelbar dem Coin-Kurs, abzüglich der laufenden Kosten.

0,6 Prozent Verwaltung und 1,6 Prozent laufende Kosten sind zwei verschiedene Zahlen

Die Verwaltungsgebühr ist nur ein Teil der Rechnung. Pando gibt die geschätzten laufenden Gesamtkosten mit 1,6 Prozent im Jahr an. Der Abstand zu den 0,6 Prozent erklärt sich aus Verwahrung, Treuhand, Prüfung und Handelsnebenkosten, die der Fonds ebenfalls aus dem Vermögen bezahlt. Bei ChinaAMC stehen 0,99 Prozent Verwaltungsgebühr neben geschätzten 1,99 Prozent Gesamtkosten.

Wer zwei Produkte vergleichen will, nimmt also die Gesamtkostenquote und nicht die Verwaltungsgebühr. Die erste Zahl steht groß in jeder Mitteilung, die zweite entscheidet über deine Rendite. In Europa heißt diese Größe Total Expense Ratio, abgekürzt TER, und sie umfasst alle Kosten, die dem Produkt laufend entnommen werden.

Balkendiagramm der laufenden Jahreskosten von vier Solana-Hüllen: zwei Xetra-Produkte mit 2,50 und 1,50 Prozent, zwei Hongkonger Fonds mit 1,99 und 1,60 Prozent
Vier Hüllen auf denselben Coin, vier verschiedene Jahreskosten. Die beiden an der Xetra handelbaren Produkte liegen am weitesten auseinander.

Warum der Hongkonger Fonds für dich nicht in Frage kommt

Ein in Hongkong zugelassener ETF darf in der Europäischen Union nicht an Privatanleger vertrieben werden. Deutsche Broker nehmen solche Produkte deshalb nicht ins Angebot. Dasselbe gilt für die US-amerikanischen Spot-ETFs auf Solana: Diese Fonds erfüllen die europäischen Vertriebsvorgaben nicht, und ein deutsches Depot zeigt sie dir gar nicht erst an.

Der Weg in Europa läuft stattdessen über börsengehandelte Schuldverschreibungen, je nach Anbieter ETP oder ETN genannt. Rechtlich sind das keine Fonds, sondern besicherte Inhaberschuldverschreibungen, hinterlegt mit echten Coins bei einem Verwahrer. Praktisch kaufst du sie wie eine Aktie über dein normales Depot. Welche Produkte das sind und worauf es bei der Besicherung ankommt, steht im Überblick zu Krypto-ETFs in Deutschland.

Solana-ETP an der Xetra: 1,50 Prozent gegen 2,50 Prozent

An der Xetra stehen für Solana zwei große Produkte nebeneinander, und sie trennt ein voller Prozentpunkt im Jahr. Das 21Shares Solana Staking ETP (ISIN CH1114873776, Kürzel ASOL) kostet 2,50 Prozent im Jahr und kommt auf rund 588 Millionen Euro Fondsvermögen. Der VanEck Solana ETN (ISIN DE000A3GSUD3, Kürzel VS0L) kostet 1,50 Prozent und hält rund 76 Millionen Euro.

Bemerkenswert ist die Verteilung: Im teureren Produkt liegt etwa das Achtfache des Geldes. Ein Teil davon ist sachlich begründet, denn das 21Shares-Produkt betreibt Staking und gibt einen Teil der Netzprämien an die Anleger weiter, was die höhere Gebühr zumindest teilweise ausgleichen kann. Entscheidend ist deshalb, was nach Gebühr und nach Prämie übrig bleibt, und diese Zahl steht im Factsheet, nicht in der Werbung.

21Shares hat daneben ein günstigeres Solana-Produkt aufgelegt, das Core Staking ETP (ISIN CH1385084384). Zum Start nannte der Anbieter eine Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent. Weil Gebührenmodelle sich ändern und Vergleichsportale hier zuletzt abweichende Werte führten, prüfst du den aktuellen Satz vor dem Kauf im Factsheet des Anbieters.

Wie die Gebühr deine Solana-Menge verkleinert

Bei einem physisch besicherten Produkt wird die Gebühr nicht von deinem Konto abgebucht. Der Verwalter entnimmt sie dem hinterlegten Bestand. Hinter jedem Anteil stehen dadurch mit jedem Jahr etwas weniger Coins. Der Kurs deines Papiers fällt davon nicht, aber dein Anspruch auf SOL schrumpft, und zwar lautlos.

In Zahlen: Bei 2,50 Prozent im Jahr bleiben dir nach zehn Jahren rechnerisch 77,6 Prozent deiner ursprünglichen Coin-Menge, bei 1,50 Prozent sind es 86,0 Prozent. Der Unterschied beträgt 8,3 Prozentpunkte. Auf eine Anlage von 10.000 Euro gerechnet und bei gleich bleibendem Kurs sind das rund 834 Euro, die allein die Wahl der Hülle kostet. Im ersten Jahr ist der Abstand mit 250 gegen 150 Euro noch überschaubar, er wirkt aber in jedem Folgejahr auf einen bereits verkleinerten Bestand.

Diese Modellrechnung unterstellt einen unveränderten Kurs und lässt Staking-Prämien außen vor. Gezeigt wird damit nicht, was du verdienst, sondern was die Hülle unabhängig von der Kursrichtung verbraucht.

Große gläserne Sanduhr mit fast durchgelaufenem Sand auf einem dunklen Schreibtisch neben einem Stapel Kontoauszüge
Zwölf Monate sind im deutschen Steuerrecht keine Formalie, sondern die Grenze zwischen steuerpflichtig und steuerfrei.

Die Haltefrist nach Paragraf 23 EStG gilt nur außerhalb der Hülle

Hier liegt der Punkt, an dem die Kostenfrage kippt. Hältst du SOL direkt in einer eigenen Wallet oder bei einer Börse, greift Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Verkaufst du nach mehr als einem Jahr Haltedauer, ist der Gewinn steuerfrei, unabhängig von seiner Höhe. Innerhalb des Jahres gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Das Bundesfinanzministerium hat diese Linie im Schreiben vom 6. März 2025 bestätigt.

Freigrenze bedeutet alles oder nichts. Liegst du einen Euro darüber, wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig und nicht nur der überschießende Teil. Die Frist wird taggenau gerechnet: Wer am 15. März kauft, kann frühestens am 16. März des Folgejahres steuerfrei verkaufen.

Bei einem ETP oder ETN ist diese Behandlung nicht gesichert. Ob die Jahresfrist auch dort greift, hängt nach verbreiteter Auffassung davon ab, ob das Papier einen Anspruch auf Lieferung der echten Coins verbrieft. Ohne diesen Lieferanspruch liegt eine Besteuerung als Kapitalertrag nach Paragraf 20 EStG nahe, also 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag, und zwar auch nach zehn Jahren Haltedauer. Eine höchstrichterliche Klärung für alle Produktvarianten steht aus. Kläre diesen Punkt vor dem Kauf im Wertpapierprospekt und im Zweifel mit deinem Steuerberater, denn er wiegt in der Regel schwerer als ein Prozentpunkt Gebühr.

Staking-Erträge und die 256-Euro-Freigrenze

Wer Solana direkt hält, kann die Coins verstaken und erhält dafür Netzprämien. Steuerlich sind diese Prämien sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 3 EStG und im Jahr des Zuflusses mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Dafür gilt eine eigene Freigrenze von 256 Euro, getrennt von den 1.000 Euro aus Paragraf 23.

Zwei Punkte werden dabei regelmäßig verwechselt. Erstens verlängert Staking die Haltefrist der eingesetzten Coins nicht. Die früher diskutierte Zehnjahresfrist ist vom Tisch, das BMF-Schreiben von 2025 hält ausdrücklich an einem Jahr fest. Zweitens starten die erhaltenen Prämien eine eigene Jahresfrist ab ihrem Zuflusstag, sie sind also zunächst frische Coins mit frischer Uhr. Wer regelmäßig Prämien bezieht, braucht deshalb eine saubere Aufzeichnung je Zufluss, und genau dafür gibt es Steuer-Tools und Portfolio-Tracker. Wie sich Staking-Angebote unterscheiden, zeigt die Übersicht zu Staking-Plattformen.

Was die Abflüsse aus den US-Fonds über die Nachfrage sagen

Die Eröffnung in Hongkong fällt in eine Woche, in der institutionelles Geld anderswo abgezogen wurde. Aus den US-Spot-ETFs auf Solana flossen in der Woche vom 5. bis 9. Oktober netto 24,8 Millionen Dollar ab, die erste negative Woche nach 14 Wochen mit Zuflüssen. Den größten Anteil trug der Bitwise-Fonds BSOL mit rund 21 Millionen Dollar. Wir haben diese Zahlen am 11. Oktober ausführlich eingeordnet.

Seitdem hat sich die Lage nicht gedreht. Am 12. Oktober kamen weitere 0,7 Millionen Dollar Abfluss hinzu, womit die Serie auf sechs Handelstage in Folge anwuchs. Einordnend gehört dazu, dass im selben Zeitraum aus den US-Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum zusammen rund 1,22 Milliarden Dollar abflossen. Das spricht für einen breiten Rückzug aus Kryptofonds und nicht für ein Solana-eigenes Problem.

Am Mittwochmittag notiert SOL bei rund 106,62 Dollar oder 95,24 Euro, 0,6 Prozent unter dem Vortag und damit 63,6 Prozent unter dem Rekordstand von 293,31 Dollar (Daten von CoinGecko). Der Kurs ist hier der Anlass und nicht die Nachricht: Die Nachricht ist, dass das Angebot an Hüllen wächst, während die Nachfrage nach ihnen gerade nachlässt.

Unsere Einschätzung: Die Hülle ist eine Kostenfrage, nicht die Kursfrage

Aus Sicht der Redaktion ist die interessanteste Zahl dieser Woche nicht die 0,6 aus Hongkong, sondern die Verteilung an der Xetra. Dass rund 588 Millionen Euro im Produkt mit 2,50 Prozent liegen und rund 76 Millionen im Produkt mit 1,50 Prozent, lässt sich mit Staking-Prämien nur teilweise erklären. Vieles spricht dafür, dass Bekanntheit und Erstlistung schwerer wiegen als die Kostenquote.

Dagegen spricht ein ernst zu nehmender Einwand: Ein Staking-Produkt mit höherer Gebühr kann nach Prämien besser abschneiden als ein günstigeres ohne Staking. Ob das zutrifft, lässt sich nur am ausgewiesenen Nettoergebnis des jeweiligen Factsheets ablesen, nicht an der Gebühr allein. Belegt ist die Spanne von 1,50 bis 2,50 Prozent, belegt ist der Fondsgrößenunterschied, und belegt ist die Rechnung über zehn Jahre. Nicht belegt ist, dass die teurere Hülle ihren Aufschlag verdient. Wir bewerten damit die Lage und sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung aus.

Solana-ETP-Kosten: 1,50 gegen 2,50 Prozent entscheiden über Jahre

  1. Schau im Factsheet deines Produkts nach der Gesamtkostenquote und nicht nach der Verwaltungsgebühr. Welche Hüllen in Deutschland handelbar sind, steht im Überblick zu Krypto-ETFs in Deutschland.
  2. Prüfe im Prospekt, ob dein ETP einen Lieferanspruch auf die Coins verbrieft. Davon hängt ab, ob die Jahresfrist für dich überhaupt erreichbar ist. Die Aufzeichnung je Kauf und je Zufluss übernehmen Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  3. Rechne den Direktkauf gegen: Wer SOL selbst hält und länger als ein Jahr liegen lässt, zahlt keine jährliche Gebühr und nach Paragraf 23 EStG keine Steuer auf den Gewinn. Den passenden Handelsplatz findest du unter den Krypto-Börsen im Überblick.

(Stand: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Solana-ETFs und ETPs

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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