Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP Prognose: 133 Millionen Token verlassen die Börsen, was dahintersteckt

Analyse: Die Ripple zugeordneten Börsenwallets sind in der Woche bis zum 31. Oktober um 133 Millionen XRP geschrumpft, während am 1. November das monatliche Freigabefenster über eine Milliarde Token öffnet. Belegt sind beide Zahlen, die Deutung dieser Gegenbewegung steht weiter unten als Einschätzung der Redaktion.

Klassizistisches Saeulenportal einer Finanzinstitution bei Nacht, in die Steinflaeche ueber dem Eingang ist das XRP-Zeichen als tiefe Gravur eingelassen
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XRP notiert am Sonntagvormittag bei 1,25 Dollar. Der Kurs hat sich in 24 Stunden kaum bewegt, liegt auf Wochensicht 4,5 Prozent tiefer und hat den Oktober mit einem Minus von rund 18 Prozent abgeschlossen. Vom Rekordstand bei 3,65 Dollar trennen den Token damit knapp 66 Prozent.

Belegt ist an diesem Monatsersten zweierlei, und beides zieht in verschiedene Richtungen. Die Ripple zugeordneten Börsenwallets hielten am 31. Oktober 22,48 Milliarden XRP, das sind 133,0 Millionen Token weniger als eine Woche zuvor. Gleichzeitig öffnet heute das Freigabefenster, aus dem Ripple bis zu eine Milliarde XRP aus dem Treuhandbestand ziehen darf. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die Schlagzeile über die Milliarde beschreibt eine Obergrenze, nicht das, was im Markt ankommt.

Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere XRP Prognose ein. Dieser Text befasst sich mit der Angebotsseite der kommenden Tage, weil sie dieses Mal ungewöhnlich gut messbar ist.

So ist die Lage am ersten November

Der Tagesverlauf ist eng: 1,24 Dollar im Tief, 1,26 Dollar im Hoch, dazwischen ein Plus von 0,42 Prozent gegenüber dem Vortag. Diese Enge ist für sich genommen keine Nachricht. Interessant wird sie erst im Verhältnis zu dem, was am Angebot gerade passiert.

Der Oktober war für XRP einer der schwächeren Monate des Jahres. Rund 18 Prozent Verlust in 30 Tagen bedeuten, dass ein Anleger, der Anfang Oktober zu 1,53 Dollar gekauft hat, heute auf einem Buchverlust von gut einem Sechstel sitzt. Im Vergleich der großen Werte steht XRP damit schlechter da als Bitcoin, der im selben Zeitraum rund 10 Prozent abgab, und etwa gleichauf mit Ethereum mit gut 17 Prozent.

Treuhandbestand, kurz erklärt: Ripple hält einen großen Teil der insgesamt 100 Milliarden XRP in sogenannten Escrows, also in programmierten Sperren auf dem XRP Ledger. Diese Sperren geben zu festen Terminen Token frei. Das Unternehmen kann die freigegebenen Mengen verkaufen, es kann sie aber auch in eine neue Sperre zurücklegen. Genau dieser zweite Teil geht in den Schlagzeilen meist unter.

Was die Börsenbestände wirklich zeigen

Die Zahl, die diese Woche am wenigsten Aufmerksamkeit bekommen hat, ist der Rückgang der Börsenbestände. Nach dem Lagebericht von XRP Insights hielten die zuordenbaren Börsenwallets am 31. Oktober 22,48 Milliarden XRP, nach einem Minus von 133,0 Millionen Token binnen sieben Tagen.

Diese Messung hat eine wichtige Einschränkung, und der Bericht nennt sie selbst: Gezählt werden nur Wallets, die sich einer Börse zuordnen lassen. Der tatsächliche Bestand liegt also höher, der gemessene Rückgang ist eine Untergrenze. Für die Richtung ändert das nichts. Token, die von einer Börse abgezogen werden, stehen dort kurzfristig nicht mehr zum Verkauf.

Leeres Hafenlager bei Nacht mit offenem Rolltor zur Kaikante, auf dem Betonboden Schleifspuren abtransportierter Paletten, im Hintergrund beleuchtete Kraene
Die zugeordneten Börsenwallets wurden im Wochenverlauf leerer, nicht voller. Für Verkaufsdruck müsste die Bewegung andersherum laufen.

Das Freigabefenster und die Rücksperrquote

Am 1. November öffnet die monatliche Freigabe. Zwei Escrow-Objekte zu je 500 Millionen XRP stehen zur Auflösung an, zusammen eine Milliarde Token. Insgesamt liegen nach demselben Lagebericht 31,40 Milliarden XRP auf dem Ledger in Sperren, verteilt auf 98 Objekte, das sind 31,4 Prozent der festen Gesamtmenge von 100 Milliarden. In den Betriebswallets des Unternehmens liegen weitere 4,74 Milliarden XRP.

Entscheidend ist, was danach passiert. Im Oktober legte Ripple nach einer Aufstellung von Cointurk unter Berufung auf Coinpaper rund 700 Millionen XRP der freigegebenen Milliarde in neue Sperren zurück. Die gesperrte Reserve sank im Oktober netto um 300 Millionen Token, nicht um eine Milliarde.

Für November liegt diese Zahl noch nicht vor, und sie lässt sich auch nicht vorhersagen. Wer heute liest, die Milliarde flute den Markt, beschreibt die Obergrenze des Fensters und nicht die Menge, die am Ende im Umlauf landet.

Eine Rechnung, die das Verhältnis sichtbar macht

Um die Größenordnungen einzuordnen, hilft ein Vergleich mit der Nachfrageseite. Die US-Spot-ETFs auf XRP hielten zum Wochenschluss 1,20 Milliarden Token bei einem verwalteten Vermögen von 1,51 Milliarden Dollar.

Daraus ergibt sich ein Verhältnis, das die Debatte oft verfehlt. Eine vollständige Monatsfreigabe von einer Milliarde XRP entspricht rund 83 Prozent dessen, was sämtliche US-ETFs seit ihrem Start zusammengetragen haben. Die im Oktober tatsächlich zugeflossene Nettomenge von 300 Millionen Token entspricht immer noch rund einem Viertel des gesamten ETF-Bestands. Umgekehrt halten die ETFs nur etwa 3,8 Prozent dessen, was in den Escrows liegt.

Diese Zahlen sagen nichts darüber, wohin der Kurs läuft. Belegt ist damit nur, dass die Angebotsseite bei XRP derzeit das größere Gewicht hat und dass ein Monat mit niedriger Rücksperrquote mehr bewegen kann als eine gute ETF-Woche.

Grosse Bahnhofsuhr ohne Ziffernbeschriftung an einer dunklen Hallenwand, der Zeiger steht kurz vor der vollen Stunde, darunter eine leere Abfertigungstheke
Das Freigabefenster öffnet an jedem Monatsersten. Der Termin ist bekannt, die Menge, die danach im Umlauf bleibt, nicht.

Die ETF-Woche: 3,4 Millionen Token netto

In der Woche bis zum 30. Oktober flossen den US-Produkten netto 3,4 Millionen XRP zu, umgerechnet rund 4,0 Millionen Dollar. Der Wochenwert verdeckt allerdings, wie uneinheitlich die einzelnen Tage verliefen.

  • Montag, 26. Oktober: 2,7 Millionen XRP Abfluss, rund 3,6 Millionen Dollar
  • Dienstag, 27. Oktober: 434.000 XRP Abfluss
  • Mittwoch, 28. Oktober: 174.000 XRP Zufluss
  • Donnerstag, 29. Oktober: 6,4 Millionen XRP Zufluss, rund 8,0 Millionen Dollar
  • Freitag, 30. Oktober: 50.000 XRP Abfluss

Ein einziger starker Donnerstag trägt also die ganze Woche. Ohne ihn stünde eine klar negative Bilanz. Wer die ETF-Nachfrage als Stütze liest, stützt sich damit auf einen Tag, nicht auf einen Trend.

Was sich seit dem 30. Oktober geändert hat

In unserer XRP-Einordnung vom 30. Oktober stand der Zufluss von 8,4 Millionen Dollar im Mittelpunkt, zusammen mit der Frage, ob er für eine Erholung reicht. Zwei Tage später lässt sich das beantworten.

Der Kurs stand am Wochenschluss bei 1,25 Dollar und steht heute bei 1,25 Dollar. Der Zufluss vom Donnerstag hat also keine Aufwärtsbewegung getragen, sondern bestenfalls den Rückgang abgefedert. Die Woche schloss gegenüber der Vorwoche 3,8 Prozent tiefer. Neu hinzugekommen ist seitdem die Zahl zu den Börsenbeständen und die Kenntnis, dass der Oktober mit einer Rücksperrquote von rund 70 Prozent endete.

Marken nach unten und nach oben

Die untere Begrenzung der vergangenen Handelstage liegt bei 1,24 Dollar, dem Tagestief. Darunter öffnet sich der Bereich um 1,20 Dollar, eine runde Marke ohne besonderen charttechnischen Gehalt, an der erfahrungsgemäß Stopps liegen.

Nach oben ist die Marke bei 1,30 Dollar der erste Prüfstein, und zwar nicht beliebig gewählt: Der Kurs ist am 27. Oktober unter diese Schwelle gerutscht und hat sie seitdem nicht zurückerobert. In unserem Text vom 28. Oktober war sie als Entscheidungsmarke bei 1,29 Dollar benannt, inzwischen hat sich der Abstand vergrößert und die Marke von unten zu einem Widerstand gemacht.

Oberhalb davon beginnt erst bei etwa 1,45 Dollar die nächste nennenswerte Zone, dem Bereich, in dem XRP Mitte Oktober gehandelt wurde. Ein Rücklauf dorthin entspräche einem Plus von rund 16 Prozent.

Unsere Einschätzung

Aus Sicht der Redaktion ist die Angebotsseite bei XRP derzeit berechenbarer als die Nachfrageseite, und das spricht kurzfristig eher für eine Bodenbildung als für einen weiteren Einbruch. Dafür sprechen drei belegte Punkte: Die Börsenbestände sind in der Woche bis zum 31. Oktober um 133 Millionen Token gesunken statt gestiegen. Die Rücksperrquote lag im Oktober bei rund 70 Prozent. Und die ETFs zogen in derselben Woche netto Token an, wenn auch nur 3,4 Millionen.

Dagegen spricht genauso deutlich: Die November-Rücksperrquote ist unbekannt und kann auch null betragen, dann stünden eine Milliarde Token zusätzlich zur Verfügung. Die ETF-Woche hing an einem einzigen Tag. Und ein Monatsminus von 18 Prozent bei gleichzeitig 66 Prozent Abstand zum Rekordhoch zeigt, dass die mittelfristige Richtung weiter nach unten weist. Wir leiten daraus keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ab, sondern eine Beobachtungsgröße: Wie viel Ripple in den kommenden Tagen zurücksperrt, ist auf dem Ledger öffentlich nachvollziehbar und damit früher sichtbar als jede Kursreaktion.

Was für Anleger in Deutschland zählt

Für deutsche Halter hängt an der Frage, ob sie bei diesen Kursen verkaufen oder nachkaufen, mehr als die Kursentwicklung. Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten zählen nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr bleibt ein Gewinn steuerfrei, darunter greift der persönliche Einkommensteuersatz, und es gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr. Freigrenze bedeutet: Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.

Konkret heißt das in der aktuellen Lage: Wer XRP im Minus hält und zum Jahresende über eine Verlustrealisierung nachdenkt, kann Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften nur mit Gewinnen aus derselben Einkunftsart verrechnen, im selben Jahr oder über den Verlustvortrag. Wer dagegen im Plus steht und die Jahresfrist bald erreicht, verschenkt durch einen Verkauf kurz davor unter Umständen die Steuerfreiheit. Den aktuellen Stand der politischen Debatte um diese Frist halten wir unter Krypto-Haltefrist: Reform und Stand fest.

Zwei praktische Punkte kommen dazu. Erstens die Erfassung: Wer über mehrere Börsen und Wallets hinweg handelt, braucht für die Jahresfrist eine lückenlose Dokumentation jeder Anschaffung, mit Datum und Anschaffungskurs je Teilposition. Zweitens die Handelsplattform: Wer XRP unter MiCA bei einem in der EU zugelassenen Anbieter hält, hat es bei der Nachweisführung einfacher als bei einer Plattform ohne europäische Lizenz. Welche Anbieter das betrifft, steht im Vergleich der Krypto-Börsen.

XRP bei 1,25 Dollar: Ohne neue Nachfrage entscheidet das Angebot

Die Lage lässt sich in drei Schritten zusammenfassen, jeder mit einer Zahl, die sich nachprüfen lässt.

  1. Angebot beobachten statt Schlagzeilen lesen. Die Freigabe von bis zu einer Milliarde XRP ist eine Obergrenze. Maßgeblich ist, wie viel Ripple zurücksperrt, im Oktober waren es rund 70 Prozent. Die Bewegungen stehen öffentlich auf dem Ledger.
  2. Nachfrage an mehreren Tagen messen. Die ETF-Woche endete mit netto 3,4 Millionen XRP, getragen von einem einzigen Donnerstag. Ein Wochenwert sagt mehr als ein Tageswert, ein Monatswert mehr als eine Woche. Wer die Produkte selbst kaufen will, findet die in Deutschland verfügbaren unter Krypto-ETF in Deutschland kaufen.
  3. Steuerliche Fristen vor der Order klären. Die Jahresfrist nach Paragraf 23 EStG und die Freigrenze von 1.000 Euro entscheiden mit darüber, ob ein Verkauf bei 1,25 Dollar sinnvoll ist. Die passenden Werkzeuge stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 1. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Krypto-Anlagen sind mit dem Risiko des Totalverlusts verbunden.)

Häufige Fragen zu XRP

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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