Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP Kurs 1,39 Dollar, Ripple Prime finanziert Hebel-ETFs zu 8 Prozent: Das prüfst du jetzt

Ripple verdient über seine Prime-Brokerage-Einheit Gebühren damit, amerikanische Hebelfonds zu finanzieren, ein Fonds zahlt dafür rund acht Prozent im Jahr. Warum beim XRP Kurs bei 1,39 Dollar davon nichts ankommt und welcher Zugangsweg deutschen Anlegern überhaupt offensteht.

Monumentales Saeulenportal eines Finanzhauses bei Nacht im Gegenlicht, nasses Kopfsteinpflaster davor, eine hochkant stehende Metallmuenze mit eingepraegtem Dreieck auf der obersten Steinstufe
11 Min. Lesezeit
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Der XRP Kurs steht am Freitagabend bei 1,39 Dollar und liegt damit rund 1,9 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Die Nachricht des Tages steht aber nicht im Chart. Ripple verdient seit Kurzem Gebühren damit, Hebelfonds an der Wall Street zu finanzieren, und zwar in einem Geschäft, das jahrzehntelang den Banken gehörte. Wer XRP hält, sollte zuerst eine Zahl kennen: Von diesen Gebühren kommt beim Token selbst nichts an.

Ripple Prime finanziert Hebelfonds über Total Return Swaps

Ripple Prime ist die Investmentbank-Sparte des Unternehmens und stellt mehreren Anbietern von Hebel-ETFs Finanzierung über sogenannte Total Return Swaps bereit. Ausgedehnt werden soll der Dienst auf Hedgefonds und weitere Vermögensverwalter. Berichtet hat das zuerst das Wall Street Journal am 7. Oktober, CoinDesk griff es am 8. Oktober auf.

Ein Total Return Swap ist ein Tauschgeschäft zwischen zwei Parteien. Die eine Seite verspricht der anderen die gesamte Wertentwicklung eines Basiswerts, also Kursgewinne plus Ausschüttungen, und bekommt dafür eine laufende Zahlung. Ein Fonds, der die doppelte Tagesbewegung einer Aktie abbilden will, muss die Aktie damit nicht selbst in doppelter Höhe kaufen. Er kauft die Wertentwicklung ein und zahlt dafür eine Finanzierungsgebühr. Die Gegenseite sichert ihr eigenes Risiko üblicherweise über Aktienkäufe oder andere Geschäfte ab und behält die Gebühr.

Genau diese Gegenseite ist Ripple Prime jetzt. Das Geschäft hat mit Zahlungsverkehr, mit Stablecoins und mit dem XRP Ledger nichts zu tun. Es ist klassisches Prime Brokerage für amerikanische Aktienfonds.

Der Tradr 2X Long SNDK zahlt vier Prozentpunkte über dem Tagesgeldsatz

Eine konkrete Konditionsangabe steht in dem Bericht. Der Tradr 2X Long SNDK Daily ETF, der die doppelte Tagesbewegung des Speicherchip-Herstellers Sandisk abbilden soll, zahlt an Ripple den Overnight Bank Funding Rate zuzüglich vier Prozentpunkten. Nach heutigem Zinsniveau entspricht das überschlägig acht Prozent im Jahr.

Diese Zahl gilt für einen einzelnen Fonds und ist kein Unternehmensdurchschnitt. Die Konditionsangabe zeigt trotzdem, wie auskömmlich die Marge in diesem Nischengeschäft ist. Zum Vergleich: Ein deutscher Tagesgeldkunde bekommt derzeit einen Bruchteil davon, und der Fonds zahlt diesen Satz nicht aus Not, sondern weil die eigene Produktkonstruktion ohne Fremdfinanzierung nicht funktioniert.

593 Hebel-ETFs und 256 Milliarden Dollar, der Markt hinter dem Geschäft

Nach Daten von Morningstar, die in der Berichterstattung zitiert werden, gibt es in den USA 593 Hebel-ETFs mit zusammen über 256 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Alle diese Produkte brauchen laufend Finanzierung, und alle zahlen dafür.

Lange haben das die großen Banken übernommen. Strengere Eigenkapital- und Risikovorgaben haben ihnen das Geschäft verteuert, und in die Lücke stoßen Nichtbanken wie Jane Street, Clear Street und jetzt eben Ripple Prime. Die Grundlage dafür hat Ripple im Jahr davor gelegt: Die Übernahme des Prime Brokers Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar wurde im April 2025 angekündigt und im Oktober 2025 abgeschlossen. Hidden Road firmiert seitdem als Ripple Prime und deckt Devisen, Derivate, Anleihen, Aktien und digitale Vermögenswerte ab. Seit Mai hat die Einheit laut Berichtslage bis zu 475 Millionen Dollar über Kreditlinien und Unternehmensanleihen eingesammelt, die Anleihen tragen ein BBB-Rating. Als Kunde wurde unter anderem der Hedgefonds Brevan Howard genannt.

Halb geoeffnete Stahlschleuse eines Stauwerks in der Daemmerung, ein schmaler Wasserstrahl schiesst unter Druck durch den Spalt und zerstaeubt zu Nebel
Ein Swap leitet Rendite durch einen schmalen Spalt. Der Stausee dahinter, in diesem Fall der XRP-Bestand, wird davon nicht kleiner und nicht größer.

Die Swaps laufen in Dollar, nicht über den XRP Ledger

Hier trennen sich Unternehmensgeschichte und Tokengeschichte. Ein Total Return Swap auf eine amerikanische Aktie wird in Dollar bepreist, in Dollar besichert und in Dollar abgerechnet. Es gibt in dieser Kette keinen Schritt, der XRP benötigt, und keinen, der Nachfrage nach dem Token erzeugt. Ripple als Firma verdient. Der Token bleibt außen vor.

Das lässt sich grob beziffern. Legt man die acht Prozent, die für den einen Fonds belegt sind, auf die bis zu 475 Millionen Dollar an Finanzierungsmitteln an, die Ripple Prime seit Mai eingesammelt hat, landet man bei einer groben Obergrenze von rund 38 Millionen Dollar Bruttoertrag im Jahr. Das ist eine Überschlagsrechnung mit offengelegtem Rechenweg und keine Unternehmensangabe: Weder ist belegt, dass alle Mittel zu diesem Satz ausgereicht werden, noch sind Refinanzierungskosten abgezogen. Gemessen an der Marktkapitalisierung von XRP, die bei rund 87 Milliarden Dollar liegt, entspräche selbst dieser Höchstwert etwa 0,04 Prozent. Der Hebel-ETF-Markt mit seinen 256 Milliarden Dollar ist für sich genommen fast dreimal so groß wie der gesamte XRP-Bestand an der Börse bewertet, und trotzdem bewegt er den Tokenpreis nicht.

Eine Verwechslung lohnt sich an dieser Stelle zu vermeiden: Die amerikanischen Spot-ETFs auf XRP sind eine völlig andere Sache. Dort kauft ein Fonds tatsächlich XRP und verwahrt sie. Ripple Prime finanziert Fonds auf Aktien. Beide Geschichten tragen das Wort ETF, und nur eine davon berührt die Nachfrage nach dem Token.

XRP Kurs bei 1,39 Dollar, 1,36 und 1,41 begrenzen den Tag

Am Freitagabend notiert XRP bei 1,39 Dollar. Das Tagestief lag bei 1,36 Dollar, das Tageshoch bei 1,41 Dollar, die Spanne des Tages umfasst also keine vier Prozent. Der Handelsumsatz der vergangenen 24 Stunden beträgt rund 1,88 Milliarden Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 87,4 Milliarden Dollar. Vom Allzeithoch bei 3,65 Dollar trennen den Kurs damit rund 62 Prozent. Die Zahlen stammen von CoinGecko, Stand 9. Oktober am Abend.

Diese beiden Marken sind keine Analystenziele, sondern die tatsächlichen Umkehrpunkte des laufenden Tages. Solange 1,36 Dollar hält, bleibt die Erholung nach dem Einbruch dieser Woche intakt. Fällt der Kurs darunter, liegt die nächste belegbare Orientierung beim nächtlichen Tief vom Donnerstag auf Freitag, das je nach Datenquelle zwischen 1,32 und 1,33 Dollar lag.

Seit dem Delegation-Bericht von gestern hat die 1,34 gehalten

Am Donnerstag ging es an dieser Stelle um die Permission Delegation auf dem XRP Ledger und um die Frage, ob die Marke bei 1,34 Dollar hält. Die Marke hat gehalten. Der Kurs stand bei Erscheinen jenes Beitrags in derselben Größenordnung wie heute und hat die 1,34 im Tagesverlauf nicht nachhaltig unterschritten, auch nicht während der nächtlichen Schwäche.

Verändert hat sich seitdem zweierlei. Die Delegation ist seit dem 8. Oktober aktiv, das Funktionsupdate ist also abgearbeitet und taugt nicht mehr als Kurstreiber. Und mit der Finanzierungsnachricht liegt nun eine Geschichte auf dem Tisch, die Ripple als Unternehmen aufwertet, ohne den Token zu berühren. Wer aus dem Beitrag von Donnerstag die Erwartung mitgenommen hat, dass Protokollfortschritt den Kurs trägt, bekommt heute das Gegenstück dazu geliefert.

Ein Termin steht weiterhin im Kalender. Evernorth, das Vehikel mit rund 473 Millionen XRP, soll am 12. Oktober unter dem Kürzel XRPN an der Nasdaq starten. Das berichtete cryptoticker am 2. Oktober. Dieser Termin betrifft den Token unmittelbar, die Swap-Finanzierung tut es nicht.

Unsere Einschätzung zu Umsatz und Tokenpreis

Aus Sicht der Redaktion ist die Finanzierungsnachricht für Ripple als Unternehmen stark und für XRP als Anlage nahezu bedeutungslos. Die Belege dafür stehen oben: Die Swaps werden in Dollar abgerechnet, der belegte Ertrag bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich und damit bei etwa 0,04 Prozent der Tokenbewertung, und keine Stufe der Transaktionskette verlangt XRP.

Dagegen spricht ein Argument, das ernst zu nehmen ist. Ripple hält selbst einen erheblichen XRP-Bestand in Treuhandverwahrung und finanziert sich historisch auch über dessen Verkauf. Ein Unternehmen mit laufenden Gebühreneinnahmen aus dem Bankgeschäft steht unter geringerem Druck, Token abzugeben. Das wirkt auf das Angebot und damit mittelbar auf den Kurs, nur eben schwach und zeitverzögert, und belegen lässt es sich erst an den künftigen Treuhandmeldungen. Wer die Nachricht als direkten Kurstreiber handelt, handelt gegen die eigene Rechnung.

Aufgeschlagener dicker Aktenordner auf dunklem Holztisch, eine Hand haelt eine Lupe darueber, daneben ein Taschenrechner und eine liegende Metallmuenze
Welche Steuerregel für ein XRP-Produkt gilt, steht im Basisinformationsblatt und nicht in der Produktwerbung.

US-Spot-ETFs fehlt das Basisinformationsblatt für deutsche Privatanleger

Sobald über amerikanische Krypto-ETFs berichtet wird, stellt sich für Leser in Deutschland dieselbe praktische Frage, und die Antwort fällt nüchtern aus. Die PRIIPs-Verordnung, also die Verordnung (EU) Nr. 1286/2014, verlangt für den Vertrieb an Kleinanleger im Europäischen Wirtschaftsraum ein standardisiertes Basisinformationsblatt. Amerikanische Fondsgesellschaften erstellen dieses Dokument für ihre Heimatprodukte in aller Regel nicht, weil der europäische Privatkundenvertrieb für sie keine Rolle spielt. Ohne dieses Blatt darf ein in der EU beaufsichtigter Broker das Papier einem Privatkunden nicht verkaufen.

In der Praxis heißt das: Die amerikanischen Spot-ETFs auf XRP stehen deutschen Privatanlegern über gewöhnliche Broker nicht zur Verfügung. Einzelne Häuser öffnen sie für professionelle Kunden, für alle anderen bleiben zwei Wege, der Direktkauf an einer Börse und das europäische ETP. Welche Produkte hierzulande tatsächlich handelbar sind, steht ausführlich in unserer Übersicht zu Krypto-ETFs in Deutschland.

Börsengelistete XRP-Produkte aus Europa heißen ETP, ETN oder ETC und sind rechtlich meist besicherte Schuldverschreibungen, keine Fonds. Das 21Shares XRP ETP mit der ISIN CH0454664043 etwa ist nach Anbieterangaben vollständig physisch mit XRP hinterlegt und wird bei einer institutionellen Verwahrstelle im Cold Storage gehalten. Die jährliche Gesamtkostenquote liegt bei 2,50 Prozent. Weitere Anbieter sind nach Marktübersichten über Xetra und die SIX handelbar.

Der Lieferanspruch trennt Paragraf 23 von Paragraf 20

Steuerlich sind Direktkauf und ETP in Deutschland zwei verschiedene Welten, und der Unterschied kostet oder spart je nach Haltedauer viel Geld. Beim Direktkauf greift Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Wer XRP länger als ein Jahr hält, verkauft den Gewinn steuerfrei. Unter einem Jahr gilt der persönliche Steuersatz, dazu kommt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr. Diese Zwölfmonatsregel hat der Gesetzgeber zuletzt bestätigt, nachdem ein Vorstoß zu ihrer Abschaffung abgelehnt wurde.

Bei einem ETP hängt die Einordnung an einer einzigen Vertragsfrage, nämlich am Lieferanspruch. Räumt das Produkt das Recht ein, die hinterlegten Coins ausgeliefert zu bekommen, spricht vieles dafür, es wie Direktbesitz zu behandeln, also nach Paragraf 23 mit Zwölfmonatsfrist. Fehlt dieser Anspruch, liegt eine sonstige Kapitalforderung nahe, und dann gilt Paragraf 20 mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag, ohne jede Haltefrist, dafür mit Sparer-Pauschbetrag und mit Verlustverrechnung gegen andere Kapitalerträge.

Diese Einordnung ist eine steuerrechtliche Einschätzung und keine gefestigte Rechtsprechung. Ob ein bestimmtes XRP-Produkt einen Lieferanspruch gewährt, steht im Prospekt und im Basisinformationsblatt und nirgends sonst. Bei nennenswerten Beträgen gehört die Frage vor einen Steuerberater, nicht in ein Forum.

Für die Entscheidung heißt das ganz konkret: Wer auf Sicht von mehr als einem Jahr plant, fährt mit dem Direktkauf und eigener Verwahrung steuerlich meist besser. Wer kürzer denkt oder die Abgeltungsteuer als Deckel schätzt, für den kann das ETP trotz laufender Gebühr die ruhigere Lösung sein. Die 2,50 Prozent im Jahr sind dabei kein Nebenposten, sondern bei einer Haltedauer von drei Jahren bereits rund sieben Prozent des eingesetzten Kapitals.

Ripple Prime: Gebühren fließen an das Unternehmen, nicht an den Token

Die Nachricht des Tages ist eine Unternehmensnachricht. Der Kurs bei 1,39 Dollar hängt weiterhin an Angebot und Nachfrage nach dem Token, nicht an den Margen einer Prime-Brokerage-Einheit. Drei Schritte ergeben sich daraus für die kommenden Tage.

  1. Den Zugangsweg festlegen, bevor der nächste Impuls kommt. Amerikanische Spot-ETFs stehen dir als Privatanleger nicht offen. Prüfe stattdessen, welcher Broker das europäische ETP und welcher den Direktkauf günstiger abbildet; die Konditionen und Spreads stehen in unserem Brokervergleich.
  2. Den Lieferanspruch nachlesen und die Haltedauer dagegenrechnen. Hol dir das Basisinformationsblatt des Produkts und suche die Passage zum Auslieferungsrecht. Welche Software die Fristen und Anschaffungszeitpunkte sauber dokumentiert, zeigt unsere Übersicht der Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  3. Beim Direktkauf die Verwahrung klären. Die Zwölfmonatsfrist nützt wenig, wenn die Coins auf einer Börse liegen und dort ein Vorfall dazwischenkommt. Welche Geräte sich dafür eignen, steht im Hardware-Wallet-Vergleich.

Der 12. Oktober mit dem Nasdaq-Start von Evernorth ist der nächste Termin, der den Token unmittelbar betrifft. Bis dahin bleiben 1,36 und 1,41 Dollar die Marken, an denen sich der Tag misst.

(Stand: 9. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu XRP

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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