Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP-Kurs bricht um 8 Prozent ein: Lohnt der Einstieg jetzt wirklich?

XRP gibt nach dem heftigen August-Anstieg 8 Prozent ab. Was die Rally wirklich ausgelöst hat, was der Chart sagt und wovon ein Einstieg tatsächlich abhängt.

XRP kurs prognose
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Kategorien: XRP

XRP verliert auf Wochensicht 8,48 Prozent und notiert bei rund 1,3672 $. Die Tageskerze eröffnete bei 1,3793 $, lief bis 1,3963 $ und schloss 0,91 Prozent tiefer. In einer Kursliste voller roter Zahlen sieht das nach einem weiteren Altcoin aus, der Federn lässt.

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XRP/USD-Diagramm 

Ist es aber nicht. Vor zehn Tagen war $XRP der stärkste große Wert im gesamten Kryptomarkt. Der Kurs sprang in fünf Handelstagen von etwa 1,00 $ auf ein Tageshoch von 1,6963 $, die beste Woche seit 21 Monaten, und beendete den August mit einem Plus von rund 28,5 Prozent. Das war der stärkste August seit 2021.

Ehrlich formuliert lautet die Geschichte dieser Woche also nicht "XRP stürzt ab", sondern "XRP gibt einen Teil eines heftigen, gehebelten und makrogetriebenen Anstiegs zurück". Für jeden, der über einen Einstieg nachdenkt, sind das zwei völlig verschiedene Ausgangslagen. Genau darum geht es hier.

Warum ist der XRP-Kurs diese Woche um 8 Prozent gefallen?

Weil der Auslöser des Anstiegs nie wirklich mit XRP zu tun hatte.

Am 19. August kündigte das US-Finanzministerium an, seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen auszuweiten. Die Obergrenze je Operation steigt von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar, betroffen sind Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren, der Zeitraum reicht vom 9. September bis zum 4. November. Die Renditen am langen Ende fielen deutlich. Die 30-jährige Rendite, zuvor auf dem höchsten Stand seit 19 Jahren bei über 5,33 Prozent, rutschte Richtung 5,19 Prozent.

Am Markt wurde daraus binnen Stunden "QE light" beziehungsweise Zinskurvensteuerung, und Risikoanlagen zogen an. XRP am stärksten: rund 51 Prozent Plus, während Bitcoin auf 22 Prozent kam, Ethereum auf 30 Prozent und Solana auf 28 Prozent.

Zwei Punkte verdienen dabei Präzision, weil viele Berichte hier ungenau waren.

Erstens war das keine Zinskurvensteuerung. Das Finanzministerium beschreibt die Maßnahme als Liquiditätsstütze für Marktsegmente, in denen besonders viele Angebote eingehen. Echte Zinskurvensteuerung bedeutet, dass eine Notenbank eine Renditeobergrenze festlegt und unbegrenzt kauft, um sie zu verteidigen. Terminierte und gedeckelte Rückkäufe des Finanzministeriums sind etwas anderes. Die Deutung als geldpolitische Wende war eine Marktinterpretation, keine angekündigte Politik.

Zweitens bestand ein erheblicher Teil der Bewegung aus überrollten Short-Positionen. Verbreitet wurde eine CoinGlass-Zahl von rund 2 Milliarden Dollar liquidierter Shorts. Diese Summe betrifft allerdings den gesamten Kryptomarkt und nicht XRP allein, etwa 1,2 Milliarden Dollar davon entfielen auf ein einziges 24-Stunden-Fenster. Für die vielfach wiederholte Behauptung, es seien fast 2 Milliarden Dollar an XRP-Shorts liquidiert worden, geben die Daten nichts her.

Bleibt man bei den Fakten, war der August-Anstieg eine makroökonomische Liquiditätsmeldung, verstärkt durch einen Short-Squeeze, in einem Wert, der zuvor so schlecht gelaufen war, dass sich die Bären dort geradezu gestapelt hatten. Käufe von rund 380 Millionen Token durch Großadressen innerhalb einer Woche und ein Krypto-Gipfel im Weißen Haus kamen hinzu. Das ist nicht nichts. Eine belastbare, XRP-eigene Nachfragegeschichte ist es trotzdem nicht.

Als der Treibstoff des Squeeze ausging, kam der Kurs zurück. Das ist diese Woche.

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Reichen die ETF-Zuflüsse, um den XRP-Kurs zu stützen?

Das ist das stärkste Argument der Bullen, und es ist tatsächlich stark.

Die US-Spot-ETFs auf XRP sammelten in der Woche zum 28. August 110,49 Millionen Dollar ein, das mit Abstand beste Wochenergebnis des Jahres 2026. Kumuliert liegen die Nettozuflüsse dieser Produkte inzwischen bei 1,66 Milliarden Dollar, das verwaltete Nettovermögen bei rund 1,44 Milliarden Dollar.

Wichtiger als die Schlagzeile ist der zeitliche Verlauf. Von den etwa 153,55 Millionen Dollar, die im gesamten August zuflossen, kamen zwischen dem 3. und dem 14. August nur rund 3,27 Millionen Dollar zusammen. Die restlichen gut 150 Millionen Dollar landeten in den letzten beiden Augustwochen, und die Käufe laufen inzwischen neun Handelstage in Folge positiv.

Die ETF-Nachfrage hat diese Rally also nicht angeführt, sie ist ihr hinterhergelaufen. Der Unterschied ist relevant: Nachlaufende Zuflüsse reagieren empfindlicher auf den Kurs als vorauslaufende und können schnell drehen, wenn die Stimmung kippt. Die sieben US-Spot-Fonds halten zusammen etwa 977,92 Millionen XRP. Das ist echte strukturelle Nachfrage, aber eben nur ein Bruchteil des Umlaufbestands.

Was sagt der XRP-Chart aktuell?

Der Tageschart ist derzeit ungewöhnlich aussagekräftig, weil der Ausbruch eine sehr klare Spur hinterlassen hat.

XRP steht bei 1,3672 $ und damit direkt auf dem 200-Tage-EMA bei 1,3508 $. Dieser Durchschnitt fiel das ganze Jahr über und hat seit dem Frühjahr jeden Erholungsversuch gedeckelt. Der August-Anstieg ist glatt hindurchgelaufen, der aktuelle Rücksetzer ist der Rücktest. Das ist der wichtigste Punkt auf diesem Chart.

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  • Widerstände: 1,4500 $ ist die erste ernsthafte Hürde, dort haben die Verkäufer auf dem Weg nach unten bereits zugegriffen. Darüber liegt 1,5046 $, die Zone, in der die Kerze Ende August abgewiesen wurde und die zugleich mit den Hochs von Anfang Mai zusammenfällt. Der Docht bis 1,6963 $ darüber ist genau das, ein Docht, oben wurde kaum Zeit verbracht. Die nächste markierte Marke ist 1,6000 $.
  • Unterstützungen: zuerst der 200-Tage-EMA bei 1,3508 $, danach 1,3097 $. Darunter wird der Chart sehr dünn in Richtung 1,2075 $, anschließend 1,1237 $ und schließlich die Basis der gesamten Bewegung bei 1,0270 $ und 1,0016 $, wo im August das Tief entstand.
  • Momentum: Der Tages-RSI steht bei 60,75 und ist bereits von einem Wert nahe 80 abgedreht, die Signallinie liegt mit 72,35 darüber. Das Momentum kühlt also von einem überkauften Extrem ab, es bricht nicht ein. Nach einer solchen Beschleunigung ist das normal, der Schnitt unter die Signallinie zeigt aber an, dass die Impulsphase vorbei ist.

Ein strukturelles Detail wird dabei oft übersehen: Die Strecke von 1,00 $ auf 1,70 $ entstand in wenigen Tagen. Zwischen 1,05 $ und 1,35 $ liegt praktisch kein gehandeltes Volumen. Fällt 1,3508 $ und geht 1,3097 $ mit, ist darunter kaum etwas, das den Kurs bremst. Das gilt in beide Richtungen, erklärt aber, warum Chance und Risiko hier nicht symmetrisch verteilt sind.

Was ist mit der Milliarde XRP, die jeden Monat freigegeben wird?

Ein Thema, das man kennen sollte, zumal heute der Monatserste ist.

Ripple hält den größten Teil der nicht zirkulierenden XRP in Escrow-Verträgen. Am ersten Tag jedes Monats wird eine Milliarde Token freigegeben. Historisch legt Ripple den Großteil davon wieder in Escrow zurück, typischerweise 600 bis 800 Millionen, sodass etwa 200 bis 400 Millionen tatsächlich in den Umlauf gelangen. Rund 37,5 Milliarden XRP bleiben gesperrt, dem stehen etwa 62,53 Milliarden im Umlauf bei einer Gesamtmenge von 99,99 Milliarden gegenüber.

Beim aktuellen Kurs von rund 1,37 $ entspricht diese monatliche Nettofreigabe einem Angebot zwischen etwa 270 und 550 Millionen Dollar, das unabhängig von der Nachfrage auf den Markt kommt.

Stellt man das neben die ETF-Zahlen, wird das Bild schärfer. Die beste ETF-Woche des Jahres brachte 110 Millionen Dollar. Die strukturelle Monatsfreigabe ist ein Mehrfaches davon. Die ETF-Nachfrage ist real, allein aufsaugen kann sie den Angebotsplan derzeit nicht. Das ist kein Skandal, sondern Arithmetik, und es ist ein Gegenwind, den Bitcoin schlicht nicht hat.

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Ist der Einstieg bei XRP auf diesem Niveau eine gute Strategie?

Diese Frage kann dir niemand abnehmen, und wer behauptet, er könne es, will dir etwas verkaufen. Was sich sagen lässt: worauf du mit dieser Position tatsächlich wettest. Denn den wenigsten ist das klar.

  • Wer XRP bei 1,37 $ kauft, geht in erster Linie eine Wette auf die Makro-Liquidität ein, nicht auf Ripple. Ausgelöst hat die Rally die Ausweitung der Anleiherückkäufe und die fallenden Renditen am langen Ende. Hält dieser Rahmen, hat XRP bereits gezeigt, dass es heftiger reagiert als Bitcoin oder Ethereum. Steigt die 30-jährige Rendite dagegen wieder über 5,50 Prozent, fällt genau der Rückenwind weg, der die Bewegung erzeugt hat. Analysten nennen diese Marke ausdrücklich als Punkt, an dem die Makro-These kippt.
  • Für einen Einstieg spricht: XRP hat einen 200-Tage-EMA zurückerobert, der seit dem Frühjahr unerreichbar war, und hält sich darüber. Die ETF-Zuflüsse haben gerade einen Jahresrekord markiert und laufen seit neun Sitzungen positiv. Ripple baut ein reales Geschäft rund um das Ökosystem auf, dazu gehören die Übernahme von Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar, der Kauf von GTreasury für 1 Milliarde Dollar und ein neuer Handelstisch, über den institutionelle Kunden Aktienengagements abbilden können. Die eigentlichen Rückkäufe starten am 9. September, das ist ein terminierter Auslöser und keine Hoffnung. Und vom Absturz aus dem Juli 2025, der den Kurs von 3,65 $ unter 1 $ geführt hat, sind bisher lediglich rund 20 Prozent aufgeholt.
  • Dagegen spricht: Die Bewegung war gehebelt und squeeze-getrieben, die geschätzte Hebelquote der XRP-Derivate auf Binance erreichte den höchsten Stand seit Anfang 2026. Ein größerer Teil des Engagements läuft also auf geliehenem Kapital. Analysten weisen darauf hin, dass XRP den 50-Wochen-EMA nach einem Rücksetzer von 22 Prozent zwei Wochen in Folge nicht zurückerobern konnte. Das monatliche Escrow-Angebot übersteigt die aktuelle ETF-Nachfrage. Und trotz des besten Augusts seit fünf Jahren steht XRP im Jahr 2026 noch immer rund 26 Prozent im Minus, was zeigt, wie viel Schaden hier noch aufzuarbeiten ist. Historisch war der September für diesen Wert zudem selten ein guter Monat.
  • Die unbequeme Mitte: Beide Seiten sind plausibel. Genau deshalb ist die Positionsgröße hier wichtiger als die Richtung. Ein Wert, der in fünf Tagen 56 Prozent zulegen kann, kann ebenso schnell 30 Prozent gegen dich laufen.

Wer abwägt, sollte sich zuerst drei Fragen beantworten: Hast du überhaupt eine Meinung zu den Renditen langlaufender US-Anleihen? Hast du eine Marke definiert, an der du dir eingestehst, falsch gelegen zu haben? Und könntest du einen erneuten Test der Zone um 1,20 $ aushalten, den die Chartstruktur ohne Weiteres zulässt, ohne dass die Aufwärtsthese damit erledigt wäre?

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Worauf es im September ankommt

Drei Termine entscheiden den Großteil der Frage.

  • 9. September: Die ausgeweiteten Rückkäufe des Finanzministeriums beginnen tatsächlich. Die Ankündigung hat den Markt bewegt. Bei der Umsetzung zeigt sich, ob der Effekt eingepreist war oder anhält.
  • 15. September: Die prozedurale Abstimmung im Senat über den CLARITY Act. 60 Stimmen sind nötig, um den Filibuster zu überwinden. Auf diese Marktstrukturgesetzgebung warten XRP-Anleger am längsten.
  • 16. und 17. September: Der Zinsentscheid der Fed. Nachdem Kevin Warsh in Jackson Hole hart geblieben ist und eine Zinserhöhung wieder auf dem Tisch liegt, kann dieser Termin alles andere überstimmen.

Dazu die laufenden ETF-Zuflüsse und die 30-jährige Rendite, dann hast du ein ziemlich vollständiges Dashboard. Schau darauf, nicht nur auf den Kurs.

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