Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP Prognose: 13 Wochen Zuflüsse reißen, 2,47 Millionen Dollar verlassen einen einzigen Fonds: Was du jetzt tun kannst

Die US-Spot-ETFs auf XRP haben am vergangenen Freitag erstmals seit 13 Wochen mehr Geld abgegeben als eingesammelt. Der Betrag ist klein, das Signal ist es nicht, und für deutsche Anleger hängt daran eine Entscheidung zwischen ETN und Direktkauf.

Schwere stählerne Tresortür eines Fondsdepots einen Spalt geöffnet, in das polierte Türblatt ist das XRP-Zeichen tief eingelassen, davor ein leerer Rollwagen
11 Min. Lesezeit
Teilen:

Der Kurs von XRP steht am Dienstagvormittag bei 1,30 US-Dollar, umgerechnet 1,15 Euro. In den vergangenen 24 Stunden lag die Spanne zwischen 1,29 und 1,32 Dollar, der Tagesverlust beträgt 1,4 Prozent, auf Wochensicht sind es 5,9 Prozent. Marktkapitalisierung: 81,77 Milliarden Dollar, damit liegt XRP auf Rang fünf. Interessanter als der Kursstand ist diese Woche aber, woher das Geld kommt und wohin es geht. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere XRP Prognose ein.

Denn bei den börsengehandelten Fonds ist eine Serie gerissen, die seit Mitte Juli hielt.

Nach 13 Zuflusswochen floss am Freitag erstmals wieder Geld aus den XRP-ETFs

Die in den USA zugelassenen Spot-ETFs auf XRP hatten 13 Wochen in Folge Nettozuflüsse verbucht. Diese Serie endete am Freitag. Nach den Daten von Farside Investors, die Börse Express am 18. Oktober aufgegriffen hat, flossen an diesem Tag 2,47 Millionen Dollar ab. In der Woche davor, bis zum 9. Oktober, hatten dieselben Fonds noch 11,31 Millionen Dollar eingesammelt. Der Datenanbieter SoSoValue weist für die gesamte Handelswoche vom 12. bis 16. Oktober einen Nettoabfluss von rund 1,84 Millionen Dollar aus. Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht: Der Freitag war der Tag mit dem Abfluss, an den übrigen Tagen kam unter dem Strich wenig hinzu.

Kumuliert seit dem Start der Fonds stehen weiterhin rund 1,8 Milliarden Dollar Nettozuflüsse in den Büchern. Daran ändert eine einzelne rote Woche nichts. Börse Express ordnet es so ein: „Ein einzelner unterbrochener Zeitraum bestätigt jedoch noch keinen langfristigen Richtungswechsel.“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer der Frage, wie groß der Abfluss im Verhältnis überhaupt ist.

2,47 Millionen Dollar gegen 1,28 Milliarden Tagesumsatz: der Abfluss ist winzig

Der Handelsumsatz in XRP betrug am Dienstagvormittag 1,278 Milliarden Dollar in 24 Stunden. Der Freitagsabfluss von 2,47 Millionen Dollar entspricht damit 0,19 Prozent eines einzigen Handelstages. Gegen die Marktkapitalisierung von 81,77 Milliarden Dollar gerechnet sind es 0,003 Prozent. Selbst die kumulierten 1,8 Milliarden Dollar, die seit dem Start in die Fonds geflossen sind, machen nur 2,2 Prozent der Marktkapitalisierung aus. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 20. Oktober 2026 selbst erhoben, Grundlage sind die Marktdaten zu XRP und die live ausgelesenen Kennzahlen des XRP Ledger.

Wer also liest, die ETFs hätten den Kurs gedrückt, verwechselt Reihenfolge mit Ursache. Ein Abfluss dieser Größe bewegt den Kurs von XRP nicht. Er sagt etwas über die Stimmung jener Käufer, die nicht direkt an der Börse kaufen, sondern über ein Wertpapierdepot. Und genau diese Gruppe ist die, die 13 Wochen lang verlässlich nachgekauft hat.

So wirkt ein ETF-Abfluss auf den Kurs von XRP

Der Mechanismus lohnt zwei Sätze, weil er oft falsch erzählt wird. Gibt ein Anleger Anteile eines Spot-ETFs zurück, löst der Fonds im Hintergrund XRP auf und verkauft sie über einen Handelspartner am Markt. Umgekehrt kauft der Fonds XRP, wenn neue Anteile entstehen. Der Fonds ist also ein Durchlauf, keine Wette: Was der Anleger im Depot abgibt, landet als Verkaufsauftrag im Orderbuch.

Entscheidend ist dabei das Verhältnis zur Markttiefe. Flössen an einem Tag 200 Millionen Dollar ab, träfe das auf ein Orderbuch, das an diesem Tag 1,28 Milliarden Dollar umsetzt. Dann wäre der Verkaufsdruck sichtbar. Bei 2,47 Millionen Dollar verschwindet er im Rauschen einer halben Stunde. Für dich als Halter heißt das: Die Richtung der ETF-Ströme taugt als Stimmungsmesser, die Höhe eines einzelnen Tages taugt nicht als Kursbegründung.

Hohes Säulenportal eines Fondshauses bei Nacht, eine einzelne Flügeltür steht offen und wirft einen Lichtstreifen auf nasse Steinstufen
Der gesamte Tagesabfluss vom Freitag ging auf das Konto eines einzelnen Anbieters.

Ein Fonds trägt den ganzen Abfluss: XRPC von Canary Capital

Bemerkenswert ist die Verteilung. Der komplette Tagesabfluss entfiel auf einen Fonds, den XRPC von Canary Capital. Die übrigen Anbieter meldeten für diesen Tag keine Nettobewegung, also weder Zufluss noch Abfluss. Das verändert die Lesart deutlich: Es war keine breite Verkaufswelle über alle Fonds, sondern eine Umschichtung oder ein Verkauf bei einem einzigen Produkt.

Canary Capital hatte den ersten US-Spot-ETF auf XRP an den Markt gebracht und ist damit auch der Anbieter mit der längsten Historie und den ältesten Anteilsbeständen. Wo Anteile am längsten liegen, werden sie zuerst verkauft, wenn jemand Gewinne mitnehmen oder umschichten will. Ein Abfluss ausgerechnet dort ist also weniger überraschend als ein Abfluss bei einem jungen Fonds.

Der Kurs am Dienstagmorgen: 1,30 Dollar in einer Spanne von 1,29 bis 1,32

Am Dienstagvormittag notiert XRP bei 1,30 Dollar. Das Tagestief lag bei 1,29 Dollar, das Tageshoch bei 1,32 Dollar, in Euro entspricht das einer Spanne von 1,15 bis 1,17 Euro. Die Tagesspanne von drei Cent ist eng, der Markt hat also keine Richtung gefunden, sondern wartet.

Vom Allzeithoch bei 3,65 Dollar, erreicht am 17. Juli 2025, liegt der Kurs 64,5 Prozent entfernt. Auf 14 Tage gerechnet stehen 13,5 Prozent Verlust in den Büchern, auf 30 Tage nur 6,2 Prozent. Der Rückgang hat sich also in den letzten beiden Wochen verdichtet, nicht über den Monat verteilt.

Von 1,50 Dollar am 6. Oktober auf 1,30: minus 13,5 Prozent in zwei Wochen

Am 19. Oktober haben wir in unserer Analyse des On-Chain-Volumens gezeigt, dass auf dem XRP Ledger an einem Tag 49,66 Milliarden Dollar bewegt wurden, während der Börsenumsatz bei 1,47 Milliarden lag. Seitdem hat sich zweierlei geändert: Der Börsenumsatz ist auf 1,278 Milliarden Dollar gefallen, also um gut 13 Prozent, und der Kurs ist von damals rund 1,32 Dollar auf 1,30 Dollar nachgegeben. Die Marke bei 1,29 Dollar, die am Montag als Tagestief diente, hat bislang gehalten.

Den Ausgangspunkt der Bewegung markiert der 6. Oktober. Dort stand XRP bei 1,50 Dollar. Bis heute sind daraus 1,30 Dollar geworden, ein Rückgang von 13,3 Prozent in zwei Wochen. In diesen Zeitraum fielen fünf institutionelle Ankündigungen von Ripple, der Nasdaq-Start von Evernorth und die Öffnung von Ripple Prime. Der Kurs hat auf keine davon mit einem nachhaltigen Anstieg reagiert. Das ist der eigentliche Befund der zwei Wochen, nicht der Abfluss vom Freitag.

Der Analysedienst The Crypto Basic weist darauf hin, dass XRP dabei unter den 200-Wochen-Durchschnitt gerutscht ist. Das ist eine technische Einordnung und kein Naturgesetz, aber sie beschreibt, warum viele Marktteilnehmer den Bereich um 1,29 Dollar gerade so genau beobachten.

Unsere Einschätzung: die gerissene Serie wiegt schwerer als die Summe

Aus Sicht der Redaktion ist der Betrag von 2,47 Millionen Dollar für den Kurs bedeutungslos, die gerissene Serie dagegen nicht. Die Belege dafür stehen oben: 13 Wochen ununterbrochene Zuflüsse, in der Vorwoche noch 11,31 Millionen Dollar, dann ein Abfluss. Dazu der Kursverlauf, der auf fünf institutionelle Ankündigungen zwischen dem 6. und 15. Oktober nicht angesprungen ist. Beides zusammen deutet darauf hin, dass die Nachfrage über das Depot nachlässt, während die Nachrichtenlage gut bleibt.

Dagegen spricht die Statistik der Verteilung: Ein einziger Fonds trug den gesamten Abfluss, die anderen standen still. Eine Woche mit minus 1,84 Millionen Dollar nach 13 Wochen plus ist kein Trendbruch, sondern ein Datenpunkt. Wer daraus einen Ausstieg institutioneller Investoren liest, überdehnt die Zahl. Unsere Lesart: Die Luft ist dünner geworden, gedreht hat der Wind noch nicht. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das nicht, und ein Totalverlust bleibt bei jedem Kryptowert möglich.

Stapel Papierakten mit Grifflöchern auf dunkler Holztheke, daneben ein schwerer Metallstempel und ein aufgeschlagener Ordner im harten Seitenlicht
Ob ein Gewinn nach einem Jahr steuerfrei ist, entscheidet in Deutschland die Form des Kaufs.

XRP-ETN in Deutschland oder XRP direkt: der steuerliche Unterschied

Hier wird es für dich konkret, denn die US-Fonds kannst du in Deutschland in der Regel nicht kaufen. Was hier im Depot liegt, sind börsengehandelte Schuldverschreibungen auf XRP, also ETN. Und die werden anders behandelt als XRP, die du selbst hältst.

Kaufst du XRP direkt über eine Börse und verkaufst sie nach mehr als einem Jahr, ist der Gewinn nach dem geltenden Recht für Privatpersonen steuerfrei. Grundlage ist die Haltefrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Innerhalb des Jahres greift dein persönlicher Steuersatz, und es gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen.

Bei einem ETN auf XRP läuft es anders: Dort fällt Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an, unabhängig davon, wie lange du gehalten hast. Dafür greift der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, und die Bank zieht die Steuer automatisch ein. Welcher Weg günstiger ist, hängt an deinem Anlagehorizont. Planst du länger als ein Jahr, ist der Direktkauf steuerlich meist der bessere Weg. Die passende Handelsplattform dafür findest du in unserem Überblick der besten Krypto-Börsen, inklusive der Angaben zu Gebühren und EU-Zulassung nach MiCA.

Prüfe in beiden Fällen, ob dein Anbieter eine MiCA-Zulassung in der EU hat. Seit dem vollen Inkrafttreten der Verordnung dürfen nur zugelassene Anbieter Krypto-Dienstleistungen an Privatkunden in Deutschland erbringen.

Selbstverwahrung auf dem XRP Ledger: 1 XRP Grundreserve und der Destination Tag

Wenn du XRP von der Börse in eine eigene Wallet überträgst, gibt es zwei technische Besonderheiten, die bei anderen Blockchains so nicht auftreten. Beide haben wir am 20. Oktober 2026 direkt beim XRP Ledger ausgelesen, Stand des bestätigten Ledgers 107.780.391.

Erstens die Grundreserve: Ein Konto auf dem XRP Ledger muss dauerhaft 1 XRP halten, sonst existiert es nicht. Für jedes zusätzliche Objekt, etwa eine Vertrauenslinie zu einem anderen Token, kommen 0,2 XRP hinzu. Dieses Geld ist nicht verloren, aber auch nicht verfügbar, solange das Konto besteht. Überweise also nie den exakten Gesamtbestand, sondern lasse die Reserve stehen.

Zweitens der Destination Tag: Börsen verwalten die XRP vieler Kunden auf einer einzigen Adresse und unterscheiden sie über eine Ziffernfolge, den Destination Tag. Schickst du XRP an eine Börsenadresse ohne diesen Tag, landet das Geld auf dem Sammelkonto und muss vom Support manuell zugeordnet werden. Das kostet Wochen, im schlechten Fall den Betrag. Die Basisgebühr einer Transaktion liegt bei 0,00001 XRP, Geschwindigkeit ist also kein Grund, hier zu hetzen. Welche Geräte sich für die eigene Verwahrung eignen, steht in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Die Gesamtmenge aller je ausgegebenen XRP liegt nach dem aktuellen Ledger bei 99,99 Milliarden Stück. Im Umlauf sind davon 63,13 Milliarden, also 63,1 Prozent. Der Rest liegt in den Treuhandkonten von Ripple und in Unternehmensbeständen.

Die Marken nach oben und nach unten, und woran sie hängen

Nach unten ist 1,29 Dollar die erste Marke, denn dort lag das Tagestief der letzten 24 Stunden und dort verläuft nach Darstellung von The Crypto Basic auch der 200-Wochen-Durchschnitt. Fällt der Kurs darunter, ist die nächste runde Orientierung 1,25 Dollar, umgerechnet rund 1,11 Euro.

Nach oben liegt die erste Hürde bei 1,32 Dollar, dem Tageshoch. Darüber wäre 1,40 Dollar das nächste Ziel, der Bereich, in dem XRP am 9. Oktober gehandelt wurde. Die halbe Strecke des Rückgangs seit dem 6. Oktober, also der Weg von 1,30 zurück auf 1,40 Dollar, wäre die Hälfte der verlorenen 20 Cent.

Was diese Marken trägt, ist nicht der Chart, sondern die Nachfrage. Zwei Größen entscheiden darüber in den nächsten Tagen: ob die ETF-Ströme ab dieser Woche wieder ins Plus drehen, und ob der Börsenumsatz von 1,278 Milliarden Dollar wieder steigt. Ein fallender Umsatz bei fallendem Kurs bedeutet, dass schon kleine Aufträge den Preis bewegen: Bei 1,278 Milliarden Dollar Umsatz genügen rechnerisch 13 Millionen Dollar, um ein Prozent des Tagesvolumens zu stellen.

XRP-ETFs: 1,8 Milliarden Dollar sind drin, die 13-Wochen-Serie ist weg

Drei Schritte, die du nach dieser Woche abarbeiten kannst:

  1. Kläre deine Haltefrist. Sieh in deinem Kauf-Verlauf nach, wann du deine XRP erworben hast. Alles, was vor dem 20. Oktober 2025 gekauft wurde, ist bei einem Verkauf heute nach einem Jahr steuerfrei. Für die Übersicht über mehrere Börsen hinweg hilft ein Tool aus unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  2. Entscheide zwischen ETN und Direktkauf. Wenn du neu einsteigst und länger als ein Jahr halten willst, spricht die Haltefrist für den Direktkauf an einer zugelassenen Börse. Die Konditionen und die MiCA-Zulassung findest du im Überblick der besten Krypto-Börsen.
  3. Richte die Verwahrung sauber ein. Lasse die Grundreserve von 1 XRP auf dem Konto stehen und trage bei jeder Einzahlung an eine Börse den Destination Tag ein. Welche Geräte dafür taugen, zeigt der Hardware-Wallet-Vergleich.

(Stand: 20. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu XRP

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant