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NEAR vor der Abstimmung über die Emissionssenkung auf 1,6 Prozent: Warum der Kurs gerade fällt

Ein Vorschlag im NEAR-Governance-Forum will die maximale Jahresemission über 24 Monate von 2,5 auf 1,6 Prozent senken und drückt die Staking-Rendite von 5,4 auf etwa 3,5 Prozent. Der Kurs verliert am 3. Oktober 5,65 Prozent, aus einem anderen Grund.

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Im Governance-Forum von NEAR liegt seit dem 30. September 2026 ein Vorschlag, der die Belohnung fürs Staking dauerhaft kleiner macht: Die maximale Jahresemission soll von 2,5 auf 1,6 Prozent sinken, verteilt über 24 Monate. Für dich als Halter von NEAR ist das die wichtigere Nachricht des Wochenendes, auch wenn der Kurs gerade aus einem anderen Grund nachgibt. Nach den Marktdaten von CoinGecko kostet NEAR am 3. Oktober 4,68 Dollar, ein Minus von 5,65 Prozent binnen eines Tages.

Der Zusammenhang ist weniger direkt, als es aussieht. Die Emissionssenkung ist ein Vorschlag, über den noch nicht abgestimmt wurde, und sie würde die Rendite erst in kleinen Schritten über zwei Jahre drücken. Der Tagesverlust gehört dagegen zu einem breiten Rückgang im Gesamtmarkt und zu einem Monat, in dem NEAR um knapp 148 Prozent gestiegen war. Beides zusammen entscheidet darüber, ob sich Staking bei NEAR für dich weiter lohnt.

Der Vorschlag zur NEAR-Emission im Wortlaut

Eingebracht hat den Vorschlag Sal Ternullo, Geschäftsführer von Svrn AI, am 30. September 2026 unter dem Titel „NEAR Governance Discussion: Reducing Issuance to 1.6%, and the Path to a Fixed Supply". Es handelt sich um eine Diskussionsgrundlage, nicht um einen beschlossenen Parameter. Der Text nennt eine klare Zahl: Die maximale jährliche Emission, also die Obergrenze für neu geschaffene NEAR, soll von heute 2,5 Prozent auf 1,6 Prozent fallen.

Emission bezeichnet die Menge an Token, die ein Netzwerk neu erzeugt und an die Validatoren ausschüttet, die Blöcke produzieren. Bei NEAR verteilt das Protokoll diese neuen Token nach einem festen Schlüssel: 90 Prozent gehen an die Staker, 10 Prozent in die Schatzkammer des Netzwerks. Dieser Schlüssel bleibt nach dem Vorschlag unverändert. Verändert wird allein die Gesamtmenge, die überhaupt entsteht.

Es wäre nicht der erste Schnitt dieser Art. NEAR hat die Obergrenze schon einmal halbiert, von 5 auf die heutigen 2,5 Prozent. Der neue Vorschlag ist in der Darstellung des Autors eine Phase 1 auf einem längeren Weg, an dessen Ende eine feste Gesamtmenge stehen soll. Was in späteren Phasen konkret passieren würde, legt das Papier nicht fest.

Von 2,5 auf 1,6 Prozent: Wie die Senkung über 24 Monate wirkt

Entscheidend für die Wirkung ist das Tempo. Der Vorschlag sieht keinen Stichtag vor, an dem die Emission von einem Wert auf den anderen springt. Stattdessen soll die Rate in kleinen Schritten pro Epoche sinken, über insgesamt 24 Monate. Eine Epoche ist bei NEAR der Abrechnungszeitraum, nach dem das Protokoll Belohnungen verteilt und das Validatoren-Set neu bestimmt; sie dauert rund zwölf Stunden.

Diese Bauweise hat einen praktischen Grund. Ein abrupter Schnitt würde die Rechnung aller Validatoren an einem Tag umwerfen, und kleinere Betreiber, deren Einnahmen knapp über den Serverkosten liegen, könnten aussteigen. Ein Pfad über zwei Jahre lässt ihnen Zeit, Gebühren und Kosten anzupassen.

Für dich heißt das: Es gibt keinen Termin, an dem deine Rendite einbricht. Es gibt eine Richtung, die ab dem Beschluss bei jeder Ausschüttung ein wenig stärker wirkt. Wer seine Staking-Erträge monatlich mitschreibt, wird die Veränderung über Quartale sehen, nicht über Tage.

Was die Senkung mengenmäßig bedeutet

Der Vorschlag nennt dafür zwei Größen. Bei der heutigen Rate von 2,5 Prozent kommen täglich etwa 89.500 neue NEAR hinzu. Gerechnet auf ein Jahr sind das rund 32,7 Millionen Token. Und über einen Zeitraum von sechs Jahren würde der Absenkungspfad etwa 66 Millionen NEAR vermeiden, die sonst neu entstanden wären. Gemessen am Umlauf von rund 1,31 Milliarden NEAR entspricht das gut 5 Prozent.

Verschlossene Wahlurne aus gebürstetem Metall mit schmalem Einwurfschlitz, darüber ein einzelner gefalteter leerer Stimmzettel
Über die Senkung entscheiden die Staker auf House of Stake, nicht das Kernteam.

Staking-Rendite von 5,4 auf 3,5 Prozent: Was Delegatoren verlieren

Die Zahl, die für Anleger zählt, steht ebenfalls im Papier. Die Staking-Rendite, im Netzwerk als jährlicher Ertrag ausgewiesen, liegt heute bei rund 5,4 Prozent. Nach vollständiger Umsetzung wären es etwa 3,5 Prozent. Das sind 1,9 Prozentpunkte weniger, also gut ein Drittel der heutigen Verzinsung.

Der Vorschlag rechnet das selbst an einem Beispiel vor: Wer 1.000 NEAR delegiert, hält nach zwei Jahren etwa 21 NEAR weniger als unter den heutigen Regeln. Zum Kurs vom 3. Oktober sind das knapp 98 Dollar. Die Zahl wirkt klein, und genau darin liegt das Argument der Antragsteller: Der Verzicht auf Rendite ist überschaubar, die Wirkung auf die Tokenmenge dagegen dauerhaft.

Delegation heißt dabei: Du gibst deine Token nicht aus der Hand, sondern ordnest sie einem Validator zu, der dafür Blöcke produziert. Du bleibst Eigentümer, der Validator behält einen Teil der Belohnung als Gebühr. Diese Gebühr ist der Punkt, an dem die Senkung für dich stärker oder schwächer durchschlägt: Nimmt ein Validator schon heute einen hohen Anteil, bleibt von einer kleineren Bruttobelohnung noch weniger übrig. Ein Blick in die Übersicht der Staking-Anbieter lohnt deshalb vor dem Beschluss und nicht erst danach.

89.500 NEAR am Tag: Die Verwässerung für Halter ohne Staking

Wer NEAR hält, ohne zu staken, bekommt von der Emission nichts und trägt sie trotzdem. Dieser Effekt heißt Verwässerung: Die Gesamtmenge wächst, dein Anteil daran schrumpft, auch wenn die Zahl der Token in deiner Wallet gleich bleibt. Bei 89.500 neuen NEAR am Tag verschiebt sich der Besitz kontinuierlich von den passiven Haltern zu denen, die delegieren.

Der Vorschlag nennt diesen Punkt ausdrücklich als Begründung. Eine hohe Emission sei eine Umverteilung zulasten derer, die nicht staken, und je größer das Netzwerk werde, desto schwerer sei das zu rechtfertigen. Für dich folgt daraus eine einfache Konsequenz: Liegen deine NEAR ungenutzt auf einer Börse oder in einer Wallet, verlierst du heute mehr relativen Anteil als nach einer Senkung. Die Emissionssenkung verkleinert also nicht nur die Rendite der Staker, sie verkleinert auch den Nachteil der Nicht-Staker.

Das erklärt, warum ein solcher Vorschlag im selben Netzwerk auf unterschiedliche Interessen trifft. Ein Delegator mit großem Bestand verliert laufenden Ertrag. Ein Halter, der aus steuerlichen oder praktischen Gründen nicht delegiert, gewinnt. Diesen Interessenkonflikt löst am Ende eine Abstimmung der Stimmberechtigten, nicht eine Entscheidung des Kernteams.

House of Stake: Wer über die Emissionssenkung abstimmt

House of Stake ist das Governance-System von NEAR, in dem Inhaber von Stimmrechten über Anträge entscheiden. Der Vorschlag soll dort als vollständiger Antrag für Phase 1 eingereicht werden; im Forumsbeitrag vom 30. September heißt es, das werde „nächste Woche" geschehen. Ein fester Abstimmungstermin ist damit nicht veröffentlicht, und auch das Ergebnis ist offen.

Diese Reihenfolge ist für die Einordnung wichtig. Im Forum läuft zunächst die Diskussion, die bei diesem Beitrag bereits etliche Antworten gesammelt hat. Erst danach folgt die formale Abstimmung. Was heute vorliegt, ist ein begründeter Antrag mit konkreten Zahlen, keine beschlossene Änderung der Protokollparameter.

Für die Beobachtung heißt das: Der Termin, auf den du schaust, ist die Einreichung des Phase-1-Antrags bei House of Stake. Erst mit ihr steht fest, über welchen Wortlaut tatsächlich abgestimmt wird und ob die 1,6 Prozent und die 24 Monate den Weg durch die Diskussion unverändert überstehen.

Breite Steintreppe, die in einem dunklen gewölbten Korridor stufenweise abwärts führt, jede tiefere Stufe liegt in schwächerem Licht
Die Emission fällt nicht auf einen Schlag, sondern Epoche für Epoche über zwei Jahre.

Die Begründung: Überbuchtes Validator-Set und Einnahmen aus Intents

Eine hohe Emission erfüllt in jungen Netzwerken einen Zweck: Der Aufschlag bezahlt die Betreiber dafür, dass sie überhaupt Hardware bereitstellen. Der Vorschlag argumentiert, dass NEAR diese Aufbauphase hinter sich hat. Das Validatoren-Set sei überbucht, es gebe also mehr Bewerber als Plätze. Wenn Betreiber Schlange stehen, muss das Netzwerk sie nicht mit hohen Belohnungen anlocken.

Als zweites Argument nennt der Text wachsende Einnahmen aus NEAR Intents, dem netzwerkeigenen System für kettenübergreifende Tauschgeschäfte. Diese Einnahmen fließen in Rückkäufe von NEAR am offenen Markt. Wo echte Erlöse Nachfrage erzeugen, so die Logik, braucht es weniger neu geschaffene Token, um das Netzwerk zu finanzieren.

Beide Begründungen stehen und fallen mit der Verlässlichkeit dieser Einnahmen. Dass Intents dabei kein reiner Selbstläufer ist, zeigte sich erst am 1. Oktober: Nach einem Exploit stoppte das System Auszahlungen, wie cryptoticker.io an jenem Tag berichtete. Eine Begründung, die auf laufende Erlöse baut, ist deshalb nur so stark wie der Betrieb, der sie erzeugt. Nachlesen kannst du den Antrag im Governance-Forum von NEAR, eine Zusammenfassung der Kernzahlen hat Crypto Briefing veröffentlicht.

Der Kursrückgang vom 3. Oktober und die Lage im Gesamtmarkt

Der Vorschlag erklärt den Tagesverlust nicht. Nach den Marktdaten von CoinGecko verliert NEAR am 3. Oktober 5,65 Prozent auf 4,68 Dollar, und der Rückgang steht nicht allein: Bitcoin gibt am selben Tag 1,93 Prozent ab, Ether 2,65 Prozent, Dogecoin 4,85 Prozent, Cardano 4,58 Prozent und Stellar 4,80 Prozent. NEAR fällt stärker als die großen Werte, aber in dieselbe Richtung wie der breite Markt.

Der zweite Teil der Erklärung liegt im Monat davor. NEAR steht nach denselben Daten rund 148 Prozent über dem Stand von vor 30 Tagen, auf Wochensicht dagegen 3,66 Prozent im Minus. Nach einer Bewegung dieser Größe sind Gewinnmitnahmen der Normalfall, und ein Wert, der am stärksten gestiegen ist, gibt in einer schwachen Marktphase meist am deutlichsten nach. Vom Allzeithoch bei 20,44 Dollar aus dem Januar 2022 ist NEAR weiterhin 77,1 Prozent entfernt.

Ob die angekündigte Senkung der Staking-Rendite im Kurs schon eine Rolle spielt, lässt sich aus den Daten nicht ableiten; eine offizielle Begründung für den Tagesverlust gibt es nicht. Als Einschätzung lässt sich sagen: Eine Rendite, die von 5,4 auf 3,5 Prozent fällt, macht das Delegieren für reine Zinssucher weniger attraktiv, während sie für Halter die Verwässerung senkt. Welcher der beiden Effekte überwiegt, zeigt sich erst nach dem Beschluss an der Entwicklung der gestakten Menge.

Fixed Supply als Fernziel: Was Phase 1 offenlässt

Der Titel des Antrags nennt neben der Senkung einen „Path to a Fixed Supply", also einen Weg zu einer festen Gesamtmenge. Diese Formulierung beschreibt eine Richtung, keinen Beschluss. Zur Abstimmung steht Phase 1 mit den 1,6 Prozent, nicht eine Obergrenze nach dem Vorbild der 21 Millionen Bitcoin.

Der Unterschied ist für die Bewertung erheblich. Eine feste Gesamtmenge würde bedeuten, dass irgendwann keine neuen Token mehr entstehen und die Validatoren allein aus Transaktionsgebühren und anderen Erlösen bezahlt werden müssten. Ob die Gebühren bei NEAR dafür jemals reichen, ist eine offene Frage, die der Antrag nicht beantwortet.

Für dich bedeutet das: Behandle die 1,6 Prozent als das, worüber entschieden wird, und die feste Gesamtmenge als Absichtserklärung. Wer heute mit einem Bitcoin-ähnlichen Knappheitsversprechen für NEAR argumentiert, nimmt einen Schritt vorweg, den die Staker noch nicht gegangen sind.

Staking-Anbieter und Verwahrung: Der Prüfteil für Anleger in Deutschland

Aus der Nachricht folgt kein Handlungsdruck, aber eine Handvoll Dinge, die sich jetzt besser klären lassen als nach dem Beschluss.

Validator-Gebühr und Anbieterweg

Je kleiner die Bruttobelohnung, desto schwerer wiegt die Gebühr deines Validators. Prüfe, welchen Anteil dein Anbieter einbehält und ob er die Konditionen einseitig ändern darf. Die Spannweite zwischen den Anbietern ist dabei erheblich. Wichtig ist auch der Unterschied zwischen eigener Delegation aus einer Wallet und einem Staking-Produkt einer Börse: Im zweiten Fall hältst du einen Anspruch gegen ein Unternehmen, nicht die Token selbst.

Kaufweg, Verwahrung und Steuer

Wenn du NEAR zukaufen willst, achte darauf, dass der Anbieter in der EU nach der MiCA-Verordnung zugelassen ist; eine Zulassung ist kein Qualitätssiegel, aber sie regelt Pflichten und Beschwerdewege. Welche Häuser für den deutschen Markt in Frage kommen, steht im Überblick der regulierten Krypto-Börsen.

Beim Steuerthema gilt für Staking eine andere Logik als für den reinen Kursgewinn: Belohnungen fließen dir laufend zu und sind im Jahr des Zuflusses als sonstige Einkünfte zu erfassen, während für den Verkauf der Token selbst die Haltefrist von einem Jahr greift. Wer delegiert, braucht deshalb eine saubere Aufzeichnung jeder Ausschüttung mit Datum und Kurs. Die Rechtslage zu Krypto-Einkünften ist in Bewegung, und eine lückenhafte Dokumentation lässt sich später kaum nachholen. Für die laufende Aufzeichnung gibt es Portfolio-Tracker mit Steuerauswertung; die Einordnung deines Einzelfalls gehört zu einem Steuerberater.

NEAR-Emissionssenkung: Das Wichtigste für deine Entscheidung

  1. Die Rendite deines Validators nachsehen. Notiere die Bruttorendite und die Gebühr, die dein Anbieter einbehält, und rechne beides auf die künftigen 3,5 Prozent herunter. Liegt die Gebühr hoch, verliert deine Position überproportional. Die Konditionen der Anbieter stehen im Vergleich der Staking-Plattformen.
  2. Die Einreichung bei House of Stake abwarten. Erst mit dem formalen Phase-1-Antrag steht der Wortlaut fest, über den abgestimmt wird. Bis dahin ist die Senkung ein begründeter Vorschlag, und eine Umschichtung auf Grundlage eines Entwurfs ist eine Wette auf den Ausgang. Wenn du dabei den Anbieter wechseln willst, prüfe die Zulassung über die Übersicht der Krypto-Börsen.
  3. Die Aufzeichnung der Ausschüttungen aufsetzen. Halte jede Staking-Belohnung mit Datum und Kurs fest, solange die Rendite noch bei 5,4 Prozent liegt und entsprechend viele Zuflüsse anfallen. Dafür gibt es die Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

(Stand: 3. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur NEAR-Emissionssenkung

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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