Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP Prognose: Binance-Knappheitsindex auf Vierjahreshoch vor dem schwächsten Wochenschluss seit August

Analyse: Bei Binance ist XRP so knapp wie seit vier Jahren nicht, der Knappheitsindex von CryptoQuant steht bei 2,1. Trotzdem nahmen die US-Spot-ETFs eine ganze Woche lang nichts auf, und XRP steuert bei 1,16 Dollar auf den tiefsten Wochenschluss seit August zu.

Lastwagen-Konvoi verlässt nachts das Tor eines gesicherten Lagerhofs, auf der Plane des vorderen Lasters leuchtet das XRP-Zeichen
Coins verlassen die Börse: Bei Binance ist XRP so knapp wie seit vier Jahren nicht.
12 Min. Lesezeit
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XRP kostet am Sonntagmorgen rund 1,16 Dollar, umgerechnet etwa 1,05 Euro, und steuert damit auf den schwächsten Wochenschluss seit Mitte August zu. Gleichzeitig ist XRP auf der größten Börse der Welt so knapp wie seit vier Jahren nicht mehr: Der Knappheitsindex des Analysehauses CryptoQuant für XRP bei Binance stieg auf 2,1. Belegt ist: Am 4. November flossen 418,5 Millionen XRP von Binance ab, die US-Spot-ETFs verbuchten in der ganzen ersten Novemberwoche keinen Tag mit Nettozufluss, und der Kurs verlor seit Montag fast 7 Prozent. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Ein schrumpfendes Börsenangebot hebt den Kurs erst, wenn wieder Käufer kommen, und genau die fehlen bisher.

Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere XRP Prognose mit Szenarien bis 2030 ein. Dieser Beitrag bleibt bei den nächsten Tagen: Er erklärt, was der Knappheitsindex misst, warum er sich mit den leeren ETF-Büchern beißt und welche Kursmarken bis Mitte November zählen. Die Kursangaben stammen von der Börse Kraken und von Coinbase, Stand Sonntag, 8. November, früher Morgen.

Binance-Knappheitsindex bei 2,1: Höchster Wert seit vier Jahren

Der Knappheitsindex (Exchange Scarcity Index) ist eine Kennzahl von CryptoQuant, die anzeigt, ob der auf einer Börse handelbare Bestand eines Coins schrumpft oder wächst. Ein positiver Wert heißt: Es verlassen mehr Coins die Börse, als neu eingezahlt werden, das handelbare Angebot wird kleiner. Ein negativer Wert zeigt das Gegenteil, also Einzahlungen, die meist dem Verkauf vorausgehen.

Für XRP bei Binance lag der Index laut einem Bericht von Benzinga auf Basis der CryptoQuant-Daten den gesamten September und Oktober im negativen Bereich. In der ersten Novemberwoche drehte er scharf ins Plus und erreichte 2,1, den höchsten Stand seit 2022. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: CryptoQuant meldete den Wert am Donnerstag, einem Tag, an dem XRP rund 5 Prozent verlor.

Ein Index dieser Art misst Bewegungen auf der Blockchain, keine Absichten. Er zeigt, dass Coins die Börse verlassen haben, aber nicht, wer sie bewegt hat und wohin. Genau an dieser Stelle setzt die Einschränkung an, die CryptoQuant selbst mitliefert.

418,5 Millionen XRP an einem Tag: Woher die Abflüsse bei Binance kommen

Am 4. November zogen Nutzer 418,5 Millionen XRP von Binance ab, beim damaligen Kurs knapp 540 Millionen Dollar. Nach Auswertung des CryptoQuant-Analysten Darkfost war das der größte Abflusstag seit neun Monaten. Er übertraf sogar den 29. Oktober, den Tag des Angriffs auf Binance, an dem 315 Millionen XRP die Börse verließen.

Darkfost ordnet die Zahl selbst vorsichtig ein. Ein Teil der Bewegungen könne auf interne Umbuchungen zwischen Wallets der Börse zurückgehen statt auf neue Nachfrage von Anlegern. Ob die Abflüsse anhalten oder eine einmalige Spitze waren, werde sich erst in den folgenden Tagen zeigen. Abflüsse dieser Größe verkleinern zwar den Bestand, der kurzfristig verkauft werden kann, sie garantieren aber keine Erholung.

Zur Einordnung hilft ein Blick auf die Gegenseite: Wer Coins von der Börse in die eigene Verwahrung holt, plant in der Regel nicht den schnellen Verkauf. Ein Wallet-Wechsel nach einem Sicherheitsvorfall, wie er nach dem 29. Oktober naheliegt, hat mit Kaufinteresse dagegen wenig zu tun. Beide Motive erzeugen auf der Blockchain dasselbe Bild.

Ausgetrockneter Bewässerungskanal mit geschlossenem Stahl-Schleusentor zwischen Feldern in der Abenddämmerung
Kein Zufluss: Die US-Spot-ETFs für XRP verbuchten in der ersten Novemberwoche keinen einzigen Tag mit Nettozufluss.

Spot-ETFs für XRP: Eine Handelswoche ohne einen Tag Nettozufluss

Die zweite Hälfte des Bildes liefern die börsengehandelten Fonds in den USA. Nach Daten von SoSoValue, die Bitcoin.com am Samstag zusammengefasst hat, bewegte sich in der Woche vom 2. bis 6. November nur an einem Tag Geld: Am Montag zog der Fonds XRPC von Canary Capital 529.500 Dollar ab. Von Dienstag bis Freitag stand bei allen XRP-Spot-ETFs eine Null.

Das verwaltete Vermögen der Fonds sank im Wochenverlauf von 1,425 auf 1,34 Milliarden Dollar. Der Rückgang geht nahezu vollständig auf den fallenden Kurs zurück, nicht auf Rücknahmen. Die kumulierten Nettozuflüsse seit Start liegen weiter bei 1,81 Milliarden Dollar. Schon der Oktober war schwach: Mit 18,8 Millionen Dollar Zufluss fiel er weit hinter den September mit rund 121 Millionen Dollar zurück.

Bei Bitcoin sah die Woche noch schlechter aus. Die US-Spot-ETFs auf die größte Kryptowährung verloren laut denselben Daten rund 1,3 Milliarden Dollar. Für XRP heißt das: Der Gegenwind kommt nicht aus einer XRP-eigenen Nachricht, sondern aus dem gesamten Markt, in dem institutionelles Geld gerade eher abgezogen als angelegt wird.

Wochenschluss am Sonntag: XRP vor dem tiefsten Schlusskurs seit August

Der Wochenschluss ist der Schlusskurs der Tageskerze am Sonntag um Mitternacht UTC, in Deutschland also um 1 Uhr in der Nacht auf Montag. Charttechniker gewichten ihn stärker als jeden Tageskurs, weil kurze Ausschläge darin herausfallen. Die Sonntagsschlusskurse bei Kraken zeigen, wie weit XRP seit dem Spätsommer zurückgefallen ist:

SonntagSchlusskurs XRP/USD (Kraken)
16. August0,992 Dollar
23. August1,520 Dollar
4. Oktober1,520 Dollar
18. Oktober1,306 Dollar
25. Oktober1,295 Dollar
1. November1,249 Dollar
8. November, Sonntagmorgen1,163 Dollar (Kerze noch offen)

Seit dem 23. August hat kein Sonntag unter 1,249 Dollar geschlossen. Bleibt XRP heute Nacht unter dieser Marke, ist es der tiefste Wochenschluss seit dem 16. August. Das Bemerkenswerte an der Reihe ist der Sprung Ende August: Damals stieg XRP binnen einer Woche von unter 1,09 auf bis zu 1,70 Dollar. Fast der gesamte Gewinn dieser einen Woche ist inzwischen wieder abgegeben.

Auch die Durchschnittslinien liegen über dem Kurs. Nach eigener Rechnung aus den Tagesschlusskursen bei Kraken liegt der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 1,27 Dollar, der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 1,37 Dollar. Beide sind damit Widerstände, keine Stützen.

Seit dem Long-Squeeze vom Samstag: Die 1,15-Dollar-Zone hat gehalten

Am Samstagmorgen hatte unser Beitrag zum Long-Squeeze bei 1,15 Dollar die Zone um 1,15 Dollar als entscheidende Marke beschrieben. Das Tagestief bei OKX lag damals bei 1,1518 Dollar. Seitdem ist Folgendes passiert: Bei Kraken rutschte XRP am Samstag bis auf 1,1489 Dollar, schloss den Tag aber bei 1,162 Dollar. Seit Mitternacht UTC pendelte der Kurs nur noch zwischen 1,154 und 1,165 Dollar.

Die Zone hat also einen zweiten Test überstanden, wenn auch knapp. Neu ist seit Samstag zweierlei: die vollständigen ETF-Zahlen der Woche, die auch für Freitag eine Null zeigen, und die Lesart des Knappheitsindex, die den Abflüssen bei Binance einen messbaren Rahmen gibt. Die Hürde nach oben ist dagegen dieselbe geblieben, denn die 1,20-Dollar-Zone hat XRP seit Freitag nicht mehr erreicht. Das Hoch seit Samstag lag bei 1,181 Dollar.

Wale und Stimmung: 60 Millionen XRP in sieben Tagen gekauft

Gegen die schwache Fondsnachfrage stehen Käufe großer Adressen. Der Analyst Ali Martinez zählte nach einem Bericht von CoinCentral rund 60 Millionen XRP, die sogenannte Wale binnen sieben Tagen gekauft haben. Wale heißen im Kryptomarkt Adressen mit sehr großen Beständen. Laut einer Auswertung von BeInCrypto erreichte die Zahl der Wallets mit mindestens einer Million XRP in dieser Woche den höchsten Stand des Jahres 2026.

Martinez verweist zudem auf die Stimmung in sozialen Netzwerken, die bei XRP auf den tiefsten Wert seit Juli gefallen sei. Er liest das als mögliches Gegensignal und sieht im Chart eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit der Nackenlinie bei 1,60 Dollar und einem Ziel von 2,10 Dollar im Fall eines Ausbruchs. Bis zur Nackenlinie fehlen allerdings rund 38 Prozent, das Szenario ist also eine Vorlage für Wochen und Monate, nicht für die kommenden Tage.

Die Käufe der Wale haben den Kurs bisher nicht gehoben, passen aber zu den Abflüssen bei Binance: Große Bestände, die von der Börse in die eigene Verwahrung wandern, sind kurzfristig nicht verkaufsbereit.

Bergsteiger hängt im Abendlicht am Seil unter einem überhängenden Felsvorsprung, der Grat liegt weit über ihm
Bis zur nächsten Hürde ist es weit: Über 1,21 Dollar wartet erst bei 1,34 Dollar der nächste Widerstand.

Marken für XRP: 1,21 und 1,34 Dollar nach oben, 1,11 Dollar nach unten

Die Analysten von More Crypto Online sehen die erste Unterstützung bei 1,21 Dollar, dem 61,8-Prozent-Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung. Ein Retracement misst, wie viel eines vorangegangenen Anstiegs ein Kurs wieder abgibt; die Werte 61,8 und 78,6 Prozent leiten sich aus der Fibonacci-Folge ab und dienen vielen Händlern als Orientierung. XRP liegt inzwischen unter diesen 1,21 Dollar, aus der Unterstützung ist damit ein Widerstand geworden. Die nächste Unterstützung nach diesem Raster liegt beim 78,6-Prozent-Retracement nahe 1,11 Dollar. Um einen Boden zu bestätigen, braucht XRP laut More Crypto Online zunächst ein höheres Tief und danach einen Anstieg über 1,34 Dollar, das Hoch vom 4. November.

Rückfall unter 1,149 Dollar

Fällt XRP unter das Samstagstief von 1,149 Dollar, öffnet sich der Weg in Richtung 1,11 Dollar. Darunter folgen die Tiefs aus dem August, 1,0875 Dollar in der Woche ab 20. August und 0,985 Dollar eine Woche davor. Ein Wochenschluss unter 1,11 Dollar würde das Bild der Wale als Käufer deutlich schwächen.

Seitwärts zwischen 1,15 und 1,21 Dollar

Das wahrscheinlichste Bild für die neue Woche ist ein enges Band. Ohne Zuflüsse bei den ETFs fehlt der Schub nach oben, die niedrigen Bestände bei Binance bremsen den Verkaufsdruck. Ein solches Pendeln kostet vor allem Hebelhändler Geld, weil Positionen in beide Richtungen ausgestoppt werden.

Rückeroberung von 1,21 Dollar

Schließt XRP einen Tag über 1,21 Dollar, wäre der Bruch der Unterstützung vom Donnerstag rückgängig gemacht. Das nächste Ziel läge beim 200-Tage-Durchschnitt um 1,27 Dollar und danach bei 1,34 Dollar. Ein Auslöser dafür wäre ein Tag mit messbarem ETF-Zufluss, den es seit Ende Oktober nicht mehr gegeben hat.

Unsere Einschätzung: Knappes Angebot ersetzt keine Nachfrage

Aus Sicht der Redaktion zeigt der Knappheitsindex eine echte Verschiebung, er wird aber überschätzt, solange die Nachfrage fehlt. Dafür spricht der Wert selbst: 2,1 ist der höchste Stand seit 2022, nach zwei Monaten im Minus. Ebenso sprechen die 60 Millionen XRP an Walkäufen und die Rekordzahl großer Wallets dafür, dass große Halter nicht verkaufen. Dagegen spricht dreierlei. CryptoQuant räumt selbst ein, dass ein Teil der Abflüsse interne Umbuchungen sein kann. Die ETFs, über die im September noch rund 121 Millionen Dollar kamen, nehmen seit gut einer Woche nichts mehr auf. Und der Kurs fiel an genau dem Tag, an dem CryptoQuant den Rekordwert meldete.

Daraus folgt: Knappheit wirkt wie eine gespannte Feder, die erst losgeht, wenn Käufer an die Börse zurückkehren. Das Signal, auf das es ankommt, ist deshalb nicht der nächste Indexwert, sondern der erste ETF-Tag mit Zufluss und ein Tagesschluss über 1,21 Dollar. Bis dahin bleibt 1,15 Dollar die Marke, an der sich die Woche entscheidet. Ein Kauf oder Verkauf lässt sich daraus nicht ableiten; Kryptowährungen können bis zum Totalverlust an Wert verlieren.

Haltefrist und Verlustverrechnung: Die Rechnung vor dem Jahresende

Für Anleger in Deutschland ist der Kursrückgang auch eine Steuerfrage. Gewinne aus dem Verkauf von XRP sind nach aktueller Rechtslage steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Innerhalb dieser Haltefrist gilt der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft, Gewinne sind steuerpflichtig, sobald sie im Jahr zusammen 1.000 Euro erreichen. Wie es um die geplante Reform der Haltefrist steht, fasst unsere Seite zur Krypto-Haltefrist und ihrer Reform zusammen.

Wer XRP in den vergangenen zwölf Monaten teurer gekauft hat, sitzt beim heutigen Kurs von rund 1,05 Euro häufig auf einem Buchverlust. Ein realisierter Verlust innerhalb der Haltefrist lässt sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnen, etwa aus Bitcoin oder Ethereum, oder in Folgejahre vortragen. Ob sich das lohnt, hängt von den Kaufzeitpunkten ab, die nach der Reihenfolge der Käufe zugeordnet werden. Ein Krypto-Steuer-Tool rechnet diese Zuordnung automatisch über alle Börsen und Wallets hinweg.

Wichtig: Ein neuer Kauf nach einem Verlustverkauf startet die Haltefrist von vorn. Wer XRP langfristig halten will, sollte diesen Effekt kennen, bevor er Verluste nur aus Steuergründen realisiert.

XRP bei 1,16 Dollar: Ohne ETF-Zufluss bleibt 1,21 Dollar die Hürde

Die Woche endet mit einem Widerspruch, der sich erst in den nächsten Tagen auflöst: XRP wird an der größten Börse knapp, aber die neue Nachfrage über die Fonds bleibt aus. Drei Schritte, die heute sinnvoll sind:

  1. Marken als Limit-Orders setzen statt dem Kurs hinterherzulaufen. Wer nachkaufen will, kann eine Kauforder in der Zone um 1,11 Dollar hinterlegen, wer absichern will, eine Verkaufsorder unter 1,149 Dollar. Unter MiCA zugelassene Anbieter mit Limit-Orders findest du im Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Die eigene Verwahrung prüfen. Die Abflüsse bei Binance zeigen, dass viele Halter ihre XRP von der Börse holen. Wer das ebenfalls tun will, braucht eine Wallet, die den XRP Ledger unterstützt, und beachtet die Reserve von 1 XRP, die der Ledger je Konto festhält. Geeignete Geräte vergleicht unser Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Kaufdaten für das Finanzamt sichern. Vor einem Verkauf mit Verlust lohnt der Blick auf die Haltefrist jeder einzelnen Position. Ein Export aller Transaktionen in ein Werkzeug aus dem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools zeigt, welche Käufe noch steuerpflichtig wären.

(Stand: 8. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur XRP Prognose

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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