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Ist XRP Coin zum aktuellen Kurs ein guter Kauf?

XRP notiert bei rund 1,06 $, der 200er-EMA liegt weit darüber und der CLARITY Act steckt im Senat fest. Was der Tageschart über einen Einstieg sagt.

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Kategorien: XRP

$XRP steht am 3. August bei 1,0662 $ im Tageschart von Bitstamp, ein Minus von 1,75 % gegenüber dem Eröffnungskurs von 1,0858 $. Das Tagestief lag bei 1,0618 $. Auf Jahressicht sind das rund 43 % Verlust, und gegenüber dem Hoch vom letzten Sommer bei 3,65 $ fehlen etwa 70 %.

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XRP-Preis in USD

Jede Diskussion über einen Einstieg bei XRP beginnt an derselben Stelle: Der Kurs sieht im Vergleich zu 2025 günstig aus. Genau dieses Argument hat allerdings seit acht Monaten Geld gekostet.

Die eigentliche Frage ist also nicht, ob XRP billig ist. Sie lautet, ob Chartstruktur und Makro-Kalender einem Käufer überhaupt etwas bieten. Beides liefert derzeit klare Antworten.

XRP-Preisanalyse: Was zeigt der XRP-Tageschart aktuell?

Die wichtigste Linie im Chart ist der 200-Tage-EMA bei 1,39699 $. Der Kurs liegt 31 % darunter, und der Durchschnitt selbst fällt weiter. Das ist die Definition eines etablierten Abwärtstrends. Jede Erholung seit Juni war damit eine Gegenbewegung innerhalb einer Baisse, keine Trendwende.

Darunter liegen die Marken klar verteilt:

  • Widerstände: 1,15 $, danach 1,20 $ und 1,30 $, mit 1,45 $ und 1,50 $ als Zone des Mai-Einbruchs
  • Unterstützung: 1,00 $, die grüne Linie, die seit Ende Juni mehrfach getestet wurde und bisher gehalten hat

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Zwischen diesen beiden Bereichen spielt sich seit neun Wochen alles ab. Der Einbruch im Juni riss den Kurs innerhalb weniger Tage von 1,30 $ auf die Dollar-Marke. Seitdem pendelt XRP zwischen rund 1,00 $ und 1,19 $, mit einer Reihe leicht tieferer Hochs. Das ist Stillstand, kein Positionsaufbau, solange nichts anderes bewiesen ist.

Der RSI (14) notiert bei 46,51, seine Signallinie bei 43,83. Beide liegen unter der Mittellinie von 50. Wichtig dabei: überverkauft ist hier nichts. Beim Juni-Tief drückte der RSI in Richtung 30 und löste eine Gegenbewegung aus. Bei 46 fehlt diese Sprungkraft. Der Markt hat einfach in keine Richtung Momentum.

Ist der Abwärtstrend gebrochen oder nur unterbrochen?

Das ist der einzige halbwegs konstruktive Punkt im Chart. Die Abwärtstrendlinie vom Mai-Hoch bei rund 1,50 $ hat jede Erholung seither gedeckelt, im Juni und erneut Mitte Juli. Seit Anfang August liegt der Kurs oberhalb dieser Linie.

Das Problem ist, was danach passiert ist: nichts. Ein Trendbruch ohne steigende Volumina und ohne höheres Hoch ist kein Wendesignal, sondern nur eine Begrenzung, die wegfällt. XRP hat die Linie überwunden und ist mit einer roten Tageskerze direkt zurück in die Mitte der Handelsspanne gefallen.

Damit der Bruch Substanz bekommt, müssen Käufer den Kurs über die Zone bei 1,15 $ bringen und anschließend 1,20 $ zurückerobern. Analysten, die dieselbe Struktur verfolgen, sehen genau dort den Auslöser. BeInCrypto setzt die bullische Schwelle bei drei Tagesschlusskursen über 1,22 $, also gut 10 % über dem aktuellen Niveau, und hält diese Marke für den Punkt, an dem institutionelle Käufer zurückkommen würden.

Bis dahin bleibt die ehrlichere Lesart: eine Seitwärtsphase mit belastbarem Boden und schwerer Decke.

Warum entscheidet die Marke bei 1,00 $ über alles?

Weil es die einzige bewährte Unterstützung ist, die noch übrig ist. Zwischen der Dollar-Marke und dem Bereich um 0,85 $ gibt es in diesem Zeitfenster keine nennenswerte Struktur. Ein klarer Tagesschluss unter 1,00 $ öffnet damit schnell den Weg zu 0,95 $ und anschließend 0,85 $.

Diese Asymmetrie ist das, was ein Käufer bei 1,06 $ tatsächlich eingeht. Bis zum ersten echten Widerstand bei 1,15 $ sind es rund 8 % Potenzial. Bis zum ersten Ziel unterhalb der Spanne sind es rund 20 % Risiko. Das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich erst deutlich näher an der Dollar-Marke. Genau deshalb behandeln die meisten Marktteilnehmer 1,00 bis 1,02 $ als Einstiegszone, nicht den aktuellen Kurs.

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Welche Makro-Faktoren bewegen XRP im August?

Drei, und keiner davon hilft gerade.

  • Die Fed fällt als Treiber aus. Am 29. Juli hielt das FOMC den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 %, die fünfte Pause in Folge, mit 9 zu 3 Stimmen. Die drei Abweichler plädierten für eine Erhöhung, nicht für eine Senkung. Notenbankchef Kevin Warsh verzichtete erneut auf Hinweise zum weiteren Zinspfad. Eine restriktive Fed ohne eingepreiste Zinssenkung bedeutet knappe Liquidität und teuren Fremdkapitaleinsatz. Für Altcoins ist das struktureller Gegenwind.
  • Bitcoin liefert keine Unterstützung. BTC beendete den Juli bei rund 63.000 $, ein Plus von etwa 7 % im Monat, kämpft aber weiter mit der Abwärtstrendlinie vom Oktober-Hoch 2025. Alle relevanten Wochen-EMAs fallen und liegen über dem Kurs. Die Unterstützung bei 60.000 bis 62.000 $ hält seit dem Juni-Tief. XRP hat noch nie eine tragfähige Rally hingelegt, während Bitcoin unter seinen langfristigen Durchschnitten notiert. Entsprechend gilt ein Bitcoin über 60.000 $ breit als Voraussetzung für jede Altcoin-Stärke im August.
  • Die Saisonalität ist wirklich schlecht. Der August ist mit durchschnittlich 0,43 % der flachste Monat in der XRP-Historie, und er schloss vier Jahre in Folge im Minus. Damit hält er die längste aktive Verlustserie aller Monate. Der Analyst ChartNerd weist zudem darauf hin, dass es in US-Zwischenwahljahren schlechter aussieht: August 2014 minus 5,7 %, 2018 minus 23 %, 2022 minus 13,7 %, im Schnitt also rund 14 % Verlust. 2026 ist ein Zwischenwahljahr. Saisonalität allein ist kein Handelssignal, aber ein guter Grund, nicht auf einen Auslöser aus dem Nichts zu hoffen.

Die Nachfragedaten passen ins Bild. Laut BeInCrypto lagen die Zuflüsse in US-Spot-ETFs auf XRP an 10 von 17 Handelstagen im Juli bei exakt null. Netto blieben für den Monat rund 12,4 Mio. $ übrig, bei einem Fondsvolumen von etwa 997 Mio. $. Das tägliche Handelsvolumen fiel im Monatsverlauf um rund 37 %. Die Institutionellen verkaufen XRP nicht, sie erscheinen einfach nicht mehr.

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Spielt der CLARITY Act für XRP noch eine Rolle?

Für XRP mehr als für jeden anderen großen Token. Und die Chancen sinken.

Der Digital Asset Market Clarity Act würde die Einordnung von XRP als digitaler Rohstoff in Bundesrecht gießen und die Aufsicht von der SEC auf die CFTC übertragen. SEC und CFTC haben XRP am 17. März 2026 bereits gemeinsam als digitalen Rohstoff eingeordnet, allerdings nur per Auslegungsschreiben, nicht per Gesetz. Eine künftige Behördenführung könnte das zurücknehmen. Pensionskassen, Vermögensverwalter und Bank-Treuhandabteilungen warten genau auf diese Dauerhaftigkeit, nicht auf eine Auslegung.

Das Gesetz passierte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen und den Bankenausschuss des Senats am 14. Mai 2026 mit 15 zu 9. Seit dem 1. Juni steht es auf der Tagesordnung des Senats, ohne angesetzte Abstimmung. Ende Juli schob der Senat das Vorhaben formell beiseite, um ein Russland-Sanktionsgesetz und Personalfragen vorzuziehen. Am 3. August kehrte die Kammer zurück, mit etwa fünf Sitzungstagen bis zur Sommerpause, die bis zum 14. September läuft. Auf Polymarket sind die Chancen für eine Verabschiedung 2026 auf rund 30 % gefallen.

Damit liegen Bull Case und Bear Case an derselben Stelle. Das bedingte Kursziel von 8 $ seitens Standard Chartered setzt die Zustimmung des gesamten Senats voraus, dazu 4 bis 8 Mrd. $ an frischen ETF-Zuflüssen. Ohne Abstimmung im Plenum bleibt diese Zahl Theorie, und der wichtigste institutionelle Treiber für XRP verschwindet mindestens bis Ende 2026, realistisch bis 2027, wenn man den Wahlkalender berücksichtigt.

Auf der technischen Seite gibt es echte Fortschritte. Version 3.3.0 des XRP Ledgers zielt auf institutionelle Anbindung, eine Validator-Abstimmung über ein Amendment-Paket zu Batch-Transaktionen, vertraulichen Transfers, gesponserten Gebühren und delegierten Rechten steht an, und die Ripple Swell findet vom 27. bis 29. Oktober in New York statt. Bewegt hat davon in acht Monaten nichts den Kurs. Das sagt viel darüber, worauf der Markt tatsächlich wartet.

Ist XRP Coin zum aktuellen Kurs also ein guter Kauf?

Bei 1,06 $ ist XRP ein vertretbarer Kauf für eine geduldige Position und ein schlechter Kauf für einen Trade.

Dafür spricht: Die Abwärtstrendlinie ist gebrochen, die Dollar-Marke hat fünf Tests überlebt, die Bestände auf den Börsen liegen Berichten zufolge auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren, der Verkaufsdruck nimmt nicht zu, und der CLARITY Act bleibt ein Auslöser, der den Kurs bei einer Verabschiedung schnell neu bewerten würde. Die gängigen Prognosen sehen den August zwischen 1,00 und 1,20 $ mit einem Monatsende um 1,10 $. Das ist ein Markt mit Boden.

Dagegen spricht das Chance-Risiko-Verhältnis. Du zahlst 6 % über dem Niveau, auf dem die tragfähige Unterstützung tatsächlich liegt, und das im historisch schwächsten Monat. Dazu ein fallender 200er-EMA 31 % über dem Kurs, ein RSI unter der Mittellinie, ETF-Zuflüsse bei null und der einzige relevante Auslöser mit 30 % Wahrscheinlichkeit bei knapper Sitzungszeit.

Praktisch heißt das: gestaffelt zwischen 1,00 und 1,02 $ aufbauen statt hier hinterherlaufen, einen Tagesschluss unter 1,00 $ als Ausstiegsmarke behandeln und für eine echte Trendwende drei Tagesschlusskurse über 1,20 bis 1,22 $ verlangen. Setzt der Senat vor der Pause doch eine Abstimmung an, verkürzt sich dieser Zeitplan deutlich. Passiert das nicht, ändert sich die Geschichte frühestens im September.

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