Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

XRP Prognose: Vor der Escrow-Freigabe entscheidet die Marke bei 1,29 Dollar

Analyse: Am 1. November läuft bei Ripple wieder ein Treuhandvertrag über XRP aus, und jedes Mal steht die Frage im Raum, ob das frische Angebot den Kurs drückt. Wir haben die zwölf Freigaben des vergangenen Jahres gegen den Kursverlauf gelegt, und das Ergebnis fällt nüchterner aus als die Erwartung.

Schleusentor einer nächtlichen Talsperre, aus einem Spalt am Fuß tritt ein gebündelter Wasserstrahl, in der Betonwand das XRP-Zeichen als Relief
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Belegt ist zuerst die Lage: XRP kostet am Mittwochmittag 1,33 Dollar, 2,07 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor, und steht damit rund 10 Prozent unter dem Stand von vor einem Monat. In vier Tagen, am 1. November, endet die Laufzeit des nächsten Treuhandvertrags, mit dem Ripple seit 2017 einen Teil seines XRP-Bestands gesperrt hält. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die Freigabe ist nach unseren eigenen Messungen kein Kurstreiber, und die Marke, die in dieser Woche wirklich zählt, liegt tiefer. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere XRP Prognose ein.

So ist die Lage am Mittwochmittag

Der Kurs bewegt sich seit dem Wochenende in einer engen Spanne. Das Tagestief liegt bei 1,30 Dollar, das Tageshoch bei 1,34 Dollar, und in den vergangenen 24 Stunden wechselten XRP im Wert von 1,64 Milliarden Dollar den Besitzer. Mit einer Marktkapitalisierung von 84,2 Milliarden Dollar steht XRP auf Rang fünf der größten Kryptowährungen.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 1,31 Prozent, auf Monatssicht eines von 10,24 Prozent. Zum Allzeithoch von 3,65 Dollar, das am 17. Juli 2025 erreicht wurde, fehlen 63,6 Prozent. Der Abstand nach unten ist dabei kleiner, als die Monatsbilanz vermuten lässt: Das Tief der vergangenen 30 Tage stammt vom 18. Oktober und liegt bei 1,2927 Dollar, also nur knapp drei Prozent unter dem aktuellen Stand.

Escrow bei Ripple: ein Treuhandvertrag je Monat, automatisch auf der Blockchain

Escrow ist eine Funktion der XRP-Blockchain selbst, kein Vertrag bei einer Bank. Ein Escrow ist ein Objekt im Hauptbuch, das einen Betrag XRP festhält und erst zu einem festgelegten Zeitpunkt zur Verfügung stellt. Wer das Objekt anlegt, kann es bis zum Ablauf nicht auflösen, und der Zeitpunkt steht für jeden einsehbar in den Ledger-Daten. Die technische Beschreibung dazu führt die XRP-Ledger-Dokumentation.

Ripple nutzt diese Funktion seit Dezember 2017, um den eigenen XRP-Bestand in monatliche Tranchen zu zerlegen. Jeden Monat läuft eine davon aus. Was das Unternehmen nicht verwendet, wandert nach eigener Darstellung in neue Verträge mit späterem Ablauf zurück, sodass nur ein Bruchteil der jeweils frei werdenden Menge überhaupt am Markt ankommt. Die genaue Aufteilung je Monat veröffentlicht Ripple in seinen Quartalsberichten, nicht tagesaktuell.

Für den Markt heißt das: Der 1. eines Monats ist ein bekannter Termin, kein Überraschungsereignis. Jeder Marktteilnehmer kann den Ablauf Wochen vorher im Hauptbuch nachsehen. Genau deshalb ist die Frage interessant, ob der Termin den Kurs überhaupt noch bewegt.

Zwölf Freigaben im Test: in sechs Fällen stand der Kurs drei Tage später höher

Wir haben für diesen Artikel die täglichen XRP-Schlusskurse der vergangenen zwölf Monate ausgewertet und für jeden Monatsersten vom 1. November 2025 bis zum 1. Oktober 2026 nachgerechnet, wie sich der Kurs drei und sieben Tage später entwickelt hat. Die Kursreihe stammt von CoinGecko, die Rechnung ist unsere eigene.

Das Ergebnis: Drei Tage nach der Freigabe stand XRP in sechs von zwölf Fällen tiefer, in sechs Fällen höher. Der mittlere Wert liegt bei plus 0,55 Prozent. Nach sieben Tagen lautet das Verhältnis ebenfalls sechs zu sechs, der mittlere Wert bei minus 1,59 Prozent. Die Spanne ist breit: Der schlechteste Fall war der 1. Juni 2026 mit minus 9,89 Prozent nach drei Tagen, der beste der 1. Januar 2026 mit plus 9,62 Prozent.

Entscheidend ist der Vergleich mit dem Normalfall. Nimmt man alle Dreitagesfenster des vergangenen Jahres, also auch die ohne Freigabe, dann endeten 60 Prozent davon im Minus, bei einem mittleren Wert von minus 0,75 Prozent. Bei den Siebentagesfenstern waren es 64 Prozent im Minus und minus 1,95 Prozent. Nach einer Escrow-Freigabe lief XRP also im Mittel etwas besser als in einem beliebig herausgegriffenen Zeitraum, nicht schlechter.

Zwölf Messpunkte sind keine große Stichprobe, und die Zahl trägt keine Prognose für einen einzelnen Monat. Die Zahl widerlegt aber die Erwartung, dass der Monatserste bei XRP regelmäßig nach unten zieht. Wer den Termin als Verkaufsgrund liest, liest etwas in die Daten hinein, was dort nicht steht.

Große Sanduhr aus dickem Glas auf dunkler Steinplatte, der obere Trichter noch fast voll, ein feiner Sandstrahl rinnt nach unten
Vier Tage bis zum nächsten Ablauf: Der Termin am 1. November steht seit Jahren im Hauptbuch der XRP-Blockchain.

36,6 Milliarden XRP außerhalb des Umlaufs: was die Zahl bedeutet

Von den 99,99 Milliarden XRP, die es insgesamt gibt, befinden sich 63,35 Milliarden im Umlauf. Die Differenz von 36,63 Milliarden Stück liegt außerhalb des handelbaren Angebots, zum größten Teil in den Treuhandverträgen von Ripple. Das sind 36,6 Prozent der Gesamtmenge.

Diese Zahl ist der eigentliche Hintergrund der Debatte. Anders als bei Bitcoin, wo neue Einheiten nur durch das Mining entstehen und die Rate alle vier Jahre halbiert wird, existieren bei XRP alle Einheiten bereits. Das Angebot wächst nicht, es wird umgeschichtet. Ob eine Tranche in den Umlauf geht oder in einen neuen Vertrag zurückwandert, entscheidet ein einzelnes Unternehmen, und das ist ein struktureller Unterschied, der sich nicht wegdiskutieren lässt.

Gleichzeitig gilt: Diese Lage besteht seit Dezember 2017 unverändert und ist eingepreist. Neu wäre sie nur, wenn Ripple den Rhythmus ändert oder deutlich mehr als üblich in den Markt gibt. Dafür gibt es vor dem 1. November keinen Beleg.

Eine Milliarde XRP gegen 1,64 Milliarden Dollar Tagesumsatz

Die Größenordnung lässt sich mit zwei Zahlen einordnen, die beide öffentlich sind. Eine Milliarde XRP entspricht beim aktuellen Kurs rund 1,33 Milliarden Dollar. In XRP wurden in den vergangenen 24 Stunden 1,64 Milliarden Dollar umgesetzt. Die gesamte Tranche entspräche also etwa 81 Prozent eines einzigen Handelstages, und sie kommt in dieser Form nie geschlossen auf den Markt.

So wirkt der Mechanismus auf den Kurs: Verkauftes Angebot drückt den Preis nur, wenn es auf zu wenig Nachfrage trifft. Ein Betrag, der sich über Wochen verteilt und unter einem Tagesumsatz bleibt, verschwindet im Rauschen des normalen Handels. Deshalb taucht der Termin in den Kursdaten kaum auf, obwohl die absolute Menge groß klingt.

Der zweite Ansatzpunkt neben dem Chart ist das Verhalten der Börsenbestände. Wenn frisches Angebot tatsächlich verkauft wird, steigen die XRP-Bestände auf den Handelsplätzen vor dem Verkauf. Diese Bewegung lässt sich in den Tagen nach dem 1. an den öffentlichen Adressen nachvollziehen, und sie ist der ehrlichere Indikator als die bloße Höhe der Tranche.

Die Spanne: 1,2927 Dollar als Boden, die 50-Tage-Linie als Hürde

Für die kommenden Tage lassen sich drei Marken begründen, und keine davon hängt am Monatsersten.

Nach unten zählt zuerst das Tief vom 18. Oktober bei 1,2927 Dollar. Direkt darunter verlaufen zwei Durchschnittslinien dicht beieinander: die 100-Tage-Linie bei 1,2963 Dollar und die 200-Tage-Linie bei 1,2786 Dollar. Diese Häufung macht den Bereich zwischen 1,28 und 1,30 Dollar zur wichtigsten Zone nach unten. Fällt der Kurs auf Tagesschluss darunter, verliert XRP seine gesamte Abstützung aus dem Sommer.

Nach oben liegt die nächste Hürde bei der 50-Tage-Linie, derzeit bei 1,4012 Dollar. Darüber folgt das Monatshoch vom 5. Oktober bei 1,5197 Dollar. Zwischen dem aktuellen Stand und der 50-Tage-Linie liegen rund 5,4 Prozent, und solange diese Linie nicht fällt, bleibt die Erholung seit dem 18. Oktober eine Gegenbewegung in einem Abwärtstrend.

Der Abstand zwischen 100- und 200-Tage-Linie beträgt derzeit nur 1,8 Cent. Zwei Durchschnittslinien, die so dicht zusammenliegen, zeigen einen Markt ohne klare Richtung. Erst wenn sich die Linien wieder auseinanderbewegen, entsteht ein Trend, an dem sich eine längerfristige Einschätzung festmachen lässt.

Halb geöffnete Stahltür eines Tresorraums mit massivem Riegelkranz, dahinter Reihen geschlossener Schließfächer aus gebürstetem Metall
Was Ripple nicht verwendet, wandert nach Unternehmensangaben in neue Treuhandverträge mit späterem Ablauf.

Seit dem 26. Oktober: was sich verändert hat

Am 26. Oktober haben wir an dieser Stelle gefragt, ob die Marke bei 1,27 Dollar hält, während die Ripple-Konferenz Swell in New York startete. Nachzulesen ist das in unserer XRP-Einordnung vom 26. Oktober. Die Antwort nach zwei Tagen lautet: Die Marke hat gehalten, und zwar mit Abstand.

Der Kurs lag am 26. Oktober bei 1,2944 Dollar und steht heute bei 1,33 Dollar. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent in zwei Tagen. Das tiefste Niveau seither lag bei 1,2944 Dollar, die Marke von 1,27 Dollar wurde also nicht einmal getestet. Neu hinzugekommen ist seitdem die Rückkehr über die 100-Tage-Linie, die am 26. Oktober noch knapp über dem Kurs verlief.

Offen bleibt, was am 26. Oktober offen war: Das Volumen trägt die Erholung nicht. Mit 1,64 Milliarden Dollar in 24 Stunden liegt der Umsatz im Rahmen der vergangenen Woche, ohne den Schub, den ein belastbarer Richtungswechsel braucht.

Der Zinsentscheid am Mittwochabend überlagert den Termin

Was den Kurs in dieser Woche deutlich stärker bewegen kann als die Freigabe, steht am Mittwochabend an. Die US-Notenbank gibt das Ergebnis ihrer Sitzung am 28. Oktober bekannt, die Termine führt der offizielle Kalender des Offenmarktausschusses. Für europäische Anleger fällt die Bekanntgabe in den frühen Abend.

Der Zusammenhang zu Krypto läuft über die Risikobereitschaft. Sinkende Zinsen verbilligen Fremdkapital und machen Anlagen ohne laufenden Ertrag attraktiver, steigende oder länger hohe Zinsen wirken in die Gegenrichtung. XRP folgt dieser Bewegung wie der übrige Markt, ohne eigenen Hebel. Eine Kursbewegung in den kommenden Tagen gehört deshalb zuerst gegen den Gesamtmarkt gehalten, bevor sie dem Monatsersten zugeschrieben wird.

Praktisch heißt das: Ein Minus am 2. oder 3. November, das Bitcoin und Ether in ähnlicher Größenordnung mitmachen, hat mit der Freigabe nichts zu tun. Erst eine Bewegung, bei der XRP deutlich schlechter läuft als der Markt, wäre ein Hinweis auf einen eigenen Angebotsdruck.

Haltefrist und Freigrenze: der 1. November ändert für deutsche Anleger nichts

Für Anleger in Deutschland ist der Termin steuerlich ohne Bedeutung, und daran lässt sich eine konkrete Handlung festmachen. Maßgeblich ist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz die eigene Haltedauer: Wer XRP länger als ein Jahr im Bestand hält, veräußert steuerfrei, unabhängig von der Höhe des Gewinns. Innerhalb des Jahres gilt die Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber. Den aktuellen Stand der Reformdebatte haben wir unter Krypto-Haltefrist zusammengefasst.

Sinnvoll ist deshalb zuerst ein Blick in die eigene Kaufhistorie. Wer im November oder Dezember 2025 gekauft hat, erreicht die Jahresfrist in den kommenden Wochen, und dieser Termin entscheidet über die Steuerlast. Die Reihenfolge der Verkäufe folgt dabei dem Prinzip, dass die zuerst gekauften Stücke als zuerst verkauft gelten, je Börse getrennt. Ein Steuer-Tool oder ein Portfolio-Tracker nimmt die Zuordnung automatisch vor und liefert die Aufstellung für die Steuererklärung.

Zur Verwahrung gilt dasselbe wie sonst: Bestände auf einer Börse sind eine Forderung gegen das Unternehmen, Bestände in der eigenen Wallet gehören dir. Welche Geräte dafür in Frage kommen, zeigt unser Hardware-Wallet-Vergleich. Wer XRP über die Jahresfrist halten will, hat keinen Grund, sie in dieser Zeit auf einem Handelsplatz liegen zu lassen. Die Mindestreserve der XRP-Blockchain für eine eigene Adresse wird dauerhaft gesperrt und gehört zur Rechnung dazu.

Unsere Einschätzung: der Termin ist eingepreist, die Spanne nicht

Aus Sicht der Redaktion trägt die Escrow-Freigabe am 1. November keine eigene Kursaussage. Dafür sprechen drei Belege: das Verhältnis von sechs zu sechs in unserer Zwölf-Monats-Auswertung, der Vergleich mit der Grundrate von 60 Prozent negativen Dreitagesfenstern im gleichen Jahr, und die Größenordnung von 81 Prozent eines Tagesumsatzes für eine Menge, die nie geschlossen verkauft wird.

Dagegen spricht, dass zwölf Beobachtungen wenig sind und dass eine außergewöhnlich große Freigabe sich anders verhalten könnte als die zwölf gemessenen. Auch gilt die Auswertung für ein Jahr, in dem XRP insgesamt gefallen ist; in einem steigenden Markt kann frisches Angebot anders wirken.

Wahrscheinlicher ist für die kommenden Tage dies: Die Richtung entscheidet sich am Zinsentscheid und an der Zone zwischen 1,28 und 1,30 Dollar, nicht am Kalenderblatt. Eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf ist das ausdrücklich nicht, und ein Totalverlust bleibt bei jeder Kryptowährung möglich.

Escrow am 1. November: zwölf Messpunkte zeigen keinen Kursknick

Drei Schritte, die sich vor dem Wochenende abarbeiten lassen:

  1. Die eigene Haltedauer klären. Je Kauf zählt das Datum, daraus ergibt sich die Jahresfrist. Wer die Aufstellung nicht von Hand führen will, findet sie in einem Steuer-Tool oder Portfolio-Tracker.
  2. Die Zone zwischen 1,28 und 1,30 Dollar markieren. Dort liegen das Monatstief, die 100- und die 200-Tage-Linie. Ein Tagesschluss darunter ist das Signal, auf das es ankommt, nicht der Monatserste.
  3. Die Kosten des eigenen Handelsplatzes gegenrechnen. Bei einer Spanne von vier Cent zwischen Tageshoch und Tagestief entscheiden Gebühren und Spread darüber, ob eine Bewegung überhaupt etwas einbringt. Ein Vergleich der Krypto-Börsen zeigt, wo XRP zu welchen Konditionen handelbar ist.

(Stand: 28. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Escrow-Freigabe bei XRP

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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